WORBVorderhand Einbahnverkehr auf der Hauptstrasse?Die zuständige Kommission will die Hauptstrasse für den motorisierten Verkehr schliessen. Die FDP opponiert: Das liege erst drin, wenn die Nordumfahrung gebaut sei. Bis dahin müssten Autos über die Hauptstrasse vom Bärenzentrum wegfahren können.bas. Am 6. Juni öffnet das Coop Center in der neuen Worber Bären-Überbauung seine Türen. Seine automobile Kundschaft liefert aber schon jetzt Stoff für politische Scharmützel: Mit einem dringlichen Postulat setzt sich die FDP-Fraktion des Gemeindeparlaments gegen einen Beschluss der Polizei-, Verkehrs- und Gesundheitskommission zur Wehr. Diese will ein Teilstück der Hauptstrasse für den motorisierten Verkehr schliessen; nur noch Zubringer Richtung Bernstrasse sollen durch die verkehrsberuhigte Zone mit Schwellen, Bäumen und Verengungen fahren dürfen. «Wir haben uns diesen Entscheid nicht leicht gemacht», sagt Gemeinderat Bruno Haldi (sp). «Die Strasse offen zu lassen wäre jedoch schlicht zu riskant.» Mit der Schliessung liessen sich drei von vier neuralgischen Punkten entschärfen. Mitte Juni wolle die Kommission ihre Haltung den Anwohnern von Hauptstrasse, Bärenareal und Kirchweg an einer Orientierungsveranstaltung erläutern, so Haldi. FDP prophezeit StausDie FDP-Fraktion geht noch vor der Publikation der Verkehrsmassnahme in die Opposition. In den Haupteinkaufszeiten sei ein Verkehrsstau im Bereich Zu- und Wegfahrt Coop-EinstellhalleKirchweg-Hauptstrasse-Bahnhofstrasse voraussehbar. Unter diesen Umständen sei es schwer verständlich, dass die Hauptstrasse als zusätzliche Wegfahrmöglichkeit in Richtung Rüfenacht versperrt bleibe, hält sie im vorgestern eingereichten Vorstoss fest. Ausserdem weisen die Freisinnigen auf die 1993 vom Stimmvolk genehmigte Überbauungsordnung hin: Darin sei festgehalten, dass die Wegfahrt aus dem Bärenzentrum über die Hauptstrasse im Einbahnverkehr möglich sein soll, bis die Auswirkungen der Nordumfahrung von Worb die Schliessung erlaubten. Seinerzeit sei, sagt dazu Bruno Haldi, die Überbauung an sich und die Zufahrt im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Die zukünftige Rolle der Hauptstrasse sei eher nebensächlich gewesen. Wahrscheinlich habe man ohnehin vermutet, dass die Nordumfahrung gebaut sei, wenn das Bärenareal bezogen werde. EVP schlägt Kreisel vorGedanken über die künftige Verkehrsführung in Worbs Zentrum hat sich auch die EVP gemacht. Sie befürchtet nebst Staus Erschwernisse für Fussgänger, Radfahrer und den öffentlichen Verkehr. Als mögliche Gegenmassnahme schlägt sie den Bau eines Kreisels bei der Abzweigung Bahnhofstrasse-Hauptstrasse vor. Vom Gemeinderat will die EVP unter anderem wissen, ob er bereit sei, sich beim Kanton für solche Lösungen stark zu machen. Ausserdem erkundigt sie sich, ob die Exekutive willens sei, eine «zukunftsweisende Zentrumslösung» anzustreben. |
WORBGemeinderat ist gegen die Sperrung der HauptstrasseDas versuchsweise signalisierte Fahrverbot auf der Hauptstrasse sei widerrechtlich, sagt der Gemeinderat. Nach Ablauf des zweimonatigen Provisoriums wird die Strasse Anfang August wieder geöffnet.Michael Gerber Worbs Verkehrsvorsteher Bruno Haldi (SP) ist konsterniert. «Meine Gemeinderatskollegen haben dem Druck gewisser Kreise nachgegeben. Offenbar fürchten sie, sich mit der Sperrung der Hauptstrasse kurz vor den Wahlen negativ in Szene zu setzen.» Er selber stehe voll hinter dem Entscheid der Verkehrskommission — «selbst wenn ich damit meine Wiederwahl gefährden sollte», erklärt Bruno Haldi auf Anfrage. Denn die Kommission habe detaillierte Abklärungen getroffen und sei dabei zum Schluss gekommen, dass die Schliessung der Hauptstrasse für den Durchgangsverkehr die beste Lösung sei (die BZ berichtete). Damit liessen sich laut Haldi gleich mehrere gefährliche Situationen entschärfen: «zum Beispiel die Einmündung in die Bernstrasse. Oder das Nebeneinander von Autos, Fussgängern und in beide Richtungen zirkulierenden Velos.» «Hauptstrasse bleibt offen» Die übrigen Mitglieder des Gemeinderates sehen dies offensichtlich anders. Aufgrund dreier im Parlament eingereichter Vorstösse debattierten sie an ihrer letzten Sitzung über die Sperrung der Hauptstrasse und erteilten dem Verkehrsvorsteher eine Lektion in direkter Demokratie: Ein vor sieben Jahren gefällter Volksentscheid dürfe von der Verkehrskommission nicht umgangen werden. Die Strasse müsse offen bleiben, wie dies in den vom Volk abgesegneten Bauvorschriften für das «Bären»-Zentrum festgeschrieben sei. «Die Sperrung würde gegen geltendes Recht verstossen», erklärte Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) gestern an einer Medienkonferenz. Diese Auskunft habe er von einer Juristin des Kantons erhalten. «Möchten wir die Hauptstrasse sperren, müsste das Volk erneut darüber abstimmen», so Bernasconi. «Entscheid respektieren» Dass seine Gemeinderatskollegen den damaligen Entscheid streng juristisch auslegen, will dem Verkehrsvorsteher nicht in den Kopf. Haldi: «Das Volk war sich damals nicht im Detail bewusst, was dieser Beschluss bedeutet.» Den Einwand lässt Peter Bernasconi nicht gelten. «Wir dürfen Volksentscheide nicht zurechtbiegen, sonst wird die Demokratie zum Jekami.» So oder so: Anfang August endet der Versuch der Verkehrskommission. Danach darf die Strasse wieder in einer Richtung befahren werden. Das letzte Wort ist damit aber noch lange nicht gesprochen: Eine Arbeitsgruppe wird nämlich bald weitere Varianten suchen, um das Verkehrsproblem im Zentrum zu lösen. Darauf darf man gespannt sein.
