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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Schulraumplanung

Presseartikel zur Schulraumplanung 2001 sind, wenn sie eher rüfenacht-lastig sind, unter Rüfenacht-Schule zu finden

BZ, 17. Mai 2000

WORB

Baustopp für Schulräume

Der Gemeinderat von Worb verlangt bis im nächsten Frühling Klarheit darüber, welche Schulhäuser saniert oder erweitert werden müssen. Bis dahin dürfen einzig Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden.

Michael Gerber

Die Schulverwaltung von Worb ist vom Gemeinderat zum Nachsitzen verknurrt worden. In Behördendeutsch heisst dies: «Ausgehend von einer grossen Zahl an unkoordinierten Investitionsbegehren hat der Gemeinderat einen grundsätzlichen Baustopp verfügt. Die Schulraumbedürfnisse sollen einer Gesamtplanung unterstellt werden.» Was dies konkret heisst, erklärte Gemeinderätin Anneke Ramseier (SP) am Montagabend im Gemeindeparlament: Bevor nicht klar ist, welche Schulhäuser künftig noch gebraucht werden und für wie viel Geld sie an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden müssen, wird nichts mehr gebaut. Vom Baustopp ausgenommen sind einzig die dringendsten Unterhaltsarbeiten. Noch vor den Sommerferien muss die Schulverwaltung die Gesamtplanung skizzieren und einen Planungskredit beantragen. Und bis im nächsten Frühling wird eine Projektgruppe aus Verwaltungsangestellten und Gemeinderäten unter Beizug eines externen Beraters sämtliche Schulhäuser unter die Lupe nehmen. Sie wird schliesslich eine Liste erstellen, welche Gebäude erweitert, saniert oder gar stillgelegt werden sollen.

«Situation ist prekär»

Enttäuscht über dieses Vorgehen zeigte sich gestern SP-Parlamentarierin Esther Hermann aus Enggistein. «Dadurch wird sich der dringend nötige Umbau des Enggisteiner Schulhauses weiter verzögern», befürchtet die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder. Mit rund 50 Kindern seien die beiden Klassenzimmer, der Mehrzweckraum und der Kindergarten komplett überbelegt.

Für Gruppenarbeiten müssten die Kinder in den Gang ausweichen. «Und die Spielecke der Kindergärteler ist im Duschraum untergebracht», so Hermann.

Diese Zustände seien der Schulverwaltung spätestens seit Ende Mai des letzten Jahres bekannt. Mit einer Umfrage hatte sie damals sämtliche Baubedürfnisse abgeklärt. «Seither lag das Dossier in der Schublade», kritisiert Esther Hermann. Daran habe auch ihre im Dezember vom Gemeindeparlament überwiesene Motion wenig geändert, stellt sie ernüchtert fest. Und nun begännen die Abklärungen wieder von vorn. «Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Gemeinderat gar nicht weiss, wie prekär die Situation tatsächlich ist.»

Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) versteht zwar die Enttäuschung seiner Parteikollegin, verteidigt aber die verordnete Denkpause: «Es hätte keinen Wert, Tausende von Franken in eines der Schulhäuser zu investieren, um im Nachhinein zu merken, dass wir das Gebäude gar nicht mehr brauchen.»

BZ, Donnerstag, 22. Juni  2000

WORB

92500 Franken für Schulraumplanung

Der Gemeinderat hat beschlossen, für die Schulraumplanung einen Experten von PriceWaterhouseCoopers beizuziehen und lässt sich dies 92500 Franken kosten. Dies gab Peter Bernasconi gestern bekannt. Eine Arbeitsgruppe der Departemente Schule, Bauten und Finanzen soll bis im Februar 2001 die Raumbedürfnisse der Schulen und Kindergärten in der Gemeinde abklären und eine Prioritätenliste erstellen.

ger

Der Bund, 18. Nov. 2000

WORB

Lehrer wehren sich gegen das Plänezeichnen

Für die sieben Schulhäuser der Primarstufe Worb Dorffehlen die Basisdaten für die Worber Schulraum-Gesamtplanung. Die Lehrkräfte verlangen, dass für deren Erhebung eine Lehrkraft frei gestellt oder aber eine Fachperson eingesetzt wird. Ihr Auftrag sei es, die Kinder zu unterrichten. Weitere zusätzliche Aufgaben lägen schlicht nicht drin.

BARBARA STEINER

Worb ist gefordert mit seinen Schulhäusern und Kindergärten in den acht Orten der Gemeinde: Hüben wie drüben wünschen sich Lehrerschaft und Schulkommissionen Anpassungen und Sanierungen; all die Wünsche zu erfüllen liegt angesichts der knappen Mittel der Gemeinde nicht drin. Letzten Sommer hat der Gemeinderat deshalb bei der Unternehmens- und Wirtschaftsberatungsfirma PricewaterhouseCoopers (PWC) eine Studie zur Schulraum-Gesamtplanung in Auftrag gegeben und dafür rund 93’000 Franken bewilligt. An sich hätte die Projektleitung Mitte November die Grundlagendaten beisammen haben wollen. Der Schlussbericht für den Gemeinderat mit Lösungsvorschlägen für die Raumprobleme und einer Vorgehensplanung mit Prioritäten-Abstufung war auf ende Februar angekündigt. Dieser Termin wird laut Zwischenbericht von PWC - das Parlament wird ihn in seiner Sitzung vom 4. Dezember zur Kenntnis nehmen - nicht eingehalten werden können: Von den Primschulen Wyden I und II Worb, Zentrum Worb, Sonnhalde Worb, Wattenwil-Bangerten, Richigen und Enggistein liegen die Basisdaten nicht vor.

0ffener Brief

Erwartet hatte PWC die Angaben von dort tätigen Lehrkräften. Doch diese wehren sich dagegen, sie erheben zu müssen: «Immer wieder werden uns Arbeiten aufgebürdet, die mit unserem eigentlichen Auftrag, nämlich dem Unterrichten der Kinder, nichts zu tun haben», sagt Schulleitungs-Mitglied Bendicht Marthaler. Er gehört zu den Mitunterzeichnenden eines in der «Worber Post» erschienenen offenen Briefs an den Gemeinderat. Im Schreiben wiederholen neun Lehrpersonen eine Bitte, die sie laut Marthaler bereits zuvor mehrmals geäussert haben: Entweder soll eine Fachperson der Gemeinde die von PWC verlangten Daten erheben, oder eine Lehrkraft soll dafür frei gestellt werden. Die Briefschreibenden gehen davon aus, dass die Aufgabe wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen dürfte, als von PWC prognostiziert. Marthaler weist darauf hin, dass die Schulstruktur in der Primarstufe Worb kompliziert und die Schulhäuser sehr unterschiedlich seien. Zum Teil existierten auch bloss veraltete Pläne: «Diese zu aktualisieren ist nun wirklich nicht Aufgabe der Lehrer. Es liegt nicht mehr drin, uns fehlt die Zeit dafür.»

Lehrer-Mitsprache

Nach Auskunft von Gemeinderätin Anneke Ramseier-Doevendans sollte die Worber Lehrerschaft möglichst früh in die Schulraum-Gesamtplanung einbezogen werden und die Möglichkeit haben, Wünsche und Anregungen vorzubringen. Auch die Lehrkräfte der Primarstufe Worb Dorf schätzen dies an sich, versichert Marthaler. Nur verstünden sie unter Mitsprache etwas anderes als das Zutragen von Daten für Tabellen: «Unsere Erkenntnisse aus pädagogischer Sicht werden wir beispielsweise gerne einbringen.»

Beiderorts Zuversicht

Um zu besprechen, wie in der Planung nun Weiter vorgegangen werden soll, werden sich laut PWC-Zwischenbericht Gemeinderat und Schulleitungskonferenz zu einer Aussprache treffen. Stattfinden werde die Sitzung am 7. Dezember, kündet Schulvorsteherin Anneke Ramseier an. Sie sei zuversichtlich, dass sich eine Einigung werde finden lassen. Davon geht auch Marthaler aus. Er betont, dass es auch den Lehrkräften des Schulkreises Worb Dorf ein Anliegen sei, dass die Schulraum-Gesamtplanung verwirklicht werden könne: Angesichts der demografischen Veränderungen in der Gemeinde Worb sei dieses Vorgehen nötig und sinnvoll.

BZ, 5. Dezember 2000

WORB

Die Schul-Planung im Kreuzverhör

Wer ist Schuld, dass die Schulraum-Gesamtplanung Worb nicht vom Fleck kommt? Ein Schwarzpeterspiel.

