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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Sonnen-Kreisel Rüfenacht

Der Bund, 20. März 1998

RÜFENACHT

Wer oben im Dorf wohnt, will unten durch

Dorfgemeinschaft nimmt den Umweg über den geplanten «Sonnen»-Kreisel nicht widerstandslos hin.

kan. Vorab die Bewohner des oberen Rüfenachter Dorfteils fürchten, künftig einen grossen Umweg machen zu müssen, wollen sie auf die andere Strassenseite: Mit dem Vorhaben von RBS, Kanton und Gemeinde, die Kreuzung beim Restaurant Sonne für Radfahrer, Fussgänger, Bahnreisende und Automobilisten sicherer zu machen, wird nämlich der direkte Weg vom Dorf in die Vielbringenstrasse gesperrt. Statt dessen muss - wer etwa zum Lauftreff will - erst die Runde über den Kreisel drehen. Das wird von manchen als Schikane empfunden. Einige Anwohner riefen deshalb vor kurzem in einem Flugblatt dazu auf, Einsprachen gegen das Projekt zu deponieren (der «Bund» berichtete).

Opposition formierte sich nun auch in der Dorfgemeinschaft Rüfenacht (DGR): 79 der 89 Anwesenden an der Hauptversammlung verlangen vom Gemeinderat, eine Fussgängerunterführung zu überdenken. Darüber nachgedacht hat der Gemeinderat allerdings bereits in einer früheren Planungsphase; aus Kostengründen wurde die Unterführung dann aber gestrichen. Wie Gemeinderat Ernst Hauser betont, sei es mit einer einfachen Röhre längst nicht getan, «da müssten wir eine aufwendigere Unterführung für rund 600'000 Franken bauen», sagt er. Politisch räumt Hauser einem solchen Vorstoss wenig Chancen ein: «Ich glaube kaum, dass das Parlament das Geld sprechen würde.» Dass der einzige Strassenübergang um über 200 Meter verschoben wird, ist für, die DGR nicht bloss unbequem, sondern auch gefährlich: «Dann rennen die Leute einfach irgendwo über die Strasse», so DGR-Präsident Paul Gfeller. Das Problem ist bekannt: «Die Polizei rät, das Bahngleis gut abzuschirmen, damit man nicht so einfach auf die andere Strassenseite kann», sagt Hauser.

BZ, 20. März 1998

Die Rüfenachter wollen untendurch

Den «Sonnen»-Kreisel bestreitet niemand in Rüfenacht. Dass aber deswegen der Strassenübergang nach Vielbringen verschwindet, stört Gartenbesitzer und Spaziergänger. Sie wollen eine Unterführung.

Fredy Gasser

Ein pure Provokation ist das Projekt für die neue Verkehrsführung bei der «Sonne» in den Augen vieler Einheimischer. Nicht weniger als 79 Frauen und Männer der «Dorfgemeinschaft Rüfenacht» (DGR) haben am Mittwoch abend eine Petition an den Worber Gemeinderat unterschrieben: Er solle doch bitte schön eine andere Lösung suchen für die Einmündung der Vielbringen- in die Bernstrasse - und für eine Unterführung unter dem RBS-Trassee hindurch sorgen. Aus finanziellen Gründen will die Bauherrschaft auf eine Unterführung verzichten. «Dieser Entscheid provoziert die Bevölkerung», fasst DGR Präsident Paul Gfeller den Unmut in Rüfenacht zusammen. Wird das heutige Projekt «Sonnen»-Kreisel realisiert, gibt es künftig nur noch einen einzigen Übergang von Rüfenacht Dorf über Strasse und Bahn zu den Schrebergärten und dem Naherholungsgebiet auf der Seite Vielbringen geben: jenen beim Mehrzweck-Kreisel unterhalb der «Sonne».

Über die Leitplanken

«Das genügt einfach nicht», sagt Gfeller. Ins gleiche Horn bläst der neue Rüfenachter SVP-Präsident Heinz Burri: Es sei schwer, sich vorzustellen, dass alle Fussgänger via «Sonnen»-Kreisel zu ihren Schrebergärten gehen würden. Vielmehr, so hätten sich viele an der Versammlung geäussert, werde wohl der Gang über die Leitplanken gewählt. Allerdings wollte sich die Dorfgemeinschaft nicht nur mit blosser Polemik für die Unterführung bei der Vielbringenstrasse stark machen. Vielmehr lud sie den für das Projekt verantwortlichen Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) an die Hauptversammlung (siehe Kasten). «Er konnte uns aber keine Hoffnungen machen», sagt DGR-Präsident Gfeller. Die Kosten für eine Unterführung seien viel zu hoch, habe Hauser gesagt.