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WORBKein VersuchDie Hauptstrasse ist ab Anfang August bis auf weiteres in einer Richtung befahrbar. Eine Arbeitsgruppe wird aber nach anderen Lösungen suchen.bas. Wies nun vorerst weitergeht, stellte Gemeinderat Bruno Haldi (sp) gestern Abend im Gemeindeparlament gleich zu Beginn der Debatte über die Hauptstrasse klar: Nach Abschluss des Fahrverbotversuchs Anfang August werde die Strasse als Einbahnstrasse geöffnet. Eine Arbeitsgruppe werde aberAlternativen prüfen. Sollte sie auf eine bessere Lösung stossen, bedürfe es einer Volksabstimmung, um diese realisieren zu können. Nötig ist dies, weil die Stimmberechtigten 1993 bei der Genehmigung der Überbauungsordnung Bärenareal auch beschlossen, dass die Hauptstrasse eine Einbahnstrasse bleiben soll, bis die Nordumfahrung gebaut ist (der «Bund» berichtete). Aus heutiger Sicht sei dieser Entscheid überholt, sagte gestern Hans Ulrich Joss (sp). Die SP reichte denn auch eine Motion ein, welche die Änderung des 93er-Verdikts aufgrund der Erkenntnisse der Arbeitsgruppe anstrebt. Mit 20 zu 15 Stimmen abgelehnt hat das Parlament nach ausführlicher Diskussion über die Verkehrsproblematik rund ums Bärenareal ein Postulat von Franziska Fritschy (fdp); sie plädierte dafür, die Hauptstrasse offen zu halten, bis die Nordumfahrung da ist. Mit 21 zu 11 Stimmen überwiesen hat das Parlament das erste Volkspostulat in der Geschichte Worbs: Darin wird der Gemeinderat gebeten, den Wochenmarkt auf der Hauptstrasse zu belassen. Die Exekutive hat die Abweisung des Vorstosses beantragt. |
WORBAlternativen zur Sperrung der Hauptstrasse gesuchtDie Hauptstrasse ist wieder für den Verkehr offen. Worb ist um die Erfahrung eines verkehrsfreien Zentrums reicher. Die SP will den Verkehr definitiv verbannen. Ein Ausschuss sucht nach Alternativen.Thomas Gerber Worb nimmt einen neuen Anlauf, um das Verkehrsproblem im Zentrum zu lösen. Am 22. August findet die erste Sitzung des Hauptstrasse-Ausschusses unter der Leitung des Worber Verkehrsvorstehers Bruno Haldi (SP) statt. Mit dabei in der Arbeitsgruppe sind Anwohner von Hauptstrasse und Kirchweg, Transportuntemehmer, Vertreter des Hauptstrasse-Leists und ein kantonaler Verkehrsplaner. Ihre Aufgabe ist es, Alternativen zu einer definitiven Sperrung zu finden. Sowohl eine Schliessung wie auch eine allfällige Alternativlösung müssten den Worberinnen und Worbern zur Abstimmung unterbreitet werden. Über die Ergebnisse will Haldi an der Gemeinderatssitzung vom 24. August informieren. Vorerst als EinbahnstrasseSeit dem 7. August kann die Verkehrsachse gemäss der Überbauungsordnung Bären-Zentrum als Einbahnstrasse befahren werden. Vorher war die Hauptstrasse aus Sicherheitsgründen während zweier Monate gesperrt. Der Versuch der Verkehrskommission hat offenbar Wirkung gezeigt: Damals wurde der Ruf nach einer definitiven Sperrung lauter. «Die Sicherheit geht vor», meint Haldi. Doch eine definitive Schliessung würde das bestehende Verkehrsproblem im Worber Zentrum noch verschärfen. Provisorische LösungDie erneute und vollständige Sperrung verlangt eine Motion der SP. Ein Volkspostulat der Interessengemeinschaft Worber Wochenmarkt verlangt eine verkehrsfreie Hauptstrasse an Samstagen. Beim Worber Gemeindeschreiber sind bereits Anfragen zur Rechtsgrundlage von Initiativen zur Sperrung der Hauptstrasse eingegangen. Falls der Ausschuss keine akzeptable Alternativlösung ausarbeiten kann, erwartet Haldi die Einreichung einer oder mehrerer Initiativen, welche den Verkehr aus dem Worber Bären-Zentrum verbannen wollen. Dennoch stellt eine allfällige Sperrung für ihn nur ein «Provisorium für die nächsten fünf Jahre» dar. |
