Worb/RüfenachtWenn der Bund hilft, baut die Gemeinde schnellerSeit 14 Jahren sind Energiespar-Massnahmen für die Schulanlage Rüfenacht ein Thema. Jetzt wird realisiert.Rund 590'000 Franken kostet die zweite Etappe für eine sanierte Schulanlage Rüfenacht. Doch Worb muss diese Kosten nicht alleine bezahlen. Der Bund hilft mit. 15 Prozent übernimmt er oder maximal 88'121 Franken, anders gesagt: Will Worb den ganzen Bundesbeitrag ausschöpfen, darf die Gemeinde nicht den ganzen bewilligten Bruttokredit von 588'000 Franken brauchen, sondern höchstens 587'473 Franken. Doch diese Zahlenspiele interessierten an der Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) von gestern abend wenig. In erster Linie zählt offenbar auch für die Frauen und Männer des Worber Parlamentes mehr, dass das Projekt dank Bundeshilfe zwei Jahre früher als geplant verwirklicht werden kann, also bereits dieses Jahr. Ein Kränzchen wand denn auch Hans-Ulrich Steiner von der Grünen Freien Liste dem Gemeinderat, allerdings mit einem leisen Seitenhieb. Immerhin habe die GFL schon vor drei Jahren gefordert, dass die gestern beschlossene Sanierung an die Hand genommen werde. Was ihn aber am meisten freue, so Steiner, seien die geplanten «grünen Flachdächer» anstelle gewohnter Betonwüsten. Technisch ausgedrückt geht es bei dieser 2. Sanierungsetappe um eine bessere Wärmedämmung des Gebäudes. Abgeschlossen wird die Gesamtsanierung der Rüfenachter Schulanlage durch die Sanierung der Fenster. Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) erinnerte daran, dass die Schulanlage inzwischen seit 30 Jahren in Betrieb sei und dass man seit 1985 von Energiespar-Massnahmen spreche. Aus finanziellen Gründen aber hätten die Projekte immer wieder verschoben werden müssen. 1998 ist es in Worb also soweit: dank dem Investitionshilfe-Bonus des Bundes. fg |
WORB«Billiglösung akzeptieren wir nicht»«Wir wollen unsere Neuntklässler nicht nach Worb schicken», war am Informationsabend zur Schulraumplanung in Rüfenacht von allen Seiten zu hören. Der Anlass stiess auf reges Interesse.Brigitte Walser Die Schilderungen der baulichen Zustände des Schulhauses Rüfenacht waren eindrücklich. Ruth Bichsel, Lehrerin und Worber Parlamentarierin sprach von Platzmangel, Pilzbefall, hässlichen Böden und Pflänzchen an den unpassendsten Orten. Urban Saier, Schulleiter der 5. bis 9. Klasse lobte zwar den Kochherd im Schulhaus. Nur: Das Essen müsse anschliessend im Gang verzehrt werden. Ein Ausbau sei deshalb unumgänglich. «Wir wollen keine Billiglösung und keine Pflästerlipolitik. Wir stellen zwar eine teure Forderung, aber die steht uns auch zu, schloss Ruth Bichsel darauf ihr Votum und erntete damit grossen Applaus. Eine Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC) kommt zu einem anderen Schluss. Sie ist im Auftrag der Gemeinde Worb erstellt worden und liefert eine Gesamtübersicht über die Schulhäuser. Ihre Lösung lautet: Die 9. Klasse der Real- und Sekundarschule soll künftig in Worb im Oberstufenzentrum Worbboden unterrichtet werden. Das Ergebnis der Studie von PWC war der Anlass für einen Informationsabend in Rüfenacht, der von der Volksschulkommission Rüfenacht-Vielbringen, der Schulleitung und der Lehrerschaft von Rüfenacht organisiert worden