Damit konnte Gemeinderat Hauser aber den Unmut der Rüfenachter nicht besänftigen. Die Rüfenachter Dorfgemeinschaft weiss aber auch, dass ihre Bittschrift rechtlich nicht als Einsprache gelten kann.

Vierzig Meter für 600'000 Franken

Der Worber Gemeinderat Ernst Hauser wohnt selber in Rüfenacht und ist von Behördenseite her verantwortlich für das Projekt «Sonnen»-Kreisel. Für ihn wäre eine Unterführung bei der Einmündung der Vielbringenstrasse in die Bernstrasse zwar sinnvoll, aber kaum finanzierbar. Auch eine einfache Wellblechröhre, unter RBS-Trassee und Bernstrasse verlegt, koste «mehrere tausend Franken». Das aber löse das Problem nicht: «Die Erfahrungen zeigen, dass die Leute einen solchen schmalen und dunklen Durchgang nicht benutzen», sagt er. Wenn Unterführung, dann müsse sie übersichtlich und hell sein - wie man das auch für ursprüngliche Fassungen des «Sonnen»-Kreisel-Projektes vorgerechnet habe. «Zwischen 600'000 und 800'000 Franken müsste man dafür ausgeben», ist Hauser überzeugt. Zwischen dreissig und vierzig Metern Länge würde die Unterführung messen. Diesen Betrag müsste die Gemeinde zudem allein aufbringen, ohne Hilfe von Kanton, Bund oder RBS. «Der Anteil der Gemeinde am Gesamtprojekt würde damit nahehin verdoppelt», so Hauser. Kommt dazu, dass der RBS bei der Vielbringenstrasse den Niveau-Übergang nach Möglichkeit aufheben will und der Kanton den Fussgängerstreifen.

Die Einsprachefrist gegen das Projekt «Sonnen»-Kreisel läuft noch bis zum 24. März.

fg

BZ, 28. März 1998

Rüfenacht

Schatten über der «Sonne»

Nicht ohne weiteres akzeptieren die Rüfenachter die vorgeschlagene Lösung für die «Sonnen»-Kreuzung.

Jahrelang hätten sich die Rüfenachter nichts sehnlicher gewünscht als eine schnelle Lösung bei der gefährlichen Kreuzung beim Restaurant Sonne. Jetzt, wo ein Projekt aufliegt, pressiert's offenbar nicht mehr: Mit insgesamt 29 Einsprachen und einer Bittschrift ist vorerst einmal für Verhandlungsstoff gesorgt. Sie sind bis zum Ablauf der Auflagefrist beim Worber Bauverwalter Paul Fehlmann eingegangen. Ein Haupt-Einsprachegrund war absehbar. Im vorliegenden Projekt fehlt eine Unterführung bei der Einmündung der Vielbringenstrasse in die Worbstrasse. Etwas, das die Anwohner nicht hinnehmen wollen. Für sie bedeutet das einen Umweg zu ihren Schrebergärten oder ins nahe Erholungsgebiet. Das müsse erneut geprüft werden, verlangen die Einsprecher (die BZ berichtete). Bauverwalter Fehlmann weist aber darauf hin, dass Worb nach «neuesten gesetzlichen Auflagen» nicht 600'000 oder 700'000 Franken an das Projekt bezahlen muss, sondern rund 1 Million. Die Unterführung würde zusätzlich mehrere hunderttausend Franken kosten. Das andere Schwergewicht der Einsprachen betrifft die geplanten Lärmschutzwände.

