WORBGFL will dritten SitzDie Grüne Freie Liste Worb (GFL) tritt mit 16 Kandidierenden zu den Wahlen in den Grossen Gemeinderat an. Sieben Personen auf der Liste gehören den Jungen Grünen an. Die GFL strebt laut Mitteilung einen dritten Sitz an. Sie will helfen, die Mehrheitsverhältnisse im Parlament und im Rat zu kippen. WRS GFL-Kandidaturen Gemeinderat: Marianne Morgenthaler (Richigen), Hans-Ulrich Steiner (Rüfenacht), Roland von Arx (Worb). GFL-Kandidaturen Grosser Gemeinderat: Sibylle Flentje (bisher, Worb), Hans-Ulrich Steiner (bisher, Rüfenacht), Esther Bachmann Attinger (Worb), Sandra Birri (JungeGrüne, Worb), Adrian Bolli (JungeGrüne, Worb), Urs Gerber (Worb), Rita Götschmann (Worb), Adrian Indermühle (JungeGrüne, Worb), Katrin Leder (JungeGrüne, Worb), Samuel Liniger (JungeGrüne, Worb), Ruedi Lüthi (JungeGrüne, Worb), Markus May (Worb), Claudio von Arx (JungeGrüne, Worb), Roland von Arx (Worb), Sibylle Wetli (Worb), Kaspar Weber (Rüfenacht). |
GEMEINDERAT WORBKeinen Sitz auf Nummer sicherJetzt ist klar, wer bei den Worber Gemeinderatswahlen zusammenspannt. Die Listenverbindungen können entscheidend sein, denn noch ist offen, ob alle bisherigen Gemeinderäte ihren Sitz verteidigen können. So sind im diesjährigen Wahlkampf zwei Parteien weniger im Rennen: Die Freien Wähler und die CVP haben sich während der Legislatur aufgelöst. Gerade aber die Freien Wähler haben bei den letzten Wahlen mitgeholfen, die EVP in den Gemeinderat zu hieven. Dank einer Listenverbindung schafften es die beiden kleinen Parteien, sich gegen die grossen zu behaupten - und dies trotz der Reduktion des Gemeinderats von neun auf sieben Mitglieder. In der internen Ausmarchung waren dann die Freien Wähler knapp unterlegen, und die EVP hatte den Sitz gemacht. Diese Unterstützung fehlt der Partei jetzt. EVP-Sitz doch gerettet?Doch die EVP hat für die Wahlen im November neue Partner gefunden: Sie wird eine Listenverbindung mit der GFL eingehen, und gemeinsam gehen die beiden eine weitere Listenverbindung mit der SP ein. So dürfte die EVP ihren Sitz retten. Ihr Gemeinderat Niklaus Gfeller sieht den Wahlen auf jeden Fall zuversichtlich entgegen. Auch wenn er sich bewusst ist: «Die SVP hat es auf meinen Sitz abgesehen.» In der Tat hat die SVP schon im Frühling ihr Ziel bekannt gegeben: drei Sitze im Worber Gemeinderat. Bis jetzt ist die Partei mit zwei Sitzen vertreten, bei der Reduktion des Gemeinderates vor vier Jahren hat sie einen Sitz verloren. Stellt die SVP tatsächlich noch einen Kandidaten fürs Präsidium, könnte dies die Taktik sein, ihr Ziel zu erreichen. Bekannt ist, dass die SVP mit der FDP eine Listenverbindung eingeht. «Das ist selbstverständlich» und sei eine langjährige Tradition, sagt FDP-Präsident Jakob Kirchmeier. Vor vier Jahren hatte sich auch noch die inzwischen aufgelöste CVP an dieser Verbindung beteiligt. Den Sprung in den Gemeinderat schaffte die CVP nicht, während die FDP trotz Reduktion ihre zwei Sitze halten konnte. Dass eine zu starke SVP diese jetzt gefährden könnte, sei nicht diskutiert worden, so Kirchmeier. «Hauptsache ist eine bürgerliche Mehrheit.» Gegen den BürgerblockGenau diese Mehrheit will wiederum die SP knacken und bei den Wahlen im November einen Sitz dazugewinnen. «Das Potenzial ist vorhanden», ist SP-Co-Präsident Jürg Kaufmann überzeugt. Vor vier Jahren allerdings musste die Partei Federn lassen. Sie hat bei der Reduktion zwei Sitze eingebüsst und ist zurzeit mit Gemeindepräsident Peter Bernasconi und einem weiteren Mitglied im Rat vertreten. Eine Unbekannte im Spekulieren um Wähleranteile sind die Stimmen der ehemaligen Freien Wähler. Zwar sind im Parlament die Mehrheit der FW-Mitglieder der SP beigetreten. Doch das dürfte nicht repräsentativ für die gesamte Wählerschaft der Freien Wähler sein. Man nimmt an, dass sich diese gleichmässig auf die anderen Parteien aufteilt. BRIGITTE WALSER |