«Der Schlussbericht zur Schulraumplanung wird im Februar nicht vorliegen.» Das werde sich um Monate verzögern, sagte Anneke Ramseier an der gestrigen Parlamentssitzung in Worb. Der Grosse Gemeinderat konnte vorerst nur vom Zwischenbericht der Unternehmens- und Wirtschaftsberatungsfirma PriceWaterhouseCoopers (PWC) Kenntnis nehmen. PWC macht im Bericht die Lehrerschaft der Primarschulen Wyden I und II, Zentrum, Sonnhalde, Wattenwil-Bangerten, Richigen und Enggistein für den Verzug verantwortlich. Doch diese weigert sich, Basisdaten für den Bericht zusammenzutragen und hat das dem Gemeinderat in einem offenen Brief kundgetan. «Schulzimmer vermessen, Inventare erstellen, Mängel auflisten und Sanierungskosten schätzen, das ist nicht unsere Aufgabe», erklärte Schulleiter Christoph Lerch (SP). Er bekam Unterstützung von Jürg Bichsel (FWW): «Solche Daten muss die Bauverwaltung liefern», so Bichsel. Hans Ulrich Joss von der SP bezichtigte die PWC, den «schwarzen Peter» den Lehrerinnen und Lehrern zuzuschieben. Zudem zog er die Professionalität von PWC in Zweifel. Für den 7. Dezember ist eine Aussprache zwischen der Lehrerschaft und der PWC angesagt. Die Planung soll damit wieder in Gang kommen. pas

Der Bund, Samstag, 9. Dezember 2000

WORB

Zuversicht nach Aussprache

Ende April soll der Bericht zur Schulraum-Gesamtplanung vorliegen. Eine Sitzung brachte Klärung.

bas. Der Worber Gemeinderat wird prüfen, ob allenfalls eine Lehrperson der Primarstufe Worb eine gewisse Zeitlang für die Datenerhebung für die Schulraumplanung freigestellt werden kann: Dies ist eines der Resultate einer Sitzung vom Donnerstag mit Gemeinderatsmitgliedern, Vertretern der Schulen und Projektleiter Andreas Kämpfer von PriceWaterhouseCoopers. Die Daten fehlen, weil die Lehrkräfte erklärt hatten, weitere Zusatzaufgaben zum Unterricht seien nicht verkraftbar (der «Bund» berichtete). Sowohl Gemeindepräsident Peter Bernasconi wie auch Schulleiter Bendicht Marthaler zeigten sich nach der Aussprache, welcher eine «Chropflärete» allgemeiner Natur mit Gemeinderäten und Schulvertretern vorausgegangen war, zufrieden und zuversichtlich: Er habe das Gespräch als sehr positiv empfunden, sagte Marthaler gestern, und Bernasconi führte aus, einige Missverständnisse hätten geklärt werden können.

Der Schlussbericht von PriceWaterhouseCoopers, der ursprünglich für Ende Februar angekündigt worden war, wird nun Ende April erwartet.

Die Berichte über die Pressekonzerenz vom Mai 2001 siehe unter Rüfenacht-Schule

Landbote, 7. Juni 2001

In Worb zur Schule?

Worb befasst sich mit der Schulraum-Gesamtplanung

Karin Freiburghaus Rohrer

Die Gemeinde Worb sah sich in der Vergangenheit mit einer wachsenden Zahl von Investitionsbegehren im Schulbereich konfrontiert. Der Gemeinderat hat die Unternehmens- und Wirtschaftsberatungsfirma PricewaterhouseCoopers (PWC) beauftragt, die unterschiedlichen Bedürfnisse zu analysieren und eine Gesamtplanung zu erarbeiten. Neben den baulichen Entwicklungen sind auch schulorganisatorische Entscheide zu treffen.

«Schülerlnnenzüglete»

Im Kanton Bern ist eine Neuausrichtung des 9. Schuljahrs geplant. Die Zusammenlegungen der 9. Klassen würde in diesem Zusammenhang neue Möglichkeiten eröffnen. Nach Ansicht von PWC sei es sinnvoll, die 9. Klassen der Sekundar- und Realschule des Sekundarstufenzentrums in Rüfenacht ins Sekundarstufenzentrum Worbboden zu integrieren. Blieben die 9. Klassen in Rüfenacht, müssten dort rund zwei Millionen Franken investiert werden.

Auch in Richigen und Enggistein sind Änderungen geplant: Heute werden je zwei Klassen unterrichtet. Gemäss den Empfehlungen der PWC sollte nur noch je eine Klasse mit 1. bis 4. Klässlern unterrichtet werden. Entweder in Richigen oder im Wydenschulhaus müsste dafür eine neue 5./6. Klasse eröffnet werden. Wattenwil-Bangerten soll seine Klasse mit 1. bis 6. Schuljahr behalten können. Auch der Kindergarten soll in Enggistein bleiben.

Geplant ist auch ein neuer Kindergarten in Worb Dorf. PWC würde wegen der Nähe zur Schule den Standort Wyden bevorzugen. Für den neuen Kindergarten Lindhalde wird indes demnächst bereits die Baubewilligung erteilt.

Für das Sonnhaldeschulhaus regt PWC den Bau eines zweiten Traktes an. Damit liessen sich die Bedürfnisse der dort beheimateten Klassen, der Musikschule und des Spezialunterrichts abdecken. Die Kosten dieses Neubaus werden auf rund zwei Millionen Franken geschätzt. Die baulichen und organisatorischen Massnahmen sollen etappenweise umgesetzt werden und bis ins Jahr 2008 abgeschlossen sein. Die Kosten für Unterhalt, Um- und Neubau würden die Gemeinde jährlich mit 1,7 bis 1,8 Millionen Franken belasten.

Der Bericht von PWC geht nun bis Mitte Juni in die Vernehmlassung und am z. Juli wird sich der Gemeinderat mit der Planung befassen.

Am 7. Juni, 20.00 Uhr, informieren Gemeinderat und PWC im Bärensaal über die Schulraum-Gesamtplanung.

Der Bund, 9. Juni 2001

WORB

«Nid uf Worb i d Schueu gah»

Der Saal war voll, als am Donnerstag die Vertreter des Gemeinderates und der Beraterfirma PricewaterhouseCoopers (PWC) den Bericht über die Schulraumplanung erläuterten. Sie stiessen auf ungebrochenen Widerstand aus Rüfenacht - auch in Form eines «Rap».

PATRIK SEILER

«PWC: Für 90'000 Franken lösen wir Probleme, die Sie vorher nicht hatten», war da auf den Transparenten zu lesen, die Rüfenachter Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften vor dem Bärensaal in Worb entrollten. Damit machten die von der Schulraumplanung Meistbetroffenen ihrem Unmut über den Bericht von PWC Luft. Als dann die Jugendlichen noch sangen: «Mir wei nid uf Worb i d Schueu gah / Chöit dir üs nid hie ds Rüfenacht la si Iah?» war klar, dass die Vertreter des Gemeinderates und von PWC an der Infoveranstaltung einen schweren Stand haben würden. Andreas Kämpfer, der Projektleiter von PWC, und seine Kollegin Brigitte Amherd haben der Gemeinde unter anderem vorgeschlagen, die 9. Klasse aus Rüfenacht künftig im Worbboden zur Schule zu schicken. So soll dort der vorhandene Schulraum besser genutzt werden (siehe «Bund» vom 10. Mai). «Der Gemeinderat hat zu diesem Thema noch keine Vorentscheide gefällt», betonte Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp) in der Einleitung.

«Auftrag erfüllt»

Aufmerksam folgten die Anwesenden den Ausführungen, die Kämpfer und Amherd mittels projizierten Grafiken illustrierten. Dass PWC den ihr gestellten Auftrag erfüllt hat, nämlich mögliche Optimierungsschritte aufzuzeigen, darüber waren sich Bernasconi und die Bevölkerung offenbar noch einig. Inhaltlich hingegen zeigte sich wiederum, dass vor allem die Rüfenachter mit den geplanten Schritten überhaupt nicht einverstanden sind. «In Rüfenacht wird eine neue Siedlung gebaut, die junge Familien mit Kindern anziehen wird, in der Sonnhalde hingegen wird überhaupt nicht gebaut. Dennoch soll die Schulanlage Sonnhalde ausgebaut werden. Wieso kommt das Geld nicht nach Rüfenacht?» Für diese Äusserung erntete ein Votant Applaus. Die Erklärung von Andreas Kämpfer, dass in der Sonnhalde mit den heutigen Räumlichkeiten der Lehrauftrag nicht mehr erfüllt werden kann und zudem die Planung für einen neuen Trakt in der Sonnhalde schon vorhanden sei, ging denn auch unter. Die Schüler würden im letzten Schuljahr aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld herausgerissen. Das sei in diesem sowie so schon schwierigen Alter «nicht verantwortbar», so ein Votant.

