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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Worb: Ludothek - Bilbliothek

BZ, 9. Mai 1994

WORB

Die Ludothek muss doch wieder auf Raum-Suche

«Neue Räume für die Ludothek» fordert der Worber Verein seit seiner Gründung 1989. Vergangenen Februar sollte der Wunsch in Erfüllung gehen. Doch es kam anders: Die Gemeinde zog ihr Raumangebot wieder zurück.

Im Spätsommer letzten Jahres sollte für den Worber Verein Ludothek ein langersehnter Wunsch in greifbare Nähe rücken: Die Gemeinde Worb diskutierte mit dem Verein über neue Räumlichkeiten. Es handelte sich dabei um die Coop-Liegenschaft beim Bahnhof, wo die Gemeindeverwaltung eingemietet ist. Seit der Gründung der Ludothek 1989 kann der Verein zwei Räume im Kirchgemeindehaus benutzen. Einer davon will die Kirchgemeinde nun allerdings wieder selber nutzen, und deshalb kam der Vorschlag für die freiwerdenden Räume wie gerufen. «Die Grösse und der Standort wären ideal gewesen», sagt Kathrin Kämpfer, bis vor kurzem Präsidentin der Ludothek. Ihre Enttäuschung kann sie nicht verbergen, denn der Traum vom neuen Lokal zerschlug sich schnell. Bereits im Februar stand fest, dass nicht die Ludothek, sondern die Zivilschutzstelle in den Räumen des Coop-Gebäudes einziehen wird.

Nur noch Formfrage?

Kathrin Kämpfer erinnert sich: In der ersten Sitzung des Gemeinderates nach den Sportferien sollte das Geschäft «Ludothek» besprochen und entschieden werden. «Für uns war der gemeinderätliche Entscheid zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch eine formale Angelegenheit», sagte Kämpfer gegenüber der BZ. Als dann allerdings in den Tagen nach der Sitzung weder eine telefonische noch eine schriftliche Antwort von der Gemeindeverwaltung bei den Ludothek-Verantwortlichen eingetroffen war, erkundigte sich Kämpfer bei der Bauverwaltung. «Es ist etwas dazwischengekommen», habe laut Kathrin Kämpfer die Antwort gelautet. Das Geschäft sei nicht einmal vom Gemeinderat behandelt worden.

Worbs Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) hat zwar für die Enttäuschung Kämpfers Verständnis, rechtfertigte jedoch den Entscheid des Gemeinderats: In der Zwischenzeit habe das Arbeitsamt auch Platzprobleme angemeldet. «Wir haben mittlerweile 250 Erwerbslose», veranschaulicht Bernasconi die Situation in der Gemeinde. «Deshalb sah sich der Gemeinderat gezwungen, dem Arbeitsamt die neuen Räume anzubieten.»

Mehr Platz für Arbeitsamt

In die Räumlichkeiten beim Bahnhof wird nun die Zivilschutzstelle einziehen, welche bislang im selben Gebäude wie das Arbeitsamt (beim Tea-Room Schmutz) einquartiert war. Für die Sozialdienste ist das Problem gelöst. Sobald der Gemeinderat den Umbaukredit für die baulichen Veränderungen am Kirchweg bewilligt, wird die Zivilschutzstelle zügeln, und die freigewordenen Räume können umgenutzt werden.

An einen Umbau hatten auch Kathrin Kämpfer und ihre Kolleginnen von der Ludothek gedacht: «Als uns die Gemeinde den Vorschlag für den Raum im Coop-Gebäude unterbreitet hatte, zögerten wir nicht lange und holten Offerten für die Renovation der Lokalität ein». Auch die Verhandlungen um den Mietpreis schienen geregelt: «100 Franken sollten vom Verein und 500 Franken von der Gemeinde bezahlt werden», erinnert sich Kämpfer. Nur bei den Umbaukosten wollte sich die Gemeinde finanziell nicht engagieren. All diese «konkreten Abmachungen» waren für Kathrin Kämpfer Indiz genug, um an die Ernsthaftigkeit des Gemeindeangebotes zu glauben. Umso mehr wundert sich die ehemalige Ludothek-Präsidentin heute: «So geht man doch mit einem gemeinnützigen Verein nicht um.»

Pech mit Information

Auf die offene Frage, weshalb das Arbeitsamt gerade zum selben Zeitpunkt Platzprobleme angemeldet hatte, glaubt Kathrin Kämpfer die Antwort zu wissen: «Wir wollten den geplanten Umbau mit Worber Arbeitslosen realisieren und nahmen deshalb mit dem Arbeitsamt Kontakt auf.» Kämpfer vermutet nun, dass erst mit dieser Anfrage die Sozialdienste auf die leerstehenden Räumlichkeiten aufmerksam wurden. Der Platzbedarf des Arbeitsamtes ist unbestritten, spätestens seit März 1994, als das Gemeindeparlament eine zusätzliche Stelle genehmigte.

