<< Haupt-Index | << Gemeinde Worb

Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Hofmatt, Kunsteisbahn, Badi, Sportweg

Der Bund, 10. Juni 1999

WORB

Banken bleiben hart, Worb muss blechen

BÜRGSCHAFT / Die Verhandlungen sind gescheitert: Die Gemeinde Worb muss die 1, 65 Millionen Franken, mit denen sie sich für die Kunsteisbahn verbürgt hat, bezahlen.

bas. Mit ihrem Ja zu einer Bürgschaft von 1,65 Millionen Franken verhalfen Worberinnen und Worber der Genossenschaft Kunsteisbahn vor 16 Jahren zu einer günstigeren Verzinsung von Fremdkapital. Jetzt bitten die Banken unter der Federführung der UBS die Gemeinde zur Kasse: Sie muss die Bürgschaft einlösen. «Wir haben uns gewehrt, aber die Banken lehnten alle unsere Vorschläge ab», sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern an einer Medienorientierung.

Nein und nochmals nein

Geprüft habe der Gemeinderat unter anderem die Übernahme der Bahn. «Bedingung wäre allerdings gewesen, dass die Banken eine gewichtige Abschreibung auf den 3,6 Millionen Franken Schulden der Genossenschaft gemacht hätten. Dazu waren sie aber nicht bereit», führte Bernasconi aus. Dieser Handel hätte der Zustimmung der Stimmberechtigten bedurft. Nein sagten die Banken auch zum Angebot, zulasten der Bürgschaft jährlich Amortisationszahlungen für die Genossenschaft zu leisten. Dass diese nie in der Lage war und ist, Schulden zurückzuzahlen, geben die Banken als Grund für ihre Bürgschaftsforderung an. Allerdings: Vor zwei Jahren noch stockten sie die Hypotheken um zwei Millionen Franken auf und ermöglichten so die Überdachung der Anlage.

Günstiges Darlehen

Die 1,65 Millionen Franken wird die Gemeinde bei der Genossenschaft nicht einfordern, sondern ihr das Geld als Darlehen zu einem symbolischen Zins zur Verfügung stellen. «Wir werden nichts unternehmen, was eine Konkurseröffnung auslösen könnte», betonte Bernasconi. Der Baurechtszins von jährlich 15'000 Franken werde der Genossenschaft weiterhin erlassen. Zwischen ihr und den Banken laufen derzeit Gespräche über die Umfinanzierung der restlichen Schulden. Präsident Herbert Gasser zeigt sich zuversichtlich: «Die Sache ist auf guten Wegen.»

Laut Bernasconi ist der Gemeinderat nicht überzeugt davon, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen den Genossenschaften Eisbahn und Schwimmbad grosse Einsparungen brächte: «Heute wird sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet. Eine Professionalisierung wäre allenfalls teurer.»

Der Bund, 14. August 1999

Berns Weg ist in Worb (noch) weit weg

SPORTBETRIEBE l Die Genossenschaften Schwimmbad und Kunsteisbahn haben gemeinsame Angestellte, sind unmittelbare Nachbarn und kämen ohne finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde nicht über die Runden. Trotzdem ziehen sie die Eigenständigkeit einem Zusammenschluss, wie ihn beispielsweise die Stadt Bern für Bäder und Eisbahnen plant, vor - auch, weil die heutige Organisationsform die günstigste sei.

Barbara Steiner

Derzeit mähen sie den Schwimmbadrasen, überwachen die Wasserqualität, warten die technischen Anlagen und sind von der Genossenschaft Schwimmbad angestellt. Schon bald wechseln Christoph Stucki, Peter Wittwer und Bernhard Keller ihren Arbeitgeber: Während der sechs kälteren Monate des Jahres sind die drei Männer für den Betrieb der Kunsteisbahn verantwortlich und beziehen ihren Lohn von der Genossenschaft Kunsteisbahn. Weitere Vollzeit-Angestellte beschäftigen die Trägerschaften der beiden Sportanlagen in der Hofmatt nicht. Sie sind denn auch auf Freiwillige angewiesen, die unentgeltlich oder gegen eine bescheidene Entschädigung Aufgaben übernehmen. So kostet die Verwaltung des Schwimmbads nur gerade 3750 Franken jährlich. Betriebsleiter Ernst Remund schätzt, dass alleine seine Tätigkeit einer 10-Prozent-Stelle entspräche.