Ballungen vermeiden

«Es ist bekannt, dass es zu disziplinarischen Problemen kommt, sobald sich Jugendliche in diesem Alter anballen», lautete eine weitere Wortmeldung. Brigitte Amherd meinte darauf, dass ihr solche Probleme nicht bekannt seien. Laut Kämpfer sei es durchaus auch vorstellbar, dass die Lehrer mit ihren Schülern umziehen. So würden die Schüler auch weiterhin den Unterricht bei den ihnen bekannten Lehrkräften besuchen.

Die Vernehmlassung läuft noch bis zum 15. Juni. Der Gemeinderat hofft, erste Entscheidungen noch in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 2. Juli fällen zu können.


BZ, 9. Juni 2001

WORB

Schule gibt zureden

Es seien noch keine Entscheide zur Schulraumplanung gefallen, betonte Gemeindepräsident Peter Bernasconi.

Brigitte Walser

«Mir wei nid uf Worb id Schueu ga, chöit dir üs nid hie z Rüfenacht la sii la», tönte es am Donnerstag auf dem Bärenplatz. Schüler aus Rüfenacht empfingen die Besucher des Infoabends zur Schulraumplanung mit einem selbst gedichteten Protestsong. Sie machten damit deutlich, dass sie nicht im Schulhaus Worbboden die 9. Klasse besuchen, sondern in Rüfenacht bleiben wollen. «Es sind noch keine Vorentscheide gefallen», betonte Gemeindepräsident Peter Bernasconi wenig später im Bärensaal. Die Gemeinde habe PricewaterhouseCoopers (PWC) den Auftrag gegeben, Massnahmen zur Schulraumplanung vorzuschlagen. «PWC hat keine politischen Aussagen gemacht», fügte Bernasconi an. Dies sei nun Sache des Gemeinderates. «Wir aber wollten zuerst die Meinung der Bevölkerung einholen», so der Gemeindepräsident.

Einmal mehr gab der Vorschlag von PWC zu reden, die Neuntklässler von Rüfenacht im Worbboden unterzubringen. Fehlende Räume in Rüfenacht und freie Zimmer im Worbboden sowie tiefe Schülerzahlen in den 9. Klassen hätten zu diesem Lösungsvorschlag geführt, erklärte Andreas Kämpfer von PWC. Zudem sei es wegen einer geplanten Neugestaltung des Lehrplans sinnvoll, das 9. Schuljahr zusammenzufassen.

Am Diskussionsabend wurde der Vorschlag gemacht, das Schulhaus Rüfenacht auszubauen und dafür auf den vorgeschlagenen Ausbau der «Sonnhalde» zu verzichten. Die «Sonnhalde» könne die freien Räume im Worbboden belegen. Vor allem pädagogische und lokalpolitische Aspekte wurden vom Publikum hervorgehoben. Nach der achten Klasse die Schule zu wechseln sei nicht sinnvoll, wurde geäussert.

Für eine allfällige Umplatzierung ist nicht der Gemeinderat, sondern das Parlament zuständig, denn sie bedingt eine Reglementsänderung. «Aber Politiker geben dem Wunsch des Volkes fast immer nach», beschwichtigte Bernasconi abschliessend.

bw

Der Bund, 5. Juli 2001

WORB

Rüfenachts 9. Klassen können im Dorf bleiben

Rüfenachts Neuntklässler werden weiterhin in ihrem Dorf zur Schule gehen können. Das hat Worbs Gemeinderat entschieden, der damit gegen die Empfehlungen einer externen Studie handelt.

RAINER SCHNEUWLY

Für lokalpolitischen Zündstoff sorgten Angestellte der Firma PricewaterhouseCoopers (PwC), als sie im Mai - nach etwa einjähriger Arbeit - dem Worber Gemeinderat den Bericht über die Worber Schulraumplanung abgaben. PwC empfahl nämlich unter anderem, alle Rüfenachter Neuntklässler sollten künftig in den Worbboden zur Schule gehen. Dort sei noch Raum verfügbar, während er in Rüfenacht knapp sei. Dieser Vorschlag stiess in der Folge in Rüfenacht auf klare Ablehnung. Dies äusserte sich unter anderem in Leserbriefen und am öffentlichen Informationsabend, an dem auch Schülerinnen und Schüler den Gemeinderat aufforderten, dieser Empfehlung nicht zu folgen.

Nicht Dorffrieden gefährden

Der Worber Gemeinderat hat nun an seiner letzten Sitzung tatsächlich beschlossen, dieser Empfehlung nicht Folge zu leisten. Er begründet dies mit der deutlichen Ablehnung der Klassenverschiebung in der Vernehmlassung, die er dazu durchführte. In den 30 bis 40 Eingaben, so Gemeindepräsident Peter Bernasconi, sei der Vorschlag nur vereinzelt als zumutbar bezeichnet worden. Alle anderen interessierten Kreise - insbesondere alle Parteien bis auf die FDP - hätten ihn abgelehnt. «Wir mussten uns deshalb fragen, ob wir für Einsparungen bei den Investitionen den Dorffrieden stören wollten. Wir sagten uns, dass sich das nicht lohnen würde»,sagt Bernasconi. Der Gemeinderat hat nun das Departement Bauten beauftragt, die notwendigen Vorarbeiten für den Ausbau der Schule Rüfenacht vorzunehmen. Die Kosten werden auf 1,5 bis 2 Millionen Franken geschätzt.

Auch Ausbau Sonnhalde?

Der Ausbau der Schule Rüfenacht dürfe aber nicht zulasten der Schulen in Worb gehen, schreibt der Worber Gemeinderat auch. Deshalb werde nun parallel zu den Arbeiten bezüglich Rüfenacht auch abgeklärt, ob die Schulanlage Sonnhalde Worb voll oder teilweise ausgebaut werden müsse. Auch dafür habe das Departement Bau einen Auftrag erhalten, sagt Peter Bernasconi. Ziel sei es, bis Ende Jahr beim Kanton Subventionsgesuche einreichen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt müsse dann ein Fahrplan erstellt werden, damit die Investitionen - auf etwa acht Jahre verteilt - Jahr für Jahr etwa gleich grosse Belastungen darstellten.

Noch nicht festgelegt habe sich der Gemeinderat zu den Empfehlungen der PwC, in Enggistein künftig nur noch eine Klasse statt zweien und in Richigen eine bis zwei (statt zweien) zu führen. Dieser Vorschlag sei in der Vernehmlassung unbestritten gewesen, und der Entscheid in dieser Angelegenheit dränge nicht, sagt Bernasconi.

Weiter von Studie überzeugt

92'500 Franken bewilligte der Worber Gemeinderat letztes Jahr für die Schulraumplanung. Das sei gut investiertes Geld, zeigte sich der Worber Gemeindepräsident damals überzeugt. Immer noch? Ja, sagt Bernasconi. «Damals hatte etwa Enggistein das Gefühl, die Schule müsse sofort ausgebaut werden. Eine Million stand zur Debatte. Jetzt sind die Investitionswünsche klar mit Prioritäten versehen worden; einzelne wurden zurückgewiesen.» Bezüglich Rüfenacht sei eben ein politischer Kompromiss geschlossen worden.

BZ, 29. November 2001

WORB

Ausgaben für Schule

In den Jahren 2002 bis 2009 will der Worber Gemeinderat 13 Millionen Franken in die Schulhäuser investieren.