war. Das Interesse an der Veranstaltung war gross. Über hundert Interessierte fanden sich bei wunderschönem Wetter im Kirchgemeindesaal ein. Sollte sich darunter tatsächlich auch ein Befürworter der Lösung von PWC befunden haben, so hatte er sich zumindest nicht zum Erkennen gegeben. Theorie versus Kinder?Dass die betroffenen Lehrer und Kommissionen nicht vorgängig über das Ergebnis der Studie informiert worden waren, wurde als Erstes kritisiert. «Wir mussten das Ergebnis der Presse entnehmen», erklärte Hans-Peter Stoll, Präsident der Volksschulkommission Rüfenacht-Vielbringen. Aus Spargründen gelange PWC zum Ergebnis, Schüler könnten aus einem vollen Schulhaus in ein halb leeres umplatziert werden, kritisierte Andreas Tanner, Gesamtleiter der Schule Rüfenacht. «Wir können Schüler doch nicht einfach <umbiegen>, hier geht es nicht um theoretische Lösungen, sondern um unsere Kinder», doppelte eine Rüfenachterin nach. Eine neue Schulklasse bedeute Integrationsarbeit, erklärte Urban Saier. Wenn Schüler sich nach der 6. Klasse neu formierten, daure das lange, bis sie sich in der Klasse eingelebt hätten. Diesen Vorgang nach der 8. Klasse zu wiederholen sei unsinnig. Zudem seien die Schüler gegen einen Wechsel nach Worb. Jugendliche selber meldeten sich an dem Abend allerdings nicht zu Wort und waren auch nicht anwesend. «Nehmt Stellung!»«Mit der Ausgliederung der 9. Klasse würde unsere Schule Rüfenacht an Qualität verlieren», gab sich Annemarie Spahni, Schulleiterin 1. bis 4. Klasse überzeugt. Und schliesslich erwähnte Vizepräsidentin der Schulkommission Maya Widmer die beiden Überbauungen Sperlisacker und Längimoos. Gerade wenn neue Familien nach Rüfenacht kämen, dürfe das Schulangebot nicht reduziert werden. Auch Jürg Kaufmann, Präsident des Worber Parlaments meldete sich zu Wort: Der Bericht von PWC sei sicher seriös erstellt worden. Doch seine Schlussfolgerungen seien katastrophal. «Nehmt Stellung zur Studie, bombardiert den Gemeinderat mit Briefen!», forderte er die Anwesenden auf. Und erntete grossen Applaus.
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Der Bund, 1. Juni 2001 SCHULERüfenachter wollen 9. Klassen behaltenDer Vorschlag, Rüfenachts 9. Klassen ins Zentrum Worbboden zu integrieren, stösst im Dorf auf Ablehnung: «So nicht», wird Worbs Gemeinderat signalisiert.bas. Vor allem Eltern waren der Einladung von Volksschulkommission Rüfenacht-Vielbringen, Schulleitung und Lehrerschaft gefolgt, aber auch Lokalpolitiker und andere an Schulfragen Interessierte: Rund 130 Personen nahmen am Mittwochabend im Kirchgemeindehaus Platz, um über die Schule Rüfenacht zu diskutieren. In dieser Schule, so der Vorschlag der Beratungsfirma PriceWaterhouseCoopers (PWC), sollen inskünftig keine Neuntklässler mehr unterrichtet werden; PWC hatte im Auftrag des Worber Gemeinderats eine Schulraum-Gesamtplanung fürs gesamte Gemeindegebiet erarbeitet (siehe «Bund» vom 10. Mai). Derzeit läuft die Vernehmlassung, Anfang Juli wird sich der Gemeinderat damit befassen. «Nur Nachteile»Aus Rüfenacht erhält er klare Signale: «Wir werden alles dransetzen zu verhindern, dass die 9. Klassen die Schule Rüfenacht verlassen müssen», sagt Hanspeter Stoll, Präsident der Volksschulkommission. Aus Rüfenachter Sicht hätte