Keine Goldgruben

Auf Rosen gebettet sind die beiden Genossenschaften trotz ihren vergleichsweise tiefen Personalkosten nicht - im Gegenteil. Worb muss auf Druck der Gläubigerbanken der Kunsteisbahn eine Bürgschaft von 1,65 Millionen Franken einlösen; die Stimmberechtigten hatten ihr in den Achtzigerjahren zugestimmt und der Genossenschaft so zu einer günstigeren Verzinsung von Fremdkapital verholfen. Vor drei Jahren wurde die Eisbahn für rund zwei Millionen Franken überdacht. Zwar konnte die Eisbahngenossenschaft die Zinsen stets bezahlen und auch den übrigen finanziellen Verpflichtungen nachkommen - aber für Amortisationen blieb kein Geld mehr übrig, obschon die Gemeinde ihr den Baurechtszins von 15'000 Franken jährlich erlässt.

Das Schwimmbad unterstützt Worb jährlich mit einem Betriebsbeitrag von 50'000 Franken und einem Investitionsbeitrag - in den letzten Jahren waren es meist mehr als die 1990 beschlossenen 35'000 Franken. Ideen zur Attraktivierung des Bads musste Präsident Hans-Ulrich Rupp wegen Geldmangels trotzdem begraben. Den Badneubau berappte in den Achtzigerjahren ebenfalls die Gemeinde - erste Sanierungen dürften demnächst anstehen.

Bern plant AG

Auch in Bern sind für Bäder und Eisbahnen heute mehrere Organisationen zuständig. Weil er sich Einsparungen erhofft, will sie der Berner Gemeinderat jetzt in einer privatrechtlichen Aktiengesellschaft zusammenschliessen (der «Bund» berichtete). Nach Ansicht von Herbert Gasser, Präsident der Kunsteisbahn-Genossenschaft, käme diese Lösung für Worb nicht in Frage: «Hier präsentiert sich die Situation völlig anders. Günstiger als mit den beiden Genossenschaften liessen sich die Sportstätten nicht betreiben», ist Gasser überzeugt. So bedingte die Fusion die Anstellung eines vollamtlichen Betriebsleiters. Allein diese Stelle schlüge jährlich mit rund 100'000 Franken zu Buche. sagt Gasser. Remund betont, schon heute nutzten die Genossenschaften Synergien und arbeiteten zusammen, wo dies möglich und sinnvoll sei. Er verweist auf das gemeinsame Personal und darauf, dass die Kompressoren der Eismaschinen das Schwimmbadwasser aufwärmen. Gasser macht zudem auf juristische Hürden aufmerksam: Frühere Abklärungen hätten ergeben, dass die Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft nicht einfach zu bewerkstelligen wäre. Zur Diskussion stand auch eine Regionalisierung der Trägerschaft. Diese Idee hätten aber nur wenige Gemeinden wie beispielsweise Muri und Vechigen mitgetragen, sagt Gasser.

Unterschiedliche Interessen

Die Diskussionen über einen Zusammenschluss seien gegenwärtig wegen der finanziellen Schwierigkeiten der Eisbahn auf Eis gelegt, umschreibt Schwimmbad-Präsident Hans-Ulrich Rupp die Lage. Heikel wäre das Zusammenspannen auch wegen Mentalitätsunterschieden, meint er: «Eishockeyspieler sind keine Schwimmer und umgekehrt. Ihre Interessen sind ganz anders gelagert.» Eine Fusion müsste indes von der Basis voll mitgetragen werden. Auch er geht davon aus, dass ein Zusammenschluss eine professionellere Leitung nötig machte: «Es wäre nachher sicher noch schwieriger, Freiwillige zur Mitarbeit zu motivieren.» Rupp erwähnt, dass auch innerhalb der beiden Genossenschaften unterschiedliche Haltungen auszumachen seien: «In der Schwimmbadgenossenschaft zum Beispiel gibt es Leute, die sich einfach ein schönes Dorfbad wünschen, und andere, die einen innovativeren Weg beschreiten möchten. »

Rupp hat mit Bauvorsteher Ernst Hauser bereits einmal über die Zukunft der Badi diskutiert, ein nächstes Gespräch ist terminiert: «In welche Richtung es gehen wird, ist noch völlig offen», sagt Hauser. Rupp hat als Präsident der Schwimmbad-Genossenschaft demissioniert, bleibt aber im Vorstand. Vordringliches Problem der Eisbahn-Genossenschaft ist die Umfinanzierung ihrer Schulden: «Das Ganze ist auf guten Wegen. Wir sind zuversichtlich, dass wir uns nächstens auf eine Lösung einigen können», kündet Gasser an. Nachher sei eine Basis geschaffen, auf der sich der Betrieb weiterführen lasse und auch Abschreibungen und Rückstellungen getätigt werden könnten. Gasser hofft, die Eisbahn-Anlage mit einer neu ausgerichteten Sommernutzung noch besser vermieten zu können.

