RÜFENACHTWer oben im Dorf wohnt, will unten durchDorfgemeinschaft nimmt den Umweg über den geplanten «Sonnen»-Kreisel nicht widerstandslos hin.kan. Vorab die Bewohner des oberen Rüfenachter Dorfteils fürchten, künftig einen grossen Umweg machen zu müssen, wollen sie auf die andere Strassenseite: Mit dem Vorhaben von RBS, Kanton und Gemeinde, die Kreuzung beim Restaurant Sonne für Radfahrer, Fussgänger, Bahnreisende und Automobilisten sicherer zu machen, wird nämlich der direkte Weg vom Dorf in die Vielbringenstrasse gesperrt. Statt dessen muss - wer etwa zum Lauftreff will - erst die Runde über den Kreisel drehen. Das wird von manchen als Schikane empfunden. Einige Anwohner riefen deshalb vor kurzem in einem Flugblatt dazu auf, Einsprachen gegen das Projekt zu deponieren (der «Bund» berichtete). Opposition formierte sich nun auch in der Dorfgemeinschaft Rüfenacht (DGR): 79 der 89 Anwesenden an der Hauptversammlung verlangen vom Gemeinderat, eine Fussgängerunterführung zu überdenken. Darüber nachgedacht hat der Gemeinderat allerdings bereits in einer früheren Planungsphase; aus Kostengründen wurde die Unterführung dann aber gestrichen. Wie Gemeinderat Ernst Hauser betont, sei es mit einer einfachen Röhre längst nicht getan, «da müssten wir eine aufwendigere Unterführung für rund 600'000 Franken bauen», sagt er. Politisch räumt Hauser einem solchen Vorstoss wenig Chancen ein: «Ich glaube kaum, dass das Parlament das Geld sprechen würde.» Dass der einzige Strassenübergang um über 200 Meter verschoben wird, ist für, die DGR nicht bloss unbequem, sondern auch gefährlich: «Dann rennen die Leute einfach irgendwo über die Strasse», so DGR-Präsident Paul Gfeller. Das Problem ist bekannt: «Die Polizei rät, das Bahngleis gut abzuschirmen, damit man nicht so einfach auf die andere Strassenseite kann», sagt Hauser. |
Die Rüfenachter wollen untendurchDen «Sonnen»-Kreisel bestreitet niemand in Rüfenacht. Dass aber deswegen der Strassenübergang nach Vielbringen verschwindet, stört Gartenbesitzer und Spaziergänger. Sie wollen eine Unterführung.Fredy Gasser Ein pure Provokation ist das Projekt für die neue Verkehrsführung bei der «Sonne» in den Augen vieler Einheimischer. Nicht weniger als 79 Frauen und Männer der «Dorfgemeinschaft Rüfenacht» (DGR) haben am Mittwoch abend eine Petition an den Worber Gemeinderat unterschrieben: Er solle doch bitte schön eine andere Lösung suchen für die Einmündung der Vielbringen- in die Bernstrasse - und für eine Unterführung unter dem RBS-Trassee hindurch sorgen. Aus finanziellen Gründen will die Bauherrschaft auf eine Unterführung verzichten. «Dieser Entscheid provoziert die Bevölkerung», fasst DGR Präsident Paul Gfeller den Unmut in Rüfenacht zusammen. Wird das heutige Projekt «Sonnen»-Kreisel realisiert, gibt es künftig nur noch einen einzigen Übergang von Rüfenacht Dorf über Strasse und Bahn zu den Schrebergärten und dem Naherholungsgebiet auf der Seite Vielbringen geben: jenen beim Mehrzweck-Kreisel unterhalb der «Sonne». Über die Leitplanken«Das genügt einfach nicht», sagt Gfeller. Ins gleiche Horn bläst der neue Rüfenachter SVP-Präsident Heinz Burri: Es sei schwer, sich vorzustellen, dass alle Fussgänger via «Sonnen»-Kreisel zu ihren Schrebergärten gehen würden. Vielmehr, so hätten sich viele an der Versammlung geäussert, werde wohl der Gang über die Leitplanken gewählt. Allerdings wollte sich die Dorfgemeinschaft nicht nur mit blosser Polemik für die Unterführung bei der Vielbringenstrasse stark machen. Vielmehr lud sie den für das Projekt verantwortlichen Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) an die Hauptversammlung (siehe Kasten). «Er konnte uns aber keine Hoffnungen machen», sagt DGR-Präsident Gfeller. Die Kosten für eine Unterführung seien viel zu hoch, habe Hauser gesagt. Damit konnte Gemeinderat Hauser aber den Unmut der Rüfenachter nicht besänftigen. Die Rüfenachter Dorfgemeinschaft weiss aber auch, dass ihre Bittschrift rechtlich nicht als Einsprache gelten kann.