diese Neuerung, mit der sich eine Schulhauserweiterung vermeiden liesse, nur Nachteile. So müssten sich die Schülerinnen und Schüler mitten in der Nachpubertät und in der schwierigen Phase der Berufswahl in neuen Klassenverbänden zurechtfinden. Dazu komme der längere Schulweg. Für die Schule hätte der Wegzug erstens zur Folge, dass wegen der kleineren Schülerzahl Wahlfächer gefährdet wären. Zweitens verlöre die Schule für Lehrkräfte an Attraktivität. Mit der neuen Ausbildung dürften diese nur noch vier Fächer unterrichten, und es könnte sogar schwierig werden, in Rüfenacht noch Vollpensen anzubieten, so Stoll. Er äussert sich überzeugt, dass es auch der Rüfenachter-Schulhauskultur abträglich wäre, wenn die Ältesten nicht mehr mit von der Partie wären. UnterschriftensammlungNachteile sieht Stoll weiter für Rüfenacht: Wie das Kirchgemeindehaus sei auch die Schule ein Zentrum; von der Infrastruktur her habe das Dorf sonst wenig zu bieten. Derzeit seien grössere Überbauungen geplant. Für potenzielle Neuzuzüger sei das Schulangebot eine wichtige Entscheidgrundlage. Nachdem am Infoabend derart klar zum Ausdruck gekommen sei, dass Rüfenacht die 9. Klassen behalten wolle" gehe es nun darum, den Worber Gemeinderat zu überzeugen. Bereits seien zahlreiche Unterschriften gesammelt worden, täglich machten Schülerinnen und Schüler auf dem Bärenplatz und beim Kastanienbaum aufs Anliegen Rüfenachts aufmerksam. Am Infoabend der Gemeinde vom 7. Juni sollen Gemeinderat und PWC mit noch offenen Fragen konfrontiert werden. |
WORBRüfenachts 9. Klassen können im Dorf bleibenRüfenachts Neuntklässler werden weiterhin in ihrem Dorf zur Schule gehen können. Das hat Worbs Gemeinderat entschieden, der damit gegen die Empfehlungen einer externen Studie handelt.RAINER SCHNEUWLY Für lokalpolitischen Zündstoff sorgten Angestellte der Firma PricewaterhouseCoopers (PwC), als sie im Mai - nach etwa einjähriger Arbeit - dem Worber Gemeinderat den Bericht über die Worber Schulraumplanung abgaben. PwC empfahl nämlich unter anderem, alle Rüfenachter Neuntklässler sollten künftig in den Worbboden zur Schule gehen. Dort sei noch Raum verfügbar, während er in Rüfenacht knapp sei. Dieser Vorschlag stiess in der Folge in Rüfenacht auf klare Ablehnung. Dies äusserte sich unter anderem in Leserbriefen und am öffentlichen Informationsabend, an dem auch Schülerinnen und Schüler den Gemeinderat aufforderten, dieser Empfehlung nicht zu folgen. Nicht Dorffrieden gefährdenDer Worber Gemeinderat hat nun an seiner letzten Sitzung tatsächlich beschlossen, dieser Empfehlung nicht Folge zu leisten. Er begründet dies mit der deutlichen Ablehnung der Klassenverschiebung in der Vernehmlassung, die er dazu durchführte. In den 30 bis 40 Eingaben, so Gemeindepräsident Peter Bernasconi, sei der Vorschlag nur vereinzelt als zumutbar bezeichnet worden. Alle anderen interessierten Kreise - insbesondere alle Parteien bis auf die FDP - hätten ihn abgelehnt. «Wir mussten uns deshalb fragen, ob wir für Einsparungen bei den Investitionen den Dorffrieden stören wollten. Wir sagten uns, dass sich das nicht lohnen würde»,sagt Bernasconi. Der Gemeinderat hat nun das Departement Bauten beauftragt, die notwendigen Vorarbeiten für den Ausbau der Schule Rüfenacht