WORBEnglisch ab der 7. PrimNeu wird der Englischunterricht an den Worber Primarschulen bereits ab der 7. Klasse fakultativ unterrichtet. Dies beschloss das Gemeindeparlament knapp, mit 18 zu 16 Stimmen.«Dass wir hier zustimmen, ist doch einfach eine Frage der Gerechtigkeit», gab Worbs Parlamentarier Heinz Eggimann (EVP) gestern abend Lilo Christen (SP) Schützenhilfe. Christen hatte in einer Motion gefordert, den fakultativen Englischunterricht an den Primarschulen bereits ab dem 7. Schuljahr einzuführen. In ihrer Begründung räumte die SP-Parlamentarierin zwar ein, dass diese Neuerung nur für zwei Jahre von Bedeutung sei, da mit der Umstellung auf 6/3 ab dem Schuljahr 1996/97 dieses Angebot sowieso eingeführt werde. Sie wies aber darauf hin, dass bereits heute etwa 40 Primarschülerinnen und -schüler den Privatunterricht im Wyden-Schulhaus besuchten den die Eltern allerdings selber bezahlen müssen. In der Parlamentsdebatte sprachen sich zwar François Breitenmoser (CVP) und Therese Bernhard (SVP) für die Ideen Lilo Christens aus, wandten sich aber gegen die Motion. Es mache keinen Sinn, diese Neuerung zwei Jahre vor der Umstellung im Rahmen der 6/3-Reorganisation einzuführen. Mit 18 zu 16 Stimmen erklärte der Grosse Gemeinderat (GGR) die Motion Christen aber erheblich. Fakultativ-Englisch wird somit in den 7. Primklassen ab dem Schuljahr 1994/95 angeboten. dr |
WorbElternräte sind nicht erwähntElternräte werden im Worber Schul- und Kindergartenreglement nicht erwähnt. Die Elternmitarbeit wird in allgemeiner Form als Verpflichtung festgeschrieben. So entschied das Parlament.Im Worber Gemeindeteil Rüfenacht hat sich ein Elternforum gegründet. Darum verlangte Ingeborg Stahel (SVP) in der Parlamentsdebatte um das neue Schul- und Kindergartenreglement, dass der Einsatz von Elternräten geregelt wird. «Die Schulkommissionen können Elternräte einsetzen», diesen Satz wollten sie und ihre Partei ins Reglement aufnehmen. Doch Gemeinderätin Anneke Ramseier wehrte sich gegen die Änderung. Die Elternmitarbeit sei in einer allgemeinen Form als Verpflichtung im Reglement enthalten, erklärte sie. Der SVP-Antrag wurde abgelehnt. Zu reden gaben auch die vorgesehenen Mitarbeiter-Gespräche zwischen Kommissionsmitgliedern und Lehrern. «Die Kommissionsmitglieder müssen so die Funktion von Vorgesetzten übernehmen, und das ist nicht richtig», sagte Rita Götschmann (GFL). Sie wollte den entsprechenden Artikel streichen. Anderer Meinung war Franziska Fritschy (FDP). Sie votierte dafür, dass an den Gesprächen festgehalten wird. Mit 13:21 Stimmen wurde der Antrag Götschmann abgelehnt. Schliesslich stimmte niemand gegen das neue Reglement, das ohne zweite Lesung genehmigt ist. cng Der Bund, 2. Juni 1999 Schulreglement verabschiedetreb. Nach einer längeren Detaildiskussion hat das Worber Parlament das geänderte Schul- und Kindergartenreglement gemäss dem Vorschlag des Gemeinderats verabschiedet. Eine zweite Lesung findet demnach nicht statt. Rita Götschmann (gfl) kritisierte, dass künftig die Schulkommission für Mitarbeitergespräche zuständig sei. Ihr Antrag, den entsprechenden Absatz im Reglement zu streichen, lehnte aber das Parlament mit 21 zu 13 Stimmen ab. Inge Stahel verlangte seitens der SVP, dass in Zukunft die Schulkommissionen Elternräte einsetzen können. Auch diesen Antrag lehnte das Parlament ab. Sekretariat für Kommissionenreb. Die Schul- und Kindergartenkommissionen von Worb bekommen nächstes Jahr eine 70-ProzentSekretariatsstelle. Der Grosse Gemeinderat war vorgestern einstimmig der Meinung, die Kommissionsmitglieder müssten mit einem professionellen Sekretariat entlastet werden. Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von jährlich 40'000 Franken für die Stelle. |