WORB600 Unterschriften für die Sperrung der Hauptstrasse600 Worberinnen und Worber verlangen mit einer Volksinitiative, die Hauptstrasse müsse für den Verkehr gesperrt werden. Zu einer Abstimmung dürfte es Ende nächsten Jahres kommen.Pascal Schwendener Vor zwei Monaten hat die SP Worb eine Initiative für eine verkehrsfreie Hauptstrasse lanciert, und bereits hat sie die nötigen 600 Unterschriften zusammengetragen. Parteipräsidentin Christina Schilt-Rutishauser wertet das Ergebnis als «erfolgreich». Wäre den Initianten für die Sammlung doch noch bis Februar Zeit geblieben. Die Initiative verlangt, dass die Überbauungsvorschriften für die Areale Bären und Umgebung geändert werden. Damit wäre die rechtliche Grundlage geschaffen, die Hauptstrasse zu sperren. Wann die Initiative eingereicht wird, kann Schilt nicht sagen. «Ich gehe aber davon aus, dass die Volksabstimmung im nächsten Jahr stattfindet», sagt sie. Ausschuss sucht LösungParallel zur Volksinitiative sucht der Hauptstrasse-Ausschuss nach einer Lösung für das Verkehrsproblem im Zentrum von Worb. Er hat bei Jürg Dietiker, einem Verkehrs- und Raumplaner, eine Expertise in Auftrag gegeben, wie der Verkehr künftig geleitet werden könnte. «Dietiker hat uns bereits einen entsprechenden Entwurf zukommen lassen», sagt Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP). Über den Inhalt will er sich allerdings nicht äussern. Nur so viel: «Dietiker geht nicht von einer Totalsperrung der Hauptstrasse aus.» Der Planer konzentriere sich lediglich darauf, den Durchgangsverkehr zu eliminieren. Bernasconi gibt zu bedenken, dass auch die «Lösung Dietiker» der geltenden Überbauungsordnung widerspreche und eine Urnenabstimmung bedinge. Zuerst alle an einen TischVorerst müssten sich nun aber «Anstösser, Behörden und Opponenten an einen Tisch setzen und die flankierenden Massnahmen des Verkehrsplaners diskutieren, erklärt der Gemeindepräsident das weitere Vorgehen. Das dürfte diese oder nächste Woche der Fall sein. Bernasconi: «Es ist ja möglich, dass die Initianten der SP sich mit der Studie zufrieden geben und die Initiative danach gar nicht mehr einreichen werden.» |
WORBNeuer Versuchcab. Die Verkehrssituation auf der Hauptstrasse ist untragbar, einzig darin sind sich die verschiedenen Parteien einig. Die Kritik, dass die Verkehrsanbindung des Zentrums kompliziert sei, weist Gemeindepräsident Peter Bernasconi zurück; wos Probleme gebe, sei beim Durchgangsverkehr. In den nächsten Wochen wird deshalb ein weiterer Verkehrsversuch installiert, der zum Ziel hat, den Verkehr anders zu verteilen und den Durchgangsverkehr auf der Hauptstrasse zu unterbinden. Erreicht werden solle dies mit einer Zubringersignalisation auf der Hauptstrasse, einer Öffnung des Kirchweges in Richtung Bernstrasse und einer teilweisen Einbahnführung auf dem Kirchweg, sagt der Leiter der Polizeiabteilung Roland Frey in einer ersten Stellungnahme. Die hängige Volksinitiative der SP für eine verkehrsfreie Hauptstrasse wird am 2. Dezember 2001 zusammen mit einem Gegenvorschlag dem Volk zur Abstimmung vorgelegt, ergänzt Frey. Damit sollte eine definitive Lösung des Problems noch dieses Jahr möglich sein. |
WORBRat will Verkehr verteilenDer Gemeinderat präsentiert seinen Gegenvorschlag zur SP-Initiative für eine verkehrsfreie Hauptstrasse: Unter anderem will er ums Bärenareal eine Tempo-30-Zone schaffen und die Wegfahrt via Hauptstrasse erlauben. Das Konzept wird derzeit erprobt.BARBARA STEINER Der Versuch läuft schon seit mehreren Wochen: Wer aus der Autoeinstellhalle des Bärenzentrums hinausfährt, hat die Wahl. Der kürzeste Weg Richtung Rüfenacht führt über den Kirchweg, möglich ist aber auch die Wegfahrt via Hauptstrasse. Für den Durchgangsverkehr ist diese gesperrt. Auf dem Kirchweg wie auch auf der Hauptstrasse gilt Tempo 30, der Kirchweg ist grösstenteils eine Einbahnstrasse. Zwar bedinge diese Lösung eine recht komplizierte Signalisation. Doch das Konzept sei gut und werde «von allen begrüsst», sagt Gemeindepräsident Peter Bernasconi. Am 2. Dezember wird sich zeigen, was Worbs Stimmberechtigte davon halten: Der Verkehrsversuch entspricht nämlich genau dem Gegenvorschlag des Gemeinderats zur Initiative, mit der die SP die Hauptstrasse sofort verkehrsfrei machen will (der «Bund» berichtete). Die Überbauungsordnung fürs Gebiet ums Bärenareal sieht tatsächlich vor, dass einzig noch Anwohner und Lieferanten diese Strasse benützen dürfen - aber