Zusätzlich zu den 13 Millionen Franken in den nächsten acht Jahren müssen jährlich 600'000 Franken für den baulichen Unterhalt der Schulhäuser aufgebracht werden. Der Worber Gemeinderat hat von dieser Summe zustimmend Kenntnis genommen. In den 13 Millionen Franken sind unter anderem die rund 2,5 Millionen für die Erweiterung des Schulhauses Rüfenacht enthalten. Der Gemeinderat hat auch diese Kosten genehmigt und beim Kanton ein Gesuch um Subventionen eingereicht. Weiter ist in den kommenden vier Jahren eine Sanierung des bestehenden Schulhauses für zwei Millionen Franken vorgesehen. Auch für die Erweiterung der Sonnhalde liege das Gesuch um Subventionen bereits in Bern, erklärte Bauabteilungsleiter Paul Fehlmann. Der Beitrag des Kantons sei allerdings marginal, erläuterte Gemeindepräsident Peter Bernasconi.

bw/mg

Der Bund, 30. Januar 2002

WORB

Kein «Spiel mit dem Feuer»

Die Schulanlage Worbboden wird sicherer: Die Gemeinde investiert eine halbe Million Franken in bauliche Massnahmen und Brandschutzvorkehrungen. Dass es Mängel gibt, war seit Jahren bekannt. Es sei «Glück» gewesen, dass nie etwas passiert sei. Im Parlament mäkelte die SVP am Sanierungsprojekt herum; bewilligt wurde es einstimmig.

BARBARA STEINER

So ändern sich die Zeiten: In den Siebzigerjahren, als die Worber Schulanlage Worbboden erstellt wurde, habe das Bauwerk den Sicherheitsvorschriften entsprochen, «der Architekt hat nichts falsch gemacht», sagte Gemeinderat Ernst Hauser (svp) am Montagabend im Gemeindeparlament. Heute, rund 30 Jahre später, stuft die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) die Gefährlichkeit der Anlage laut Hauser als «beträchtlich» ein. Vorab sind es die Brüstungen und Geländer, die den heutigen Anforderungen nicht genügen: Die besteigbaren Flächen lägen durchwegs tiefer als 65 Zentimeter, die Geländer seien weniger als einen Meter hoch. Auch im Bereich des Brandschutzes gibts in der Schulanlage Schwachpunkte. So sind darin brennbare Verkleidungen zu finden, weiter fehlen nebst einer Brandmeldeanlage Brandschutzgläser und -türen und Verkleidungen bei den Stahlstützen beim Eingang. Bereits 1989 hatte die Gebäudeversicherung interveniert und Vorschläge unterbreitet, wie der Brandschutz erhöht werden könnte. Unternommen hat die Gemeinde aber nichts - einerseits «aus finanziellen Überlegungen», andererseits; weil damals gerade eine Überarbeitung der Vorschriften im Gang gewesen sei. Mitte der 90er-Jahre seien sie dann in Kraft getreten, und die Sache hätte an sich angepackt werden müssen: «Wir haben Glück gehabt, dass nie etwas passiert ist», so Bauvorsteher Hauser.

Haftungsrisiko

Im Parlament erntete der Gemeinderat Kritik für seine jahrelange Passivität: Die Behörde habe bewusst gewisse Risiken in Kauf genommen, sagte beispielsweise René Bauer (sp). Es grenze an fahrlässiges Verhalten, dass die Sanierung so lange hinausgezögert worden sei. «Es geht hier um unsere Kinder. Wo wären die Verantwortlichen zu suchen, falls die Glückssträhne mal abreisst?» Hans Ulrich Steiner (gfl), sprach von einem «moralischen Druck», die Arbeiten sofort in Angriff zu nehmen und die 490'000 Franken zu bewilligen. Gemeindepräsident Peter Bernasconi verwies auf juristische Aspekte: Sollte sich in der Anlage Worbboden einmal ein Unfall ereignen, könnte dies für die Gemeinde, der die Gefahrenstellen ja bekannt seien, haftungs- und sogar strafrechtliche Folgen haben. Weise das Parlament die Sanierung zurück, sei dies ein «Spiel mit dem Feuer».

Wie viel ist nötig?

Die Finger verbrennen wollte sich das Parlament indes nicht: Es sagte ohne Gegenstimme Ja zur Vorlage. Die SVP hatte einen Rückweisungsantrag gestellt, diesen dann aber wieder zurückgezogen. Es sei unbestritten, dass im Worbboden etwas gemacht werden müsse, hatte SVP-Sprecher Bruno Wermuth eingeräumt - die Frage sei bloss, wie umfangreich die Sanierung aufzufallen habe. Die Massnahmen seien auf das absolut notwendige Mass zu reduzieren, verlangte Wermuth und fügte an, auch Jugendlichen könne ein gewisses Mass an Eigenverantwortung zugemutet werden. Zudem, fuhr Wermuth fort, möchte die SVP abgeklärt haben, ob und in welchem Umfang auch in den anderen Worber Schulhäusern sicherheitstechnische Sanierungen anstünden; die Ausführung sei zu etappieren. Nach zwölf Jahren Warten komme es auf ein weiteres halbes oder ganzes Jahr auch nicht mehr an.

Der Gemeinderat strebe keine Salamitaktik an, versicherte Ernst Hauser seinem Parteikollegen. In den anderen Schulhäusern bestehe im Moment kein Handlungsbedarf. Die Situation werde laufend überprüft und wenn nötig verbessert. Ein separater Bericht sei nicht notwendig: Aufwand und Ertrag würden in einem Missverhältnis stehen.

Der Bund, 9. Februar 2002

WORB

Kindergarten kommt ins Schulhaus

pd. Der Kindergarten Sonnhalde soll ins Schulhaus Sonnhalde integriert werden. Damit der Umzug ins Erweiterungsprojekt fürs Schulhaus einbezogen werden kann, hat der Worber Gemeinderat einen Kredit von 24800 Franken bewilligt. Die Sanierung des Kindergartens hätte fast zeitgleich mit der Schulhauserweiterung realisiert werden sollen. Es habe sich deshalb aufgedrängt, die Eingliederung zu überprüfen. In den neuen Unterstufenschulmodellen habe die Integration von Kindergärten in die Schulgebäude zudem hohe Priorität erhalten, teilt der Rat mit. Die bisherige Kindergartenparzelle will er in eine Wohnzone umzonen.

BZ, 28. Mai 2002

WORB

Mehr Raum für Lehrer

Das Lehrerzimmer im Worber Schulhaus Wyden 1 wird ausgebaut. Das Parlament bewilligte den Kredit.

Zuerst wollten sie das Geschäft zurückweisen. FDP, SVP, EVP und CVP gaben an der gestrigen Parlamentssitzung zwar zu, dass der Zustand im Schälhaus Wyden 1 unhaltbar ist. Das Lehrerzimmer genüge den Anforderungen nicht mehr.

Doch den Lösungsvorschlag des Gemeinderats - das Lehrerzimmer zu sanieren und auszubauen - lehnten sie ab und stellten einen Rückweisungsantrag. «Eine sanftere Renovierung», forderte Samuel Gerber (FDP). «Räume im Schulhaus Wyden 2 nutzen», schlug Rudolf Wagner (EVP) vor. Hans Ulrich Born (SVP) verlangte eine Übersicht über die Gesamtplanung im Schulbereich. Doch die Rückweisung wurde mit 18 zu 14 Stimmen abgelehnt. Daraufhin stimmte das Parlament mit 18 zu 12 Stimmen dem Kredit von 280'000 Franken für den Ausbau des Lehrerzimmers zu.

bw

Der Bund, 10. Oktober 2002

WORB

Ökologisch kindergerecht

sug. Wie der Gemeinderat Worb mitteilt, soll für 287'500 Franken der Asphalt- und Turnplatz östlich des Schulhauses Zentrum in Worb kindergerecht und nach ökologischen Vorgaben umgestaltet werden. Vorgesehen sind etwa der Einbau eines Kunststoffbelags, die Erstellung eines Grünbereichs und die Installation von Spielgeräten. Die entsprechende Vorlage hat der Gemeinderat zuhanden des Parlaments verabschiedet.

BZ, 5. Februar 2003

SCHULHÄUSER IN WORB

«Struber Hund» oder «Salamitaktik»?

Grosse Diskussion um kleinen Kredit: Im Worber Parlament regt sich Unmut zur Schulhausplanung.

Brigitte Walser

Jürg Bichsel (FW) zeigte dem Worber Gemeinderat die gelbe Karte. «Unsere Aufträge werden nicht erfüllt», kritisierte der Rüfenachter Parlamentarier an der Sitzung vom Montag. Nach wie vor fehle die Gesamtschau zu einer Worber Schulraumplanung. «Sie ist überfällig.» Man habe das ungute Gefühl, dass da «ein ganz struber Hund» begraben liege. Bichsel erhielt überparteiliche Unterstützung. «Die Gesamtschau fehlt», begann Andreas Born (Geschäftsprüfungskommission). «Wir sind nicht ganz glücklich», stimmte Samuel Gerber (FDP) ein. «Wir haben Bedenken», gesellte sich Albert Gambon (SVP) dazu. Man vermute nicht eine Salami-, sondern gar eine Schinkentaktik hinter der Strategie des Gemeinderates. «Da werden grosse Scheiben abgeschnitten», so Gambon.