WAHLEN IN WORBPeter Bernasconi (SP) erhält KonkurrenzIm letzten Moment gibt die SVP ein ehrgeiziges Ziel bekannt: Sie will das Worber Gemeindepräsidium erobern.Jetzt ist es öffentlich. Die SVP fordert Peter Bernasconi (SP) heraus. Sie hat Bruno Wermuth einstimmig als Kandidaten fürs Worber Gemeindepräsidium nominiert. Der 43-jährige Meisterlandwirt ist in der Gemeinde aufgewachsen und führt einen Biobetrieb in Vielbringen. Wermuth ist seit 1996 Mitglied des Worber Parlaments und der Geschäftsprüfungskommission, die er zwei Jahre lang präsidiert hat. In Vielbringen ist er Kommandant der Feuerwehr und war Präsident des Dorfvereins. Bereits vor vier Jahren kandidierte Wermuth für die Exekutive, schaffte den Sprung in den Gemeinderat aber nicht. «Echte Wahlen»Bis zum letzten Moment hat die SVP gewartet, bis sie Wermuths Kandidatur offiziell bekannt gab. An der Versammlung vom Freitagabend nominierte sie ihn, heute Montag ist die Eingabefrist für die Gemeindewahlen. Dank ihrer Kandidatur komme es im November zu echten Wahlen, schreibt die SVP in ihrer Pressemitteilung. Die Partei sei der Ansicht, dass die Aufgabe des Gemeindepräsidiums «gegenüber früher nicht mehr während unzähligen Jahren mit dem gleichen Elan bewältigt werden kann». Unterstützung?Ob Wermuth auf die Unterstützung der FDP zählen kann, steht noch nicht fest. Die FDP wird ihr Vorgehen an der nächsten Versammlung bestimmen. Die beiden Parteien sind für das Parlament und den Gemeinderat eine Listenverbindung eingegangen. Gerade die Abstimmung von diesem Wochenende hat aber gezeigt, dass sie sich auch unterscheiden. Die FDP setzte sich für die Tagesschule ein, die SVP ergriff das Referendum dagegen. So oder so setzt sich die SVP mit ihrer Kandidatur ein ehrgeiziges Ziel. Bis jetzt hat es niemand geschafft, den seit 1988 amtierenden 56-jährigen SP-Politiker Peter Bernasconi herauszufordern. Vor acht Jahren hat es die Freiheitspartei versucht. Auch damals sprach man von Wahlstrategie: Die Partei habe sich durch die Präsidentschaftskandidatur Stimmen für den Sitz im Gemeinderat erhofft. Die Strategie schlug fehl, der Kandidat wurde gar aus dem Gemeinderat abgewählt, sein Sitz ging an die SP. BRIGITTE WALSER
WORB: SVP-KANDIDAT BRUNO WERMUTH«Es wird sehr, sehr schwierig»SVP-Parlamentarier Bruno Wermuth sagt, weshalb er den amtierenden SP-Gemeindepräsidenten herausfordern will. Bruno Wermuth: Es wird sehr, sehr schwierig, dessen bin ich mir bewusst.
Geht es Ihnen vielleicht weniger ums Präsidium als vielmehr um einen Sitz im Gemeinderat? Es stimmt, das Ziel der SVP sind drei Sitze im Gemeinderat. Ich persönlich habe aber schon vor vier Jahren einen Konkurrenten für Peter Bernasconi gefordert. Er ist seit 16 Jahren Präsident. Routine kann gefährlich sein. Jetzt braucht es neue Kräfte, Motivation und Ideen.
Sind Sie mit seiner Arbeit unzufrieden? Ich will lieber vorwärts schauen als auf Fehler zeigen.
Gibt es denn welche? Das Volk hat die Gemeinderäte und den Präsidenten gewählt, damit sie führen und entscheiden. Ich stelle aber die Tendenz fest, dass sie immer mehr delegieren. Man holt Gutachter und Experten und entfernt sich damit vom eigentlichen Auftrag. Vom Gewerbe erhalte ich zudem die Rückmeldung, dass die Kommunikation mit dem Gemeindepräsidenten ungenügend sei.
Auf das Problem hat die Exekutive mit dem Wirtschaftsapéro reagiert. Stimmt. Doch mit einem jährlichen Apéro ist es nicht getan. Worb muss wirtschaftsfreundlicher werden.
Das Gewerbe begrüsst die Tagesschule. Sie lehnten sie ab. Ob eine Tagesschule wirtschaftsfreundlich ist, will ich offen lassen. Das Gespräch zu Hause mit den Kindern kann keine Fremdbetreuung ersetzen. Eine Tagesschule gilt heute nicht einmal mehr als Standortvorteil, sondern bereits als Standard. Aber es kann doch nicht sein, dass eine Familie sich jene Gemeinde zum Wohnen aussucht, welche ihre Kinder am besten betreut. Nicht der Staat, sondern die Eltern müssen die Verantwortung für die Kinder übernehmen. Da müssen auch die Männer umdenken. Sie können die Kinder nicht einfach der Frau oder dem Staat überlassen.
Was würden Sie als Gemeindepräsident anders machen? Ich bin gerne Worber und fühle mich wohl hier. Mein Ziel ist, dass das alle von sich sagen, die hier wohnen. Wir haben ein Problem mit dem Verkehr. Punkto Umfahrung ist der Gemeinderat zu lange auf der falschen Schiene gefahren. Er hat nicht auf Einsprecher gehört und sie als Verhinderer bezeichnet, bis der Bund ihnen Recht gab. Die Kommunikation gegen aussen wurde vernachlässigt. Ein Gemeindepräsident muss mehr unter die Leute gehen.
Ist das realistisch in einer Gemeinde mit 11000 Einwohnern? Absolut.
Weshalb gibt die SVP Ihre Kandidatur erst jetzt bekannt? Wir nahmen schon im Frühling mit der FDP Kontakt auf, doch eine Zusammenarbeit kam nicht zu Stande. Intern ist meine Kandidatur nicht erst seit Freitag bekannt.