Am 23. April sollen die Einsprachen erstmals von Kanton, Gemeinde und Bahn behandelt werden.

fg

 


Der Bund, 28. März 1998

Rüfenachts Kreisel - mit Unterführung?

kan. Die Kreuzung beim Restaurant Sonne in Rüfenacht muss sicherer werden - darin sind sich alle einig. Dass gleichzeitig mit dem Kreisel aber auch der direkte Weg vom Dorf in die Vielbringenstrasse gesperrt wird, provoziert Opposition. 29 Einsprachen wurden während der Auflagezeit bei Bauverwalter Paul Fehlmann deponiert. Als Hauptargument gegen das Gemeinschaftswerk von RBS, Kanton und Gemeinde führen die Einsprecher denn auch die fehlende Unterführung an; sie wehren sich gegen den künftigen Umweg über den Kreisel (insgesamt 450 Meter). Es erstaunt nicht, dass ein Drittel der Einsprachen von Anwohnern des oberen Dorfteils stammen, müssen sie doch den längsten Umweg in Richtung Hünliwald in Kauf nehmen.

Nebst den Einsprachen wurde auch eine Bittschrift der Dorfgemeinschaft Rüfenacht deponiert. Darin wird gleichfalls eine Fussgängerunterführung verlangt. Die Chancen für eine Projektänderung dürften allerdings allein schon aus finanziellen Gründen nicht zum besten stehen: Unlängst hatte Gemeinderat Ernst Hauser erklärt, dass eine Unterführung 600'000 Franken - samt und sonders zu Lasten der Gemeinde kosten würde.

BZ, 15. Mai 1999

Rüfenacht

Paul Gfeller führt Beschwerde gegen Kreisel

Paul Gfeller hat Beschwerde gegen die Baubewilligung des «Sonnen»-Kreisels eingereicht. Kurz zuvor habe Gemeindepräsident Peter Bernasconi versucht, ihn davon abzubringen, sagt er.

Michael Gerber

Die Sonne ist rund - wie ein Kreis. Und vor der «Sonne» in Rüfenacht sollte sich der Verkehr längst im Kreis drehen. Bereits vor Jahren haben sich der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) und der Kanton Bern dieses Ziel gesetzt. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich. Und das Bewilligungsverfahren läuft alles andere als rund: Zuerst hagelte es Einsprachen gegen das Projekt. Dann zogen sich die Einigungsverhandlungen in die Länge, um am Ende doch zu scheitern. Kurz vor Ostern schmetterte das Bundesamt für Verkehr schliesslich sämtliche Einsprachen ab und erteilte die Baubewilligung. Damit war das Ziel erreicht - doch lediglich ein Etappenziel.

«Unter Druck gesetzt»

Dieser Tage läuft die Beschwerdefrist gegen die Baubewilligung ab. Paul Gfeller hat im Auftrag der «Dorfgemeinschaft Rüfenacht» letzte Woche Beschwerde eingereicht. Dem Bauern und seinen Mitstreitern will nicht in den Kopf, dass bei diesem Millionen-Projekt für den Bau einer Fussgänger-Unter- oder Überführung kein Geld vorhanden sein soll. Und die Schliessung der direkten Fussgänger-Verbindung von der «Sonne» in die Vielbringenstrasse wäre viel zu gefährlich, argumentieren sie. Schulkinder, Spaziergänger und Hobbygärtner würden den Umweg über den «Sonnen»-Kreisel sicherlich nicht auf sich nehmen und die RBS-Gleise künftig verbotenerweise an der gewohnten Stelle überqueren, befürchten die Beschwerdeführer.

Vor zehn Tagen erhielt Paul Gfeller einen Telefonanruf aus dem Gemeindehaus. «Peter Bernasconi wollte mich davon abbringen, Beschwerde zu machen», sagt der Bauer verärgert. Der Gemeindepräsident habe ihm erklärt, wenn sich der Bau des «Sonnen»-Kreisels weiter verzögere oder dieser schliesslich ganz scheitern sollte, trage dafür die Dorfgemeinschaft die Verantwortung. Gfeller: «Ich fand es total daneben, dass uns der Gemeindepräsident quasi unter Druck setzen wollte.»

