RÜFENACHTBürgergruppe fühlt sich verschaukeltDie Bürgergruppe Rüfenacht und zwei Private wehren sich gegen die Längimoos-Überbauung.kan. Im Namen des Ortsschutzes stellen sich die Mitglieder der Bürgergruppe Rüfenacht auf die Hinterbeine: Weil der Gruppierung, die sich als Ortsschutzverein versteht, die geplante Überbauung im Längimoos zu dicht und zu hoch ist, hat sie ihre Einsprache - gleichzeitig mit zwei privaten Anstössern - innert Frist deponiert. Und dabei sparen die Einsprecher der Bürgergruppe nicht an Vorwürfen. «Ignoranz»In einem an die Presse adressierten Begleitschreiben werfen sie Gemeindepräsident Peter Bernasconi und «seiner von ihm präsidierten» Planungskommission «Ignoranz» vor. «Unsere Funktion als Ortsschutzverein wird offensichtlich nicht ernst genommen, und unsere Einwände gegen eine hohe und dichte Überbauung am Dorfrand wurden kaum beachtet», schreibt die Gruppe. Sie fühlen sich geprelltBereits im November 1995 hatten die Kritiker der Bürgergruppe wie auch 22 unabhängige Anwohner während der öffentlichen Mitwirkung zum Bauvorhaben ihre Stellungnahme abgegeben, doch «fanden die Gemeindebehörden die Eingaben nicht mal einer Eingangsbestätigung wert», moniert die Bürgergruppe. Sie spricht deshalb von vorgefassten Ideen und einem Mitwirkungsverfahren, das so zur Farce gerate. Wie bereits zur Mitwirkungszeit werfen die Kritiker der Behörde erneut die «Missachtung des Volkswillens» vor, und zwar weil 1985 aufgrund einer Initiative das überbaubare Areal auf die Hälfte reduziert und die Ausnützungsziffer von früher 0,6 auf 0,35 festgelegt worden war. Dicht, aber «machbar»Zur Diskussion steht nun aber eine Wohnsiedlung mit zweistöckigen Häusern plus Attikageschossen und einer Ausnützungsziffer von 0,75. Damit stosse die Dichte zwar an die oberste Grenze, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gegenüber dem «Bund» vor wenigen Wochen, doch habe der Kanton in seinem Bericht zur Mitwirkung das vorgesehene Nutzungsmass als «machbar» toleriert. Mehr Verkehr befürchtetDie Bauherrschaft - sie setzt sich zusammen aus der Familien-Baugenossenschaft Bern, der Promet AG und der Büchi Bauunternehmung AG - möchte 72 Wohneinheiten in den Hang hinein bauen. Dass dieses zusätzliche Wohnangebot auch Verkehr mit sich zieht, befürchten die Einsprecher. «Es liegt auf der Hand, dass der motorisierte Verkehr aus einer derart dichten Überbauung die Zufahrtsstrassen stärker belasten wird», schreibt die Bürgergruppe in ihrer deponierten Einsprache. |
RÜFENACHTProjekte für LängimoosFür die Überbauung Längimoos wurden verschiedene Projektstudien eingereicht. Das Beurteilungsgremium empfiehlt nun, die beiden Projekte von GWJ Architekten AG Bern und Rolf Mühlethaler Architekt BSA/SIA Bern überarbeiten zu lassen. Die Verfasser hätten sich bezüglich Wohnungsgrössen an die vorgegebenen Richtwerte gehalten. 50 bis 60 Wohneinheiten sollen auf der Längimoos entstehen. mg |