Was passiert mit Ihrem Bauernhof, wenn Sie gewählt werden? Da würde sich eine Lösung finden lassen. Wo positionieren Sie sich innerhalb der SVP? Ich werde von der Partei unterstützt, bin aber sicher kein Hardliner. Ich habe Erfahrung mit sozialen Anliegen und produziere biologisch. Umwelt, Nachhaltigkeit und Ökologie sind mir wichtig. Da komme ich manchmal mit meiner Partei in den Clinch. Aber die Spannbreite des Denkens innerhalb der SVP ist gross. Das bringt die Partei weiter. INTERVIEW: BRIGITTE WALSER |
WORBKonkurrenz für Bernasconi Neuen Elan verspricht sie sich von Bruno Wermuth. Der 43-Jährige sitzt seit acht Jahren im Worber Parlament. Er wohnt in Vielbringen, wo er zusammen mit seiner Frau einen biologisch bewirtschafteten Bauernhof führt. Ausserdem ist er Kommandant der Feuerwehr Vielbringen und präsidierte von 1996 bis 2001 den Dorfverein. Als Gemeindepräsident möchte er nahe bei den Leuten sein, sagte Wermuth gestern auf Anfrage. Ihm sei es ein Anliegen, auch in den Aussenbezirken präsent zu sein und die Anliegen dieser Bevölkerungskreise ernst zu nehmen. Er möchte zudem eng mit dem örtlichen Gewerbe zusammenarbeiten und Worb in Verkehrsfragen weiter bringen. Wermuth weiss, dass der Kampf ums Gemeindepräsidium «sehr hart» werden wird. Ein Bisheriger, der sich nichts Grobes zu Schulden habe kommen lassen, werde meistens nicht abgewählt, ist sich der SVP-Kandidat bewusst. Warum stellt er sich dennoch zur Verfügung? Nach 16 Jahren habe die Worber Bevölkerung das Recht auf eine Auswahl, sagt Wermuth. Ausserdem belebe seine Kandidatur den Wahlkampf. Gross zu seiner Konkurrenz äussern mochte sich der amtierende Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern nicht. «Jede Konkurrenz ist eine Konkurrenz», sagte er lediglich. Würde er durch eine Kampfwahl wieder gewählt, erhöhe dies die Legitimation der Wahl, so Bernasconi. Ob die FDP die Kandidatur der SVP unterstützten wird, ist bis jetzt noch unklar. Die Freisinnigen wollen am 19. Oktober eine ausserordentliche Parteiversammlung zu diesem Thema abhalten. (car) |
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GEMEINDEPRÄSIDENT WORB«Ich rechne mit einer Wiederwahl»Peter Bernasconi (SP) ist seit 16 Jahren im Amt. Worbs Gemeindepräsident sagt, weshalb er nochmals gewählt werden will, und nimmt Stellung zu den Vorwürfen seines SVP-Herausforderers Bruno Wermuth.Herr Bernasconi, die SVP sagt, nach 16 Jahren im Amt falle man in eine gefährliche Routine. Ist das so? Was fordert Sie denn heute noch heraus? Vor allem neue Projekte, etwa das Ortsmarketing, oder neue Aspekte der Ortsplanung. Unsere Finanzsituation hat sich gebessert, nun sind wir gefordert, sie im Griff zu behalten. Eine Gemeindeverwaltung ist wie ein Unternehmen: Wenn man nicht ständig am Ball bleibt, fällt man zurück. Das ist ein Ansporn. Was sind Ihre Ziele für die nächste Legislatur? Die Finanzen auf diesem Niveau. zu halten. Dann werden wir mit der Siedlungsentwicklung, der Realisierung des Entwicklungsschwerpunktes Worbboden und der Verkehrssanierung weiterfahren. Und ich möchte das Projekt Ortsmarketing vorantreiben. Davon wird vieles über die Legislatur hinausgehen. Planen Sie schon weiter? Selbstverständlich. Ich denke nicht im 4-Jahres-Rhythmus, meine Planung geht weit über das hinaus, was ich als Gemeindepräsident noch realisieren werde. Wer kurzfristig plant, kann keine Visionen entwickeln. Da kommt mir meine Zusatzausbildung als Raumplaner zugute. Dort denkt man in Zeitspannen von zehn, fünfzehn Jahren. Die SVP pocht auf schnelleres Umsetzen, etwa in der Verkehrssanierung. Dort ist die Gemeinde passiver Partner. Der Kanton ist Bauherr, er und der Bund, bestimmen den Zeitplan und das Vorgehen. Wir können murren, wenns nicht vorwärts geht, aber mehr können wir nicht tun. Bei der Weiterführung der Umfahrung haben wir die Initiative ergriffen, weil das mit der Siedlungsentwicklung zusammenhängt. Dafür sind wir zuständig. Welche Fähigkeiten braucht ein Gemeindepräsident von Worb? Er braucht intellektuelle Fähigkeiten, um die Geschäfte koordinieren, zuweisen und bewerten zu können. Er muss das Gremium des Gemeinderates leiten können. Das ist manchmal heikel, denn das Präsidium ist ein Vollamt, einen allfälligen Informationsvorsprung darf der Präsident aber nicht zu seinen Gunsten ausnutzen, alle Infos müssen allen zugänglich sein. Kommunikation ist wichtig. Gerade bei der Kommunikation, sagt Ihr SVP-Herausforderer Bruno Wermuth, hapere es bei Ihnen. Er sagt, Sie würden zu wenig unter die Leute gehen. Das stimmt nicht. Werde ich eingeladen, besuche ich Anlässe und verschiebe