Die Begründung

Die Scheiben im Detail: April 2002: Das Worber Parlament erachtet den Ausbau des Schulhauses Rüfenacht als dringend, weist die Pläne aber zwecks Optimierung zurück. Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) verspricht, dass kein anderes Schulprojekt demjenigen in Rüfenacht vorgezogen werde. Das Parlament verlangt vom Gemeinderat zudem eine Übersicht über die gesamte Worber Schulraumplanung.

Mai 2002: Das Worber Parlament bewilligt einen Kredit für ein neues Lehrerzimmer im Worber Schulhaus Wyden 1. Das Parlament bemängelt erneut die fehlende Übersicht zur Schulraumplanung.

November 2002: Das Worber Parlament bewilligt einen Kredit für den Pausenplatz beim Schulhaus Zentrum Worb. Nichtsdestotrotz sagt Gemeinderat Ernst Hauser (SVP): «Ich stehe zu meiner Aussage, dass Rüfenacht Priorität hat.»

Februar 2003: Das Worber Parlament bewilligt einen Kredit für einen Lift und neue Räume im Worber Schulhaus Wyden 1 (siehe gestrige Ausgabe). «Dass erneut ein Projekt demjenigen von Rüfenacht vorgezogen wird, ist nicht Salamitaktik», versichert Gemeinderat Ernst Hauser. Aber Jürg Bichsel (FW) zückt die gelbe Karte.

Die Antwort

Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) wusste sich am Montag vor dem Parlament zu verteidigen: «Ich stehe zu meiner Aussage, dass Rüfenacht Priorität hat», sagte er. Doch werde dort eine neue Variante geprüft. «Es wurde der Vorschlag gemacht, statt eines Anbaus einen Pavillon zu erstellen.» Dies werde abgeklärt, deshalb verzögere sich das Projekt Rüfenacht, sagte Hauser. Als Antwort auf die Kritik zur fehlenden Gesamtschau verwies er auf den Investitionsplan. «Da ist alles klar aufgeschlüsselt.»

Der Schlusssatz

Er habe dieses Gerede um Rüfenacht und Worb und Prioritäten satt, sagte nach ausführlicher Diskussion FW-Parlamentarier Jonathan Gimmel. «Wir haben in Sachen Schulraumplanung eine Strategie und die ist gut», meinte er. Dem schloss sich Ulrich Brechbühl (SVP) an: «Hört auf mit diesem Fussballmatch zwischen Worb und Rüfenacht», forderte er. Andreas Born beendete die Debatte: Er sei auch Worber, wohne aber in Enggistein. «Und wir wären schon froh, wenn unser Schulhaus so aussehen würde wie dasjenige in Rüfenacht. »

INVESTITIONSPLAN

Projekte für Schulhäuser

Im Worber Investitionsplan 2003/2008 sind die Sanierungs- und Neubauprojekte der nächsten fünf Jahre für alle Worber Schulhäuser angegeben. Rund zwölf Millionen Franken sollen bis 2008 für Renovationen, Um- und Neubauten investiert werden. Im Jahre 2003 sind es rund eine Million Franken. Darin enthalten sind eine Renovation des Kindergartenpavillons in Rüfenacht; Lift, Lehrerzimmer und Gruppenräume für Wyden 1; Aussenraumgestaltung im Schulhaus Zentrum sowie Sanierung, Erweiterung und Anpassung der Schulanlage Rüfenacht (erste Etappe).

bw

MOMENT MAL

Schinken und Salami

Helena Jansen

Bis tief in die Nacht hinein wurde Politik gemacht im Worber Parlament. Während die draussen bereitgelegten Salamihäppchen zu trocknen begannen, würdigten drinnen Rhetoriker die Wurst in ihrer Symbolik: Von «Salamitaktik» war viel die Rede, markig Albert Gambons (SVP) Metapher von der «Schinkenscheibentechnik».

Vorsitzende Franziska Fritschy (FDP) - den Gedanken ans Buffet im Hinterkopf, Gambons Metapher vor innerem Auge - lieferte nach drei Stunden Polit-Marathon den Versprecher des Abends: Aus Kollege Gambon wurde glattweg Albert «Jambon» - da wars dann höchste Zeit für nächtliche Salamiröllchen und Wein.

Der Bund, 5. Februar 2003

WORB

Schulraumsanierung kommt voran

Das Schulhaus Wyden 1 erhält neue Gruppenräume und einen Lift. Das Parlament hat dafür nach langer Diskussion mit grossem Mehr einen Kredit von 259'000 Franken bewilligt. Dank dem Lifteinbau haben gehbehinderte Schüler die Möglichkeit, vom Kindergarten bis Ende der sechsten Klasse das gleiche Schulhaus zu besuchen. Ein Antrag der SP, auf die Gruppenräume zu verzichten und damit rund 40'000 Franken einzusparen, wurde mit 23 zu 9 Stimmen verworfen. Zu reden gab generell die Schulraumplanung - der Ortsteil Rüfenacht mit der noch bevorstehenden Renovation seiner Schule fühlt sich den Voten zufolge benachteiligt.

(mic)

Der Bund, 18. Juni 2003

Schule schliessen?

Worbs Schullandschaft wird umgepflügt

Das Dorf Worb ist bald so gross wie eine Stadt; und die kleinen Dörfer rundherum, Wattenwil-Bangerten, Richigen oder Enggistein, spüren den Sog des Zentrums immer stärker. Jetzt triffts die Schule. Wie der Gemeinderat mitteilt, soll der Schulbetrieb in Wattenwil-Bangerten nämlich per Ende nächstes Schuljahr eingestellt werden. So zumindest sieht es die vom Gemeinderat eingesetzte Spezialkommission, die den Auftrag hatte, wegen der stetig sinkenden Schülerzahlen die Zukunft der Worber Aussenschulen neu zu überprüfen. Zu ihrem Bericht, der jetzt vorliegt, können sich alle Parteien und Kommissionen im Rahmen einer Vernehmlassung noch äussern.

Weit unter Minimalgrösse

Es ist nichts Neues, dass die Zukunft der Schulen in den kleinen Ortschaften ungewiss ist. Rund um Worb sind die Schülerzahlen innert 10 Jahren um 50 Prozent gesunken. So auch in Wattenwil-Bangerten: Nächstes Jahr sitzen im Bauerndorf nur noch gerade neun Schüler an den Pulten. Das sind sieben (!) Schüler weniger, als der Kanton erlaubt. Deshalb schlägt die Kommission vor, dass die Schülerinnen und Schüler von Wattenwil-Bangerten ab Ende Schuljahr 2003/2004 in Worb Dorf zur Schule gehen müssen. Sonst muss Worb damit rechnen, dass der Kanton die Schliessung der Dorfschule eigenmächtig verfügt.

Weiter schlägt die Kommission unter der Leitung von Gemeinderat Heinz Neuenschwander (fdp) vor, die Schüler der 1. bis 3. Klasse aus Richigen und Enggistein künftig gemeinsam in Enggistein, die Schüler der 4. und 6. Klasse aus den beiden Ortschaften künftig in Richigen zu unterrichten - also neu, so wünschen es Kommission und Gemeinderat, stufenweise und nicht mehr je in zwei Gesamtschulen. Falls der Kindergarten in Enggistein von genügend Kindern besucht werden sollte, soll dieser weitergeführt werden, heisst es. Weiterhin denkbar wären aber auch zwei Gesamtschulen, meint Neuenschwander. In allen Fällen, so der Chef des Schuldepartements, würde die Gemeinde Transportgelegenheiten anbieten.

«Ich würde eine Schliessung persönlich sicher sehr bedauern», sagt Worbs Gemeindepräsident Peter Bernasconi. «Mir ist bewusst, dass Dorfschulen nicht nur Orte zum Lernen sind, sondern sie sind auch Dorfmittelpunkte, die einen gewissen Zusammenhalt bieten.» Insbesondere für die Entwicklung der Schülerzahlen in Wattenwil-Bangerten sieht die Perspektive aber nicht rosig aus - Land zum Bau von Häusern oder Überbauungen ist dort nämlich keines vorhanden.