Lösung 1996?

Der Worber Verein «Ludothek» steht, nach einem kurzen Hoffnungsschimmer, wieder vor demselben Problem: «Wohin mit unseren Spielsachen und wohin mit all den Müttern, Vätern und Kindern». Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Mit der Umstellung auf das neue Schulmodell werde es leere Schulzimmer geben, vertröstet Peter Bernasconi den Verein. Die Möglichkeit, die Ludothek in einem dieser Räume einzurichten, würde sich allerdings erst im Jahr 1996 verwirklichen lassen, wie der Gemeindepräsident gegenüber der BZ zu verstehen gab.

Simone Leitner

Unterstützung ist unterschiedlich

In Worb muss die Ludothek ohne Mittel aus der Gemeindekasse auskommen. Anders liegen die Verhältnisse in Ostermundigen. Nicht nur die Räume erhält der Verein gratis, er kann jedes Jahr zusätzlich mit einen Beitrag von 20'000 Franken rechnen. Mit diesen Gemeindegeldern wird den Angestellten, die Spielsachen ausleihen, gar ein Lohn ausbezahlt. «Wir wissen unser Privileg sehr zu schätzen», betonte die Ostermundiger Ludothek-Präsidentin Heidi Düby gegenüber der BZ. Auch in Ittigen können die Initiantinnen für Spielsachen-Verleih nicht klagen. Ihr Verein ist gratis in einer Gemeindeliegenschaft einquartiert. Für den Betrieb der Ludothek müssen die ehrenamtlich arbeitenden Frauen allerdings selber aufkommen. Ein weiteres Beispiel ist Münsingen. Die Gemeinde verlangt von der Ludothek jährlich einen Mietzins von 1680 Franken. Die Differenz bei der Miete sowie bei den Betriebskosten übernehme die Gemeinde aber, erklärt Erich Feller, Finanzverwalter von Münsingen.

sls


 

Joss macht Druck

Die Platzprobleme der Ludothek hat Gemeindeparlamentarier Hansueli Joss (SP) zum Gegenstand eines Postulats gemacht, das er im April einreichte. Darin fordert er den Gemeinderat auf zu prüfen, ob der Ludothek in gemeindeeigenen Liegenschaften geeignete Räume zur Verfügung gestellt werden könnten. Sei dies nicht möglich, müsse anderswo Platz beschafft werden, fordert Joss. Im Gespräch sei unter anderem das Wide-Schulhaus. Der Vorstoss wird demnächst behandelt.

>dr

Der Bund, 4. April 2000

WORB

Ludothek zügelt ins Zentrum

pd. Die Worber Ludothek hat eine neue Adresse: Zu finden ist sie nicht mehr am Kirchweg, sondern in der neuen Bären-Überbauung im Zentrum. Heute Dienstag hat die Ludothek am neuen Standort zum ersten Mal offen. Die Öffnungszeiten wurden erweitert: Ausser Dienstag und Freitag (16 bis 18 Uhr) ist die Ludothek neu auch am Samstag (10 bis 12 Uhr) geöffnet.

BZ, 22. Dezember 2001

BIBLIOTHEK

Worb will den Raum kaufen

Die Gemeindebibliothek hat ihren Raum gemietet. Nun möchte ihn der Gemeinderat für 363'000 Franken kaufen.

Seit 1987 befindet sich die Worber Bibliothek am Schmittenplatz 4. Die Gemeinde hat dort einen Raum gemietet. Per Ende August 2002 hat die Vermieterin den Vertrag gekündigt. Sie hat der Gemeinde gleichzeitig angeboten, den Raum, der sich in einem Wohnhaus befindet, zu kaufen. «Wir haben verschiedene neue Standorte gesucht», erklärt Gemeinderat Ernst Hauser (SVP). Unter anderem habe man geprüft, ob sich der alte Coop als Bibliothek eigne. Die Gemeinde sei aber nicht fündig geworden. Um nicht plötzlich ohne Raum dazustehen, sei man deshalb in die Verkaufsverhandlungen für den jetzigen Raum am Schmittenplatz 4 eingetreten. Der Worber Gemeinderat hat beschlossen, den Raum und zwei Einstellhallenplätze zu kaufen. Er beantragt dem Grossen Gemeinderat, dafür einen Bruttokredit von 363'000 Franken zu bewilligen. Das Parlament wird an seiner Januarsitzung darüber befinden müssen.

bw

BZ, 29. Januar 2002

WORB

Die Gemeinde kauft die Bibliothek

Nachdem der Mietvertrag gekündigt wurde, hat Worb die Möglichkeit genutzt, den Bibliotheksraum zu kaufen.

