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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Rüfenacht - Schule

Presseartikel zur Schulraumplanung 2001 sind, wenn sie eher die ganze Gemeinde betreffen, unter Worb-Schulraumplanung zu finden

BZ, 17. März 1998

Worb/Rüfenacht

Wenn der Bund hilft, baut die Gemeinde schneller

Seit 14 Jahren sind Energiespar-Massnahmen für die Schulanlage Rüfenacht ein Thema. Jetzt wird realisiert.

Rund 590'000 Franken kostet die zweite Etappe für eine sanierte Schulanlage Rüfenacht. Doch Worb muss diese Kosten nicht alleine bezahlen. Der Bund hilft mit. 15 Prozent übernimmt er oder maximal 88'121 Franken, anders gesagt: Will Worb den ganzen Bundesbeitrag ausschöpfen, darf die Gemeinde nicht den ganzen bewilligten Bruttokredit von 588'000 Franken brauchen, sondern höchstens 587'473 Franken. Doch diese Zahlenspiele interessierten an der Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) von gestern abend wenig. In erster Linie zählt offenbar auch für die Frauen und Männer des Worber Parlamentes mehr, dass das Projekt dank Bundeshilfe zwei Jahre früher als geplant verwirklicht werden kann, also bereits dieses Jahr.

Ein Kränzchen wand denn auch Hans-Ulrich Steiner von der Grünen Freien Liste dem Gemeinderat, allerdings mit einem leisen Seitenhieb. Immerhin habe die GFL schon vor drei Jahren gefordert, dass die gestern beschlossene Sanierung an die Hand genommen werde. Was ihn aber am meisten freue, so Steiner, seien die geplanten «grünen Flachdächer» anstelle gewohnter Betonwüsten.

Technisch ausgedrückt geht es bei dieser 2. Sanierungsetappe um eine bessere Wärmedämmung des Gebäudes. Abgeschlossen wird die Gesamtsanierung der Rüfenachter Schulanlage durch die Sanierung der Fenster. Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) erinnerte daran, dass die Schulanlage inzwischen seit 30 Jahren in Betrieb sei und dass man seit 1985 von Energiespar-Massnahmen spreche. Aus finanziellen Gründen aber hätten die Projekte immer wieder verschoben werden müssen. 1998 ist es in Worb also soweit: dank dem Investitionshilfe-Bonus des Bundes.

 fg

BZ, 19. Mai 1999

Rüfenacht

«SO FÄGT'S IN DER SCHULE»

Filmen und fechten statt büffeln: Spass und Lebensfreude sollen im Zentrum der Gesundheitswoche der Schule Rüfenacht stehen. Die 450 Schülerinnen und Schüler machen begeistert mit.

Barbara Lauber

Jemand hat in schönster Schulschrift «grande, piccolo, bello, stupido» an die Wandtafel im Klassenzimmer der 8a geschrieben. Nebst diesen Überbleibseln einer Italienisch-Lektion erinnert in diesem Zimmer kaum etwas an den normalen Schulalltag. Vier Mädchen sitzen im Halbkreis und rutschen kichernd auf ihren Stühlen herum. Ihre neugierig-verschämten Blicke gelten den kleinen Tuben, Lidschattendöschen, Pinseln und Lippenstiften, die Brigitte Hermann auf einem Tischchen vor der Wandtafel sorgfältig arrangiert hat. Eben erklärt die Kosmetikerin den Neuntklässlerinnen, dass die Reinigung der Haut das A und 0 des Schminkens sei. Geduldig hören sie zu, obwohl es ihnen schon lange in den Fingern juckt. Wer kann schon still sitzen, wenn in nächster Nähe farbenprächtige Töpfchen stehen, die nur darauf warten, sogleich ausprobiert zu werden?