Tagesschule in einem Jahr

Auf guten Wegen sind die Bemühungen in Worb, eine Tagesbetreuung für Schulkinder anzubieten. Nach Ansicht der Spezialkommission soll in einem Jahr ein Tagesschulmodell in Modulen - mit Betreuungseinheiten am Morgen, am Mittag inklusive Essen, am frühen und am späten Nachmittag - angeboten werden. Ein entsprechendes Gesuch um Aufnahme des Betriebs in den Lastenausgleich des Kantons wird laut Neuenschwander Ende Monat eingereicht. Er rechnet für den Betrieb mit ungedeckten Kosten von rund 210'000 Franken. Als Standorte sind das Schulhaus Zentrum in Worb und die Schule Rüfenacht vorgesehen.

(mic)

BZ, 24. Juni 2003

WORB

4,5 Millionen für Schulen

Das Worber Parlament entschied sich gestern Abend für den Ausbau der Schulen Rüfenacht und Sonnhalde.

Die Worber Stimmbürger haben das letzte Wort. Gestern Abend hat ihnen der Grosse Gemeinderat einstimmig den Ausbau der Schulhäuser Rüfenacht und Sonnhalde empfohlen. Kritik wurde trotzdem laut, und zwar besonders zum Anbau des Schulhauses Rüfenacht. Bereits vor einem Jahr war dieser Thema einer Parlamentsdiskussion gewesen und schliesslich zurückgewiesen worden mit dem Auftrag, nach Sparmöglichkeiten zu suchen. Gestern lag ein um eine halbe Million billigeres Projekt auf dem Parlamentstisch. «Ich hatte die Hoffnung, dass das Projekt besser wird», sagte Sibylle Flentje (GFL). Das jetzige Projekt aber sei das absolute Minimum und nicht zukunftsorientiert. «Ich komme mir vor wie ein Schildbürger», erwiderte Gemeinderat Ernst Hauser (SVP): «Wir hatten den Auftrag zu sparen und zu optimieren», und nun werde genau daran wieder Kritik geübt. Lob fanden dagegen FDP und SVP: «Das Projekt ist besser geworden», sagte Hanspeter Stoll (FDP). Für 2,06 Millionen Franken ist ein dreigeschossiger Anbau an das bestehende Rüfenachter Schulhaus geplant.

Für 2,6 Millionen Franken soll die Schulanlage Sonnhalde erweitert und der Kindergarten ins Schulhaus integriert werden. Die SP, die bereits das Rüfenachter Projekt kritisiert hatte, tadelte auch hier: «Beide Projekte sind nicht sehr innovativ», sagte Jürg Kaufmann. Er habe ein ungutes Gefühl, doch man stehe unter Zugzwang, weil die Schulräume dringend nötig seien. «Wir stimmen äusserst freudlos zu.»

bw

BZ, 28. Juni 2003

WORB

«Kämpfen für die Schulen»

Die Eltern von Richigen und Enggistein setzen sich für ihre Schulen ein. Zum Beispiel bei Eltern in Worb.

Barbara Bircher

«Ich habe nicht erwartet, dass ihr mich begeistert empfangt», sagte Worbs Gemeinderat und Schulressortleiter Heinz Neuenschwander zu den Eltern, die sich zum Infoabend zum Thema «Aussenschulen» im Schulhaus Richigen eingefunden hatten. So erhitzt wie die Temperatur im Schulhausdachstock waren auch die Gemüter: «Wir fragen uns, ob die Spezialkommission wirklich eingehend alle Möglichkeiten für den Erhalt der Aussenschulen ausgeschöpft hat», meinte eine betroffene Mutter.

Kleine Schulen geschwächt

Sie wandte sich dagegen, dass das vom Gemeinderat in der Vernehmlassung vorgestellte neue Schulkonzept die grossen Schulzentren in Worb stärkt, die kleinen Schulen aber ins Hintertreffen geraten lässt. Wegen der nach Neuenschwander «drastisch sinkenden» Schülerzahlen in Worbs Aussenbezirken wird bereits im nächsten Jahr das Schulhaus in Wattenwil-Bangerten geschlossen; die Schulkinder gehen in Worb Dorf zur Schule. In Enggistein und Richigen gehen die Schüler ab 2005 in Mehrjahrgangsklassen zur Schule. Das neu eingeführte Tagesbetreuungsangebot wird ab dem Schuljahr 2004/2005 im Schulhaus im Zentrum Worb Dorf und in der Schulanlage Rüfenacht angeboten.

In die Randgebiete

«Man könnte ja den Spiess umdrehen und schauen, dass mehr Kinder aus Worb zu uns ins Schulhaus kommen», schlug ein Vater aus Richigen vor. Auch funktioniere die nachbarschaftliche Tagesbetreuung auf privater Ebene in den Aussenbezirken gut. Die Idee, mit einem Flugblatt auf die Vorteile einer kleinen Dorfschule hinzuweisen, könnte bei den Eltern aus Worb auf fruchtbaren Boden fallen, so waren sich etliche Anwesende einig. «Unsere Schulen sind familiär und überschaubar, die Mehrjahrgangsklassen haben viele pädagogische Vorteile», sagte eine Mutter aus Enggistein und verwies auf die Gewalt auf den Pausenplätzen grosser Schulzentren.

«Sind auch Steuerzahler»

Heinz Neuenschwander wies darauf hin, dass die abnehmenden Schülerzahlen in den Aussenbezirken eine Tatsache sei. Er nahm aber die Vorschläge der Eltern zuhanden der Spezialkommission entgegen. Richigens Schulleiter Ruedi Wenger rief die Eltern im Saal dazu auf, sich die Zeit für ihre Eingaben auch wirklich zu nehmen. «Wir werden für unsere Schulen kämpfen», sagte ein Vater. «Schliesslich sind die Anliegen der Bewohner im Randgebiet genauso wichtig wie jene der Steuerzahler im Zentrum von Worb.»

Eingaben zum Bericht der Spezialkommission können bis am 15. September an die Gemeindeverwaltung Worb, Schulsekretariat, Postfach, 3076 Worb, eingereicht werden.

BZ, 16. September 2003

SCHULE WORB

«Plätze frei in Richigen»

Nicht in Richigen eine Klasse schliessen, sondern Worber Schulkinder nach Richigen bringen! Dies die lautstarke Forderung von Richiger Schulkindern und ihren Eltern gestern auf dem Worber Bärenplatz.

Brigitte Walser

«Richtige Demostimmung», kommentierte Gemeinderat Peter Hubacher (SVP) das gestrige Geschehen auf dem Worber Bärenplatz. Die Demonstrierenden waren etwas jünger, als man sich das sonst gewohnt ist, und fast kleiner als ihre grossen Plakate: «Das Gute liegt so nah: Richiger Schule JA» stand darauf, und: «Noch haben wir gute Plätze frei». Schülerinnen und Schüler aus Richigen waren gekommen, um dem zuständigen Gemeinderat Heinz Neuenschwander (FDP) klar zu machen, dass sie mit der Schliessung einer ihrer Schulklassen ganz und gar nicht einverstanden sind. Eine Spezialkommission hatte den Vorschlag gemacht, wegen gesunkener Schülerzahlen sollten die Richiger Unterstufenschüler künftig in Enggistein unterrichtet werden. Um sich gegen diesen Vorschlag zu wehren, waren die Richiger Kinder nicht allein nach Worb gereist. Sie wurden unterstützt von Eltern und Lehrern. Im Gepäck hatten sie nebst farbigen Ballons auch 298 Unterschriften aus dem 400-SeelenDorf, die sie Heinz Neuenschwander überreichten. Ihre Forderung: zusätzliche Schüler nach Richigen zu bringen. Zum Beispiel aus Worb. «Das müsste auf freiwilliger Basis geschehen, denn Schüler sollen dort zur Schule gehen können, wo sie wohnen», entgegnete Neuenschwander auf den Richiger Vorschlag. «Genau das fordern wir für unsere Kinder auch», entgegnete Monika Schürch, eine Richiger Mutter. Dafür habe er Verständnis, so Neuenschwander, «nur bringen wir einfach die Klassen in den Aussenbezirken nicht voll». Er könne deshalb keine Versprechungen machen.

Unter den Demonstrierenden befanden sich auch einige Wattenwiler Schüler, die sich «Wir kämpfen für unsere Schule» aufs Plakat geschrieben hatten. In Wattenwil, so der Vorschlag der Spezialkommission, soll die Schule ganz geschlossen werden.

