WORBAusgesteuerte bald nicht mehr ausserhalbIm April startet ein Beschäftigungsprojekt für Fürsorgebezüger ohne Arbeit. Das Parlament hat das nötige Geld bewilligt. Die SVP wollte das Projekt zurückweisen.reb. Für stellenlose Fürsorgebezügerinnen und -bezüger muss etwas getan werden, darüber waren sich die Mitglieder des Grossen Gemeinderates in Worb grundsätzlich einig. Der Vorschlag des Gemeinderates für ein Beschäftigungs- und Integrationsprojekt stiess jedoch nicht bei allen auf Zustimmung. SVP und FDP wollten das Geschäft zurückweisen. Dieser Antrag wurde aber mit 23 zu 11 Stimmen abgelehnt und der Vorschlag des Gemeinderates angenommen. Im Beschäftigungs- und Integrationsprogramm vorgesehen sind 14 Arbeitsplätze mit 1000 Stellenprozenten für Fürsorgebezügerinnen und -bezüger. So sollen sie die Möglichkeit erhalten, etwas für die Unterstützung durch die Gemeinde zu leisten. Gleichzeitig sollen so ihre Chancen besser werden, in der Arbeitswelt wieder Fuss zu fassen (siehe auch «Bund» vom 26. Januar). Geplant ist unter anderem ein Näh- und Flickatelier, wo vier Arbeitsplätze mit insgesamt 200 Stellenprozenten geschaffen werden sollen. Das Beschäftigungs- und Integrationsprojekt in Worb ist auf zwei Jahre befristet. Die Kosten für das Programm betragen für zwei Jahre netto rund 330'000 Franken. Welche Integration?«Handelt es sich um Integration, wenn die Gemeinde in einer Art speziellem Biotop Arbeitsplätze schafft?» fragte SVP-Sprecherin Therese Bernhard in der Parlamentsdebatte: Immerhin seien vor einigen Jahren die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) aufgebaut worden, die bei der Stellensuche helfen sollten. «Arbeit statt Fürsorge» mache Sinn, sagte Bernhard. «Beschäftigung statt Fürsorge macht uns hingegen Mühe. » Die SVP habe einige Bedenken bezüglich des Projekts. Es solle deshalb zurückgewiesen und Auflagen gemacht werden: Arbeitsfähige Fürsorgeempfänger sollten schneller in die richtige Arbeitswelt integriert werden. Das geplante Näh- und Flickatelier dürfe die bestehenden Ateliers, die von initiativen Frauen in Worb geführt würden, nicht konkurrenzieren. Es müsse mit umliegenden Gemeinden verhandelt werden, um mehr Programmplätze des kantonalen Kontingents übernehmen zu können. Der Gemeinderat solle prüfen, ob sich Worb nicht an bestehenden Projekten anderer Gemeinden beteiligen könnte, ergänzte Samuel Gerber (fdp) diese Auflagen. Tagesstruktur unterstützen«Ich unterstütze das Vorhaben des Gemeinderates auf 150 Prozent», rief Benedict Seelhofer (fp) seinen Ratskolleginnen und -kollegen zu. Ein grosser Teil der Arbeitslosen könne nicht ausgebildet werden. Aber sie bräuchten eine Beschäftigung, damit sie nicht «däumchendrehend» zuhause sässen. Das Beschäftigungs- und Integrationsprogramm koste «im schlechtesten Fall» zweimal 150'000 Franken. «Was ist das im Vergleich zu jenem Geld, das wir sonst verblödeln?» fragte Seelhofer provokativ. Verena Specker (sp) doppelte nach: Es gehe darum, die Tagesstruktur von Fürsorgebezügerinnen und -bezügern zu unterstützen. Die Bedenken, private Betriebe, beispielsweise die Nähateliers, würden konkurrenziert, seien unberechtigt, sagte sie. Hans Ulrich Steiner (gfl) wies darauf hin, dass es um niederschwellige Arbeiten gehe. Ausgesteuerte könnten deshalb nicht einfach an einem Programm in einer anderen Gemeinde teilnehmen. |
WORBDas Beschäftigungsprojekt verläuft erfolgreichDas Ziel, ausgesteuerten Personen den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag zu erleichtern, wurde in Worb erreicht.Fünf Personen haben eine Arbeitsstelle gefunden. Damit hat das Beschäftigungs- und Integrationsprojekt (BIP) in Worb im letzten Jahr sein Ziel mehr als erreicht. «Wir haben damit gerechnet, drei bis vier Ausgesteuerte pro Jahr beruflich integrieren zu können», erklärt Werner Zaugg, Abteilungsleiter der Sozialdienste. Das Projekt bietet 15 Personen temporär Arbeit an. «Damit möchten wir den Übergang ins Arbeitsleben erleichtern», so Zaugg. Handwerkliche Stellen wurden geschaffen, und eigens für das Projekt wurde das Atelier «Waschen-Flicken-Bügeln» eingerichtet. 6 arbeitslose Frauen und 18 Männer haben sich zur Arbeit gemeldet. Die Stellensuchenden werden gezielt beraten und begleitet. Die Beteiligten sollen dadurch weniger lang von der Sozialhilfe abhängig bleiben. Der Grosse Gemeinderat hatte für die ersten neun Monate 100'000 Franken bewilligt. Es musste aber nur die Hälfte dieses Kredits beansprucht werden. Das Projekt soll noch bis im März 2002 weitergeführt werden. bw