«Bewusst weit gefasst»

An der Schule Rüfenacht denkt diese Woche niemand an Proben, Schulpläne und Hausaufgaben. Weder Lehrer noch Schüler. Statt dessen toben sie sich beim Boxen und Fechten aus, bestehen Abenteuer im Nidleloch, werden in die Geheimnisse der Homöopathie, Schmink- und Videokunst eingeweiht oder schreiben Artikel für ihre eigene Tageszeitung. Die Kurse sind Bestandteil einer Projektwoche zum Thema Gesundheit - einem Novum in Rüfenacht. «Das Thema haben wir bewusst nicht zu eng gefasst», erklärt Co-Projektleiter Marcel Spahr. Er sitzt in der Eingangshalle der Schule, wo die Schüler eine gemütliche kleine Cafeteria eingerichtet haben. Im Zentrum der Projektwoche stehe das Wohlbefinden jedes einzelnen, der mit der Schule Rüfenacht zu tun habe. Egal ob Schüler, Lehrer oder Eltern. Entdecken, was einem gut tut, und herausfinden, was einem die eigenen Bedürfnisse zu sagen haben - darum geht es in allen angebotenen Kursen. «Wir möchten nicht nur Informationen weitergeben, sondern auch Einblick in Freizeit- und Sportmöglichkeiten bieten und die Zusammenarbeit fördern», meint Co-Projektleiterin Myriam Funke. Sie und Spahr, die sich beide zum Gesundheitsmediator ausbilden lassen, haben eigenhändig das Programm für die 450 Schülerinnen und Schüler und 55 Lehrkräfte zusammengestellt. Etwas nervös sei sie anfangs Woche schon gewesen, gesteht Myriam Funke. Doch die friedliche Stimmung und die überaus positiven Rückmeldungen von Eltern und Schülern hätten sie beruhigt.

«Es fägt», meint die aufgeweckte Milada Ostoyic. Es sei doch viel lustiger, Artikel für die Schülerzeitung zu schreiben, als die Schulbank zu drücken, findet sie. Auch der elfjährige Sven Rufer ist seit gestern begeisterter Journalist. Doch, doch, er lese auch sonst Zeitung. Vor allem den Sportteil und den Leserwitz, gibt er stolz zu Protokoll. Und Fabio Steiner, mit seinen 17 Jahren der älteste im Redaktionsteam, gesteht lächelnd: «Ich habe die Kleinen in ihrem Können wirklich unterschätzt.»

BZ, 10. Mai 2001

WORB

Alle Neuntklässler im Worbboden?

Worb benötigt ein neues Schulhaus und einen weiteren Kindergarten. Zudem sollen die Neuntklässler von Rüfenacht künftig im Worbboden zur Schule gehen. Dies ist das Ergebnis einer Studie.

Brigitte Walser

Die Schulkinder aus der Gemeinde Worb werden in acht Primarschulhäusern und zwei Oberstufenzentren unterrichtet. Bis jetzt wurden Ausbaupläne dieser Schulen isoliert betrachten. Um einmal eine Gesamtübersicht zu erhalten, hat die Gemeinde bei PricewaterhouseCoopers (PWC) eine Studie in Auftrag gegeben. An einer Medienorientierung stellte Andreas Kämpfer von PWC gestern die Ergebnisse der Studie vor. Sie kommt zum Schluss, dass Worb ein neues Schulhaus und einen weiteren Kindergarten braucht. Zudem sollen die Neuntklässler von Rüfenacht künftig im Worbboden zur Schule gehen.

Geplante Neubauten

Das Schulhaus Sonnhalde ist zu klein, habe die Studie befunden, und deshalb verschiedene Möglichkeiten überprüft, so Kämpfer. Entweder sei eine vierte Klasse ins Schulhaus Wyden zu verlegen oder aber ein reduzierter Ausbau des Schultraktes vorzunehmen. Als «Pflästerlipolitik» habe die Studie diese Lösungen wieder verworfen und schlage jetzt einen Vollausbau vor. Zu dem bestehenden Trakt soll ein zweiter hinzukommen. Dieser Plan hatte bereits einmal bestanden, war dann aber nicht realisiert worden. Die Heizung sowie die bestehenden sanitären Anlagen reichen für einen zweiten Trakt aus. Auf diese Weise entstünde genügend Raum für die vorhandenen Klassen, und auch die Platzprobleme der Musikschule und des Spezialunterrichts wären gelöst.

Der Kindergarten Enggistein soll bestehen bleiben, befindet die Studie. Zusätzlich ist ein neuer Kindergarten in Worb Dorf notwendig. Bei der Lindhalde läuft bereits ein diesbezügliches Baubewilligungsverfahren, der Entscheid wird in nächster Zeit erwartet.