vorzunehmen. Die Kosten werden auf 1,5 bis 2 Millionen Franken geschätzt. Auch Ausbau Sonnhalde?Der Ausbau der Schule Rüfenacht dürfe aber nicht zulasten der Schulen in Worb gehen, schreibt der Worber Gemeinderat auch. Deshalb werde nun parallel zu den Arbeiten bezüglich Rüfenacht auch abgeklärt, ob die Schulanlage Sonnhalde Worb voll oder teilweise ausgebaut werden müsse. Auch dafür habe das Departement Bau einen Auftrag erhalten, sagt Peter Bernasconi. Ziel sei es, bis Ende Jahr beim Kanton Subventionsgesuche einreichen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt müsse dann ein Fahrplan erstellt werden, damit die Investitionen - auf etwa acht Jahre verteilt - Jahr für Jahr etwa gleich grosse Belastungen darstellten. Noch nicht festgelegt habe sich der Gemeinderat zu den Empfehlungen der PwC, in Enggistein künftig nur noch eine Klasse statt zweien und in Richigen eine bis zwei (statt zweien) zu führen. Dieser Vorschlag sei in der Vernehmlassung unbestritten gewesen, und der Entscheid in dieser Angelegenheit dränge nicht, sagt Bernasconi. Weiter von Studie überzeugt92'500 Franken bewilligte der Worber Gemeinderat letztes Jahr für die Schulraumplanung. Das sei gut investiertes Geld, zeigte sich der Worber Gemeindepräsident damals überzeugt. Immer noch? Ja, sagt Bernasconi. «Damals hatte etwa Enggistein das Gefühl, die Schule müsse sofort ausgebaut werden. Eine Million stand zur Debatte. Jetzt sind die Investitionswünsche klar mit Prioritäten versehen worden; einzelne wurden zurückgewiesen.» Bezüglich Rüfenacht sei eben ein politischer Kompromiss geschlossen worden. |
RÜFENACHTEntscheid, dass Neuntklässler bleiben können, kostetDas Rüfenachter Schulhaus ist sanierungsbedürftig und platzt aus allen Nähten. Um Abhilfe zu schaffen, soll das Parlament 4,5 Millionen Franken bewilligen.lam/reb. Weil in Rüfenacht zu wenig, in Worb aber zu viel Platz vorhanden war, sollten künftig alle Rüfenachter Neuntklässler in den Worbboden zur Schule gehen. Zu diesem Schluss kam die Firma PricewaterhouseCoopers vor einem Jahr in ihrem Bericht über die Worber Schulraumplanung. Wegen des Widerstands aus Rüfenacht entschied der Gemeinderat damals aber, dieser Empfehlung nicht Folge zu leisten. Damit war klar, dass die Schule Rüfenacht ausgebaut werden muss (der «Bund» berichtete):, Die Kosten für den Ausbau schätzte der Gemeinderat damals auf 1,5 bis 2 Millionen Franken. Heute platzt die Schule Rüfenacht aus allen Nähten. Deshalb legt der Gemeinderat dem Parlament nun ein Erweiterungsprojekt für die Schule vor, das mit Kosten von knapp 2,5 Millionen Franken etwas über der Schätzung liegt. Gleichzeitig soll das Schulhaus für knapp 2 Millionen Franken saniert werden. Das Worber Gemeindeparlament berät über beide Kredite an seiner Sitzung vom kommenden Montag. Die Erweiterung...Im Erweiterungsprojekt ist vorgesehen, dass der Schulhaustrakt 2 mit einem dreigeschossigen Anbau vergrössert wird. Pro Stock soll so ein zusätzlicher Raum entstehen, ein weiteres Zimmer wird im Untergeschoss gebaut. Durch Raumanpassungen im bereits bestehenden Gebäudeteil können die weiteren benötigten Zimmer erstellt werden. Die Kosten für diese Arbeiten liegen bei knapp 2,5 Millionen Franken. Die Erweiterung soll 2005 abgeschlossen werden. Nach