erst, wenn die Nordumfahrung gebaut ist. Und das dürfte noch ein paar Jahre dauern. Auf das vom Gemeinderat präsentierte Konzept hat die neue Strasse keinen Einfluss; es würde auch mit Nordumfahrung beibehalten, so Bernasconi: Allen ein bisschenMit seiner Lösung wolle der Gemeinderat den Verkehr zum und aus dem Bärenzentrum «gerecht verteilen», führt Bernasconi aus: Es gebe keinen Grund, den Autoverkehr Richtung Rüfenacht nicht auf schnellstem Weg dorthin zu führen. Erarbeitet hat das Konzept laut Communiqué eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Anwohner, der Behörden, des RBS, der Postautobetriebe und Fachpersonen. Stellen sich die Stimmberechtigten dahinter, wären auf der Hauptstrasse weitere bauliche Massnahmen nötig, um den Durchgangsverkehr fernzuhalten, kündet Bernasconi an. Die SP wird sich nach Auskunft von Vorstandsmitglied René Baur am 20. August mit dem Gegenvorschlag des Gemeinderats befassen. Die Initiative beinhalte eine Rückszugsklausel, so Baur. Sollte eine Mehrheit der Parteimitglieder zum Schluss kommen, das Volksbegehren sei hinfällig, gelangte im Dezember somit einzig der Gegenvorschlag des Gemeinderats zur Abstimmung. Märit auf BärenplatzSeit Beginn des Verkehrsversuchs findet der samstägliche Worber Wochenmärit nicht mehr auf der Hauptstrasse, sondern auf dem Bärenplatz statt. Dort wollte ihn der Gemeinderat an sich von Beginn weg ansiedeln - die Märitleute wehrten sich jedoch gegen den Umzug. Nun seien sie sich jedoch einig darin, dass der neue Standort eine «gute Sache» sei, so die Vielbringer Standbetreiberin Verena Schneider. Die Autos, die nun auf der Hauptstrasse vom Bärenzentrum wegführen, erhöhten ja auch das Fussgängeraufkommen auf dem Bärenplatz. Und die Gemeinde habe sich bereit erklärt, mit Plakaten auf den Märit aufmerksam zu machen. |
WORBAbstimmung erst nächsten SommerDie SP ist zwar voll des Lobs für den Gegenvorschlag des Gemeinderats, hält vorläufig aber an ihrer Initiative für eine verkehrsfreie Hauptstrasse fest.bas. Rund ums Worber Bärenareal gilt seit einigen Wochen versuchsweise Tempo 30, und aus der Einstellhalle des Bärenareals dürfen die Autos sowohl via Kirchweg wie auch via Hauptstrasse wegfahren: Diese Massnahmen gehören zum Gegenvorschlag, den der Gemeinderat der SP-Initiative für eine verkehrsfreie Hauptstrasse gegenüberstellt (siehe «Bund» vom 9. August). Die SP scheint an dieser Lösung Gefallen zu finden: Sie leiste einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des Dorfkerns vom Durchgangsverkehr und damit zur «Aufwertung der Attraktivität» des Zentrums von Worb, ist einer Pressemitteilung der SP zu entnehmen. Trotzdem: Die Parteiversammlung habe am Montagabend entschieden, die Initiative aufrechtzuerhalten zumindest bis das Gemeindeparlament über die künftige Verkehrsregelung im Bereich Bärenareal befunden habe. Verfahren verzögertÜber die Angelegenheit debattieren werden die Gemeindeparlamentarierinnen und -parlamentarier später als bislang angenommen: Laut dem kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung müsse sowohl für die Initiative wie auch für den Gegenvorschlag das übliche planungsrechtliche Verfahren mit Vorprüfung, Auflage und allenfalls Einsprachebereinigungen durchgeführt werden, erläutert der Worber Gemeindepräsident Peter Bernasconi. Deshalb werde sich auch die Urnenabstimmung um rund ein halbes Jahr verzögern. Statt wie bislang vorgesehen am 2. Dezember dürften die Stimmberechtigten nun voraussichtlich am 2. Juni darüber zu befinden haben, welche Verkehrsführung beim Bärenzentrum definitiv gültig sein soll. Ob sie die Wahl haben werden zwischen zwei Lösungen, wird sich weisen: Die SP kann ihr von rund 700 Personen unterzeichnetes Volksbegehren auch nach der Debatte im Gemeindeparlament noch zurückziehen. Ein formeller Entscheid zur Initiative steht bereits in der Parlamentssitzung vom 2. September an: Die Verzögerung mache die Verlängerung der Frist zur Behandlung der Initiative nötig, führt Peter Bernasconi aus. |