«Falsch ausgelegt»

Peter Bernasconi will von einem Druckversuch nichts wissen: «Gfeller legt meinen Anruf absolut falsch aus. Ich wollte ihn lediglich über die möglichen Konsequenzen einer Beschwerde informieren.» Für Bernasconi ist es «schon problematisch», dass die Dorfgemeinschaft gegen das Projekt Beschwerde führt. «Denn es ist schwer, jetzt auszumachen, welche Meinung die Mehrheit der Rüfenachter in dieser Sache hat», so der Gemeindepräsident. Zudem hätten der RBS und auch der Kanton bereits signalisiert, dass bei einer Verzögerung die «Sonnen-Kreisel-Gelder anderweitig verwendet werden könnten. Kreisoberingenieur Fritz Kobi bestätigt dies und fügt an: «Ob später von einem anderen Projekt Geld für den <Sonnen>-K.reisel freigeschaufelt werden kann, ist offen.» Das Projekt könnte laut Kobi gar ganz wegfallen, «wenn unsere Partner kein Geld mehr dafür bereitstellen». Genau dies habe er Gfeller auf Anfrage erklärt. «Ich war einfach ehrlich und sagte ihm offen, was im Investitionsplan steht», so Kobi. Damit habe er ihn nicht unter Druck setzen wollen. Ausserdem ist die geforderte Fussgängerverbindung für Kobi längst kein Thema mehr: «Wir geben sicher nicht 800'000 Franken für einige Jogger aus. »

Peter Bernasconi liegt nach eigenen Angaben nichts daran, den Kreisel zu erzwingen: «Der Kreisel würde primär der Bevölkerung von Rüfenacht dienen. Und wenn sie ihn nicht wollen, kann ich damit gut leben. »

Der Bund, 2. Juni 1999

WORB

Beim Sonnenkreisel drängt die Zeit

Die Sanierung des Verkehrsknotens Sonne werde nicht gegen den Willen der Rüfenachter Bevölkerung erzwungen, sagt Gemeindepräsident Peter Bernasconi.

reb. «Wenn die Bevölkerung das Projekt nicht will, hat es keinen Sinn, den Kreisel beim Restaurant Sonne zu bauen», betonte der Worber Gemeindepräsident Peter Bernasconi vorgestern vor dem Grossen Gemeinderat. «Wir werden das Projekt nicht erzwingen.» Es sei jedoch schwierig, wenn ein Projekt, das jahrelang von allen Betroffenen befürwortet worden sei, nun plötzlich in Frage gestellt werde.

Längerfristige Planung

Allerdings dränge die Zeit, merkte Bernasconi an: Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS), das kantonale Tiefbauamt und der Bund, die sich an der Sanierung finanziell beteiligten, hätten das notwendige Geld für 1999/2000 reserviert. Werde es nicht wie geplant verwendet, könnte das Projekt zeitlich nach hinten rutschen. Das bestätigt auf Anfrage Richard Muhmenthaler, der Stellvertretende Kreisoberingenieur und Projektleiter der Sanierung: Die vier Partner müssten zur gleichen Zeit Geld zur Verfügung stellen. Gebe es eine zeitliche Verschiebung, so «gerät alles durcheinander». Das bereitgestellte Geld werde unter Umständen sogar für ein anderes Projekt eingesetzt. Für die Sanierung des Verkehrsknotens Sonne könne das heissen, dass sie bei einer Verzögerung nicht gerade vollständig vom Tisch sei, aber während einiger Zeit blockiert werde, sagt Muhmenthaler.

Voraussichtlich nach den Sommerferien falle der politische Entscheid, ob die Sanierung realisiert werde oder nicht, sagt Gemeindepräsident Bernasconi. «Wir verzichten lieber heute darauf, acht Millionen zu investieren, als später zu denken, dieses Geld hätten wir besser nicht investiert. »

Bahnübergang soll bleiben

Die geplante Sanierung wird nicht grundsätzlich kritisiert. Aber die Dorfgemeinschaft Rüfenacht wehrt sich gegen die damit verbundene Aufhebung des Bahnübergangs an der Vielbringenstrasse. Ende März hatte das Bundesamt für Verkehr die Sanierung genehmigt und alle Einsprachen abgelehnt. Dagegen wurde aber beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation eine Beschwerde eingereicht, die zurzeit hängig ist. Diese hatte Bruno Wermuth (svp) zu einer Einfachen Anfrage im Parlament bewogen, in der er sich erkundigte, was der Gemeinderat zu unternehmen gedenke, damit das Projekt nicht gefährdet werde.