Landbote, 2. Oktober 2003

Wattenwiler Schule soll weiterbestehen

Ein kleiner Trupp kämpft gegen die drohende Schliessung der Gesamtschule in Wattenwil bei Worb.

Silvia B. Elmer

Aus der Zeitung mussten Eltern und die Lehrerinnen Kathrin Schneider und Anna Barbara Liebe erfahren, dass ihre Gesamtschule geschlossen werden soll, und sie waren erst einmal schockiert. Sie fühlten sich übergangen, weil sie nicht rechtzeitig über das Vorhaben der Spezialkommission informiert wurden, und sie waren verärgert, weil offenbar falsche Schülerzahlen kursieren. Heute besuchen nicht weniger als zehn Kinder diese Schule, bei elf liegt der sogenannte «untere Überprüfungsbereich» für einen sechsklassigen Schulbetrieb. Würden ein paar Worber Eltern ihre Kinder auf freiwilliger Basis in Wattenwil zur Schule schicken, wäre der Betrieb gesichert. Bisher konnten verschiedene auswärtige Kinder in der Gesamtschule erfolgreich einen Neuanfang machen.

Familäre Atmosphäre

Kathrin Schneider hebt die Vorzüge der Gesamtschule hervor: «Wir haben eine familiäre Atmosphäre, jedes Kind kann sich integrieren, wir vertrauen einander und haben einen tollen Zusammenhalt. Gewalt und Mobbing gibt es bei uns nicht!» Sie ist nicht gewillt, dies alles kampflos aufzugeben und setzt sich mit den Kolleginnen, Eltern und SchülerInnen für den Fortbestand der ländlichen Schule ein. Zusammen mit den Richigern, die von den Sparmassnahmen ebenfalls betroffen sind, überreichten sie Heinz Neuenschwander, Präsident der Spezialkommission, ihre Stellungnahme zur Vernehmlassung. Darin steht die Forderung, dass die Worber Eltern mittels informativem Fragebogen auf die Gelegenheit eines möglichen Schulwechsels aufmerksam gemacht werden sollen. Weiter soll der Bus, welcher die älteren Kinder hinunter ins Dorf führt, auch Kinder hinauftransportieren und nachmittags wieder zurück. Am Mittag könnten auswärtige Kinder bei Wattenwiler Familien essen, und interessierte Eltern sind ausdrücklich zu einem Schulbesuch eingeladen. Die Stellungnahme bemängelt, dass Wattenwil-Bangerten in der Spezialkommission überhaupt nicht vertreten ist. Weiter wird beanstandet, dass die Spezialkommission trotz des Auftrages, die Bedürfnisse aus Sicht der Lehrerschaft abzuklären und die räumlichen Möglichkeiten zu eruieren, nie Kontakt mit den Lehrerinnen aufgenommen hat. Deshalb wurden die Gemeinderäte und die Parteipräsidenten eingeladen, die Schule am 3. November, anschliessend an die Sitzung des Gemeinderates, zu besichtigen, um überhaupt, einmal einen Eindruck zu gewinnen. Laut Kathrin Schneider könnten sie sich davon überzeugen, dass die Räumlichkeiten alles bieten, was selbst eine Tagesschule erfordert: Einen fast neuen Pausen- und Sportplatz, eine Küche, einen Werkraum und einen Mehrzweckraum. Dieser erfüllt nebenbei eine sehr wichtige Funktion als Begegnungsort der ganzen Dorfgemeinschaft.

Grosse Enttäuschung

Die Lehrerin kämpft nicht für den Erhalt ihrer Arbeitsstelle, sie setzt sich vielmehr für die Anliegen der Bevölkerung ein: «Wieso soll etwas so Wertvolles vernichtet werden, wenn Worbs Schulen gleichzeitig erweitert werden?» Es herrsche sowieso eine enttäuschte Stimmung in den beiden Dörfern: Nach Streichung der Postautolinie und Halbierung der Schulbusfahrten wähnen sich die Leute im Abseits. Falls nun noch die Schule geschlossen wird, verkomme Wattenwil-Bangerten zum Altersheim. Ganz klar: ohne entsprechende Infrastruktur keine jungen Zuzüger. Alle Betroffenen leiden unter der gegenwärtigen unsicheren und belastenden Situation und hoffen auf eine längerfristige Lösung, die den Schulbetrieb garantiert. Laut Heinz Neuenschwander stellt die Spezialkommission noch dieses Jahr dem Gemeinderat einen Antrag.

Bund, 5. November 2003

Jetzt sind die Eltern gefragt

Die Zukunft der Worber Aussenschulen hängt von den Eltern in Worb Dorf ab

DÖLF BARBEN

Die Dörfchen Wattenwil, Bangerten, Richigen und Enggistein, die zur Gemeinde Worb gehören, haben ein Problem. In ihren Schulhäusern gehen immer weniger Kinder ein und aus. Die Schule von Wattenwil-Bangerten hätte eigentlich bereits geschlossen werden können. Die Schliessung ist nun auf Ende Schuljahr vorgesehen. In Richigen und Enggistein muss mit Klassenschliessungen im Sommer 2005 gerechnet werden.

Bereits haben Eltern aus den Aussendörfern den Kampf für ihre Schulen aufgenommen. Im September haben sie eine Petition eingereicht. Unterschrieben haben fast 300 Personen - unter ihnen die Sängerin Francine Jordi, Richigens berühmteste Ex-Schülerin.

Am Montag nun hat sich der Gemeinderat mit der Zukunft der Aussenschulen befasst und folgende Lösung ins Auge gefasst: Die zunehmend verwaisten Klassen sollen mit Kindern aus Worb Dorf aufgefüllt werden. Dies könne aber nur auf freiwilliger Basis geschehen, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern auf Anfrage.

Der Gemeinderat will es wissen

Um abzuklären, ob diese Idee überhaupt eine Chance hat, sollen nun nächste Woche in Worb Dorf Fragebogen an die Kinder des Kindergartens und der 1. bis 4. Klassen abgegeben werden. Ihre Eltern werden darin gefragt, ob sie ihr Kind oder ihre Kinder in eine der drei Aussenschulen schicken würden - und falls ja, in welche. Die Gemeinde wäre bereit, die Transportkosten «auf Gesuch hin» zu übernehmen. Nach Richigen und Enggistein müssten die Kinder das Postauto benützen. Nach Wattenwil-Bangerten fährt bereits ein Schulbus. Die Eltern haben bis am 25. November, also zwei Wochen Zeit, die Fragen zu beantworten. In diesem Zeitraum haben sie auch Gelegenheit, sich die Aussenschulen anschauen zu gehen.

Das Vorgehen des Gemeinderats hat bereits Kritik ausgelöst. Die Aktionsgruppe Schule Richigen hat dies auf einem Flugblatt deutlich zum Ausdruck gebracht: «So nicht!!!», heisst es darauf. Gemeint ist dabei aber nicht die Idee an und für sich. Lange habe man nichts gehört, und jetzt werde die Umfrage «innert kürzester Zeit» durchgeführt, sagte gestern Monika Schürch von der Aktionsgruppe. Die Eltern aus Worb Dorf seien zu wenig informiert, zumindest ein Informationsabend hätte eingeplant werden müssen. Ausserdem tauche die Idee einer Schulkreisänderung nirgends mehr auf. Für Schürch wäre diese Lösung die sinnvollste von allen. Die Idee dahinter: Bei Worb ist die Überbauung Lindhalde geplant. Die ersten Wohnungen werden laut Schürch im Herbst 2004 bezogen. Durch eine Änderung der Schulkreisgrenze würden die Kinder von der Lindhalde in eine Aussenschule gehen.

Peter Bernasconi wies die Vorwürfe gestern zurück. Um drei Fragen zu beantworten, benötigten die Eltern nicht mehr Zeit. Ein spezieller Informationsabend sei unnötig. Den Eltern werde auf zwei Seiten die Situation erläutert. So werde etwa auf die Vorteile von Mehrjahrgangsklassen hingewiesen. Dargelegt werde auch, wie die Schulkinder in die Aussenschulen transportiert würden.

Nicht eingegangen sei der Gemeinderat auf die Idee, die Schulkreise abzuändern, sagte Bernasconi. Die Schulwege von der neuen Überbauung Lindhalde nach Richigen oder Enggistein seien länger als nach Worb Dorf- «das ist ein Faktum».

