WORBFrühstück am Märitpd. Das Worber Marktkomitee zieht nach knapp drei Monaten Wochen-Märit in der Hauptstrasse (der «Bund» berichtete) eine positive Bilanz: Der Märit, zu dem neu auch ein Beizli gehört, bereichere das Dorfleben und finde bei den Konsumenten grossen Anklang, heisst es in einer Pressemitteilung. Die Marktfahrer seien mit dem Geschäftsgang zufrieden, und die Geschäftsleute an der Hauptstrasse begrüssten den Märit als Impulsgeber. Am Samstag, dem 13. September, wird das Marktkomitee allen Besucherinnen und Besuchern ein Frühstück zum Selbstkostenpreis anbieten; Kinder in Begleitung Erwachsener essen gratis. Der samstägliche Worber Wochen-Märit findet von 7.30 bis 12 Uhr statt, am zweiten Samstag des Monats jeweils ergänzt durch einen Waren-Märit. |
WORBMärit möchte bleibenDas erste Volkspostulat ist eingereicht: Samstags soll auf der Hauptstrasse weiterhin der Wochenmarkt stattfinden.bas. Erstmals haben Worberinnen und Worber Gebrauch gemacht von einem politischen Instrument, das ihnen die neue Gemeindeverfassung gebracht hat: Mit einem Volkspostulat setzen sich rund 70 Personen für den Verbleib des Wochenmarkts auf der Hauptstrasse ein. Sie soll am Samstagmorgen wie bis anhin als verkehrsfreie Einkaufsstrasse zur Verfügung stehen. Der Markt trage viel zur Bereicherung des Dorflebens bei, heisst es im Postulat: Das «Einkaufserlebnis in der familiären und kinderfreundlichen Atmosphäre» soll erhalten bleiben. Die Pläne der Polizei-, Verkehrs- und Gesundheitskommission dürften den Postulanten gelegen kommen: Diese will die Hauptstrasse für den motorisierten Verkehr schliessen. Der Gemeinderat habe sich indes noch nicht grundsätzlich mit dem künftigen Standort des Markts befasst, sagt Gemeinderat Bruno Haldi. Früher sei mal der Bärenplatz vorgesehen gewesen. |
WORBMäritleute wollen nicht umziehenMärit statt Verkehr. Das fordern die Marktleute in Worb. Sie wollen nicht von der Hauptstrasse weichen.Die Märitleute von Worb bangen um ihre Zukunft. Eine Mehrheit des Gemeinderates möchte den Wochenmarkt nämlich auf den Bärenplatz zügeln und die Hauptstrasse auch am Samstag morgen für den Verkehr frei geben. Dieser Umzug, so befürchten aber die Marktfahrer, würde Umsatzeinbussen bringen und schliesslich das Aus für den Märit bedeuten. «Auf dem versteckten Bärenplatz hat der Märit keine Chance», ereifert sich beispielsweise Blumenverkäuferin Dora Schmutz. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen ist sie der Meinung, dass der Markt dahin gehört, wo der Fussgängerstrom am grössten ist, «auf die verkehrsfreie Einkaufsstrasse vor dem Coop». Diese Ansicht teilen auch viele Worberinnen und Worber. 70 Personen haben sich mittels Volkspostulat für den Verbleib des Marktes auf der Strasse eingesetzt. Das « Einkaufserlebnis in der familiären und kinderfreundlichen Atmosphäre», müsse erhalten bleiben, schreiben sie. Gemeindepräsident Peter Bernasconi beschwichtigt: «Die Diskussion um den Märit-Standort wurde im Gemeinderat noch nicht abschliessend diskutiert. »Entschieden sei noch gar nichts. Doch «ein wenig erstaunt» sei er schon über die Marktfahrer sagt Bernasconi. «Als wir die Überbauungsordnung ausarbeiteten, haben sich die gleichen Leute für den Bärenplatz interessiert», sagt er. Die Hauptstrasse sei bloss als Provisorium gedacht gewesen. Deshalb habe der Gemeinderat seinerseits Verträge mit den Grundeigentümern ausgehandelt, damit der Platz öffentlich genutzt werden könne. Trotzdem: «Weitere Gespräche mit den Marktfahrern sind geplant», so Bernasconi. Versuch um VersuchAnfang August wird sich die Situation der Marktleute noch einmal einschneidend ändern. Grund sind die Versuche, mit denen die Gemeinde nach einer Verkehrslösung für die Hauptstrasse sucht. Nachdem sie zurzeit vorübergehend für den Durchgangsverkehr gesperrt bleibt, soll laut Bernasconi im nächsten Monat ein zweiter Test anlaufen. Dann gilt auf der Hauptstrasse während maximal zwei Monaten Einbahnverkehr. «Der Versuch macht aber nur Sinn, wenn er auch am Samstag durchgeführt wird», meint der Gemeindepräsident im Hinblick auf den Wochenmarkt. Er vermutet, «dass die Märitleute in dieser Zeit wohl etwas gegen die Geschäfte hin ausweichen werden». pas |
WORBMäritleute stoppten VerkehrDer Verkehr hätte letzten Samstag durch die neu geöffnete Hauptstrasse rollen sollen. Die Märitleute kümmerte das wenig: Sie stellten wie gewohnt ihre Stände auf. Ihr Vorgehen begründeten sie teils mit der mangelnden Information durch die Gemeinde.uma. Kommunikationslücken in Worb: Eigentlich hätte der Verkehr schon am letzten Samstag durch die Hauptstrasse fliessen sollen. Die seit zwei Monaten geltende Sperrung ist nämlich seit dem 5. August aufgehoben. Allerdings: Die Märitleute erschienen wie gewohnt in der Hauptstrasse, stellten ihre Stände auf, was einer erneuten Sperrung der eben erst geöffnete Strasse gleich kam. Marktfahrer nicht informiert«Der Gemeinderat hat uns nicht informiert», sagt Marktfahrerin Vreni Schneider aus Vielbringen. Man wisse nicht, wie es nun weiter gehe. Vreni Schneider hatte sich zusammen mit anderen Märitleuten vehement dafür eingesetzt, dass der Märit in der Hauptstrasse bleiben kann - weil es schlicht der ideale Standort sei und weil man sich sicher nicht auf den Bärenplatz verstecken gehe (der «Bund» berichtete). «Wir wissen nichts Definitives», sagt auch Standmeisterin Rita Dietiker. «Deshalb haben wir eben Märit gehalten wie vorher auch.» Sie wolle in den nächsten Tagen die Gemeinde kontaktieren, um herauszufinden, was nächsten Samstag passieren soll. «Rechtlich ist der Fall klar»Gemeindepräsident Peter Bernasconi sieht kein Informationsdefizit. Laut ihm hätte es gar keinen Sinn gehabt, kurz vor der Strassenöffnung mit den Marktfahrern zu sprechen, denn es gehe nicht darum, nun spontan eine zweckmässige Lösung zu finden, sondern darum, den Volksentscheid von 1993 umzusetzten. Und der verlange eben, dass die Strasse offen bleibe, solange die Umfahrung Nord nicht realisiert sei. Ändern würde sich das erst mit einem neuen Volksentscheid. «Was passiert, wenn die Märitleute ihre Stände weiterhin entlang der Hauptstrasse aufstellen, kann ich auch nicht sagen. Rechtlich ist der Fall allerdings klar.» Klar ist auch, dass sich der Verkehr einspurig durch den Märit zwängen kann, denn so eng sind die Stände nicht platziert. Volkspostulat unbeantwortet«Auch vom Volkspostulat haben wir noch nichts gehört», sagt Vreni Schneider. Im Postulat forderten Worberinnen und Worber, dass der Märit in der Hauptstrasse bleiben könne. Nach Auskunft von Peter Bernasconi ist der Gemeinderat aber nicht untätig: Er sei daran, eine Delegation zu bestimmen, die sich des Problems annehmen soll. Vertreter verschiedenster Interessengruppen sollen gemeinsam, eventuell mit einem unabhängigen Verkehrsberater als Moderator, nach Möglichkeiten suchen, die auf dem ordentlichen Rechtsweg zu einer Lösung für die Hauptstrasse führen. |