dem Parlament wird die Vorlage am 22. September auch den Stimmberechtigten zur Abstimmung vorgelegt. ... und die SanierungNebst dieser Erweiterung bedarf das Schulhaus Rüfenacht auch einer umfassenden Sanierung. Vor allem die Fenster sind nicht mehr, dicht. Ein erster Teil wurde bereits vor gut zwei Jahren ersetzt, nun soll der Rest der Fenster erneuert werden. Das Renovationsprojekt sieht vor, dass im Zuge dieser Arbeiten auch die Schulzimmer neu gestrichen, die Bodenbeläge ersetzt und die sanitären Anlagen saniert werden. Diese Arbeiten sollen laut Projektbeschrieb zwischen 2002 und 2006 ausgeführt werden und verursachen Kosten von knapp 2 Millionen Franken. Dieser Kredit kann vom Gemeindeparlament abschliessend genehmigt werden; im Unterschied zum Kredit für den Erweiterungsbau muss der Sanierungskredit nicht auch noch von den Worber Stimmberechtigten angenommen werden. |
SCHULE RÜFENACHTSanierung ja, Ausbau vorerst neinDas Worber Parlament bewilligt die Sanierung des Rüfenachter Schulhauses, weist aber Ausbaupläne vorerst zurückDas Schulhaus Rüfenacht kann renoviert werden. Das Worber Parlament stimmte einstimmig dem dafür nötigen Kredit von 1,9 Millionen Franken zu. Die Sanierung werde nach ökologischen Grundsätzen vorgenommen, beantwortete Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) eine Frage der GFL. Er versicherte, dass der Kostenrahmen eingehalten werden könne. Das Schulhaus soll etappenweise während der Ferien saniert werden. Im Aussenbereich werden die Fenster ersetzt, innen sollen die Schulzimmer und die Sanitärbereiche saniert werden. Bei der Turnhalle wird eine Fensterfront ausgewechselt. Zwar war nebst der Sanierung auch der Ausbau des Schulhauses im Grundsatz unbestritten. Für knapp 2,5 Millionen Franken sollte das Gebäude erweitert werden. Dazu ist eine Volksabstimmung nötig. Den Botschaftsentwurf dazu wies der Grosse Gemeinderat aber zurück. «Die Botschaft ist mangelhaft», kritisierte Andreas Born im Namen der Geschäftsprüfungskommission. Eine Übersicht zur gesamten Schulraumplanung fehle, bemängelte auch die SVP und erhielt Unterstützung von der SP, der FDP und den Freien Wählern. Die Parteien vermissten zudem Sparvorschläge bei dem teuren Projekt. Sie fürchteten, dass es der Souverän ablehnen könnte. Einzig die EVP war dafür, dass die Vorlage verabschiedet werde. Das Parlament einigte sich auf eine «konstruktive Rückweisung» und verlangt vom Gemeinderat eine Übersicht über die Schulraumplanung und die finanziellen Konsequenzen. Zudem müssen Kostenanpassungen geprüft werden. «Damit wird die Planung um ein Jahr verzögert», sagte Gemeinderat Heinz Neuenschwander (FDP) resigniert. bw/uca |
RÜFENACHTEin Schritt zurück zu einem «guten Start»Der Worber Gemeinderat muss sich nochmals mit der Erweiterung und Anpassung der Schule Rüfenacht befassen: Das Parlament wies sein Projekt zurück.bas. Für einmal herrschte im Worber Parlament fast Einigkeit: Mit 29 zu 3 Stimmen erteilte es dem Gemeinderat am Montagabend den Auftrag, das Projekt für die Erweiterung und Anpassung der Schulanlage Rüfenacht zu überarbeiten. Das Vorhaben, das der Gemeinderat präsentierte, hätte 2,455 Millionen Franken gekostet und an der Urne bewilligt werden müssen (der «Bund» berichtete). Sowohl