WORB / Überbauung «Bären»Doch ein neuer Saal?Projektänderungen für die Überbauung auf dem «Bären»-Areal in Worb: Die Gemeinde will auf ein Restaurant verzichten, dafür aber die Gemeindeverwaltung und den neuen Saal zusammen in einem Gebäude realisieren.kü. Noch ist für diejenigen, welche in Worb einen Saal befürworten, nicht alles verloren. Mit der Konzeptänderung für die Überbauung «Bären» zwischen Kirchweg, Hauptstrasse und Bernstrasse steigen die Chancen, dass der alte «Bären»-Saal nun doch ersetzt wird. Das neue Konzept sieht vor, den auf 350 bis 400 Plätze verkleinerten Saal gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung unterzubringen. Dabei soll auf das ursprünglich geplante Restaurant verzichtet werden. Laut Gemeindepräsident Peter Bernasconi konnte dafür keine private Trägerschaft gefunden werden. Ausserdem hätten verschiedene Worber Vereine gewünscht, dass kein Restaurant eingerichtet werde, weil für Anlässe oft ein eigener Restaurationsbetrieb vorgesehen sei. Die neue Variante bedingt, dass die Raumreserve für die Gemeindeverwaltung verkleinert wird. Ein Teil dieser Reserve ist laut Bernasconi bereits für Spitex vorgesehen. Mehrzweckräume gestrichenIm ursprünglich für die Gemeindeverwaltung vorgesehenen Trakt sollen neu Büros, Läden und Wohnungen eingerichtet werden. Der Grossverteiler Coop, bereits zu Beginn der Planung mit dabei und auf zwei Stockwerke angewiesen, wird in beiden Untergeschossen untergebracht. In einem Teil davon befindet sich die unterirdische Einstellhalle. «Wir werden die Parkplätze bewirtschaften», erklärt der Gemeindepräsident. «Die Halle soll nicht zum Park and Ride des RBS werden.» Der Haupteingang von Coop ist nach wie vor bei der Hauptstrasse vorgesehen. Ursprünglich geplante Mehrzweckräume, wo beispielsweise eine Bibliothek oder Schulräume hätten untergebracht werden können, sind aus Kostengründen aus der Planung gekippt und im neuen Konzept nicht mehr enthalten. Zentral: GemeindeverwaltungAuch wenn sich die Gemeindeverwaltung nun mit einer bescheideneren Lösung abfinden muss, begrüsst Peter Bernasconi die Vermischung, welche durch die neue Variante entstehen wird. «Damit ergibt sich eine klare Grundeigentumssituation», sagt er. So könne man sich auf die jeweilige Nutzung konzentrieren. Ein grosser Vorteil sei, dass die Gemeindeverwaltung künftig zentral geführt werden könne. Vorerst muss die Projektänderung umgesetzt und überarbeitet werden. Das zu überbauende Land gehört zu rund 80 Prozent der Gemeinde Worb, der Rest der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG). Gemäss Bernasconi ist ein Landabtausch vorgesehen. |
BÄRENZENTRUM WORB«Ein heisses Büro» - mit AussichtDie letzten Zügelkisten werden gepackt. Selbst Gemeindepräsident Peter Bernasconi legt Hand an. Zurzeit zieht die Worber Gemeindeverwaltung ins neue Verwaltungsgebäude auf dem Bären-Areal um.Michael Gerber Über die Festtage kann Peter Bernasconi seine Hände nur kurz in den Schoss legen. In diesen Tagen zügelt die Worber Gemeindeverwaltung in den 14,5 Millionen Franken teuren Neubau auf dem Bären-Areal. Da muss selbst der Gemeindepräsident kräftig zupacken. Der Schrank in seinem - bald schon ehemaligen Büro - steht weit offen. Die Tablare sind leer und das Schrankpapier wirkt abgenutzt. Im Durchgang stapeln sich die Zügelkisten, vom Präsidenten feinsäuberlich angeschrieben mit «Präs/335/Bernasconi». Auf dem Schreibtisch türmen sich Dossiers, Ordner und Büromaterial. Zuoberst liegen zwei gerahmte Fotografien. Zwei grosse Bilder stehen auf dem Boden. Peter Bernasconi greift sich die beiden Gemälde und bahnt sich einen Weg durch den mit Kisten überstellten Vorraum. Im grosszügig gestalteten Eingangsbereich des neuen Verwaltungsgebäudes sind die Handwerker wenige Tage vor der Eröffnung noch am Werk. Auf dem Fussboden dudelt das obligate Baustellenradio in voller Lautstärke. Vorsichtig steigt der Gemeindepräsident über herumliegendes Werkzeug hinweg, steuert zielstrebig auf den Lift zu und fährt damit in sein neues Reich im dritten Obergeschoss. Noch wirkt Raum 335 leer. Im neuen Büro des Worber Präsidenten stehen zwei grosse, schwarze Tische und ein halbes Dutzend Lederstühle herum. Der Wand entlang erstreckt sich ein weisses USM-Gestell. Gegen Süden gibt eine grosse Fensterfront den Blick frei auf die übrigen Neubauten auf dem Bären-Areal. Und aus der Ferne grüssen Jungfrau und Blümlisalp. Peter Bernasconi strahlt wie ein reichbeschenkter Junge an Weihnachten. «Das ist ein heisses Büro», schwärmt er - und denkt dabei nicht zuletzt an die zu erwartenden hohen Temperaturen im Hochsommer. Zum Glück seien die Zeiten im alten «Chrümmeli» bald endgültig vorbei. Bernasconi: «Dort war es wirklich eng. Und Sitzungen mit mehr als zwei Personen waren nicht möglich.» Im neuen Jahrtausend