Tagesschulen in Griffnähe

Ebenfalls am Montag hat der Gemeinderat Worb ein Vernehmlassungsverfahren für Tagesschulen in Worb und Rüfenacht eingeleitet. Falls dieses positive Resultate zeitigt, sollen die Tagesschulen bereits auf nächstes Schuljahr hin Wirklichkeit werden.

BZ, 5. November 2003

SCHULE WORB

Kritik an Umfrage

Eine Umfrage soll zeigen, ob Worber Kinder in Aussenbezirken zur Schule gehen könnten. Sie wird kritisiert.

Der Worber Gemeinderat hat sich mit dem Vorschlag befasst, in Richigen, Enggistein und Wattenwil Schulklassen zu schliessen. Er hat beschlossen, Eltern in Worb Dorf zu fragen, ob diese bereit sind, ihr Kind in diese Aussenbezirke zu schicken, um die dortigen Schulen zu erhalten. «Eine Zusage für den Schulbesuch in einem Aussenbezirk muss verbindlich sein», sagt Gemeindepräsident Peter Bernasconi. Knapp zwei Wochen haben die Eltern Zeit für die Antwort. «Das ist viel zu kurzfristig», wehrt sich Monika Schürch von der Aktionsgruppe Schule Richigen. Diese Zeit reiche nicht, um die Eltern genügend zu informieren und sie über die Schulsituation in den Aussenbezirken aufzuklären. «Wir sind der Meinung, dass die Zeit reicht, um die zwei Punkte der Umfrage zu beantworten», entgegnet Gemeindepräsident Bernasconi auf den Vorwurf. Auch die Gemeinde stehe unter Zeitdruck. Denn eine Umverteilung der Schüler trage eine Änderung der Schulkreise nach sich und damit eine Anpassung des Reglements.

bw

BZ, 17. Dezember 2003

SCHULE WORB

Demonstration mit Wirkung

Der Worber Gemeinderat hat entschieden: Die Schule Wattenwil-Bangerten wird nicht geschlossen. Auch die Klassen in Richigen und Enggistein bleiben erhalten. Nur vorläufig, allerdings.

Brigitte Walser

Noch im Herbst hatte alles ganz anders ausgesehen: Eine vom Worber Gemeinderat eingesetzte Spezialkommission hatte damals vorgeschlagen, wegen der tiefen Schülerzahlen in Wattenwil-Bangerten die Schule zu schliessen und die Kinder nach Worb in den Unterricht zu schicken. Der Gemeinderat geht nun aber auf diesen Vorschlag nicht ein. Jetzt heisst es: Die Schule in Wattenwil-Bangerten bleibt erhalten. «Wir sind glücklich, stolz und auch dankbar», sagt Kathrin Schneider, Lehrerin der betroffenen Gesamtschule.

Resultat der Umfrage

Dem Beschluss des Gemeinderates sind eine Unterschriftensammlung und eine Demonstration gegen den Vorschlag der Spezialkommission vorangegangen. Daraufhin wurde bei Worber Eltern eine Umfrage gestartet, ob sie bereit wären, ihre Kinder in Wattenwil zur Schule zu schicken, um die dortigen Schülerzahlen zu heben. «Neun Familien mit insgesamt elf Kindern sind interessiert», schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. Mit ihnen können die kantonalen Richtlinien zur Schülerzahl eingehalten werden.

«An den Besuchstagen haben die Eltern wohl gemerkt, dass eine Gesamtschule eine Chance sein kann», sagt Schneider.

Eine Schulkreisänderung ist laut Vizegemeindepräsident Jakob Kirchmeier nicht nötig. «Es genügt, wenn die betreffenden Eltern ein Gesuch bei der Schulkommission Worb stellen.» So muss denn nur noch das Parlament das Geld für den Schülertransport bewilligen. Kirchmeier rechnet mit Kosten von rund 12'000 Franken.

Die Spezialkommission hat ausserdem vorgeschlagen, in Richigen und Enggistein künftig nur noch je eine Schulklasse zu führen. Die Unterstufenschüler aus Richigen sollten mit ihren Enggisteiner Kameraden in Enggistein unterrichtet werden und die Mittelstufenschüler aus Enggistein mit den Richigern in Richigen. Auch dies führte zu grossem Protest. Bei der Umfrage zeigte niemand Interesse an einem Wechsel in die Schule Enggistein. Für die Schule Richigen interessierten sich vier Familien mit insgesamt fünf Kindern.

Vorläufig je zwei Klassen

Der Gemeinderat hat nun entschieden, die Schulen Enggistein und Richigen in Gesamtschulen 1. bis 6. Klasse zu überführen, sobald die Schülerzahlen die jetzigen je zwei Klassen nicht mehr erlauben. Dies dürfte gemäss Gemeinderat in beiden Fällen auf das Schuljahr 2005/06 der Fall sein. Als «Schritt in die richtige Richtung», bezeichnet Ruedi Wenger, Vorstand der Schule Richigen, diesen Entscheid. Er hofft allerdings, dass auch in Zukunft Worber Eltern ihre Kinder in die kleinen Aussenbezirke zur Schule schicken. «Dann könnten die Schulen vielleicht in ihrer heutigen Struktur erhalten bleiben. »

Der Bund, 3. Februar 2004

WORB

Schülertransport bewilligt

Die kleine Aussenschule in Wattenwil-Bangerten ist definitiv gerettet: Das Worber Parlament folgte gestern dem Gemeinderat und sagte deutlich Ja zu einem Kredit von jährlich 48'000 Franken, mit dem der Schülertransport von Worb Dorf in die Aussenschule finanziert werden soll.

Bereits heute fährt ein Schulbus von Worb Dorf nach Wattenwil-Bangerten; die Strecke wird seit 2002 nicht mehr vom öffentlichen Verkehr erschlossen. Der Schulbetrieb kostete bisher 36'000 Franken. Durch die Weiterführung der Aussenschule fallen nun Zusatzkosten von 12'000 Franken an.

Mehraufwand in jedem Fall

Der Schulweg sei für die Schüler nicht zumutbar, und die Gemeinde sei verpflichtet, einen Transport anzubieten, stellte Gemeinderätin Franziska Fritschy-Gerber fest. Für die Gemeinde falle durch den Erhalt der Schule in Wattenwil-Bangerten ein Mehraufwand von 12'000 Franken an - unabhängig davon, ob die Aussenschule erhalten werde oder nicht. Denn bei einer allfälligen Schliessung müsste der umgekehrte Transport, von Wattenwil-Bangerten nach Worb, gewährleistet werden, so die Bildungsverantwortliche weiter.

Aussenorte nicht diskriminieren

Das Sparpotenzial sei bei diesem Geschäft zu klein, um die Aussenorte «einmal mehr zu diskriminieren», befand Martin Wälti (svp). Er forderte hingegen, dass die Fahrten möglich ausgelastet und die Schulzeiten in Wattenwil-Bangerten dem Transport angepasst werden sollten.

«Der rare Bildungsfranken wird hier nicht optimal eingesetzt», kritisierte Ulrich Emch (fdp). Er bezweifle, ob hier wirklich das Optimum herausgeholt werde und ob sich die Mehrkosten bis in ein paar Jahren nicht vervielfachen würden. Etwa dadurch, dass auch in den Aussenbezirken Tagesstrukturen verlangt würden. Trotzdem befürworte seine Fraktion die Vorlage. Denn die Schule in Bangerten-Wattenwil sei eine besonders gute Schule. Dem pflichtete auch Sibylle Flentje von der SP bei. Kinder, die in grossen Schulstrukturen Mühe bekundeten, hätten in der Aussenschule die Chance, sich zu entfalten. Ausserdem sei das Schulhaus auch ein wichtiger Begegnungsort für die Ortsansässigen.

Sinkende Schülerzahlen

Der Gemeinderat hatte sich im Dezember für die Weiterführung der Schule in Wattenwil-Bangerten entschieden, weil sich Eltern aus Worb Dorf bereit erklärt hatten, ihre Kinder in die Aussenschule zu schicken. Bedingung war allerdings, dass das Parlament die Transportkosten bewilligt. Die Aussenschule in Wattenwil-Bangerten leidet wie auch jene in Richigen und Enggistein unter sinkenden Schülerzahlen. Die Schulen in Richigen und Enggistein sollen in «Gesamtschulen 1. bis 6. Klasse» übergeführt werden.

(car)