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WORBWie weiter auf der Hauptstrasse?Die SP wünscht sich rasch eine verkehrsfreie Hauptstrasse, der Gemeinderat will die Autos sowohl auf ihr wie auch auf dem Kirchweg vom Bärenzentrum wegfahren lassen. Am 25. Februar debattiert das Gemeindeparlament über die beiden Vorschläge; im Juni nehmen die Worber Stimmberechtigten an der Urne Stellung.BARBARA STEINER «Gerecht verteilen» wolle der Gemeinderat den Verkehr zum und aus dem Bärenzentrum, sagte der Worber Gemeindepräsident Peter Bernasconi letzten Sommer. Damals startete der Versuch mit dem Verkehrskonzept, das der Gemeinderat als Alternative zur Initiative der SP präsentiert. Während die Partei die Hauptstrasse schnell ganz vom motorisierten Verkehr befreien will, plädiert der Gemeinderat dafür, Wegfahrten aus der Einstellhalle des Bärenzentrums über die Hauptstrasse und den Kirchweg in Richtung Bernstrasse im Einbahnverkehr zuzulassen (der «Bund» berichtete); auf beiden Strassen soll Tempo 30 gelten. In den Unterlagen fürs Gemeindeparlament, das am 25. Februar über die Zukunft der Hauptstrasse diskutieren wird, deklariert der Gemeinderat seinen Gegenvorschlag als «Übergangslösung» bis zur Fertigstellung der geplanten Umfahrung. Dann, so ist es in der 1993 vom Volk bewilligten Überbauungsordnung Bärenareal festgehalten, ist die Hauptstrasse für den Verkehr zu schliessen. Das Projekt hat indes einige Verzögerungen erfahren, der Baubeginn ist offen. Die neue Strasse dürfe nicht länger Voraussetzung sein für eine verkehrsfreie Hauptstrasse, argumentiert die SP. Sowohl ihre Initiative wie auch der Vorschlag des Gemeinderats bedingen eine Änderung der Überbauungsordnung Bärenareal. Mehr als die Hälfte zu schnellDer letzten Sommer lancierte Verkehrsversuch gemäss Verkehrskonzept des Gemeinderats läuft nach wie vor. Nach Auskunft von Roland Frey, Leiter der Polizeiabteilung, ist er bis Ende Juni verlängert worden: Sowohl vor wie auch während des Versuchs sind Verkehrszählungen durchgeführt worden. Auf der Hauptstrasse hat der Verkehr während des Versuchs um ungefähr 12 Prozent abgenommen. Stichproben hätten indes gezeigt, dass bis zu 65 Prozent der Fahrzeuge die Hauptstrasse verbotenerweise als Durchfahrt Bahnhofstrasse-Bernstrasse benutzten. Sowohl vor wie auch während des Versuchs fuhren auf der Hauptstrasse rund 54 Prozent schneller als 30 Kilometer pro Stunde. Auf dem Kirchweg waren während des Versuchs gleich viele oder sogar mehr Geschwindigkeitsüberschreitungen als vorher zu verzeichnen. «Auf beiden Strassen sind zusätzliche Massnahmen zur Temporeduktion unumgänglich», so das Fazit des Worber Gemeinderats. Er weist in den Parlamentsunterlagen weiter auf eine Überraschung hin: Die ausdrücklich frei gegebene direkte Ausfahrt ab Einstellhalle Richtung Bernstrasse via Kirchweg sei trotz offensichtlicher Weg- und Zeitersparnis sehr wenig benutzt worden. Begegnungszone möglichLetzten Oktober hatte das Parlament dem Gemeinderat mit der Überweisung eines SVP-Postulats den Auftrag erteilt, die Ausgestaltung der Hauptstrasse als Begegnungszone mit Tempo 20 und Fussgänger-Vortritt zu prüfen. Aus zeitlichen Gründen habe er die nötigen Abklärungen nicht umfassend vornehmen können, schreibt der Gemeinderat in den Parlamentsunterlagen. Grundsätzlich lasse das von ihm vorgeschlagene Verkehrskonzept die Schaffung einer Begegnungszone aber zu. Sollte es angenommen werden, soll eine solche Möglichkeit vertieft geprüft werden. Rückzug ist OptionNach dem Start des Verkehrsversuchs hatte die SP letztes Jahr das Konzept des Gemeinderats in einem Communiqué gelobt: Es leiste einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des Dorfkerns vom Durchgangsverkehr, schrieb die Partei. Dass die SP ihre Initiative zurückziehe, sei grundsätzlich eine Option, sagte gestern Kopräsidentin Christina Schilt. Vorerst gelte es aber, die Debatte im Parlament abzuwarten: «Je nach Verlauf lassen wir mit uns reden. » Nach Auskunft Bernasconis ist im kommunalen Recht keine Frist für den Rückzug einer Initiative verankert. Das Parlamentsbüro werde aber am 3. April die Botschaft für die Urnenabstimmung vom 2. Juni verabschieden: Es werde der SP deshalb empfohlen, sich spätestens bis dann zu entscheiden. Sollte sie die Initiative zurückziehen, hätten die Stimmberechtigten am 2. Juni einzig über den Gegenvorschlag des Gemeinderats zu befinden. |