Sehr intensiv genutzt werden dürfte heute übrigens das Schwimmbad: Das Badifest beginnt um 12.30 Uhr und dauert bis in die frühen Morgenstunden.

BZ, 8. Dezember 1999

SPORTANLAGEN IN WORB

«Über die Strategie reden statt über Sonnenschirme»

Jahr für Jahr gibt Worb viel Geld für die Sportstätten auf der Hofmatt aus. Deshalb müsse die Gemeinde der Badi und der Eisbahn klare Ziele setzen, verlange Jonathan Gimmel. Doch das Parlament sagte nein.

Michael Gerber

Wer zahlt, befiehlt. Getreu diesem Grundsatz sollte Worb die Badi- und die Eisbahn-Genossenschaft künftig an die kürzere Leine nehmen. Dies beabsichtigte Jonathan Gimmel (FWW) mit einer Motion, die er Anfang September im Gemeindeparlament einreichte. «Wir sollten über die Strategie der Sportstätten diskutieren und nicht über Sonnenschirme», spielte er auf einen kürzlich bewilligten Kredit an. Damit das Parlament überhaupt fundiert debattieren könne, müsse der Gemeinderat eine Nutzungsstudie in Auftrag geben. «Dann könnten wir die Ziele für die künftige Nutzung festlegen.»

«Sehr günstige Anlagen»

Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) erklärte einleitend, Gimmel verlange wohl eher eine Wirtschaftlichkeits- denn eine Nutzungsstudie. «Damit würden wir aber vortäuschen, als könnten wir den Genossenschaften befehlen», gab er zu bedenken. Die Gemeinde habe jedoch lediglich je zwei Stimmen in den Verwaltungsräten, obwohl sie beide finanziell unterstütze.

Laut Bernasconi wurde erst von rund vier Jahren ein Richtplan für die Hofmatt erstellt. Ausserdem habe eine Anfang der 90-er Jahre erarbeitete Studie der Schweizerischen Treuhand Gesellschaft (STG) gezeigt, dass die Worber Badi im Vergleich zu anderen Bädern in der Region «sehr kostengünstig» geführt werde. Bernasconi: «Worb hat sehr attraktive Sportanlagen. Und diese sind kaum günstiger zu betreiben.» Eine Änderung der Betriebsstrukturen dränge sich daher nicht auf, sagte er weiter. Dies hätten auch Gespräche mit den Genossenschafts-Präsidenten ergeben.

Ein Betriebsleiter für beide?

Er hätte grundsätzlich nichts gegen eine solche Studie einzuwenden, erklärt Herbert Gasser, Präsident der Kunsteisbahn-Genossenschaft, auf Anfrage. «Dabei käme jedoch wenig Neues heraus. Schliesslich arbeiten wir bereits heute eng mit der Badi zusammen.» Tatsächlich schauen die drei Bademeister im Winter in der Eishalle zum Rechten. Gasser könnte sich darüber hinaus vorstellen, einen gemeinsamen hauptamtlichen Betriebsleiter anzustellen. Damit wäre Badi-Präsident Hans-Ulrich Rupp sofort einverstanden - falls die Gemeinde dafür Geld locker mache. «Alleine können wir dies nicht bezahlen», so Rupp.

«Es gibt nicht mehr Geld»

Neue Ausgaben kommen für Bernasconi zurzeit jedoch nicht in Frage. Nicht zuletzt, weil die Gemeinde bald ihre 1,65-MillionenBürgschaft einlösen und damit eine beachtliche Summe für die Sanierung der Kunsteisbahn-Genossenschaft aufwerfen muss. «Mehr liegt nicht drin, wenn wir die Steuern senken wollen», so Bernasconi. Er legte dem Parlament deshalb nahe, die Motion nicht zu überweisen.

Nach längerer Diskussion wandelte Jonathan Gimmel seinen Vorstoss in ein unverbindlicheres Postulat um. Doch vergeblich: Das Parlament lehnte dieses schliesslich mit 12 Ja- zu 17 Nein-Stimmen ab. Gimmel bleibt trotzdem optimistisch: «Im Parlament besteht ein Konsens, dass etwas geschehen muss. Nun liegt der Ball beim Gemeinderat.»

BZ, 5. Januar 2001

WORB

Alles neu am Sportweg

Das vorliegende Projekt zur Sperrung des Sportweges soll verbessert und dann vom Statthalter bewilligt werden.

Das Projekt für den Sportweg liegt nun beim Baudepartement. Das ehemalige Departement für Polizei, Verkehr und Gesundheit hatte im letzten Herbst den Antrag gestellt, den Sportweg für den Verkehr zu sperren und den Einmündungstrichter in die Bernstrasse neu zu gestalten. Diese Projektierung soll laut Paul Fehlmann, Abteilungsleiter Bauten, jetzt optimiert werden.