WORBSchulstrukturSieben Schul- und Kindergartenkommissionen sind in Worb tätig. Das Parlament unterstützt das Vorgehen des Gemeinderats in der Neuorganisation.bas. Nun heisst es die Ärmel hochkrempeln: In den nächsten Monaten wird in Worb eine Spezialkommission die Schulstrukturen in der Gemeinde analysieren und neue Konzepte erarbeiten. Dem siebenköpfigen Gremium sollen laut Gemeinderat Heinz Neuenschwander (fdp) Vertreter der heutigen Kommissionen, der Schulleitungen, der Lehrerschaft und der Eltern angehören. Auch geografisch soll die Gruppe ausgewogen zusammengesetzt sein. Das Parlament wird dann entscheiden, für welche Variante die Detailarbeiten in Angriff genommen werden sollen. Schon im Mai 2002 soll der Grosse Gemeinderat definitiv über die Neuerungen befinden können. Das Parlament stellte sich gestern Abend hinter das vom Gemeinderat vorgeschlagene, breit abgestützte Vorgehen. SP-Sprecher Christoph Lerch sagte gar, es könnte beispielhaft sein. Ursprünglich hatte die Exekutive vor, den Grossen Gemeinderat einen Grundsatzentscheid für den bisherigen Zustand oder für die Reduktion auf eine einzige Kommission fällen zu lassen. Unter anderem aufgrund von Rückmeldungen entschloss sie sich dann aber zu einer Kurskorrektur. Mehrere Votanten kritisierten gestern den ambitiösen Zeitplan. Heinz Neuenschwander bat erfolgreich um die «Chance, das durchzubringen». Ausgelöst worden war die Diskussion über die Worber Schulstrukturen mit seinen Aussenbezirken durch ein Postulat von Hans Ulrich Born (svp); dieses war im Herbst 1999 mit grossem Mehr überwiesen worden. |
WORBEine, zwei oder drei?Lösungsvorschläge sind skizziert, nun sind Meinungen dazu gefragt: An zwei Informationsabenden steht die Neuorganisation des Bildungswesens im Mittelpunkt.bas. Kommt Worb mit einer einzigen Schulkommission aus? Wäre es sinnvoller, eine Kommission für die Schulen und Kindergärten in Rüfenacht und Vielbringen und eine für Worb und die übrigen Aussenorte einzusetzen? Sollte letztere in eine Kommission für die Primar- und eine für die Sekundarstufe aufgeteilt werden? Über diese und andere Fragen soll heute Abend in Rüfenacht und am Donnerstag in Richigen diskutiert werden: An zwei Informationsveranstaltungen erläutert die Spezialkommission zur Überprüfung der Bildungsstrukturen, wie Worbs Schulwesen mit heute sieben Kommissionen neu organisiert werden könnte und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Varianten mit sich brächten. Umfrage lanciertLehrpersonen und Kommissionsmitglieder seien bereits letzte Woche über den Stand der Arbeiten orientiert worden, sagt Gemeinderat und Kommissionspräsident Heinz Neuenschwander. An sie seien die gleichen Fragebogen verteilt worden wie sie auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den beiden Informationsabenden erhalten werden. Nach Einsendeschluss Ende Monat werde die Kommission die Resultate der Umfrage auswerten und analysieren und eine Vorlage an den Gemeinderat ausarbeiten. Der Terminplan sehe vor, dass das Gemeindeparlament im November festlegen werde, wie die Worber Bildungsstruktur künftig aussehen soll, so Heinz Neuenschwander. Anschliessend werde die Kommission in Zusammenarbeit mit einer Fachperson die Detailarbeiten in Angriff nehmen. Bereits aufs nächste Schuljahr hin sollen die Neuerungen dann eingeführt werden. Die beiden Informationsabende beginnen jeweils um 20 Uhr. Jener in Rüfenacht findet heute Abend im Schulhaus statt, jener in Richigen am Donnerstag Abend ebenfalls im Schulhaus. j |