Der Bund, 8. Juni 1999

RÜFENACHT

Umfrage zum «Sonnen»-Kreisel

bas. Legt die Rüfenachter Bevölkerung Wert darauf, dass der Verkehrsknoten bei der «Sonne» saniert wird, oder ist sie der Ansicht, dass auf das Bauvorhaben verzichtet werden sollte? Diese Frage wollen die Worber Gemeindebehörden und die Dorfgemeinschaft Rüfenacht mit einer gemeinsamen Umfrage klären. Der Fragebogen soll in der nächsten «Spycher-Post» zu finden sein. Nach den Sommerferien werde zudem eine Informationsveranstaltung stattfinden, kündet Paul Gfeller, Präsident der Dorfgemeinschaft, an. Diese hat gegen das «Sonne»-Projekt Beschwerde eingereicht. Sie richte sich nicht gegen den geplanten Kreisel an sich, sondern dagegen, dass insbesondere die Bewohner des oberen Dorfteils nach der Schliessung des Bahnübergangs Vielbringenstrasse einen Umweg in Kauf nehmen müssten, um zu Fuss ins Naherholungsgebiet zu gelangen, schreibt Gfeller. Die Dorfgemeinschaft schlage vor, eine Unterführung vom Wannerstutz her und nochmals einen Übergang mit Barriere zu prüfen.

Der Bund, 15. September 1999

RÜFENACHT

Wolken über dem Sonnen-Kreisel.

Eine zurzeit laufende Umfrage der Dorfgemeinschaft soll den Puls der Bevölkerung zum Projekt Sonnen-Kreisel fühlen. Während es bei der Mitwirkung noch grosse Unterstützung fand, wird nun die Schliessung des Bahnübergangs Vielbringenstrasse kritisiert.

eps. Man werde nur Geld in das rund 7,8 Millionen Franken teure Sonnen-Kreisel-Projekt stecken, wenn auch die Bevölkerung von Rüfenacht und Vielbringen dahinter stehe, erklärte Worbs Gemeindepräsident Peter Bernasconi an einer Orientierungsversammlung der Dorfgemeinschaft Rüfenacht am Montagabend. Der Gemeinderat wolle nicht etwas gegen den Volkswillen durchdrücken. Bernasconi wies jedoch darauf hin, dass die Sanierung des Verkehrsknotens «Sonne» gemeinsam mit der Bevölkerung geplant worden sei und die 1998 durchgeführte Mitwirkung ein klares Ja für das Projekt ergeben habe.

Umfrage zum Sonnen-Kreisel

Von zunehmender Opposition gegen den Sonnen-Kreisel sprach hingegen Paul Gfeller, Präsident der Dorfgemeinschaft Rüfenacht. Mittels einer Umfrage in Rüfenacht und Vielbringen wolle man deshalb abklären, so Gfeller, wie das Volk das vorgeschlagene Projekt beurteile. Der Dorfgemeinschaft ist in erster Linie die Aufhebung des Fussgängerüberganges Vielbringenstrasse ein Dorn im Auge. Sie hat aus diesem Grund im vergangenen Jahr Einsprache erhoben und diesen Frühling eine nachgängige Beschwerde gegen die Plangenehmigungsverfügung eingereicht (der «Bund» berichtete).

Jetzt oder lange nicht mehr

Eine allfällige Unterführung für die Fussgänger würde die Gemeinde zusätzlich 800'000 Franken kosten, eine Barrieren-Lösung gar gegen eine Million verschlingen. Worbs Kostenanteil am Projekt liegt bei 1,8 Millionen Franken. Man müsse sich bewusst sein, was passiere, wenn dieses Bauvorhaben wegen eines Details scheitere - nämlich über Jahre hinweg gar nichts mehr, meinte ein Votant. Ausserdem wäre es schade, rund einen Steuerzehntel in einen Fussgängerübergang zu investieren, der wegen der Strasse trotzdem gefährlich bleibe. Auch Kreisoberingenieur Fritz Kobi wies auf die negativen Folgen einer Ablehnung des Projektes hin. Der Kanton, so Kobi, besitze nur beschränkte finanzielle Mittel und mache bei den Investitionen keine Rückstellungen. Im Klartext bedeutet dies für Rüfenacht: Entweder jetzt eine Verkehrssanierung oder lange Zeit keine mehr.