So sei zu berücksichtigen, dass ein Notfallwagen genügend Platz zum Wenden haben müsse. Zudem sollen weitere Veloständer installiert werden. Geplant war, das Trottoir an der Bernstrasse durchzuziehen und die Einmündung mit Bäumen zu bepflanzen. Ein Anwohner wehrt sich allerdings schon seit Jahren gegen die Schliessung der Einfahrt in den Sportweg von der Bernstrasse her. Vor zwei Jahren war es dort zu einem tödlichen Unfall gekommen, weil ein Mofafahrer die Absperrkette übersehen hatte.

bw

Der Bund, 15. Februar 2001

WORB

Mehr Spielraum

Gemeinde und Schwimmbadgenossenschaft regeln ihre Zusammenarbeit à la NPM: Die Badi erhält jährlich Geld und muss dafür Leistungen erbringen.

bas. Exakt 160'000 Franken pro Jahr sollen künftig aus der Worber Gemeindekasse in jene der Schwimmbad-Genossenschaft fliessen. Dies ist in der Vereinbarung festgehalten, die der Gemeinderat dem Parlament Mitte März zur Genehmigung unterbreiten wird. Die Genossenschaft erhält aber nicht einfach Geld - die Gemeinde gibt ihr auch Leistungsziele vor. Wie Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern an einer Pressekonferenz erläuterte, sollte das Freibad zum Beispiel an mindestens 130 Tagen im Jahr geöffnet sein. 120'000 Besuchende wünscht sich die Gemeinde pro Saison. Das Wasser soll mindestens 22 Grad warm, die Anlage sauber und für alle Altersgruppen attraktiv sein. Für die Schulen bleibt der Badibesuch gratis, die Gäste bezahlen «konkurrenzfähige» Preise. Die Genossenschaft muss künftig auch selber Rückstellungen tätigen - für werterhaltende Massnahmen macht Worb keine zusätzlichen Fränkli locker.

35'000 waren zuwenig

1990 war abgemacht worden, dass Worb dem Bad jährlich einen Betriebskostenzuschuss von 50'000 Franken und 10'000 Franken fürs Schulschwimmen zukommen lässt. Ausserdem war vorgesehen, an Investitionen rund 35'000 Franken pro Jahr beizusteuern. Dieser Betrag reichte indes nicht aus: Zwischen 1991 und 2000 habe Worb das Bad im Schnitt mit 53'000 Franken pro Jahr unterstützt. In den letzten fünf Jahren sei ihm durchschnittlich gar mit 71'000 Franken unter die Arme gegriffen worden, so Bernasconi. Diese Situation war auch für die Badbetreiber wenig befriedigend: Der Spielraum war zu eng, um Geld für grössere Vorhaben auf die hohe Kante zu legen, eine längerfristige strategische Planung war kaum möglich. Die neue Lösung komme einem NPM-Projekt sehr nahe, sagte Bernasconi. Reines New Public Management sei nicht möglich, weil ja nicht die Gemeinde, sondern die Genossenschaft das Bad betreibe.

Noch nichts Konkretes

Stellt sich das Parlament im März hinter die neue Vereinbarung, wollen die Badverantwortlichen nach Auskunft von Genossenschaftspräsident Hans-Ulrich Rupp in die Zukunft blicken. Abgesehen von der Rutschbahn, die demnächst ersetzt werden müsse, seien noch keine konkreten Vorhaben spruchreif. Sorgen bereitet Rupp die Badewassertemperatur. Aufgeheizt wird das Wasser nämlich mit Abwärme der Eisbahn. Neu stelle die Eisbahngenossenschaft nun finanzielle Forderungen. Dies könnte der Idee, im Bad eine Solaranlage einzubauen, wieder Auftrieb geben, so Rupp.

BZ, 14. März 2001

WORB

160'000 für Schwimmbad

Das Worber Parlament hat den jährlichen Beitrag an das Schwimmbad erhöht. Künftig bekommt die Schwimmbad-Genossenschaft 160'000 Franken im Jahr. Ursprünglich bewilligt waren 50'000 Franken. Die Badi soll nun mehr Badegäste anziehen, jährlich mindestens 120'000 an 130 Betriebstagen. Zudem soll das Wasser 22 Grad warm sein.

kle

Der Bund, 13. Juli 2001

Der Weg ins schönste Schwimmbad

RUDOLF BURGER

Einfach eine Velotour machen - das ist bei jüngeren Velofahrerinnen und Velofahrern vielleicht nicht gefragt. Also braucht es ein attraktives Ziel - zum Beispiel das schönste Schwimmbad weit und breit. Um diesen Titel mag es unter Gemeinden in der Region Bern Streit geben, aber für Eingeweihte mit tieferem Durchschnittsalter ist der Fall klar: Der erste Platz gebührt dem Schwimmbad Worb. Da gibt es eine imposante Rutschbahn, eine separate Sprunganlage, einen Spielplatz mit Sand und Wasser, einen Beachvolleyball-Platz, ein Restaurant und viel Abendsonne.