HAUPTSTRASSE WORBSperren oder alles beim Neuen lassenVieles wurde schon probiert auf der Worber Hauptstrasse: Einbahn, verkehrsfrei, Tempo 30. Im Juni muss sich Worb für eine dieser Lösungen entscheiden. Jene ist dann bis zum Bau der Nordumfahrung gültigBrigitte Walser Wenige Autos sind an diesem Morgen auf der Worber Hauptstrasse unterwegs. Und prompt fahren sie alle von der Bahnhofstrasse her durch bis in die Bernstrasse. Das ist verboten, denn für den Durchgangsverkehr ist die Strasse gesperrt. Nicht immer war dies so geregelt: Einmal galt Einbahn, dann war die Strasse für kurze Zeit ganz gesperrt, und seit gut einem halben Jahr darf die Hauptstrasse in der einen Richtung befahren, wer dort wohnt oder einkaufen will. Im Juni fällt Worb an der Urne den Entscheid, welche Variante die endgültige sein soll. Endgültig zumindest, bis die Auswirkungen der Nordumfahrung bekannt sind. Gehts nach dem Gemeinderat, so wird die jetzige Lösung beibehalten. Doch da stehen auch noch eine Initiative und eine neue Variante zur Diskussion. Die Initiative«Der Durchgangs- und Wegfahrverkehr aus dem Parkhaus Bärenplatz gehört nicht auf die Hauptstrasse», hat sich die SP im Herbst 2000 gesagt und eine Volksinitiative gestartet mit dem Ziel, die Hauptstrasse für den Verkehr ganz zu sperren. Wenige Wochen später waren die nötigen Unterschriften gesammelt, und die Initiative wurde eingereicht. Hält die SP daran fest, wird im Juni darüber abgestimmt (siehe Kasten). Parallel zur Volksinitiative erarbeitete der Hauptstrasse-Ausschuss einen Gegenvorschlag. Der Ausschuss setzte sich zusammen aus Vertretern des Gemeinderates, des Hauptstrasse-Leistes (Anwohner und Geschäfte), des öffentlichen Verkehrs und eines Verkehrsplaners. Sein Ziel war es, eine Alternative zur definitiven Sperrung zu finden. Der GegenvorschlagDer Gegenvorschlag des Ausschusses gilt als Versuch bereits heute: Der Kirchweg und die Hauptstrasse sind zwar für den Durchgangsverkehr gesperrt, es ist aber auf beiden Strassen ein Zubringerdienst in Richtung Bernstrasse gestattet. Autos können aus der Einstellhalle des Bärenzentrums in beide Richtungen wegfahren. Radfahrern ist die Durchfahrt gestattet. Überall gilt Tempo 30. «Es ist etwas kompliziert», gibt Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) zu. Um den Versuch definitiv einzuführen, müsste die Signalisation verbessert werden. Ausserdem braucht es bauliche Massnahmen, die die Durchfahrt weniger attraktiv machen und die Autofahrer zwingen, das Tempo zu reduzieren. Denn bis jetzt wird Tempo 30 kaum je eingehalten. Coop schätzt die heutige Lösung: «Es ist optimal, dass man in beide Richtungen von der Einstellhalle in den Kirchweg fahren kann», sagt Werner Jöhr von der Coop-Pressestelle. Und auch Urs Haldemann, Präsident des Hauptstrasse-Leistes, ist zufrieden, nur: «Die Durchfahrt müsste konsequent verhindert werden.» Ihm schwebt aber noch eine andere Variante vor: «Ideal wäre, wenn aus der Hauptstrasse eine Begegnungszone gemacht werden könnte. Die VarianteDas Worber Parlament hat den Gemeinderat beauftragt, auch diese Variante zu prüfen. Begegnungszonen sind frei befahrbare Strassen mit Tempo 20. Fussgänger haben Vortritt. Aus zeitlichen Gründen habe diese Variante nicht umfassend geprüft werden können, schreibt der Gemeinderat in den Parlamentsunterlagen. Sie wird bei der Abstimmung im Juni nicht als Variante vorgelegt. «Aber eine Begegnungszone kann in den Gegenvorschlag integriert werden», stellt der Gemeinderat fest. «Wird der Gegenvorschlag angenommen, betrachten wir die Situation von neuem», sagt Bernasconi. Dann müsste aber auch die Einführung des Gegenverkehrs wieder erwogen werden. Zwar schreiben Begegnungszonen Gegenverkehr nicht vor, doch würde dieser zur Verkehrsberuhigung und zur Temporeduktion beitragen.