Brigitte Walser

Der Rückweisungsantrag von Sibylle Flentje (GFL) blieb ohne Chance: Die Worber Parlamentarierin verlangte gestern Abend, weitere Abklärungen zum Thema Bibliotheksraum vorzunehmen. Bis jetzt hat die Gemeinde den Bibliotheksraum am Schmitteplatz gemietet. Der Mietvertrag ist ihr nun gekündigt worden. Gleichzeitig hat sie das Angebot erhalten, den Raum zu kaufen.

«Natürlich ist der Kauf verlockend», begründete Flentje ihr Anliegen, «aber wir stellen die Bibliothek mit diesem Kauf auf ein Abstellgleis.» Der Raum biete keine Entwicklungsmöglichkeiten, die Platzverhältnisse seien schon jetzt beengend, so Flentje. «Und schliesslich kommen immer mehr Medien dazu.» Es lohne sich, nach einem besseren Standort zu suchen. Zwar erhielt Flentje Unterstützung von Guy Lanfranconi (FDP): «Unsere Partei ist gespalten. Mir gefällt diese Vorlage nicht.» Mit dem Kauf zwinge man die Bibliothek in ein zu enges Korsett.

«Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach», erwiderte hingegen Ruth Bichsel (FW). Das Angebot sei günstig und gut, es lohne sich nicht, von einem besseren Raum zu träumen. Dieser Meinung schloss sich Therese Bernhard (SVP) an. Und Gemeinderat Ernst Hauser warnte: «Wenn wir dem Kauf nicht zustimmen, stehen wir im September ohne Bibliothek da.» Mit grossem Mehr wurde der Antrag von Sibylle Flentje abgelehnt und dem Kauf des Bibliothekraums für 363'000 Franken zugestimmt.

Der Bund, 30. Januar 2002

WORB

Der «Spatz» ist gekauft

Die Gemeinde erwirbt die Räumlichkeiten der Bibliothek am Schmitteplatz 4 für rund 360'000 Franken.

bas. Die Worber Gemeindebibliothek ist beliebt: Rund 27 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner benutzten sie, sagte Gemeinderat Ernst Hauser (svp) am Montagabend im Parlament. Seit fast 15 Jahren ist die Bibliothek im Erdgeschoss am Schmitteplatz 4 eingemietet. Und dort wird sie vorderhand auch bleiben, obschon ihr per Ende August gekündigt worden ist: Das Parlament hat für den Kauf der Bibliotheksräume und zweier Autoeinstellplätze mit 31 Ja- zu 5 Neinstimmen 363'000 Franken bewilligt - ein «guter Preis», wie Ernst Hauser betonte; der kapitalisierte Mietzins belaufe sich in etwa auf die gleiche Summe. Ein früheres Kaufangebot von 420'000 Franken hatte der Gemeinderat abgelehnt.

Ein «enges Korsett»

Gegen den Handel sprach sich Sibylle Flentje (gfl) aus: Der Bibliothek fehlten am Schmitteplatz 4 Entwicklungsmöglichkeiten, die Platzverhältnisse seien beengend, die Verantwortlichen seien gezwungen, Medien früher als nötig auszuscheiden. Es würde sich lohnen, andere Objekte für die Unterbringung zu prüfen, meinte Flentje. Allenfalls, so ihr Vorschlag, liessen sich gar Sponsoren finden, welche die Gemeinde beim Kauf des einstigen Coop unterstützten. Hans Ulrich Steiner (gfl) kritisierte, der Gemeinderat lasse dem Parlament keine andere Wahl, als Ja zu sagen.

Mühe mit der Vorlage bekundete auch Guy Lanfranconi (fdp): Wie Flentje wies er auf den knappen Raum am Schmitteplatz 4 hin. Es wäre falsch, die Bibliothek mit einem Kauf dort in ein «enges Korsett» zu zwingen. In der FDP-Fraktion gingen die Meinungen auseinander, doch für ihn sei klar: «Wer für eine Bibliothek mit Zukunft ist, ist gegen diese Lösung.»

Kein Geld für die «Taube»

Die übrigen Votanten teilten diese Ansicht nicht. Der Spatz in der Hand sei der Taube auf dem Dach vorzuziehen, argumentierte Ruth Bichsel (fww). «Die Taube vermögen wir gar nicht», ergänzte Bauvorsteher Hauser und wies darauf hin, dass ein Umzug der Bibliothek ins alte Coop mit Kauf und Innenausbau weit über 800'000 Franken kosten würde. Die Bibliothek sei eine «gute Institution», und auch die SVP sei bereit, Mittel in sie zu investieren, «aber nicht in jeder Höhe», sagte Therese Bernhard (svp). Lanfranconi räumte sie das «Glück der kurzen Ratszugehörigkeit ein»: Von den üblichen Sparforderungen seiner Fraktion habe er halt noch nichts mitbekommen. Speziell an die FDP richtete auch Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp) seinen Appell: Es gelte, auch von Januar bis August das Wünschbare vom Machbaren zu trennen - und nicht einfach jeweils in der Budgetdebatte zu verlangen, dies müsse getan werden.