Die Veloreise zur Badi Worb beginnt zum Beispiel auf dem Guisanplatz in Bern. Auf der alten Bolligenstrasse führt der Weg entlang der Kleinen Allmend, wo je nachdem Schafe weiden, Hornusser üben oder Hundeclubs ihre Vierbeiner trainieren, zunächst zur Waldau. Nun folgt der unattraktivste Teil: auf dem Radweg mit Blick auf den Verkehr auf der Umfahrungsstrasse und entsprechendem Abgasanschluss nach Deisswil. Kurz vor dem RBS-Bahnübergang vor der Station Deisswil zweigt der Radweg rechts ab. Von jetzt bis zum Ortseingang Worb sind Autos nur noch von weitem zu sehen, das heisst, um genau zu sein: Auf der Testfahrt begegnete uns eine einzige Blechkarosse.

Es könnte sein, dass kleinere Velofahrer sich nun von den Strapazen der ersten Kilometer erholen möchten. Da kommt der Grillplatz an der Worble unmittelbar nach den Deisswiler Tennisplätzen gerade recht: Hier bietet sich Gelegenheit zum Verschnaufen, zum Picknicken und zum Spielen am Wasser.

Danach geht es ein kurzes Stück den RBS-Gleisen entlang - rechter Hand vorbei an einem riesigen bewässerten Holzlager, einer «Lothar»- Hinterlassenschaft. Jetzt folgt der Anstieg auf den höchsten Punkt der Strecke, der mit 572 m ü.M. bei Stettlen Wiler erreicht wird. Beim nächsten Weiler, in Wyler, könnte bei entsprechender Planung ein weiterer Halt fällig sein, sozusagen ein Konkurrenzangebot fürs Baden in Worb: Für 250 Franken spannt die Familie Pauli nämlich zwei Pferde vor einen Wagen und fährt mit bis zu 13 Personen drei bis vier Stunden lang durch die Gegend. Das Fuhrwerk kann mit Blachen überdeckt werden. «Wenn es heiss ist, gibt es Schatten, wenn es regnet, wird niemand nass», sagt Otto Pauli. Auf Wunsch werden Gäste nach der Fahrt auf dem Bauernhof verpflegt. So könnte eine Rössli-Fahrt zur Alternative zur - auch nicht ganz billigen - Geburtstagsparty bei McDonald's werden. Eine Voranmeldung (Telefon 031/839 12 76) ist allerdings auch beim Bauern nötig, denn bis Pferde und Fuhrwerk bereit sind, gibt es laut Pauli doch «viel zu tun».

Ob mit oder ohne Rössli-Fahrt: Bis Worb ist es nicht mehr weit. Vorbei am Hornusserplatz im Weiler Nesselbank geht es nun leicht abwärts einmal links, einmal rechts, immer mit dem Ziel Worb vor den Augen. Bald wird die Schulanlage Worbboden erreicht, wo man sich zum Beispiel beim Fussballspielen die nach Abkühlung verlangenden Temperaturen holen könnte. Von dort sind es noch ein paar Hundert Meter bis zum Schwimmbad auf der rechten Seite der Hauptstrasse. Einen Radweg gibt es nicht - also fährt man mit ungeübteren Velofahrern am besten ganz vorsichtig auf dem Trottoir. Dafür bringen Fussgänger wie Ordnungshüter heutzutage das nötige Verständnis auf.

Jetzt ist das Ziel der Tour erreicht: Ab auf die Rutschbahn!

Länge: Rund 10 Kilometer.
Steigung:
Zirka 100 Meter.
Verpflegung:
Irgendwo links abzweigen - und bis zur nächsten Wirtschaft ist es sicher nicht weit. Verkehrsaufkommen: Ab der Kleinen Allmend bis Deisswil auf Radwegen, danach Feldwege und Nebenstrassen, bis Ortseingang Worb fast ohne Autos.
Charakterisierung:
Ganz leichte Strecke, ideal für Kinder, die seit kurzem ohne Stützräder fahren. Blick auf Bauernhöfe, Kühe, Pferde, Esel, ev. Hornusser und Enten.