wird der Worber Präsident seine Gesprächspartner in seinem neuen, repräsentativen «Oval office» empfangen können. Mit dem Einzug im neuen Gemeindehaus geht für die Worber Verwaltung ein Jahrzehnte langes Provisorium zu Ende. Bereits Anfang Januar werden alle bisher an drei Standorten untergebrachten Abteilungen an den Bärenplatz 1 unter einem Dach vereint sein. «Das wird uns die Arbeit stark vereinfachen», ist Peter Bernasconi überzeugt. Ausserdem lohne sich der Neubau für die Gemeinde auch finanziell. Durch den Verkauf eines grossen Teils des Bären-Areals habe Worb rund 10 Millionen Franken kassiert, und mit diesem Geld in der Zwischenzeit am Kapitalmarkt noch etwas dazuverdient. «Wir mussten also nur gut vier Millionen anderweitig beschaffen», rechnet der Gemeindepräsident vor. Zudem könnten so jährlich rund 200'000 Franken an Mietzinsen gespart werden. Bernasconi: «Die Rechnung geht für uns auf. » Das neue Gemeindehaus ist ab dem 3. Januar 2000 offen. Gleichzeitig erhält die Verwaltung neue Telefonnummern. Die neue Hauptnummer lautet 031 838 07 00. |
WORBEin Abend für 530 FrankenAb September bewirtschaftet die Brauerei Egger den Bärensaal. Dorfvereine kostet die Benutzung 530 Franken pro Abend, weitere 200 Franken steuert die Gemeinde bei.bas. Zwischen 300 und 400 Personen werden im neuen Gemeindesaal in der Bären-Überbauung an Tischen Platz nehmen können. Den Belegungsplan des Saals wird nicht die Gemeinde führen, ebenso wenig hat sie mit der Reinigung und dem Unterhalt zu tun: Im Sinne des New Public Managements überlässt sie die Bewirtschaftung der Brauerei Egger. Der Gemeinderat habe den Vertrag verabschiedet, ab 1. September betreibe das Worber Unternehmen den Saal mit moderner Infrastruktur auf eigene Rechnung, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern an einer Medienorientierung. Geregelt haben Gemeinde und Brauerei unter anderem, wie viel die ortsansässigen Vereine für Saalbenutzung aufzuwerfen haben. Ihnen werden pro Abend 530 Franken in Rechnung gestellt, zusätzliche 200 Franken hat die Gemeinde zu berappen. «Im Quervergleich kommt diese Lösung die Worber Vereine günstig zu stehen»; meint Bernasconi. Die Vereine könnten nämlich auf eigene Rechnung wirten und seien frei in der Wahl des Getränkelieferanten. Die Brauerei Egger biete ihnen die Tranksame zu Wirte-Einstandspreisen an. Die Saalmiete für auswärtige Vereine und andere Benutzer könne die Brauerei Egger selber festlegen. Der Vertrag sei auf ein Jahr mit Option auf Verlängerung abgeschlossen worden. Laut Bernasconi dürfte das Worber Gemeindeparlament seine Sitzungen von der Aula in den Bärensaal verlegen. Finanziell werde die neue Lösung die Gemeinde teurer zu stehen kommen als die bisherige. |
WORBLicht aus Taschenlampe anSchick sieht sie aus, die neue Gemeindeverwaltung in der Bären-Überbauung. Hin und wieder kommt sie den Angestellten trotzdem recht düster vor. Und manchmal tappen sie regelrecht im Dunkeln: Die topmoderne Beleuchtung funktioniert recht autonom.Worbs Gemeindepräsident Peter Bernasconi hälts bei Besprechungen in seinem schönen neuen Büro nicht lange am Sitzungstisch aus. Ungefähr alle acht Minuten steht er auf. Nach dieser Zeitspanne erlischt jeweils die Lampe. Neuste Beleuchtungstechnik ist installiert in der Verwaltung. Das heisst: Nicht simple, von Menschenhand ausgeführte Schaltermanipulationen bestimmen, wie lange es hell bleibt in den Räumen, sondern hoch sensible Bewegungsmelder. Und jener in Bernasconis Büro merkt zwar, wenn der Chef am Pult sitzt - der Sitzungstisch aber liegt vermutlich ausserhalb seines Wahrnehmungsbereichs. Bernasconi geht das Problem pragmatisch an. Er hat sich eine Taschenlampe gepostet. Um die wäre Sekretär John Günther jüngst auch ganz froh gewesen. Er hätte damit rascher aus dem plötzlich stockdunklen Sitzungszimmer hinausgefunden. * Zur Autonomie des Lichts in der Worber Gemeindeverwaltung existieren diverse Theorien. Elektriker und Schaltungstechniker beispielsweise verfolgen sozusagen diametral entgegengesetzte Fährten. In John Günthers Worten: «Jeder sagt, der andere sei schuld.» Vorübergehend fasste sogar Orkan «Lothar» den Schwarzen Peter: Just in der Endprogrammierungsphase habe dieser für einen Stromunterbruch gesorgt und die bereits geleistete Arbeit vollkommen zunichte gemacht, bekam Bernasconi vom Architekten zu hören. * Die Hightech-Beleuchtung sei nicht etwa teurer gewesen als herkömmliche Lichtanlagen, betont Bernasconi. Zudem lasse sich damit Strom sparen - selbst dann, wenn die Lampen sich nur ausschalteten, wenn dies auch tatsächlich von ihnen erwartet würde. Erstaunlich eigentlich, dass sich die Computer kooperativ verhalten. Zwar gabs auch mit den Internet Pannen. Mailen können die Angestellen nun aber - notfalls halt im Dunkeln. BARBARA STEINER |