Zu diskutieren geben wird der Vorschlag von PricewaterhouseCoopers, die beiden neunten Klassen des Oberstufenzentrums Rüfenacht im Sekundarstufenzentrum Worbboden zu integrieren. Zwei Gründe gibt die Studie an: Der Kanton plant eine Neuausrichtung des neunten Schuljahres. Bereits laufen dazu Pilotprojekte. Das letzte Schuljahr soll auf zukünftige Berufsfelder ausgerichtet werden. Diese Umsetzung gelinge an einem einzigen Standort besser. Zudem kämpfe das Oberstufenzentrum in Rüfenacht mit Platzproblemen, während im Worbboden noch genügend Raum vorhanden sei. Die Primarschulen in Richigen, Enggistein und Wattenwil-Bangerten sollen bestehen bleiben, allerdings mit nur noch je einer Klasse. Die Mittelstufe wird gemäss Studie in Richigen oder Worb Dorf geführt.

Vernehmlassung zur Studie

Die Studie rechnet mit einem Aufwand von jährlich rund 1,8 Millionen Franken für Unterhalt und Um- sowie Neubauten. Mit diesem Budget könnten die Massnahmen bis 2010 umgesetzt sein. Laut Gemeinderat Jakob

Kirchmeier sind die Kosten vernünftig und heben sich vom jetzigen Budget der Gemeinde nicht ab. Der Gemeinderat führt bis zum 15. Juni eine Vernehmlassung zur Studie durch. Parteien, Kommissionen sowie Schul- und Kindergartenleitungen, aber auch weitere Interessierte sind zur Stellungnahme eingeladen. Beim Schulsekretariat kann der Bericht eingesehen werden.

Öffentlicher Informationsanlass zur Studie: Donnerstag, 7. Juni, 20.00 Uhr im «Bären»-Saal in Worb.

Der Bund, 10. Mai 2001

WORB

Verlassen 9. Klassen Rüfenacht?

Die Schulraumplaner empfehlen: Integration von Rüfenachts 9. Klassen ins Zentrum Worbboden, noch je eine Klasse in Richigen, Enggistein und Wattenwil-Bangerten, Ausbau der «Sonnhalde», Erhalt des Kindergartens Enggistein und Neubau in Worb Dorf.

BARBARA STEINER

Sie haben unter anderem Schulhäuser und Kindergärten besichtigt, demografische Daten analysiert, Mängelerhebungen ausgewertet, Lehrpläne und kantonale Vorschriften studiert, den Ist- mit dem Sollzustand verglichen, Berechnungen erstellt und sich grundsätzliche Gedanken über Worbs Schulorganisation gemacht: Im Auftrag des Gemeinderats befassten sich Mitarbeitende der Unternehmens- und Wirtschaftsberatungsfirma PricewaterhouseCoopers (PWC) mit der Schulraum-Gesamtplanung. Ausgelöst hatten diese Aktion grössere und kleinere Investitionsbegehren und Vorstösse im Parlament.

«Mit der Gesamtplanung wollten wir wegkommen von der isolierten Betrachtungsweise. Die Worber Schulanlagen bilden ja an sich eine Einheit, und es gilt, dort Investitionen zu tätigen, wo sie den grössten Effekt haben», sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern an einer Medienorientierung. Der Bericht von PWC liegt jetzt vor. Bestandteil davon ist einerseits ein Massnahmenkatalog für jede Schulanlage; aufgelistet sind darin als zwingend und notwendig eingestufte bauliche Massnahmen.

Lokalpolitischer Zündstoff

Andererseits macht PWC aber auch organisatorische Vorschläge. Jener, der am meisten zu reden geben dürfte, betrifft die 9. Klassen der Sekundar- und der Realschule des Sekundarstufenzentrums Rüfenacht: Sie sollten nach Ansicht von PWC ins Sekundarstufenzentrum Worbboden integriert werden. Dort sei noch Raum verfügbar, während er in Rüfenacht knapp sei, begründete PWC-Projektleiter Andreas Kämpfer. Er verwies weiter darauf, dass im Kanton Bern eine Neuausrichtung des 9. Schuljahrs geplant sei. Die Zusammenlegung der 9. Klassen eröffne in diesem Zusammenhang neue Möglichkeiten, so Kämpfer. Fürs Zentrum Rüfenacht hingegen dürfte der Wegzug Einschränkungen nach sich ziehen, räumte Schulvorsteher Heinz Neuenschwander ein: «In dieser Frage wirds darum gehen, Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.» Blieben die 9. Klassen in Rüfenacht. müssten dort rund zwei Millionen Franken investiert werden. In wessen Kompetenz der Entscheid schliesslich falle, werde derzeit abgeklärt.