Der Bund, 13. Juli 2001

WORB

Badifest fällt ins Wasser

In diesem Sommer gibt es kein Badi fest. Dafür will der Verein für die nächsten Jahre ein neues Konzept au f die Beine stellen.

pst. «Wir machen in diesem Jahr eine Denkpause», sagt Thomas Züger, Präsident des Vereins Badifest. Dass in diesem Jahr kein Badefest in Worb stattfindet, ist allerdings nicht auf mangelndes Interesse zurückzuführen. Rund 3000 Festfreudige aus der ganzen Region hat das Worber Badifest in den vergangenen vier Jahren mit Spielen, Sport und Musik regelmässig ins Schwimmbecken und auf die Badiwiese gelockt. Der Grund für das Loch im diesjährigen Worber Festkalender liegt vielmehr bei den Veranstaltern. Für sie ist das Fest zunehmend zu einem riesigen Finanzierungs-, Organisations- und Arbeitsaufwand geworden. «Eigentlich war das Badifest als einmaliger Anlass gedacht», erklärt Züger. Doch was mit Spiel und Spass begann, sei in den darauffolgenden Jahren mit Openair-Konzerten und Fördis Disco zu einem richtigen Grossanlass geworden. Wegen des fehlenden Konzepts habe man aber, so Züger, «mit der Organisation jedes Jahr wieder von vorne beginnen müssen».

Mehr Helfer sind gefragt

Dies soll sich nun ändern. Deshalb will der Verein versuchen, dem Fest ein solides Fundament zu geben und es auf breiter Ebene abzustützen. «Es braucht mehr Helfer, eine klare Organisationsstruktur und eine genaue Idee, was das Badifest eigentlich sein soll», sagt Züger. Kompetenzen müssten klar verteilt, das Sponsoring längerfristig ausgerichtet und nach Leuten gesucht werden, die bereit seien, bei der Organisation mitzuwirken. Auch über die Frage, wie weit das Badifest «denn zum Openair oder Pubfest» werden solle, wird im Verein derzeit diskutiert. Klar ist, dass die Spiele in Zukunft noch weiter ausgebaut werden sollen und dank einer «Oldies-Disco» auch das ältere Publikum noch mehr auf seine Rechnung kommen wird. Zudem soll es laut Züger künftig auch keine getrennten Nachmittags- und Abendeintritte mehr geben, «sondern das ganze Fest ein einziger Anlass werden». Sogar ein Schlechtwetterprogramm in der Eishalle steht auf dem Plan.

Dass angesichts von so viel Organisationsarbeit keine Zeit für das diesjährige Badifest geblieben ist, bedauert Züger zwar selber auch. Dennoch habe das Organisationsteam die Idee, anstelle des Festes einen reinen Spiel- und Sportnachmittag durchzuführen, wieder verworfen. «Schliesslich ist es der Mix, der das Worber Badefest zu dem macht, was es ist», sagt Züger.

Der Bund, 26. September 2001

WORB

Bänkli vor der Badi

Die Gemeinde nimmt einen neuen Anlauf.. Der Bereich vor der Badi soll neu gestaltet und auch die Liegenschaft Tschaggelar von der Hofmatt her erschlossen werden.

bas. Die bestehenden Abschrankungen und Blumentröge vor dem Eingang zum Schwimmbad sollen verschwinden, dafür will der Worber Gemeinderat Rabatten mit Bäumen anlegen und Sitzbänke installieren lassen. 67'000 Franken hat er für die Umgestaltung des Einmündungstrichters des Sportwegs in die Bernstrasse gesprochen. Das Projekt soll demnächst öffentlich aufgelegt werden, kündet Gemeindepräsident Peter Bernasconi an.

Besonders dafür interessieren dürfte sich Werner Tschaggelar, Bernstrasse 42: Er hat in den letzten bald 30 Jahren sämtliche Vorschläge für bauliche Veränderungen vor dem Badieingang erfolgreich gebodigt, Behörden aller Stufen beschäftigt und sich dabei das Recht erstritten, mit dem Auto von der Bernstrasse aus direkt via Sportweg vor dem Badieingang durch zu seinem Grundstück fahren zu dürfen. Damit solls nun aber vorbei sein: Das Projekt des Gemeinderats sieht vor, dass die Zufahrt zur Liegenschaft Bernstrasse 42 wie zu jenen am Sportweg über die Hofmatt geführt wird. Einzig Fussgänger sollen weiterhin direkt von der Bernstrasse in den Sportweg und zum Schwimmbad gelangen dürfen. Bernasconi weist darauf hin, dass auch die Ambulanz schon heute via Hofmatt zur Badi fahre. Zwar müsse wohl damit gerechnet werden, dass Werner Tschaggelar sich auch gegen das neuste Projekt juristisch zur Wehr setze, meint Bernasconi. Grosse Chancen räume er ihm aber nicht ein: «Diese Lösung ziehen wir durch.»