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WORBBussen schreckten nur kurz abTrotz Verbot benutzen Autolenker die Hauptstrasse als Durchfahrt. Wie sie umgestaltet würde, falls sich das Verkehrskonzept des Gemeinderats durchsetzte, ist noch offen. Eine Begegnungszone wäre möglich - vielleicht allerdings mit Gegenverkehr.bas. Die Bilanz ist ernüchternd: Bis zu 65 Prozent der Motorfahrzeuge, die auf der Worber Hauptstrasse von der Bahnhof- Richtung Bernstrasse unterwegs sind, benutzen die Strasse als Durchfahrt - obschon dies verboten ist. Erlaubt ist derzeit versuchsweise bloss die Wegfahrt aus der Einstellhalle des Bärenzentrums Richtung Bernstrasse. Manche Fahrzeuglenker überschritten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde zudem zum Teil massiv, sagte Roland Frey, Leiter der Polizeiabteilung, gestern an einer Medienorientierung. Nach intensiven Durchfahrtskontrollen - mit Bussen für die Fehlbaren - habe sich die Situation etwas gebessert, «aber nur für ein paar wenige Tage». Mittlerweile führen wieder vermehrt Autofahrer aus der Bahnhof- ohne Halt zur Bernstrasse - «wohl wissend, dass das verboten ist». Zwei VorschlägeFür den Worber Gemeinderat ist denn auch klar, dass bauliche Massnahmen die Hauptstrasse als Durchfahrt unattraktiv machen müssten, falls sein Verkehrskonzept angenommen wird. Dieses entspricht dem laufenden Verkehrsversuch: Motorfahrzeuge dürfen von der Einstellhalle des Bärenzentrums sowohl rechts via Hauptstrasse wie auch links via Kirchweg zur Bernstrasse fahren. Auf der Hauptstrasse und dem Kirchweg gilt Tempo 30. Die SP will die Hauptstrasse sofort vom Verkehr befreien. Das Parlament behandelt ihre Initiative und den Gegenvorschlag des Gemeinderats am 25. Februar. Die Urnenabstimmung folgt dann am 2. Juni (siehe «Bund» vom Samstag). Nur mit Gegenverkehr?Wie genau die Hauptstrasse umgestaltet würde, sollte sich das Verkehrskonzept des Gemeinderats durchsetzen, ist noch offen: Die Ausarbeitung eines Projekts mache erst dann Sinn, wenn feststehe, dass das Konzept definitiv umgesetzt werde, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern. Offene Fragen gibts auch zur Begegnungszone mit Tempo 20 und Fussgängervortritt. Der Gemeinderat hatte vom Parlament mit der Überweisung eines SVP-Postulats den Auftrag erhalten zu prüfen, ob sich die Hauptstrasse zu einer solchen Zone ausgestalten liesse. Sein Konzept lasse diese Möglichkeit grundsätzlich zu. Umstritten ist nun aber, ob für Begegnungszonen Gegenverkehr rechtlich zwingend vorgeschrieben ist. Der Gemeinderat vertrete die Ansicht, dass dem nicht so sei, sagte Bernasconi. Weitere Abklärungen sollen in der Frage Klarheit schaffen. Das Konzept des Gemeinderats hätte Gültigkeit, bis dereinst die Verkehrssanierung realisiert ist. Dann müsste die Situation neu beurteilt werden, kündete Bernasconi an. Kirchweg würde geschlossenSollte die Hauptstrasse gesperrt werden, wie dies die SP mit ihrer Initiative anstrebt, müssten künftig alle Fahrzeuge die Einstellhalle via Kirchweg und Bahnhofstrasse verlassen. In Richtung Rüfenacht führte der Weg dann über den Migros-Kreisel. Der Kirchweg stünde als Wegfahrt nicht mehr zur Verfügung. Dies gälte auch für den Fall, dass am 2. Juni weder Initiative noch Gegenvorschlag angenommen würde - das doppelte Nein ist theoretisch möglich. Dann bliebe als Wegfahrt vom Bärenzentrum einzig die Hauptstrasse offen. Nach Fertigstellung der Verkehrssanierung - selbst bis zum Spatenstich dürften noch Jahre vergehen - würde sie dann für den motorisierten Verkehr geschlossen. |
HAUPTSTRASSE WORBSP hält an Initiative festZwar unterstützt die SP den Gegenvorschlag, verlangt aber trotzdem, dass auch über die Initiative abgestimmt wird.Am 2. Juni haben die Worber Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Wahl zwischen zwei Varianten zur Gestaltung der Hauptstrasse. Sie können einer Initiative oder einem Gegenvorschlag zustimmen. An ihrer Hauptversammlung hat die SP beschlossen, ihre Initiative aufrechtzuerhalten. «Die SP Worb kämpft nach wie vor für möglichst wenig Verkehr im Dorfzentrum, für mehr Sicherheit für Fussgänger und Radfahrerinnen und gegen den motorisierten Verkehr auf der Hauptstrasse», teilt die Partei in einem Communiqué mit. Leichte VerbesserungenDie SP unterstützt aber auch die zweite Variante, nämlich den Gegenvorschlag des Gemeinderates. Diese Möglichkeit ermögliche «zumindest punktuelle Verbesserungen.» Während die Initiative die