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RüfenachtSchatten über der «Sonne»Nicht ohne weiteres akzeptieren die Rüfenachter die vorgeschlagene Lösung für die «Sonnen»-Kreuzung.Jahrelang hätten sich die Rüfenachter nichts sehnlicher gewünscht als eine schnelle Lösung bei der gefährlichen Kreuzung beim Restaurant Sonne. Jetzt, wo ein Projekt aufliegt, pressiert's offenbar nicht mehr: Mit insgesamt 29 Einsprachen und einer Bittschrift ist vorerst einmal für Verhandlungsstoff gesorgt. Sie sind bis zum Ablauf der Auflagefrist beim Worber Bauverwalter Paul Fehlmann eingegangen. Ein Haupt-Einsprachegrund war absehbar. Im vorliegenden Projekt fehlt eine Unterführung bei der Einmündung der Vielbringenstrasse in die Worbstrasse. Etwas, das die Anwohner nicht hinnehmen wollen. Für sie bedeutet das einen Umweg zu ihren Schrebergärten oder ins nahe Erholungsgebiet. Das müsse erneut geprüft werden, verlangen die Einsprecher (die BZ berichtete). Bauverwalter Fehlmann weist aber darauf hin, dass Worb nach «neuesten gesetzlichen Auflagen» nicht 600'000 oder 700'000 Franken an das Projekt bezahlen muss, sondern rund 1 Million. Die Unterführung würde zusätzlich mehrere hunderttausend Franken kosten. Das andere Schwergewicht der Einsprachen betrifft die geplanten Lärmschutzwände. Am 23. April sollen die Einsprachen erstmals von Kanton, Gemeinde und Bahn behandelt werden. fg
Der Bund, 28. März 1998 Rüfenachts Kreisel - mit Unterführung?kan. Die Kreuzung beim Restaurant Sonne in Rüfenacht muss sicherer werden - darin sind sich alle einig. Dass gleichzeitig mit dem Kreisel aber auch der direkte Weg vom Dorf in die Vielbringenstrasse gesperrt wird, provoziert Opposition. 29 Einsprachen wurden während der Auflagezeit bei Bauverwalter Paul Fehlmann deponiert. Als Hauptargument gegen das Gemeinschaftswerk von RBS, Kanton und Gemeinde führen die Einsprecher denn auch die fehlende Unterführung an; sie wehren sich gegen den künftigen Umweg über den Kreisel (insgesamt 450 Meter). Es erstaunt nicht, dass ein Drittel der Einsprachen von Anwohnern des oberen Dorfteils stammen, müssen sie doch den längsten Umweg in Richtung Hünliwald in Kauf nehmen. Nebst den Einsprachen wurde auch eine Bittschrift der Dorfgemeinschaft Rüfenacht deponiert. Darin wird gleichfalls eine Fussgängerunterführung verlangt. Die Chancen für eine Projektänderung dürften allerdings allein schon aus finanziellen Gründen nicht zum besten stehen: Unlängst hatte Gemeinderat Ernst Hauser erklärt, dass eine Unterführung 600'000 Franken - samt und sonders zu Lasten der Gemeinde kosten würde. |
WORBBeim Sonnenkreisel drängt die ZeitDie Sanierung des Verkehrsknotens Sonne werde nicht gegen den Willen der Rüfenachter Bevölkerung erzwungen, sagt Gemeindepräsident Peter Bernasconi.reb. «Wenn die Bevölkerung das Projekt nicht will, hat es keinen Sinn, den Kreisel beim Restaurant Sonne zu bauen», betonte der Worber Gemeindepräsident Peter Bernasconi vorgestern vor dem Grossen Gemeinderat. «Wir werden das Projekt nicht erzwingen.» Es sei jedoch schwierig, wenn ein Projekt, das jahrelang von allen Betroffenen befürwortet worden sei, nun plötzlich in Frage gestellt werde. Längerfristige PlanungAllerdings dränge die Zeit, merkte Bernasconi an: Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS), das kantonale Tiefbauamt und der Bund, die sich an der Sanierung finanziell beteiligten, hätten das notwendige Geld für 1999/2000 reserviert. Werde es nicht wie geplant verwendet, könnte das Projekt zeitlich nach hinten rutschen. Das bestätigt auf Anfrage Richard Muhmenthaler, der Stellvertretende Kreisoberingenieur und Projektleiter der Sanierung: Die vier Partner müssten zur gleichen Zeit Geld zur Verfügung stellen. Gebe es eine zeitliche Verschiebung, so «gerät alles durcheinander». Das bereitgestellte Geld werde unter Umständen sogar für ein anderes Projekt eingesetzt. Für die Sanierung des Verkehrsknotens Sonne könne das heissen, dass sie bei einer Verzögerung nicht gerade vollständig vom Tisch sei, aber während einiger Zeit blockiert werde, sagt Muhmenthaler. Voraussichtlich nach den Sommerferien falle der politische Entscheid, ob die Sanierung realisiert werde oder nicht, sagt Gemeindepräsident Bernasconi. «Wir verzichten