Jürg Kaufmann (sp) wie auch Therese Bernhard (svp) orteten darin ein Sparpotenzial. Wie die beiden äusserte auch Ulrich Emch (fdp) die Befürchtung, dass eine Mehrheit der Stimmberechtigten zum Projekt Nein sagen könnte. Die Rückweisung sei deshalb «in positivem Sinne korrigierend». Das Parlament wünscht aber nicht nur eine Überprüfung des Projekts auf Kosteneinsparungen: Der Gemeinderat muss ihm weiter darlegen, wie er sich auf der Basis der Schulraumplanung die künftige Schulorganisation vorstellt und was dies kostet. «Wir stehen voll und ganz hinter der Planung und betrachten Rüfenacht als wesentlichen Teil davon», sagte Ulrich Joss (sp). Ein «guter Start» sei aber wichtig, im Interesse des Gesamten lohne sich der Umgang. Bevor ein Einzelgeschäft vorgelegt werde, müsse im Parlament über Prioritäten diskutiert werden, meinte Jonathan Gimmel (fww). Mehrere Votanten betonten, es gehe nicht darum, das Projekt auf die lange Bank zu schieben. Laut Gemeinderat Heinz Neuenschwander dürfte die Rückweisung das Vorhaben um zirka ein Jahr verzögern. Als Einziger plädierte Rudolf Wagner (evp) für die Annahme des Projekts: «Dann haben wir Ruhe für eine Generation.» Band raus aus dem KellerNegativ am Entscheid des Parlaments sei, dass das «Providurium» in der Schulanlage Rüfenacht nun noch länger andauern werde, sagte gestern auf Anfrage Schulleiter Urban Saier. Positiv sei, dass sich grundsätzlich alle Parteien hinter die beiden Schulzentren Rüfenacht und Worbboden gestellt hätten. Im Rahmen der bereits in Angriff genommenen Sanierung der Aula könne zudem einer der gravierendsten Schwachpunkte, die Übungslokale der Bands im Keller, bereits behoben werden.
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SCHULE WORB«Wir grüssen einander»Die Schule Rüfenacht will ihr Leitbild durchsetzen und stellt klare Regeln zum Verhalten im und ums Schulhaus auf.«Wir grüssen einander. Wir tragen keine Waffen, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und nehmen keine anderen Drogen auf dem Schul- und Kindergartenareal. Wir achten uns gegenseitig.» Dies sind Auszüge aus dem Leitbild der Schule Rüfenacht-Vielbringen. «Die Realität zeigt, dass solche Regeln nötig sind», sagt Hanspeter Stoll. Er ist Präsident der Volksschul- und Kindergartenkommission Rüfenacht-Vielbringen. Die Schule sei zwar bis anhin von wirklich schwierigen Situationen verschont geblieben. Aber damit sich Kinder und Jugendliche auf dem Schulhausareal sicher wohl fühlten, müssten klare Grenzen gesetzt werden. Weil es immer wieder zu Beschwerden in der Nachbarschaft geführt hat, ist Rollbrett fahren am Sonntag und lautes Musikhören generell nicht erlaubt. Von Montag bis Samstag ist die Schulanlage ab 22 Uhr, an Sonntagen ab 18 Uhr geschlossen. Die Eltern sind an den Elternabenden und mit einem Brief über die neuen Regeln informiert worden. «Die Gemeinde Worb unterstützt uns mit einem Securitasdienst, der wegschicken kann, wer sich nicht an die Regeln hält», sagt Stoll. Das Schulareal sei nicht nur Aufenthaltsort für Schüler, sondern allgemein ein beliebter Treffpunkt. «Wir wollen, dass das so bleibt, und haben deshalb die Regeln aufgestellt.» Diese gelten übrigens nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Erwachsene. bw |