WORBEltern sammeln fast 400 Unterschriftenpd. Die beiden Elternforen Rüfenacht-Vielbringen und Worb haben laut einer Pressemitteilung in weniger als vier Wochen 389 Unterschriften für ihre Volksmotion gesammelt; fürs Zustandekommen sind 50 nötig. Mit ihrem Vorstoss wollen die Eltern erreichen, dass die Elternmitarbeit in den Schulen in der Gemeinde Worb institutionalisiert wird. Sie seien der Auffassung, dass eine solche Mitarbeit für Kinder und Lehrpersonen ein grosser Gewinn sei und den Eltern eine bessere Identifikation mit der Schule ermögliche, ist der Mitteilung zu entnehmen. |
WORBAus sieben mach zweiDer Gemeinderat schlägt vor, ab nächstem Schuljahr noch total zwei Schulkommissionen einzusetzen. Die Spezialkommission empfahl deren drei. bas. Heute kümmern sich sieben Kommissionen um die Belange des Schulwesens in der Gemeinde Worb. Gehts nach dem Willen des Gemeinderats, werden es in Zukunft noch deren zwei sein: Eine soll für Kinderarten und Volksschule von Rüfenacht-Vielbringen zuständig sein, die andere für jene von Worb und den übrigen Aussenbezirken. Die Spezialkommission für die Neuorganisation hätte sich dafür ausgesprochen, in Worb je eine Kommission für Kindergarten und Primarstufe und eine für die Sekundarstufe zu schaffen; zusammen mit jener von Rüfenacht-Vielbringen empfahl sie also drei Kommissionen. Der Gemeinderat erachte es als wichtig, dass die Kommissionen künftig von der Departementschefin oder dem Departementschef präsidiert würden. Dies sei mit zwei Kommissionen möglich, mit dreien aber nicht mehr, begründet Gemeindepräsident Peter Bernasconi die Haltung des Gemeinderats. Dieser sei aber auch ganz einfach der Auffassung, dass zwei Kommissionen zur Bewältigung der Aufgaben ausreichen sollten. Es gebe grössere Gemeinden wie beispielsweise Muri und Langenthal, die sogar mit einer Kommission auskämen, meint er. Das Gemeindeparlament wird im November den Grundsatz-Entscheid zur Neuorganisation fällen. Anschliessend lässt der Gemeinderat die Reglemente ausarbeiten. Im Frühling wird das Parlament darüber befinden. Die Neuerungen sollen aufs nächste Schuljahr hin eingeführt werden. |
WORBDas Feilschen geht weiterEin Hearing bot Interessierten Gelegenheit, sich zum Entwurf des neuen Schul- und Kindergartenreglements zu äussern.bas. Statt wie bislang sieben sollen sich in der Gemeinde Worb ab nächstem Schuljahr noch drei Kommissionen ums Schulwesen kümmern: Diesen Grundsatzentscheid fällte das Parlament letzten November. Bereits im März wird ihm das revidierte Schul- und Kindergartenreglement unterbreitet. Im äusserst knappen Zeitplan habe eine Vernehmlassung im üblichen Stil nicht untergebracht werden können, sagt Heinz Neuenschwander, Schulvorsteher und Präsident der Spezialkommission Schulreorganisation. Stellung nehmen zum Reglementsentwurf konnten Interessierte dafür vorgestern Abend an einem Hearing. Rund 50 Parteienvertreter, Lehrkräfte, Kommissions- und Schulleitungsmitglieder, Mütter und Väter seien der Einladung gefolgt. Die Äusserungen seien zum Teil recht kontrovers ausgefallen, so der Schulvorsteher. Während sich beispielsweise die einen für eine stärkere politische Einbindung der Kommissionen ausgesprochen hätten, wünschten sich andere weniger politischen Einfluss. Unterschiedlich seien auch die Ansichten zur Frage, ob den Elternvertreter in den