ERFOLGREICHE SPORTLERWarum Worb zur Weltspitze gehörtAuf dem Eis, im Wasser, im Sand oder auf dem sicheren (Wald-)Boden: Worberinnen und Worber haben die Nase vorn. In der Gemeinde gibt es Sportgrössen wie Sand am Meer. Zufall oder Strategie?Brigitte Walser Belp ist es, Münsingen zweifellos auch, Konolfingen sowieso: neidisch auf Worb. Denn Worb hat punkto Sportgrössen die Nase vorn. Gut: Belp hat eine Schlittenhunde-Schweizermeisterin und einen Bodybuilder. Münsingen hat Simone Luder, aber das zählt nicht, denn die OL-Weltmeisterin wohnt erst seit kurzem in der Aaretaler Hauptstadt. Vorher ist sie von Tägertschi als Tägertscherin gefeiert worden. Worb aber hat Nicole Zahnd, Nadia Röthlisberger-Raspe, Martina Fritschy, Alain und Nadine Rohr, Florence Dinichert, Roland Käser... Die Liste hört nicht auf. Alles echte Worber Sportgrössen mit Rang und Namen, die sich in Salt Lake City, Atlanta oder Sydney die Hand reichten und in Athen ihr Wiedersehen feiern wollen. Worb, eine Gemeinde gesegnet mit Sport-Ikonen. Das kann kein Zufall sein. Aber was sonst? Weshalb passen Worb und Sport zusammen wie Francine Jordi und Tony Rominger? Für Informationen und Auskünfte an die Medien ist in Worb der Gemeindepräsident zuständig. «Tatsächlich?»« Haben wir tatsächlich so viele viele Sportler?», fragt Peter Bernasconi (SP) zurück. Das sei ihm gar nicht aufgefallen, sagt der ansonsten sehr sportliche Gemeindepräsident. Er nimmt aber den Faden gerne auf und spinnt ihn ortsmarketingmässig weiter: «Vielleicht wäre mal wieder ein Empfang angebracht? » Topathleten zu generieren gehört nicht zu den strategischen Zielen der Worber Exekutive. Ein Departement Sport gibt es nicht, diese Aufgabe wurde delegiert: «Sportförderung ist Vereinssache», sagt Bernasconi. «Sie ist sozusagen die Software». Die «Hardware» - die Infrastruktur - sei in Worb übrigens ausgezeichnet, fügt er eifrig an. Tatsächlich: Vom Schwimmbad bis zur Inline-Skating-Anlage kann die Gemeinde alles bieten, was ein Sportlerherz begehrt. Doch weiter kann auch der Gemeindepräsident nicht helfen: «Fragen Sie den Steuerverwalter.» «Vom Feinsten»Fritz Käser lebt seit 34 Jahren in Worb, ist dort seit 34 Jahren als Steuerverwalter tätig und einigermassen erstaunt über die Frage. Nein, er sei nicht sportlich sagt er und murmelt etwas von Curling. Fast so, als würde er bei all den Sportstars als Mitbürger nicht wagen, sich als sportlich zu bezeichnen. Käsers Sohn Roland gehört zu den Stars. Er spielt Eishockey, früher für den SCB, dann für Ambri, jetzt für Basel, und «zahlt hier in Worb die Steuern», sagt sein Vater. Also ein Einheimischer durch und durch. Wie Worb und Sport aber genau zusammenhängen, kann auch Käser nicht erklären, dabei ist seine Tochter mal mit Nicole Zahnd um die Wette geschwommen. Mit «Zufall» versucht er sich herauszureden. Sein Sohn habe halt bereits mit sechs Jahren auf den Schlittschuhen gestanden und schon in der ersten Klasse «Profi» als Berufsziel angegeben. Nach einigem Überlegen kommts dann: «Es war Jugendarbeit vom Feinsten», sagt Fritz Käser. Die Spur führt ins Kleine: «Fragen Sie bei den Piccolos des Hockeyclubs.» «Wie Lotto»Sie sind fünf Jahre alt, keine Steuerzahler und doch Worber: die jüngsten Hockeyaner in der Nachwuchsbewegung HC Wisle. Peter Hubacher, 30 Jahre lang Trainer der Piccolos und Förderer von Käser, Tschanz, Reber, Moser und wie sie alle heissen, weiss, dass selbst für Worber der Weg zum internationalen Spitzensport hart ist. «Es ist wie ein Sechser im Lotto.» Längst genügt es nicht mehr, sportlich zu sein, um Erfolg im Sport zu haben. Aber Worber scheuen keine Mühe, sind zäh und sogar bereit, ihre Heimat um des Sportes willen zu verlassen. Gehen in die weite Welt. Und treffen dort auf Worber Sportler. In Australien trainieren zurzeit gerade zwei: Nicole Zahnd und Martina Fritschy. Peter Hubacher hat früher am Sonntagmorgen um 6 Uhr trainiert und diesen Eifer weitervererbt: Seine Söhne spielen beim EHC Worb. Es gebe in Worb viele Familien und «harte Kerne», die mitreissen könnten. Mehr sagt auch er nicht. Kann er vielleicht gar nicht. Denn Hubacher (SVP) ist Mitglied des Gemeinderates. Und dort ist bekanntlich der Präsident für Auskünfte an die Medien zuständig. |