Schliessung «nicht sinnvoll»

Werden in Richigen und Enggistein heute noch je zwei Klassen unterrichtet, soll es gemäss PWC-Empfehlung künftig noch je eine sein, vermutlich mit Erst- bis Viertklässlern. Entweder in Richigen oder im Wydenschulhaus müsste dafür eine neue Klasse im 5./6. Schuljahr neu eröffnet werden. Wattenwil-Bangerten soll seine Klasse (1. bis 6. Schuljahr) behalten können. Aus dorfpolitischen Überlegungen erscheine es nicht sinnvoll, in den Aussenstandorten eine oder mehrere Schulen zu schliessen, so Kämpfer. Bleiben soll auch der Kindergarten Enggistein.

Einen neuen Kindergarten erhält Worb Dorf. Wegen der Nähe zur Schule würde PWC den Standort Wyden bevorzugen; für den neuen Kindergarten Lindhalde wird indes demnächst bereits die Baubewilligung erwartet; auch diese Lösung sei «tauglich und zweckmässig». Fürs Sonnhalde-Schulhaus regt PWC den Bau des zweiten Trakts an. Damit liessen sich die Bedürfnisse der dort beheimateten Klassen, der Musikschule und des Spezialunterrichts abdecken. Die Kosten dieses Bauvorhabens werden auf rund zwei Millionen Franken geschätzt.

Nicht von heute auf morgen

Umgesetzt würden die baulichen und organisatorischen Massnahmen etappenweise; der Zeithorizont reicht bis 2008. In Unterhalt, Um- und Neubauten investieren müsste die Gemeinde jährlich zwischen 1,7 und 1,8 Millionen Franken - ein Betrag, der Finanzvorsteher Jakob Kirchmeier keinen Kummer bereitet: «Das deckt sich mit dem, was wir in der Finanzplanung vorgesehen haben.» Der Bericht von PWC geht nun bis Mitte Juni in die Vernehmlassung. Zur Stellungnahme eingeladen sind insbesondere Parteien, Schul- und Kindergartenkommissionen und -Leitungen. Am 2. Juli wird sich der Gemeinderat mit der Planung befassen und allenfalls bereits Vorentscheide fällen.

Informationsanlass

Am 7. Juni informieren Gemeinderat und PWC im Bärensaal über die Schulraum-Gesamtplanung. Beginn der Veranstaltung: 20 Uhr

Leserbrief, Der Bund, 19. Mai 2001

«Inakzeptabel»

Worber Schulraumplanung «Bund» vom 10. Mai

Erinnern Sie sich an Ihr eigenes letztes Schuljahr? Mussten Sie in einer völlig neuen Klasse in einem andern Schulhaus mit neuen Lehrkräften das Ende der Schulzeit abhocken, oder konnten Sie in Ihrer vertrauten Klasse bleiben?

Dem «Bund» entnehme ich die Idee des Beratungsbüros PriceWaterhouseCoopers, Rüfenachter und Worber Kinder im letzten Schuljahr zentral im Worbboden in neuen Klassen zu unterrichten. Höchstens ein sehr kurzsichtiger Steuerzahler, der Sparpotenzial wittert, kann daran Gefallen finden! Weitsichtigere gehen mit mir einig, dass mindestens ein halbes Jahr vergeht, bis neue Klassenstrukturen entstanden sind und sich Lehrkräfte und Jugendliche aneinander gewöhnt haben. Das sind kaum mehr als vier Monate vor dem Ende der Schulzeit.

Für Rüfenachter wie für Worber ist deshalb die Idee von PWC völlig inakzeptabel. Für Worb: Das Oberstufenzentrum mit seinen vielen Pubertierenden würde die «kritische Masse» überschreiten. Ich möchte dort weder Schülerin noch Lehrerin sein! Für Rüfenacht: Die Schule würde ihr Abschlussjahr verlieren. Weder als Jugendlicher noch als Lehrer würde ich mich dort wohl fühlen. Eine Oberstufe ohne neuntes Schuljahr ist nämlich wie ein Fahrrad ohne Sattel! Übers Ganze gesehen würde die Verlegung nach Worb mehr schaden als nützen - beide Schulen büssten an Attraktivität ein.