Kommissionen ein Mitbestimmungs- oder lediglich ein Mitspracherecht eingeräumt werden soll. Angesprochen worden seien weiter die finanziellen Folgen der Reorganisation. Diese seien schwer zu beziffern, erklärt Neuenschwander. Einerseits bringe die Reduktion der Kommissionen Einsparungen, andererseits müssten allenfalls die Schulleitungen administrativ entlastet werden, wenn sie zusätzliche Aufgaben erhielten. Indes: «Angesichts der Tatsache, dass uns das Schulwesen jährlich zehn Millionen Franken kostet, geht es hier um Peanuts.» Die Kommission werde die Voten vom Hearing nun auswerten und den Reglementsentwurf überarbeiten. Neuenschwander geht davon aus, dass es im Parlament im März wie immer in Schulvorlagen «hitzige Diskussionen» geben dürfte. In einem Bereich zumindest erwartet Neuenschwander eine klare Mehrheitsmeinung: Der Grosse Gemeinderat werde sich kaum die Kompetenz wegnehmen lassen, die Kommissionsmitglieder zu wählen, vermutet Neuenschwander. |
WORBSitz für ElternIn den drei neuen Schulkommissionen soll der zuständige Gemeinderat kein Stimmrecht haben. Je ein Sitz ist für die Elternvertretung reserviert.bas. Drei statt wie bislang sieben Kommissionen werden sich ab nächstem Schuljahr in Worb um die Belange der Schulen und Kindergärten kümmern. Der Gemeinderat hat den Entwurf zum neuen Schul- und Kindergartenreglement verabschiedet. Nächsten Monat wird es dem Parlament vorgelegt. Der Entwurf sieht vor, dass der Departementsvorsteher Bildung an den Kommissionssitzungen lediglich mit beratender Stimme und Antragsrecht teilnimmt; abstimmen darf er also nicht. Bislang sei der Vorsteher Bildung an den Sitzungen gar nicht dabei gewesen, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern an einer Medienorientierung. Die Gremien gälten als Fachkommissionen und würden öffentlich zur Besetzung ausgeschrieben, wobei vier Sitze nach Parteien vergeben würden. Laut Reglementsentwurf haben Vertreterinnen und Vertreter der Eltern Anspruch auf einen Sitz pro Kommission. Die Institutionalisierung der Elternmitsprache hatten die Elternforen Worb und Rüfenacht-Vielbringen in einer Volksmotion verlangt. |
SCHULE WORBParlament sagt ja zu ReglementAb dem nächsten Schuljahr wird es in Worb statt bisher sieben nur noch drei Schulkommissionen geben.Brigitte Walser Die SP wollte gestern Abend das neue Schul- und Kindergartenreglement zurückweisen. «Uns befriedigt der Entwurf nicht», sagte Hans Ulrich Joss (SP) im Worber Parlament. Es seien zu wenig Abklärungen vorgenommen worden. Kompetenzen seien unklar, die Botschaft enthalte zu wenig Aussagen und finanzielle Auswirkungen seien zwar angedeutet, lägen aber in nicht abschliessender Form vor. «Das Geschäft ist nicht entscheidungsreif», schloss Joss. Der Antrag der SP blieb ohne Chance. Er wurde mit 25 zu 11 Stimmen vom Parlament abgelehnt und das neue Reglement mit 27 zu 10 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Damit wird es in Worb ab dem nächsten Schuljahr statt bisher sieben nur noch drei Schulkommissionen geben. Anlass zur Diskussion gab die Einbindung des Gemeinderates in diese drei Kommissionen. Der Gemeinderat empfahl, dass der Vorsteher des Departements Bildung mit beratender Stimme und Antragsrecht an den Sitzungen teilnehmen könne. Damit war die SP nicht einverstanden. «Das ist eine Schmalspureinbindung», kritisierte Hans Ulrich Joss (SP). Der Departementschef müsse die Kommissionen präsidieren, forderte die Partei und erhielt dabei Unterstützung von der EVP Ruth Bichsel (FW) widersprach: «Wenn der