Der Bund, 5. Februar 2003

WORB

Ammoniak ist «kein untragbares Risiko»

Gemeinderat Bruno Haldi hat an der Parlamentssitzung eine Risikoanalyse zitiert, wonach im Sportzentrum Hofmatt «kein untragbares Risiko für Grossanlässe» bestehe. Das Risiko, dass die Kühlleitungen erheblich beschädigt würden, sei gering. Zudem werde die Anlage regelmässig kontrolliert. Seit dem 1. August dürfen in der Hofmatt keine Grossveranstaltungen durchgeführt werden, weil laut Abklärungen des Kantons bei einem unvorhergesehenen Ammoniakaustritt die Benutzer einem gewissen Gefahrenpotenzial ausgesetzt seien.

(mic)

BZ, 28. Februar 2003

WORB

Parkplätze für Hofmatt

Ende Jahr soll das Migros-Provisorium auf dem Hofmatt-Areal erstellt werden. Danach gibt es neue Parkplätze.

Die Migros plant an ihrem jetzigen Standort in Worb einen Neubau. Um den Ladenbetrieb aufrechtzuerhalten, soll vis-à-vis auf dem Hofmatt-Areal ein Provisorium erstellt werden. Von diesem Zeitpunkt an wird der Parkplatz Hofmatt nicht mehr für Viehschauen oder ähnliche Veranstaltungen gesperrt, sondern dient ausschliesslich als Parkplatz. Ist das neue Migros-Gebäude gebaut und das Provisorium wieder abgerissen - der Worber Gemeinderat rechnet in zwei bis drei Jahren -, wird der Parkplatz Hofmatt auf maximal 200 Parkfelder erweitert. Damit die neuen Parkplätze nicht direkt vor dem Haus des Anstössers gebaut werden, hat der Gemeinderat einer geringfügigen Zonenplanänderung zugestimmt. Ein Teil der jetzigen Zone für öffentliche Nutzung wird Landwirtschaftsland, während ein Teil der Landwirtschaftszone einer Zone für öffentliche Nutzung zugeführt wird.

Seit Anfang Jahr werden auf der Hofmatt Parkgebühren erhoben. Seither stelle man eine Entspannung der Parkplatzsituation fest, sagte Gemeinderat Peter Hubacher anlässlich einer Medienorientierung.

bw

Der Bund, 11. Februar 2004

Niederlage für den alten Kämpfer

Laut Verwaltungsgericht darf der Sportweg in Worb gesperrt werden - ein Anwohner will das aber nicht

Seit Jahren kämpft Werner Tschaggelar für die Zufahrt zu seiner Garage über den Sportweg. Nun ist der 97-jährige Worber beim Verwaltungsgericht abgeblitzt. Entmutigen lässt er sich aber nicht.

DÖLF BARBEN

Die Beschwerde «erweist sich somit als unbegründet und muss abgewiesen werden». Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, das dieser Tage veröffentlicht wurde, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Werner Tschaggelar, ein alteingesessener Worber, der dieses Jahr 97-jährig wird, ist bei der letzten kantonalen Instanz abgeblitzt. Die Zufahrt zu seiner Garage über den Sportweg, die er seit bald 30 Jahren verteidigt, wird er künftig wohl nicht mehr benutzen dürfen. Worb will die Einmündung von der Bernstrasse in den Sportweg hinein nämlich für den rollenden Verkehr schliessen, die Abschrankungen und Blumentröge entfernen und durch Bänke und einen Grünstreifen ersetzen. Die Sicherheit soll für alle erhöht werden.

Gegen solche Pläne hat sich Tschaggelar stets gewehrt - zuletzt vergangenen Sommer mit einer Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Werde der Sportweg gesperrt, bestehe für ihn überhaupt keine Zufahrt mehr zu seiner Garage, argumentierte er. Denn: Die Zufahrt über den Hofmattparkplatz sei weder ein Fahr-, Rad- noch ein Fussweg. Diese Sichtweise hat das Verwaltungsgericht nicht gelten lassen. Der Beschwerdeführer verkenne die tatsächlichen Gegebenheiten insofern, heisst es im Urteil, als ihm auch bei gesperrtem Sportweg die Zufahrt weiterhin offen stehe. Wenn er nämlich den Umweg um das nächste Häusergeviert in Kauf nehme, könne er - «wie alle übrigen Anwohnerinnen und Anwohner auch» - sehr wohl zu seinem Grundstück gelangen. Deshalb stelle die Sperrung auch keinen Eingriff in die Eigentumsgarantie dar, stellt das Gericht fest und liefert im gleichen Abschnitt eine pikante Klammerbemerkung: Tschaggelars Garage sei «im Übrigen» ohne Bewilligung erstellt worden und werde nur «auf Zusehen hin» geduldet.