Es ist zu hoffen, dass der Worber Gemeinderat nicht nur kurzfristige Finanzen im Visier hat. Machen wir ihm Mut, dass er auf die absurde Idee von PWC nicht einsteigt und pädagogische Überlegungen nicht bloss am Rande, sondern als das zentrale Anliegen berücksichtigt! Unsere Kinder werden ihm dankbar sein.

Urban Saier-Suppiger, Worb
Vater von Worber Schulkindern
und Lehrer in Rüfenacht

BZ, 1. Juni 2001

WORB

«Billiglösung akzeptieren wir nicht»

«Wir wollen unsere Neuntklässler nicht nach Worb schicken», war am Informationsabend zur Schulraumplanung in Rüfenacht von allen Seiten zu hören. Der Anlass stiess auf reges Interesse.

Brigitte Walser

Die Schilderungen der baulichen Zustände des Schulhauses Rüfenacht waren eindrücklich. Ruth Bichsel, Lehrerin und Worber Parlamentarierin sprach von Platzmangel, Pilzbefall, hässlichen Böden und Pflänzchen an den unpassendsten Orten. Urban Saier, Schulleiter der 5. bis 9. Klasse lobte zwar den Kochherd im Schulhaus.

Nur: Das Essen müsse anschliessend im Gang verzehrt werden. Ein Ausbau sei deshalb unumgänglich. «Wir wollen keine Billiglösung und keine Pflästerlipolitik. Wir stellen zwar eine teure Forderung, aber die steht uns auch zu, schloss Ruth Bichsel darauf ihr Votum und erntete damit grossen Applaus.

Eine Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC) kommt zu einem anderen Schluss. Sie ist im Auftrag der Gemeinde Worb erstellt worden und liefert eine Gesamtübersicht über die Schulhäuser. Ihre Lösung lautet: Die 9. Klasse der Real- und Sekundarschule soll künftig in Worb im Oberstufenzentrum Worbboden unterrichtet werden.

Das Ergebnis der Studie von PWC war der Anlass für einen Informationsabend in Rüfenacht, der von der Volksschulkommission Rüfenacht-Vielbringen, der Schulleitung und der Lehrerschaft von Rüfenacht organisiert worden war.

Das Interesse an der Veranstaltung war gross. Über hundert Interessierte fanden sich bei wunderschönem Wetter im Kirchgemeindesaal ein. Sollte sich darunter tatsächlich auch ein Befürworter der Lösung von PWC befunden haben, so hatte er sich zumindest nicht zum Erkennen gegeben.

Theorie versus Kinder?

Dass die betroffenen Lehrer und Kommissionen nicht vorgängig über das Ergebnis der Studie informiert worden waren, wurde als Erstes kritisiert. «Wir mussten das Ergebnis der Presse entnehmen», erklärte Hans-Peter Stoll, Präsident der Volksschulkommission Rüfenacht-Vielbringen.

Aus Spargründen gelange PWC zum Ergebnis, Schüler könnten aus einem vollen Schulhaus in ein halb leeres umplatziert werden, kritisierte Andreas Tanner, Gesamtleiter der Schule Rüfenacht. «Wir können Schüler doch nicht einfach <umbiegen>, hier geht es nicht um theoretische Lösungen, sondern um unsere Kinder», doppelte eine Rüfenachterin nach.

Eine neue Schulklasse bedeute Integrationsarbeit, erklärte Urban Saier. Wenn Schüler sich nach der 6. Klasse neu formierten, daure das lange, bis sie sich in der Klasse eingelebt hätten.

Diesen Vorgang nach der 8. Klasse zu wiederholen sei unsinnig. Zudem seien die Schüler gegen einen Wechsel nach Worb. Jugendliche selber meldeten sich an dem Abend allerdings nicht zu Wort und waren auch nicht anwesend.

«Nehmt Stellung!»

«Mit der Ausgliederung der 9. Klasse würde unsere Schule Rüfenacht an Qualität verlieren», gab sich Annemarie Spahni, Schulleiterin 1. bis 4. Klasse überzeugt. Und schliesslich erwähnte Vizepräsidentin der Schulkommission Maya Widmer die beiden Überbauungen Sperlisacker und Längimoos. Gerade wenn neue Familien nach Rüfenacht kämen, dürfe das Schulangebot nicht reduziert werden. Auch Jürg Kaufmann, Präsident des Worber Parlaments meldete sich zu Wort: Der Bericht von PWC sei sicher seriös erstellt worden. Doch seine Schlussfolgerungen seien katastrophal. «Nehmt Stellung zur Studie, bombardiert den Gemeinderat mit Briefen!», forderte er die Anwesenden auf. Und erntete grossen Applaus.