Fragwürdige-Umfrage

Auf Kritik stiessen auch die mit der Spycher Post an die Rüfenachter und Vielbringer Haushaltungen verteilten Fragebogen. Diese sollen dem Gemeinderat und der Dorfgemeinschaft darüber Aufschluss geben, ob eine Mehrheit der Bevölkerung weiterhin einen Sonnen-Kreisel wünscht oder eine Null-Variante bevorzugt. Noch bis am 25. September läuft die Frist, um die Fragebogen auszufüllen. Eine solche Umfrage widerspiegle keinesfalls die Meinung der Leute im Dorf und dürfe nicht als Entscheidungsgrundlage dienen, empörte sich ein Versammlungsteilnehmer. Seine Forderung an die Dorfgemeinschaft: Sie möge ihre Beschwerde zurückziehen, damit die Realisierung des Kreisels nicht weiter verzögert werde.

BZ, 23. November 2000

RÜFENACHT

Grosser Rat bewilligt Kreisel

Der grosse Rat hat gestern einem Kantonsbeitrag von 1,5 Millionen Franken stillschweigend zugestimmt. Damit soll der Verkehrsknotenpunkt «Sonne» in Rüfenacht zu einem Kreisel ausgebaut werden. Die bestehenden Bahnübergänge werden aufgehoben, und die RBS-Station wird auf die Dorfseite verlegt. Die Sicherheit soll so verbessert werden. bw

BZ, 6. Dezember 2001

WORB/RÜFENACHT

Sanierung des «Sonnenkreisels»

Der Bau des Kreisels bei der «Sonne» Rüfenacht kostet 6,74 Millionen Franken. Die Gemeinde Worb muss sich mit 1,86 Millionen Franken beteiligen.

mg

BZ, 1. Februar 2002

RÜFENACHTER SONNENKREISEL, WORB

Die Durchfahrt ist erschwert

Bis im Mai ist die Kreuzung beim Restaurant Sonne in Rüfenacht wegen Bauarbeiten nicht befahrbar.

Am kommenden Montag beginnt die Bauphase bei der Sonnen-Kreuzung in Rüfenacht. Für den Bau des Kreisels und die neue RBS-Haltestelle verlagern sich die Arbeiten auf die Nordseite der Worbstrasse. Dadurch ist die Zu- und Wegfahrt von und nach Rüfenacht erschwert, und auch der Durchgangsverkehr muss Behinderungen in Kauf nehmen. Dies dauert voraussichtlich bis Mai.

Bis April bleibt die Einmündung Hinterhausstrasse-Worbstrasse vollständig gesperrt. Die Zu- und Wegfahrt erfolgt über den Parkplatz des Restaurants Sonne und den östlichen Teil der Worbstrasse. Ebenfalls gesperrt wird die Ausfahrt von der Dorf- in die Worbstrasse.

Und betroffen ist schliesslich auch der Durchgangsverkehr: Zwischen dem neuen Kreisel und dem Bahnübergang Vielbringenstrasse werden die Autos auf die neu gebaute Vielbringenstrasse südlich des RBS-Gleises umgeleitet.

Neue RBS-Haltestelle

Ab Mai 2002 wird der Durchgangsverkehr über den neuen Kreisel rollen. Die Fahrgäste des RBS müssen dann die stark befahrene Worbstrasse auf dem Weg zum Zug nicht mehr überqueren. Sobald im April die diagonal durch den Kreisel verlaufenden Gleise verlegt sind, will der RBS die neue Haltestelle am Fusse des «Schlössli» in Betrieb nehmen. Während den Bauarbeiten ist das Gebiet der Haltestelle nur eingleisig befahrbar. Die Gleise und Fahrleitungen werden teilweise in der Nacht oder am Wochenende eingesetzt.

Für den Einbau des Deckbelags im ganzen Baustellenbereich wird die Kantonsstrasse in der Woche vom 8. bis 13. Juli 2002 gesperrt bleiben. Im August soll der 6,7 Millionen Franken teure Sonnenkreisel definitiv befahrbar sein. Getragen wird das Projekt vom kantonalen Tiefbauamt, von der Gemeinde Worb und dem Regionalverkehr Bern-Solothurn.

bw/aid