Hauptstrasse für den Verkehr gänzlich schliessen möchte, beinhaltet der Gegenvorschlag diejenige Variante, die heute bereits als Versuch gilt: Der Kirchweg und die Hauptstrasse sind zwar für den Durchgangsverkehr gesperrt, es ist aber auf beiden Strassen ein Zubringerdienst in Richtung Bernstrasse gestattet. Wer hat das letzte Wort?Mit dem Aufrechterhalten ihrer Initiative möchte die SP den Stimmberechtigten an der Urne die Möglichkeit geben, über die Gestaltung des Worber Dorfzentrums zu entscheiden. An einer ausserordentlichen Sitzung im Februar dieses Jahres hatte das Worber Parlament die Initiative der Sozialdemokraten abgelehnt. Weil sie auch den Gegenvorschlag unterstützte, hatte die SP erwogen, ihre Initiative zurückzuziehen. bw |
WORBDeutliches Ja zum KompromissDie Stimmberechtigten favorisieren für die Hauptstrasse die gemässigte Lösung des Gemeinderates: 67 Prozent der Stimmenden sagten dazu Ja. Die Volksinitiative, welche die vollständige Sperrung der Hauptstrasse forderte, wurde mit 69 Prozent abgelehnt.REBEKKA REICHLIN Mit dem Resultat der Abstimmung vom Wochenende über die Hauptstrasse scheinen in Worb alle rundum zufrieden. Die Stimmberechtigten haben die Volksinitiative «Verkehrsfreie Hauptstrasse» deutlich verworfen, nämlich mit 2076 Nein- zu 950 Ja-Stimmen. In ähnlicher Grössenordnung nahmen sie hingegen den Gegenvorschlag des Gemeinderates an: 2012 sagten dazu Ja, 984 Nein. Die Stimmbeteiligung lag bei 43 Prozent. Damit wird die Hauptstrasse nicht, wie die SP es in ihrer Initiative verlangt hatte, vollständig für den Verkehr gesperrt. Sondern es wird definitiv so, wie es in den letzten Wochen bereits versuchsweise signalisiert war: Die Hauptstrasse ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wer aber aus der Autoeinstellhalle des «Bären»Zentrums hinausfährt, kann sowohl über den Kirchweg, als auch über die Hauptstrasse wegfahren. Auf beiden Strassen gilt Tempo 30, der Kirchweg ist grösstenteils eine Einbahnstrasse. Velofahrerinnen und -fahrer dürfen auf beiden Strassen in beide Richtungen verkehren. Taktische SP«Die SP hat nicht verloren mit der Annahme des Gegenvorschlags», sagt Koparteipräsidentin Christina Schilt-Rutishauser. Im Gegenteil: Die SP habe sowohl die Initiative als auch den Gegenvorschlag unterstützt, «aus strategischen Überlegungen». Es sei darum gegangen, dass beides zur Abstimmung gelangen sollte. Eine definitive Lösung der Worber Verkehrsprobleme sei allerdings erst mit der grossen Verkehrssanierung möglich. Bis dahin sei der Kompromissvorschlag des Gemeinderates für die Hauptstrasse eine gute Lösung, sagt Schilt. Mit der Verkehrssanierung und dem Bau der neuen Umfahrungsstrasse Worb kann frühstens 2005 begonnen werden (siehe auch «Bund» vom 1. Juni). «Guter Kompromiss»Es sei gut, dass der Durchgangsverkehr auf der Hauptstrasse unterbunden werde, erklärt Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp). Die bisherige Situation sei unbefriedigend gewesen. Mit dem Gegenvorschlag habe der Gemeinderat im Gespräch mit der Anwohnerschaft einen guten Kompromiss ausgehandelt. Auslöser der ganzen Diskussion sei aber die SP-Initiative gewesen. Schliesslich sei die Sperrung der Hauptstrasse bereits 1993 in der Überbauungsordnung vorgesehen gewesen. Damals habe aber das Parlament das Ansinnen abgelehnt. Der Gemeinderat hätte «kein zweites Mal damit kommen können», betont Bernasconi. Dank der SP-Initiative habe er aber eine Kompromisslösung suchen können. Auf der Hauptstrasse werde nun die Signalisatiön definitiv angepasst. Zudem seien bauliche Massnahmen vorgesehen, damit die Hauptstrasse für den Durchgangsverkehr nicht mehr attraktiv sei. Wie viele und welche baulichen Massnahmen notwendig seien, müsse aber noch abgeklärt werden. Der Entscheid der Stimmberechtigten soll rasch umgesetzt werden: Er gehe davon aus, dass die Hauptstrasse im Herbst umgestaltet werde, so Bernasconi. «Sehr zufrieden» mit dem Abstimmungsresultat ist auch FDP-Präsident Jakob Kirchmeier. Thema sei für seine Partei auch die Schaffung eine Begegnungszone an der Hauptstrasse, ähnlich wie sie in Burgdorf bereits existiert. Diesem Ansinnen kritisch gegenüber steht die SP: Die Situation in Worb und Burgdorf sei nicht vergleichbar, sagt Parteipräsidentin Schilt. Der Gemeinderat verfolge die Idee Begegnungszone weiter, erklärt Peter Bernasconi. Allerdings müssten zuerst die Grundlagen genau abgeklärt werden.
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