PWC-Studie

Neuntklässler nach Worb?

Innerhalb des Projektes «Schulraum-Gesamtplanung» befasste sich die Firma PricewaterhouseCoopers (PWC) auch mit dem Schulhaus Rüfenacht. Die Studie hat den Platzmangel im Schulhaus erkannt und drei verschiedene Lösungsvorschläge überprüft:

1. Alle Neuntklässler der Real und Sek Rüfenacht werden im Schulhaus Worbboden in Worb unterrichtet.

2. Das Schulhaus Rüfenacht wird ausgebaut.

3. Die 7. bis 9. Sek Rüfenacht wird im Schulhaus Worbboden in Worb untergebracht, die Realschule bleibt in Rüfenacht.

PWC befürwortet die erste Lösung, also alle Neuntklässler im Worbboden, und begründet sie mit einer kantonal geplanten Neuausrichtung des neunten Schuljahres. Die Studie ist in der Vernehmlassung, Interessierte können bis Mitte Juni Stellung dazu nehmen.

Am 2. Juli wird sich der Gemeinderat an seiner Sitzung mit dem Thema befassen. Wer über einen allfälligen Wechsel schliesslich entscheidet, steht noch nicht fest. Im Schulreglement, das das Parlament 1995 verabschiedete, ist nämlich festgehalten, dass in Rüfenacht 1. bis 9. Klassen unter richtet werden.

bw

Am Donnerstag, 7. Juni wird die Studie von PWC um 20 Uhr im Bärensaal Worb öffentlich vorgestellt.

Der Bund, 1. Juni 2001

SCHULE

Rüfenachter wollen 9. Klassen behalten

Der Vorschlag, Rüfenachts 9. Klassen ins Zentrum Worbboden zu integrieren, stösst im Dorf auf Ablehnung: «So nicht», wird Worbs Gemeinderat signalisiert.

bas. Vor allem Eltern waren der Einladung von Volksschulkommission Rüfenacht-Vielbringen, Schulleitung und Lehrerschaft gefolgt, aber auch Lokalpolitiker und andere an Schulfragen Interessierte: Rund 130 Personen nahmen am Mittwochabend im Kirchgemeindehaus Platz, um über die Schule Rüfenacht zu diskutieren. In dieser Schule, so der Vorschlag der Beratungsfirma PriceWaterhouseCoopers (PWC), sollen inskünftig keine Neuntklässler mehr unterrichtet werden; PWC hatte im Auftrag des Worber Gemeinderats eine Schulraum-Gesamtplanung fürs gesamte Gemeindegebiet erarbeitet (siehe «Bund» vom 10. Mai). Derzeit läuft die Vernehmlassung, Anfang Juli wird sich der Gemeinderat damit befassen.

«Nur Nachteile»

Aus Rüfenacht erhält er klare Signale: «Wir werden alles dransetzen zu verhindern, dass die 9. Klassen die Schule Rüfenacht verlassen müssen», sagt Hanspeter Stoll, Präsident der Volksschulkommission. Aus Rüfenachter Sicht hätte diese Neuerung, mit der sich eine Schulhauserweiterung vermeiden liesse, nur Nachteile. So müssten sich die Schülerinnen und Schüler mitten in der Nachpubertät und in der schwierigen Phase der Berufswahl in neuen Klassenverbänden zurechtfinden. Dazu komme der längere Schulweg.

Für die Schule hätte der Wegzug erstens zur Folge, dass wegen der kleineren Schülerzahl Wahlfächer gefährdet wären. Zweitens verlöre die Schule für Lehrkräfte an Attraktivität. Mit der neuen Ausbildung dürften diese nur noch vier Fächer unterrichten, und es könnte sogar schwierig werden, in Rüfenacht noch Vollpensen anzubieten, so Stoll. Er äussert sich überzeugt, dass es auch der Rüfenachter-Schulhauskultur abträglich wäre, wenn die Ältesten nicht mehr mit von der Partie wären.