lieber heute darauf, acht Millionen zu investieren, als später zu denken, dieses Geld hätten wir besser nicht investiert. » Bahnübergang soll bleibenDie geplante Sanierung wird nicht grundsätzlich kritisiert. Aber die Dorfgemeinschaft Rüfenacht wehrt sich gegen die damit verbundene Aufhebung des Bahnübergangs an der Vielbringenstrasse. Ende März hatte das Bundesamt für Verkehr die Sanierung genehmigt und alle Einsprachen abgelehnt. Dagegen wurde aber beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eine Beschwerde eingereicht, die zurzeit hängig ist. Diese hatte Bruno Wermuth (svp) zu einer Einfachen Anfrage im Parlament bewogen, in der er sich erkundigte, was der Gemeinderat zu unternehmen gedenke, damit das Projekt nicht gefährdet werde. |
RÜFENACHTUmfrage zum «Sonnen»-Kreiselbas. Legt die Rüfenachter Bevölkerung Wert darauf, dass der Verkehrsknoten bei der «Sonne» saniert wird, oder ist sie der Ansicht, dass auf das Bauvorhaben verzichtet werden sollte? Diese Frage wollen die Worber Gemeindebehörden und die Dorfgemeinschaft Rüfenacht mit einer gemeinsamen Umfrage klären. Der Fragebogen soll in der nächsten «Spycher-Post» zu finden sein. Nach den Sommerferien werde zudem eine Informationsveranstaltung stattfinden, kündet Paul Gfeller, Präsident der Dorfgemeinschaft, an. Diese hat gegen das «Sonne»-Projekt Beschwerde eingereicht. Sie richte sich nicht gegen den geplanten Kreisel an sich, sondern dagegen, dass insbesondere die Bewohner des oberen Dorfteils nach der Schliessung des Bahnübergangs Vielbringenstrasse einen Umweg in Kauf nehmen müssten, um zu Fuss ins Naherholungsgebiet zu gelangen, schreibt Gfeller. Die Dorfgemeinschaft schlage vor, eine Unterführung vom Wannerstutz her und nochmals einen Übergang mit Barriere zu prüfen. |
RÜFENACHTGrosser Rat bewilligt KreiselDer grosse Rat hat gestern einem Kantonsbeitrag von 1,5 Millionen Franken stillschweigend zugestimmt. Damit soll der Verkehrsknotenpunkt «Sonne» in Rüfenacht zu einem Kreisel ausgebaut werden. Die bestehenden Bahnübergänge werden aufgehoben, und die RBS-Station wird auf die Dorfseite verlegt. Die Sicherheit soll so verbessert werden. bw |
WORB/RÜFENACHTSanierung des «Sonnenkreisels»Der Bau des Kreisels bei der «Sonne» Rüfenacht kostet 6,74 Millionen Franken. Die Gemeinde Worb muss sich mit 1,86 Millionen Franken beteiligen. mg |
RÜFENACHTER SONNENKREISEL, WORBDie Durchfahrt ist erschwertBis im Mai ist die Kreuzung beim Restaurant Sonne in Rüfenacht wegen Bauarbeiten nicht befahrbar.Am kommenden Montag beginnt die Bauphase bei der Sonnen-Kreuzung in Rüfenacht. Für den Bau des Kreisels und die neue RBS-Haltestelle verlagern sich die Arbeiten auf die Nordseite der Worbstrasse. Dadurch ist die Zu- und Wegfahrt von und nach Rüfenacht erschwert, und auch der Durchgangsverkehr muss Behinderungen in Kauf nehmen. Dies dauert voraussichtlich bis Mai. Bis April bleibt die Einmündung Hinterhausstrasse-Worbstrasse vollständig gesperrt. Die Zu- und Wegfahrt erfolgt über den Parkplatz des Restaurants Sonne und den östlichen Teil der Worbstrasse. Ebenfalls gesperrt wird die Ausfahrt von der Dorf- in die Worbstrasse. Und betroffen ist schliesslich auch der Durchgangsverkehr: Zwischen dem neuen Kreisel und dem Bahnübergang Vielbringenstrasse werden die Autos auf die neu gebaute Vielbringenstrasse südlich des RBS-Gleises umgeleitet. Neue RBS-HaltestelleAb Mai 2002 wird der Durchgangsverkehr über den neuen Kreisel rollen. Die Fahrgäste des RBS müssen dann die stark befahrene Worbstrasse auf dem Weg zum Zug nicht mehr überqueren. Sobald im April die diagonal durch den Kreisel verlaufenden Gleise verlegt sind, will der RBS die neue Haltestelle am Fusse des «Schlössli» in Betrieb nehmen. Während den Bauarbeiten ist das Gebiet der Haltestelle nur eingleisig befahrbar. Die Gleise und Fahrleitungen werden teilweise in der Nacht oder am Wochenende eingesetzt. Für den Einbau des Deckbelags im ganzen Baustellenbereich wird die Kantonsstrasse in der Woche vom 8. bis 13. Juli 2002 gesperrt bleiben. Im August soll der 6,7 Millionen Franken teure Sonnenkreisel definitiv befahrbar sein. Getragen wird das Projekt vom kantonalen Tiefbauamt, von der Gemeinde Worb und dem Regionalverkehr Bern-Solothurn. bw/aid |