Departementschef alle drei Kommissionen präsidieren soll, dann muss er im Halbamt angestellt werden.» Hans Ulrich Steiner (GFL) befürchtete in dem Vorschlag der SP eine Machtkonzentration des Departementsvorstehers. Der Antrag wurde abgelehnt. Ebenso chancenlos blieb der Antrag der SP, das Parlament und nicht der Gemeinderat solle die Mitglieder der Schul- und Kindergartenkommissionen wählen. Das Parlament bevorzugte den Vorschlag des Gemeinderates, nachdem die Kommissionen fachtechnisch zusammengesetzt werden. In den Kommissionen kann zudem eine Elternvertretung Einsitz nehmen. |
WORBDie SP stand auf verlorenem PostenDas Parlament sagte ja zum revidierten Schul- und Kindergartenreglement. Die SP blitzte mit einem Rückweisungs- und mehreren Änderungsanträgen ab.bas. In «schon fast unbernischer Hast», dies die Einschätzung von Therese Bernhard (svp), sei das Worber Schul- und Kindergartenreglement überarbeitet worden. Trotz des ehrgeizigen Fahrplans habe die Spezialkommission gute Arbeit geleistet, rühmte Bernhard am Montagabend im Parlament, «und es macht keinen Sinn, etwas zurückzuweisen, nur weils mal schneller als gewohnt gegangen ist». In fast allen Punkten sei es gelungen, den besten Kompromiss zu finden, hielt Franziska Fritschy (fdp) fest. Dies habe wohl «nicht zur besten, aber zur bestmöglichen Lösung» geführt. Anders urteilte Hans Ulrich Joss (sp): Der Reglementsentwurf befriedige nicht, er sei nicht entscheidungsreif, diverse Abklärungen seien nicht abgeschlossen. Die SP beantragte die Rückweisung der Vorlage. Mit 25 zu 11 Stimmen lehnte das Parlament den Antrag ab. Gleiches widerfuhr einer Reihe von Änderungsanträgen der SP. So sprach sich das Parlament etwa dagegen aus, dass weiterhin es selbst die Mitglieder der neu drei Schul- und Kindergartenkommissionen (der «Bund» berichtete) wählen darf; künftig wird dies der Gemeinderat tun. Diese Kommissionen seien nicht bloss vorberatende Gremien wie andere Fachkommissionen, sondern hätten Entscheidbefugnisse und sollten deshalb politisch abgestützt sein, hatte Joss argumentiert. «Der Departementschef kann Grüppchen von Ja-Sagern zusammenstellen», warnte Hans Ulrich Steiner (gfl). Wenn der Gemeinderat die Sitze in den Kommissionen öffentlich ausschreibe, sei das Reservoir an möglichen Mitarbeitenden grösser als bei der Besetzung durch die Parteien, entgegnete Schulvorsteher Heinz Neuenschwander (fdp). Mühe bekundete die SP weiter damit, dass der zuständige Gemeinderat den Kommissionen bloss mit beratender Stimme angehören wird. So werde dem Anspruch auf politische Einbindung nicht Genüge getan: «Der Gemeinderat darf kein Schmalspur-Mitglied sein, sondern muss die drei Kommission von Amtes wegen präsidieren», verlangte Joss. Dies, so Neuenschwander, sei in einem Milizsystem gar nicht möglich. Eine Mehrheit fand hingegen die Forderung von Jonathan Gimmel (fww) und Olivier Dinichert (fdp), die Schülermitsprache und -mitbestimmung sei im Reglement zu verankern (siehe Text unten). Mit 27 zu 10 Stimmen verabschiedete das Parlament dieses schliesslich. SCHULEMitreden - mitentscheiden?Sowohl in Münsingen wie auch in Worb sollen Schülerinnen und Schüler künftig die Möglichkeit zur Mitwirkung haben. Wie weit diese geht, ist vor allem eine Frage der Auslegung - unabhängig davon, ob von Mitsprache oder Mitbestimmung die Rede ist.bas/reb. In der Schule Rüfenacht stehen im Mai Wahlen an: Jede Klasse wird festlegen, welche Schülerin oder welcher Schüler sie ab nächstem Schuljahr im Schülerrat vertreten wird und wer Ersatzmitglied