dafür auch andere Termine. Natürlich bin ich nicht ein Stammtischpolitiker, der Tag für Tag im Wirtshaus sitzt. Das war ich auch vor meiner Wahl vor 16 Jahren nicht. Wäre ich es, käme vielleicht der Vorwurf, ich würde besser mehr im Büro sein und arbeiten. Der Präsident darf sich nicht von den Bürgerinnen und Bürgern absondern, das mache ich aber auch nicht. Kommunikation ist Ihnen also wichtig? Sie ist sehr wichtig. Auch die interne. Ein Gemeindepräsident muss die Verwaltung führen können. Er ist ein Manager. Wie viele Leute arbeiten in der Verwaltung? Rund 8o Personen. Kann man Ihnen als Gemeindepräsident Fehler vorwerfen? Jeder Mensch macht Fehler, ich bin gerne bereit, darüber zu diskutieren und Konsequenzen daraus zu ziehen. Aber selbst die SVP sagt, man könne mir keine groben Fehler vorwerfen. Die SVP sagt, der Gemeinderat delegiere zu viel. Das widerspricht dem Vorwurf von der gleichen Quelle, der Gemeindepräsident habe zu viel Macht und sei zu dominant. Beide Vorwürfe stimmen nicht. Der Gemeinderat führt insgesamt sehr gut und straff. Die Schulraumplanung und das Ortsmarketing hat er delegiert. Wir lassen keine Studien anfertigen, wenn wir sie nicht brauchen. Gerade die Schulraumplanung hat sich bezahlt gemacht. Wenn wir all den Einzelwünschen gefolgt wären, hätten wir viel mehr Geld ausgegeben. Wo positionieren Sie sich innerhalb der SP? Ich bin Mitglied und trage die Politik der Partei voll mit. Aber als Gemeindepräsident mache ich primär das, was ich für die Gemeinde gut finde. Auch wenn das einmal von der SP-Haltung abweicht. Rechnen Sie mit der Unterstützung der FDP? Ich weiss nicht, wie die FDP entscheidet. Ich denke, meine Arbeit wird von ihr geschätzt, aber bei Wahlen geht es nicht nur um das. Ich versuche einfach, einen guten Job zu machen. Aber Sie rechnen mit einer Wiederwahl. Ich gehe davon aus, ja. Meine bisherigen Wahlresultate haben gezeigt, dass die Bevölkerung meine Arbeit schätzt. INTERVIEW: BRIGITTE WALSER
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WORBFDP hält nichts vom «Schnellschuss» der SVPDie FDP will den SVP-Kandidaten fürs Gemeindepräsidium, Bruno Wermuth, nicht unterstützen. Dies hat sie an einer ausserordentlichen Parteiversammlung am Dienstagabend beschlossen. Sie halte es derzeit nicht für opportun, den seit 16 Jahren amtierenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) herauszufordern, heisst es in einem Mediencommuniqué. Dies habe die FDP schon im Frühling gesagt, als die Listenverbindung mit der SVP für die Wahlen vom 28. November beschlossen wurde. An diesem Entscheid habe sich nichts geändert. Die FDP wolle stattdessen in vier Jahren eine Kandidatin oder einen Kandidaten ins Rennen ums Gemeindepräsidium schicken - und zwar jemanden aus den eigenen Reihen. Diese Person müsse zudem über Wirtschafts- und Führungserfahrung verfügen, heisst es weiter. Und vor allem: Die Wahl müsse seriös vorbereitet werden. Die SVP hatte sich erst kurz vor Ablauf der Nominationsfrist Ende September für ihren Anwärter aufs Gemeindepräsidium entschieden - für den Worber FDP-Präsidenten Jakob Kirchmeier eindeutig zu spät. Die Kandidatur von Bruno Wermuth hält er für einen «Schnellschuss». Ein Kandidat oder eine Kandidatin müsse beim Stimmvolk über eine längeren Zeitraum hinweg bekannt gemacht werden. Auch müsse diese Person einen politischen Leistungsausweis vorweisen können. Für Kirchmeier ist deshalb klar: «Der Wahlkampf für die übernächste Legislatur fängt bereits am Tag nach den diesjährigen Wahlen an.» Der Worber SVP-Präsident Martin Wälti zeigte sich gestern «enttäuscht» ob des Entscheids der Freisinnigen. Seine Partei werde aber genau gleich mit der Kandidatur für das Gemeindepräsidium weiterfahren wie geplant. Denn Wälti ist überzeugt, dass Bruno Wermuth auch Stimmen aus der FDP auf sich vereinen wird: «Die Basis stimmt nicht immer so wie die Parteispitze.» (car) |
WAHLEN WORBSVP: Angriff auf die FDP Die FDP unterstützt Bruno Wermuth nicht: Die Bürgerlichen verweigern dem SVP-Kandidaten die Hilfe im Kampf ums Worber Gemeindepräsidium. Dies hat die Parteiversammlung am Dienstag einstimmig beschlossen. «Die FDP steht zu ihrem Wort», titelt die Partei ihre Pressemitteilung dazu. Denn sie habe es nie als opportun erachtet, einen Gegenkandidaten zu Peter Bernasconi (SP) aufzustellen. Zumal die Freisinnigen dem amtierenden Gemeindepräsidenten nichts vorzuwerfen hätten, sagt Präsident Jakob Kirchmeier. Man wolle in vier Jahren mit einer eigenen Kandidatur fürs Gemeindepräsidium antreten. Und zwar mit einem Kandidaten, «der seriös vorbereitet wurde» und der «Wirtschafts- und Führungserfahrung» aufweise, schreibt die FDP. Im Klartext: Mit der im allerletzten Moment bekannt gewordenen Kandidatur des Landwirts Bruno Wermuth können die Freisinnigen nichts anfangen. In Eintracht auseinanderDie SVP habe auf die Unterstützung der FDP gehofft, sagt SVP-Präsident Martin Wälti. Doch er ist überzeugt: «Die Spitze der FDP ist nicht mit der Basis gleichzusetzen.» Trotz des Entscheids der FDP werde die SVP nicht von ihrer Strategie abweichen. Von einer Spaltung der bürgerlichen Parteien in Worb wollen sowohl FDP als auch SVP nichts gemerkt haben: «Wir sind primär an einer bürgerlichen Mehrheit interessiert», sagt FDP-Präsident Jakob Kirchmeier. «Unser Gedankengut liegt noch immer ziemlich nahe beieinander», sagt SVP-Präsident Martin Wälti. Immerhin fügt Kirchmeier an: «In Worb wird die schweizerische Gangart geübt.» Und Martin Wälti sagt: «In letzter Zeit gehen die Meinungen eher auseinander als zusammen.» Taktik für dritten SitzDass Bruno Wermuth zum Gemeindepräsidenten gewählt wird, damit rechnet nicht einmal die SVP. Die Partei verfolgt ein ganz anderes Ziel: Das Portieren eines ihrer Mitglieder soll ihr zu einem dritten Sitz im Gemeinderat verhelfen. Die Frage ist nur, auf wessen Kosten dies gehen würde. Derzeit haben im siebenköpfigen Worber Gemeinderat die Bürgerlichen mit je zwei Sitzen der FDP und der SVP die Mehrheit. Will die SVP einen dritten Sitz, müssen die Bürgerlichen gegenüber dem Block von SP, GFL und EVP massiv an Stimmen zulegen. Gelingt das nicht, besteht die Gefahr, dass sich die Bürgerlichen untereinander konkurrieren und die Strategie der SVP zu einem Angriff auf die FDP wird. «Uns ist dieses Szenarium bewusst», sagt FDP-Präsident Jakob Kirchmeier. Ein möglicher Angriff der SVP auf die FDP sei an der Parteiversammlung diskutiert worden. «Wir greifen die FDP nicht an», sagt SVP-Präsident Martin Wälti, der sich aber sehr wohl bewusst ist, dass die SVP der FDP einen Sitz wegschnappen könnte. «Das wäre die ungünstigste Variante», sagt er. «Wir nähmen lieber einen der SP oder den der EVP.» Taktik für 2008Dass die FDP in vier Jahren mit einer Kandidatur fürs Gemeindepräsidium antreten wird, steht fest. Wie die SVP dann reagieren wird, ist offen. «Wir werden die heutige fehlende Unterstützung der FDP in vier Jahren nicht vergessen haben», droht Martin Wälti. Er will nicht ausschliessen, dass es dann zu einer Zweierkandidatur aus dem bürgerlichen Lager kommen könnte. BRIGITTE WALSER
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FDP unter DruckDie SVP gefährdet in Worb mit ihrer Wahlstrategie den Sitz der FDP im GemeinderatTrotz Uneinigkeit über den in letzter Minute nominierten SVP-Kandidaten fürs Gemeindepräsidium demonstrieren die Bürgerlichen gegen aussen eitel Minne.CATHERINE ARBER Noch vergangene Woche enervierte sich Albert Gambon, Parteisekretär der SVP-Worb, in einem Leserbrief im «Bund» über das unbürgerliche Verhalten der Freisinnigen. Es stimme nicht, dass diese es nie als opportun erachtet hätten, einen Gegenkandidaten zum amtierenden Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (sp) zu nominieren. Die FDP spreche mit «gespaltener Zunge», wenn sie dies nun behaupte. Und es sei schade, wenn sie nun aus wahltaktischen Überlegungen heraus den SVP-Gemeindepräsidiums-Kandidaten, Bruno Wermuth, nicht unterstütze. Eine Woche später demonstrieren die Bürgerlichen eitel Minne: «Wir sind mit der FDP nicht im Clinch», sagt SVP-Präsident Martin Wälti. Zum Leserbrief wolle er lieber nichts mehr sagen. Auch SVP-Präsident Jakob Kirchmeier will sich nach Absprache mit Martin Wälti nicht mehr zum Brief äussern. Nur so viel: Die FDP habe schon im Frühling erkannt, dass es chancenlos sei, einen Gegenkandidaten zu Bernasconi in den Wahlkampf zu schicken. Zwar habe es Gespräche mit möglichen Kandidaten gegeben. «Wir haben aber nie jemanden portiert», widerspricht Kirchmeier einer im Leserbrief gemachten Äusserung. Dem fürs Gemeindepräsidium kandidierenden Landwirt Bruno Wermuth werden kaum Chancen eingeräumt. Viel mehr ist davon auszugehen, dass die SVP mit der in letzter Minute erfolgten Nomination Wermuth bekannt machen und mit ihm einen weiteren Sitz im Gemeinderat erobern will. Die bürgerlichen Parteien halten derzeit mit je zwei Sitzen die Mehrheit in der siebenköpfigen Exekutive. Offiziell hat es die SVP auf den Sitz der kleinen EVP abgesehen. Mit ihrer Taktik könnte die SVP aber den zweiten Sitz der FDP, mit der sie am 28. November eine Listenverbindung eingeht, gefährden. Denn gelingt es den Bürgerlichen nicht, gegenüber dem Block von SP, GFL und EVP den Vorsprung zu wahren, konkurrenzieren sich SVP und FDP untereinander. «Kann sein, dass das passiert», sagt SVP-Präsident Wälti, dies geschehe aber nicht bewusst. Dass der bürgerliche Block nicht geschlossen ist, sei sicher nicht zum Schaden der SP, freut sich deren Ko-Präsident Jürg Kaufmann. Aufgrund der Worber Stimmverhältnisse bei den letztjährigen Nationalratswahlen sieht er den FDP-Sitz wackeln. Jenen der kleinen Parteien, der EVP und der GFL, sieht er aber nicht in Gefahr. |