Der Bund, 9. März 2001 WORBArbeit für AusgesteuerteDie ersten neun Monate zeigen: Das Beschäftigungsprojekt hat Erfolg. Von den bewilligten gut 100'000 Franken wurde nur die Hälfte gebraucht.reb. Seit dem letzten April läuft in Worb das Beschäftigungs- und Integrationsprojekt für Fürsorgebezüger (der «Bund» berichtete). In den ersten neun Monaten hätten sich 24 Personen - sechs Frauen, achtzehn Männer - zur Mitarbeit gemeldet, teilt der Worber Gemeinderat mit. Das Integrationsziel wurde übertroffen: Fünf Personen haben eine Arbeitsstelle gefunden. Der Sozialdienst und die betroffenen Personen seien durch einzelne Worber Arbeitgeber aktiv unterstützt worden. Geplant sei, dass das Projekt vorerst bis im März 2002 laufe, sagt Werner Zaugg, Abteilungsleiter der Worber Sozialdienste. Dann werde entschieden, ob es weitergeführt werde oder nicht. Auch finanziell ist das Beschäftigungsprojekt erfolgreich: So sei erst die Hälfte des für die ersten Monate bewilligten Kredits von gut 100'000 Franken gebraucht worden, sagt Zaugg. Die Gründe: Die Arbeiten hätten teilweise Erträge abgeworfen. Von Firmen seien Beiträge und Vergünstigungen gewährt worden. Zudem hätten letztes Jahr acht, dieses Jahr sogar neun Gemeinden ihre vom Kanton zugeteillen Kontingentsplätzc an Worb abgegeben. Deshalb sei das Beschäftigungsprojekt besser ausgelastet gewesen. Das Projekt bietet 15 Personen eine temporäre Arbeit. Zur Verfüigung stehen 800 Stellenprozente im Werkhof und 200 Stellenprozente im Atelier «Waschen-Flicken-Bügeln». |
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PARLAMENT WORBProjekt für Ausgesteuerte doch nicht selbsttragendDer Gemeinderat hatte dem Parlament ein Arbeitslosenprojekt mit unrealistischen Zahlen schmackhaft gemacht.Katharina Merkle «Das war damals ein Schnellschuss», sagt EVP-Gemeinderat Toni Maurer. Sein Vorgänger Werner Lüthi (SP) habe dem Parlament im Jahr 2000 rosige Zahlen in Aussicht gestellt. Das «Beschäftigungs- und Integrationsprojekt für stellenlose Fürsorgebezüger» (BIP) könne mit der Zeit selbsttragend sein, soll Lüthi argumentiert haben. Das Parlament bewilligte darauf das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt für 330'000 Franken. SVP, FDP und CVP dagegenObwohl das Integrationsprojekt das Budget einhalten und im ersten Jahr sogar unterbieten konnte, wurde immer deutlicher, dass es nicht selbsttragend sein würde. Der Gemeinderat beschloss deshalb im November dieses Jahres, das BIP nicht weiterzuführen. Die befristeten Arbeitsverträge für die zwei Angestellten wurden nicht verlängert. Vom Betreuungsangebot soll immerhin das Atelier «Waschen-Flicken-Bügeln» in Rüfenacht vom Münsinger Projekt Amra übernommen werden. Somit sind drei Vollstellen für ehemals arbeitslose Fürsorgebezügerinnen gesichert. EVP-Parlamentarier Ruedi Wagner wollte den Gemeinderatsbeschluss nicht einfach so hinnehmen. Er reichte eine dringliche Motion zur Weiterführung des Integrationsprojekts ein. Diese Motion schickte das Parlament am Montag mit 17 zu 20 Stimmen bachab. SVP, FDP und CVP stimmten geschlossen gegen eine Überweisung, die anderen Parteien einstimmig dafür. Jobs für einen FünftelDie SVP gratulierte dem Gemeinderat sogar «zum Mut, das Projekt abzublasen». Dies versteht Ressortleiter Toni Maurer nicht als Kompliment. Er bedauert den Verlust und betont, dass das Projekt erfolgreich verlaufen sei. «Wir haben sogar vom Kanton Komplimente bekommen», so Maurer. Ein grosser Teil der betreuten Personen würde nun wohl Sozialhilfebezüger bleiben. In der Debatte hatte unter anderem Sibylle Flentje (GFL) argumentiert, mit dem BIP habe die Gemeinde sogar Geld gespart. Bisher fand gut ein Fünftel der Projektteilnehmer eine Arbeitsstelle. Worb hatte auch Ausgesteuerte von umliegenden Gemeinden betreut. Der Bund, 12. Dezember 2001
WORBDefinitives Aus für Arbeitslosenprojektreb. Das Worber Parlament hat sich mit 20 Nein zu 17 Ja dagegen ausgesprochen, dass das Beschäftigungs- und Integrationsprojekt für ausgesteuerte Arbeitslose weitergeführt wird. Die EVP hatte dessen Beibehaltung mit einer Dringlichen Motion verlangt. Der Gemeinderat hatte Anfang November beschlossen, das Projekt per Ende März zu beenden. |