ist. Voraussichtlich einmal pro Quartal werde der Rat künftig tagen, vermutet Schulleiter Urban Saier. Diskutieren werde das neue Gremium etwa über Bestimmungen in der Hausordnung, über die Pausenplatzgestaltung oder den Umgang mit Sprayereien und Vandalismus. Kein Thema für den Schülerrat werde hingegen beispielsweise die Gestaltung des Stundenplans sein, sagt Saier. Parlamente stehen dahinterNach Auskunft des Schulleiters war in der Schule Rüfenacht die Gründung eines Schülerrats ursprünglich die Idee von Schülerinnen und Schülern. Mit der Einführung des revidierten Schul- und Kindergartenreglements auf Beginn des nächsten Schuljahres hin (siehe oben) werden sich auch die Verantwortlichen anderer Worber Schulen und der Gemeinderat mit der Schülermitwirkung befassen müssen: Laut Reglement hat die Gemeinde dafür zu sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler «angemessen» mitreden und mitbestimmen dürfen (siehe «Bund» von gestern). Ähnliches hat ebenfalls am Montagabend das Münsinger Parlament beschlossen: Auf Antrag der SP wird im Schulreglement verankert, dass für die Volksschule ein «Schülerinnenrat» gebildet werden könne. Alles Weitere zur Schülerinnen- und Schülermitsprache habe der Gemeinderat in einer Verordnung zu bestimmen. Ein solches Papier erarbeitet nun auch die Worber Exekutive. Reden oder bestimmen?Während in Münsingen einzig von Schülermitsprache die Rede ist, geht es in Worb ausdrücklich um Mitsprache und Mitbestimmung. «Dazwischen liegt ein massiver Unterschied», betont der Worber Parlamentarier Jonathan Gimmel (fww). Mitsprache könnte unter Umständen heissen, dass in einer konkreten Frage zwar eine Meinungsäusserung möglich sei - diese dann aber in der Entscheidfindung nicht berücksichtigt werde. Mitbestimmung hingegen bedeute, dass die Schülerinnen und Schüler auch tatsächlich mitentscheiden dürften. Schulvorsteher Heinz Neuenschwander riet dem Parlament denn auch davon ab, den Begriff Mitbestimmung ins Reglement aufzunehmen: «Das könnte rechtlich problematisch sein.» Auch für die Münsinger SP-Parlamentarierin und Jugendarbeiterin Franziska Hess wäre Mitbestimmung «ein heikler Bereich». Da müsste sehr genau festgelegt werden, wo Kinder und Jugendliche mitwirken könnten und wo nicht. «Die Mitbestimmung müsste ernst genommen werden. Es gibt aber Bereiche, wo sie nicht durchführbar ist», sagt Hess. Es sei deshalb ehrlicher und besser, Mitsprache oder Mitwirkung zu ermöglichen. Wichtig sei allerdings, dass die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen ernst genommen werde, so Hess. Und: Sie sollte früh, am besten schon im Kindergarten, beginnen. Frage des guten Willens Mitsprache und Mitbestimmung seien keine fix definierten Begriffe, sagt Beatrice Tobler, stellvertretende Generalsekretärin der Erziehungsdirektion. Was genau darunter zu verstehen sei, sei in jedem Geltungsbereich genau festzulegen. Der Schülermitbestimmung seien aber klar Grenzen gesetzt: So könne zum Beispiel eine unmündige Person nicht stimmberechtigtes Mitglied einer Kommission werden. Problematisch sei die Mitentscheidung grundsätzlich bei allem, was hoheitlichen Charakter habe. So stelle sich die Frage, wer Sanktionen treffen dürfe, wenn Vorschriften eines Schülerrats - beispielsweise ein Rauchverbot - verletzt würden. Grundsätzlich sei die Möglichkeit zur Mitwirkung so etwas wie ein Vertrag zwischen Schülerschah, Lehrerschaft und Behörden: «Ob die Zusammenarbeit funktioniert, hängt von der Einstellung und dem guten Willen der Beteiligten ab.» |