Schlagabtausch am WahlfestAm Worber Wahlfest sorgte die Kampfwahl ums Gemeindepräsidium für einen vollen SaalCATHERINE ARBER Dominanter Gemeindepräsident«Nach 16 Jahren machen sich bei einem Gemeindepräsidenten Verschleisserscheinungen bemerkbar», sagte Wermuth über Bernasconi. «Das ist ein seltsamer Vorwurf, der mich erschüttert hat, als ich ihn zum ersten Mal hörte», erwiderte Bernasconi. Während seiner Amtszeit habe er sich keine Fehler zu Schulden kommen lassen. Über die politische Arbeit seines Widersachers konnte Bernasconi nicht viel sagen: Seit acht Jahren sitze dieser nun schon im Parlament, er kenne ihn aber zu wenig, um seine Arbeit beurteilen zu können. Der Landwirt aus Vielbringen wertete dies als ein Zeichen dafür, dass Bernasconi «zu wenig nah an der Bevölkerung» ist. Überhaupt: Der Gemeindepräsident kenne die Sorgen und Mentalitäten der Leute in den Aussenbezirken zuwenig. Als eine seiner ersten Amtshandlungen habe er eine Sprechstunde eingeführt, setzte Bernasconi Wermuth entgegen. Hunderte von Worberinnen und Worbern hätten seither bei ihm vorbeigeschaut. Und wenn man ihn an einen Anlass einlade, so nehme er wenn immer möglich daran teil, so der Gemeindepräsident. Ob es denn stimme, dass er, Bernasconi, zu dominant sei, ja sogar die Gemeinderäte im Griff habe, wollte Moderator Christen wissen. «Diesen Vorwurf muss ich in aller Form zurückweisen», sagte Bernasconi. Er führe den Gemeinderat kollegial, sonst hätten sich seine Kollegen sicher bei ihm beschwert. «Bernasconi kann nur so stark sein, wie andere schwach sind», fügte später der SP-Gemeinderat Bruno Haldi noch an. Und was soll in Worb bis in vier Jahren besser werden? «Ich möchte das Wir-Gefühl stärken», sagte Bruno Wermuth. Zudem möchte er, dass in Worb vermehrt nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet wird. Auch Bernasconi möchte in Worb Arbeitsplätze schaffen und dadurch die Pendlerbewegungen verkleinern. Zudem möchte er die Finanzen weiter «im Griff behalten», ohne dass sich die Gemeinde zu Tode spare und die Lebensqualität eingeschränkt werde. Die Umfahrung sei kurzfristig nicht realisierbar, weil der Kanton das Projekt zurückgestellt habe. Deshalb müsse vorderhand in den Quartieren nach Verkehrslösungen gesucht werden. Als Christen die Parteienvertreter im Anschluss an das Duell nach Wahlempfehlungen fragte, wurde klar: Der SP-Kandidat dürfte starke Unterstützung aus den FDP-Reihen bekommen. «Wenn wir die SVP wählen, gehen uns Stimmen verloren», sagte FDP-Fraktionschef Ulrich Emch. Die SVP-Nomination sei «wahltaktisch keine geschickte Aktion» gewesen. Einige SVP-Politiker ringen mit sich: Für ihn sei es eine schwierige Situation, sagte SVP-Gemeinderat Peter Hubacher. Er werde noch in sich gehen. Keine Tabus beim SparenDie Gemeinde müsse in Bezug auf die Umfahrung vermehrt Druck beim Kanton machen, forderte EDU-Präsident Adolf Seematter in der Diskussionsrunde der Parteienvertreter. Die Gemeinde könnte mehr von sich aus unternehmen und etwa Tempo-30-Zonen einführen, sagte GFL-Präsident Roland von Arx. Beim anderen Worber Dauerthema, den Finanzen, sprachen sich die bürgerlichen Parteien für eine weitere Steuersenkung aus. Wo genau sie aber den Sparhebel ansetzen würden, sagten sie nicht. «Beim Sparen gibt es keine Tabu-Themen», sagte Ulrich Emch, ohne konkret zu werden. Beim Gemeindepersonal oder bei den Konsumausgaben könnte die Gemeinde zurückhaltender sein, schlug SVP-Präsident Martin Wälti vor. SP-Ko-Chef Jürg Kaufmann gab zu Bedenken, dass Worb es sich momentan nicht leisten könne, den Steuerfuss noch weiter zu senken. |