Garage ohnehin nur geduldet

Die Schliessung des Wegs führe zu einer überschaubareren Situation, schreibt das Gericht. Es bestehe ein «erhebliches öffentliches Interesse» an einer hohen Verkehrssicherheit bei Anlagen, die von Kindern häufig benützt würden. Das private Interesse, als Einziger die direkte Zufahrt zur Garage benützen zu dürfen, «vermag dieses öffentliche Interesse nicht aufzuwiegen». Der Umweg sei zumutbar. Daran «ändern auch das hohe Alter und die Hartnäckigkeit des Beschwerdeführers, mit der er die Zufahrt bisher verteidigt hat, nichts».

«Das Gericht hat ganz falsch entschieden», sagte Tschaggelar gestern auf Anfrage. Er könne ihnen - damit meinte er auch die Vorinstanzen - nicht beibringen, dass seine Liegenschaft so nicht mehr nach dem Gesetz erschlossen ist. Klein beigeben komme nicht in Frage. Er habe eben einen Brief abgeschickt. Offenbar fasst er eine staatsrechtliche Beschwerde ins Auge. «Bauen können sie vorläufig nicht», sagte Tschaggelar. Und falls doch? «Dann werde ich sie behindern.»

Worb möchte den Sportweg «so rasch als möglich» sperren und die Einmündung umgestalten, hiess es auf der Gemeindeverwaltung. Abzuwarten sei ein Entscheid wegen der Signalisation. Dieses Verfahren, das wegen Tschaggelars Beschwerde sistiert wurde, sollte bald abgeschlossen sein. Einer staatsrechtlichen Beschwerde werden wenig Chancen eingeräumt.

Lange, tragische Geschichte

Schon 1976 fasste Worb für den Sportweg eine Verkehrsbeschränkung ins Auge. Und schon damals stellte sich Tschaggelar dagegen. Er schöpfte sämtliche Rechtsmittel aus und setzte schliesslich durch, dass er als einziger Liegenschaftsbesitzer freie Zufahrt zu seinem Grundstück erhielt. Die Folge war eine abschliessbare Kette, die den Sportweg überspannte.

Im August 1998 kam es an dieser Stelle zu einem verhängnisvollen Unfall: Ein 17-jähriger Mann fuhr mit seinem Töffli nach einem Fest in diese Kette und zog sich beim Sturz tödliche Verletzungen zu. Der Schlosswiler Gerichtspräsident sprach danach von einer «Verkettung unglücklicher Umstände.» Vandalen hatten wiederholt Reflektoren entfernt. Der Unfall geschah zu einem Zeitpunkt, als die Gemeinde noch keine neuen Reflektoren angebracht hatte.

Der Bund, 12. Februar 2004

WERNER TSCHAGGELAR

Er fährt und fährt und fährt

Im gestrigen Artikel über den Worber Werner Tschaggelar, der am 5. November 97-jährig wird, hat man erfahren, dass er seit Jahren für die direkte Zufahrt über den Sportweg zu seiner Garage kämpft - und nun vor Verwaltungsgericht verloren hat. Ob er aber selber noch herumfährt, das ist - genau genommen - nicht ausdrücklich zum Ausdruck gekommen.

*

Grund genug also, ihn gestern nochmals anzurufen. Klar, sagte er, fahre er noch selber. Vor einem Jahr habe ihm der Arzt für weitere zwei Jahre die Fahrtüchtigkeit bescheinigt. Ebenso wie der Fahrlehrer, mit dem er «bei Nacht und Nebel» in der Gegend herumgefahren sei. So, wie er sich jetzt fühle, nehme er an, dass er auch den nächsten Test bestehen werde. Tschaggelar fährt seit 1932, «ohne schwerwiegende Unfälle», wie er sagt. Im Aktivdienst war er mit Seitenwagen unterwegs. «Ich hatte am meisten Diensttage und am meisten Kilometer.» Auch heute fahre er regelmässig, manchmal jeden Tag. «Im Auto bin ich am wohlsten.»

*

Aber ob er selber fahre oder nicht, spiele eigentlich keine Rolle, sagt er. Der Sportweg könne nämlich vom Gesetz her gar nicht gesperrt werden. «Das klemmt.» Und: Eine direkte Zufahrt sei auch für seine Nachkommen wichtig.

db