Einer macht das Rennen Von drei Plakaten lächelt Bruno Wermuth (SVP). Peter Bernasconi (SP) ist zwar nur auf einem zu sehen - dafür auf einem grossen. An ihren Parteiständen im Entree des Worber «Bären»-Saals zeigen sich die beiden Anwärter fürs Gemeindepräsidium von ihren besten Seiten: Wermuth hat Apfelsaft von seinem Biobauernhof mitgebracht. Von Bernasconis Wahlplakat leuchtet eine Homepage-Adresse, auf dem SP-Tisch liegen Streichhölzer. Am Wahlfest der «Worber Post» sind alle Parteien auf Wählerfang: die FDP mit roter Stellwand, die EDU mit Schöggeli und Laptop, die GFL mit grünem Tuch, und auch die EVP hat Prospekte aufgelegt. Der Saal selbst sieht nach Party aus: farbige Ballons, runde Stehtische auf der Bühne. Die Menschen drängen sich an die Tische, einige müssen stehen bleiben. Taktik ohne InhaltWie es auch in einer Gerichtsverhandlung kurz vor dem Urteil üblich ist, setzen die Anwälte der Angeklagten - oder hier der Kandidierenden - zum Plädoyer an, Bruno Wermuth sei «offen, direkt, zukunftsorientiert», schwärmt Christoph Ott. Als «berechenbar, vorausschauend, erfahren» beschreibt Marcel Fuchs Peter Bernasconi. «Also zwei Prachtsgügger», schlussfolgert Moderator Martin Christen, bevor er die Kandidaten zum Streitgespräch auffordert. Er kenne Wermuth zu wenig, um zu wissen, ob das Plädoyer richtig sei, so Bernasconi. Diese Aussage nutzt sein Herausforderer zur Offensive: «Dass Bernasconi mich nicht kennt, entspricht seinem Typ. Bei mir wäre das nicht so», sagt Wermuth. Er würde sein Büro im Gemeindehaus vom obersten Stock zuhinterst in den mittleren Stock ganz nach vorne verlegen, führt der SVP-Mann den taktischen Schachzug fort. Damit er näher bei den Leuten sei. Zu wenig volksnah, aber zu dominant im Gemeinderat sei der bisherige Präsident, argumentiert Wermuth. Und nach 16 Jahren Amtszeit auch etwas «verschlissen», vor allem, wenn es darum gehe, die Umfahrungsstrasse im Grossen Rat durchzubringen. Bernasconi ist in die Defensive gedrängt: Er sei sehr volksnah, schliesslich habe er Sprechstunden eingeführt. Das Verschleissargument erschüttere ihn, denn seine Leistungen seien gut. Und er führe den Gemeinderat «sehr kollegial», es habe sich noch nie jemand beschwert. Bessere Karten hat der Alteingesessene bei den Sachfragen: Zur Gemeindeentwicklung, zum Verkehr und zu den Finanzen weiss er mehr zu sagen als sein Herausforderer. Wermuth wiederholt die Ansätze Bernasconis und bietet kaum eigene Inhalte. Zeit zum In-sich-GehenDie Parteien haben ihre Meinung gemacht: Die SVP ist für Wermuth. SP, EVP und GFL/Junge Grüne wählen Bernasconi. Die EDU gibt die Stimme frei. Die FDP, die eine Listenverbindung mit der SVP eingegangen ist, verweigert Wermuth die Unterstützung. «Der Zeitpunkt für einen bürgerlichen Kandidaten ist schlecht. Die FDP will in vier Jahren einen eigenen Anwärter stellen», so Fraktionspräsident Ueli Emch. Aber auch innerhalb der SVP gibt es Unentschlossene: «Ich will noch in mich gehen, wem ich meine Stimme gebe», sagt der bisherige SVP-Gemeinderat Peter Hubacher. Das werden auch die anderen noch unentschlossenen Worberinnen und Worber tun, die am 28. November wählen können. SANDRA RUTSCHTI |
Wahlen in Worb: Zweikampf ums GemeindepräsidiumDer Unermüdliche und sein Widersacher
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GEMEINDEPRÄSIDENT WORBDer Raumplaner oder der Landwirt?
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WAHLEN IN WORB
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Nicht bloss der JugendpolitikerKaum ist Jonathan Gimmel (sp) in den Worber Gemeinderat gewählt, wird der 33-Jährige als möglicher Gemeindepräsident gehandelt
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Gleich stark, was tun?Der neu gewählte Jonathan Gimmel (sp) hat 1043 Stimmen erhalten - genau gleich viele Stimmen also, wie der bisherige und wiedergewählte SP-Gemeinderat Bruno Haldi. Was wäre gewesen, wenn die SP ihre Sitzzahl in der Exekutive nicht von zwei auf drei hätte vergrössern können? Wer von den beiden Kandidaten hätte den zweiten SP-Sitz bekommen? Das erste Mandat geht ja an den mit 1600 Stimmen wiedergewählten Gemeindepräsidenten Peter Bernasconi (ebenfalls SP). Haldi und Gimmel hätten sich im Falle von Stimmengleichheit bei nur einem zu vergebenden Sitz selber absprechen müssen, wer das Mandat erhält. Dies sieht das Worber Reglement über Abstimmungen und Wahlen vor. Könnten sich die beiden nicht einigen, würde per Los entschieden, wer zum Zug kommt. Laut dem Worber Gemeindeschreiber Christian Reusser würde der Stimmausschusspräsident Harry Suter, der für die EVP im Parlament sitzt, das Los ziehen. Für Gimmel ist aber klar, dass es gar nie so weit gekommen wäre: «Ich hätte Bruno Haldi das Amt überlassen.» (car) |
Alle Worber Gemeinderäte kandidieren für eine weitere Legislatur. Eine Veränderung in der Exekutive scheint nicht in Sicht zu sein - auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick ist doch nicht alles klar. Denn die Parteien haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt, und es gelten andere Voraussetzungen als bei den letzten Wahlen.
Herr Wermuth, rechnen Sie sich wirklich Chancen aus, Worber Gemeindepräsident zu werden?
Seit 16 Jahren ist Peter Bernasconi (SP) Worber Gemeindepräsident - und er möchte es auch noch vier weitere Jahre sein. Als einzige Partei will ihm nun die SVP das Amt streitig machen. Kurz vor der heute ablaufenden Nominationsfrist für die Gemeindewahlen vom 26. November hat die SVP an einer ausserordentlichen Parteiversammlung Bruno Wermuth als Kandidaten fürs Gemeindepräsidium nominiert. «Mit der Kandidatur kommt es in Worb zu echten Wahlen», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Die Aufgabe des Gemeindepräsidenten könne nicht während unzähligen Jahren mit dem gleichen Elan bewältigt werden, stellt die SVP fest.
Peter Bernasconi: Überhaupt nicht. Als Gemeindepräsident bin ich ständig gefordert und muss neue Ideen entwickeln, da kann man nicht in eine Routine fallen. Das ist das Spannende daran. Ich verstehe nicht, dass für die SVP die Anzahl Amtsjahre ein Grund sind, jemanden zu wählen oder abzuwählen.
Die FDP hat entschieden: Sie wird den SVP-Kandidaten fürs Worber Gemeindepräsidium nicht unterstützen. Die beiden bürgerlichen Parteien wollen nicht von einer Spaltung sprechen. Doch für die FDP wirds eng.
Die FDP Worb ist in einer ungemütlichen Lage. Wie immer ging sie mit der SVP für die Wahlen eine Listenverbindung ein und markierte damit die bürgerliche Einheit. Doch dann stellte die SVP im Alleingang einen Kandidaten fürs Präsidium auf. Dass die FDP dies nicht goutiert, ist nachvollziehbar. Denn erstens hat der Herausforderer eines amtierenden Präsidenten erfahrungsgemäss keine Chance. Zweitens zweifelt die FDP an der Qualifikation des SVP-Kandidaten. Das lässt sich zwischen den Zeilen lesen. Drittens ist die Strategie der SVP, ob bewusst oder unbewusst, ein Angriff auf den nicht gesicherten zweiten Gemeinderatssitz der FDP. Eine Distanzierung der FDP von der SVP könnte als Linksrutsch aufgefasst werden, zumal in Worb seit einiger Zeit die Mitte fehlt. Darum wohl gehen die Freisinnigen nicht so weit, den bisherigen SP-Präsidenten explizit zu unterstützen. Das alles verhilft ihnen nicht zu einem klaren Profil. Die Linken werden davon profitieren, zumal sie in sich geschlossen auftreten.
Wahlpodien sind normalerweise nicht gerade ein Publikumsrenner. Nicht so in Worb: Am von der «Worber Post» organisierten Wahlfest am Donnerstagabend war der Bärensaal platschvoll. Das Publikum wurde mit Hochglanzprospekten eingedeckt, auf denen in markigen Worten gar vieles versprochen wird, die Bühne war mit bunten Ballonen der Parteien dekoriert. Es war aber schliesslich mehr als heisse Luft, was die Kandidatinnen und Kandidatenfür die Gemeindewahlen vom 28. November und die Parteienvertreter von sich gaben. Es ging um konkrete Inhalte: Der Moderator des Abends, Martin Christen, befragte die Politikerinnen und Politiker zu den Worber Dauerproblemen Finanzen und Verkehr. Doch zuerst stiegen der amtierende Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp) und sein Herausforderer Bruno Wermuth (svp) in die «Arena». Und sie gingen nicht gerade zimperlich miteinander um.
Am Worber Wahlfest lieferten sich Gemeindepräsident Peter Bernasconi und Herausforderer Bruno Wermuth ein Streitgespräch.
Peter Bernasconi (sp) ist seit 16 Jahren Worber Gemeindepräsident. «Von Amtsmüdigkeit keine Spur», sagt der 56Jährige. Und: Er könne der Gemeinde noch viel bieten.
Es sei an der Zeit, dass eine neue motivierte Person die Gemeinde führt, findet Bruno Wermuth (svp). Durch seine Kandidatur hat er Spannung in den Wahlkampfgebracht.
Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) arbeitete als Raumplaner. Im Gemeinderat ist er auch für die Planung zuständig.
Herausforderer Bruno Wermuth (SVP) ist Landwirt. Als Gemeindepräsident müsste er für den Hof einen Leiter suchen.

FDP Michèle Tanner (780), Jacques Blumer (777), Walter Würgler (759), Samuel Gerber (731), Martin Burkhard (724), Mirjam Dreyer (703), Walter Morand (670), Alexandra Lanfranconi (667), Walter Spahni (667), Erwin Kämpfer (662), Andreas Dürsteler (651), Thomas Zbinden (623), Hans Rudolf Möri (620), Elmar Bardill (617), Peter Bieri (611), Markus Heiniger (607), Barbara Beckmann (604), Barbara Maccaferri (601), Peter Vogt (595), Roland Jud (592), Heinrich Marti (590)
Die Jugend hat die Nase vorn
Mit 23 Jahren sass Jonathan Gimmel im Worber Parlament, zehn Jahre später schnappt der SP-Politiker der FDP einen Sitz im Gemeinderat weg. Hier will er aber nicht nur der Jugendpolitiker sein, sondern sich dafür engagieren, dass die Gemeinde sich weiterentwickeln kann.