Unterschriftensammlung

Nachteile sieht Stoll weiter für Rüfenacht: Wie das Kirchgemeindehaus sei auch die Schule ein Zentrum; von der Infrastruktur her habe das Dorf sonst wenig zu bieten. Derzeit seien grössere Überbauungen geplant. Für potenzielle Neuzuzüger sei das Schulangebot eine wichtige Entscheidgrundlage. Nachdem am Infoabend derart klar zum Ausdruck gekommen sei, dass Rüfenacht die 9. Klassen behalten wolle" gehe es nun darum, den Worber Gemeinderat zu überzeugen. Bereits seien zahlreiche Unterschriften gesammelt worden, täglich machten Schülerinnen und Schüler auf dem Bärenplatz und beim Kastanienbaum aufs Anliegen Rüfenachts aufmerksam. Am Infoabend der Gemeinde vom 7. Juni sollen Gemeinderat und PWC mit noch offenen Fragen konfrontiert werden.

Der Bund, Leserbriefe, 8. Juni 2001

Ungesund

Schulraumplanung in der Gemeinde Worb

Sollen die Schülerinnen und Schüler aus Rüfenacht und Vielbringen für die kurze Zeit im letzten Schuljahr wirklich aus ihrer vertrauten Umgebung «wegorganisiert» werden? Sollen sie ihr Schulhaus, ihre Kolleginnen und Kollegen, ihre Lehrerinnen und Lehrer verlieren?

Wie viel zusätzliche Verunsicherung soll diesen Jugendlichen in der für sie ohnehin sensiblen Zeit zugemutet werden? Wie viel geht dabei verloren - vertraute Kontakte, Sicherheit, Kenntnisse und Beziehungen zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülerlnnen, die für das Gelingen der Berufswahl entscheidend sein können?

Auch für die Eltern ist der komplette Wechsel kurz vor dem Austritt ihrer Kinder aus der obligatorischen Schulzeit unsinnig. Die Pflege eines guten Schulhausklimas im Worbboden wird durch diese alle Jahre wiederkehrende Rotation nicht eben erleichtert.

Ist die Auslagerung der Neuntklässler nur der erste Schritt zur Verlegung der gesamten Sekundarstufe nach Worb? Ist es nicht sinnvoller, im Hinblick auf die geplanten Grossüberbauungen in Rüfenacht die Schule Rüfenacht massvoll auszubauen und damit den Kindern eine vollständige Schulbildung im eigenen Dorf zu ermöglichen?

Elternforum Rüfenacht-Vielbringen

BZ, 8. Juni 2001

RÜFENACHT

Die Zweitklässler schlucken Feuer

Im Rüfenachter Schulhaus grassiert das Zirkusfieber: 41 Zweitklässler jonglieren mit Bällen, schlucken Feuer, legen sich auf Nagelbretter und lassen dressierte Tiger durch Reifen springen.

Barbara Kunz

Die Scheinwerfer werden gedimmt und aus den Lautsprecherboxen tönt dramatische Musik. In der Zirkusmanege zünden Mädchen in Glitzertops und Buben in Plunderhosen und nackten Oberkörpern mit ernsten Gesichtern einen mit Watte umwickelten Stab an. Auf den Zuschauerbänken steigt die Spannung. «Die wollen das doch nicht etwa... », sagt eine kleine Zuschauerin erschrocken, aber bevor sie den Satz beenden kann, haben die jungen Artisten das Feuer verschluckt. «Bravo, bravo», ruft die Kleine bewundernd und klatscht begeistert in die Hände.

Das Meiste klappt bestens an der Hauptprobe des Schulzirkus Superstar in Rüfenacht. Die Dompteuse im weissen Frack mit Zylinder hat allerdings trotz Peitschchen Mühe, die vier Elefanten im Kreis gehen zu lassen. «Die Elefantenkostüme sind erst seit vorgestern fertig», sagt Klassenlehrerin Karin Aziz, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Rita Galluzo die Zirkusprojektwoche an der Schule Rüfenacht organisiert hat. Zum Üben von Kunststücken mit den Elefanten blieb nicht mehr viel Zeit. So machen die Vorderbeine der grauen Rüsseltiere halt nicht immer, was die Hinterbeine wollen - was vor allem bei Pirouetten ein lustiger Anblick ist.

Schon das ganze Schuljahr haben die beiden Lehrerinnen auf die Zirkusvorstellung hingearbeitet. Zuerst ohne das Wissen der Kinder. «Im Turnen haben wir immer wieder Einrad fahren und jonglieren geübt»; sagt Aziz. Mit dem Zirkus wollen die beiden Frauen die Kreativität der Kinder fördern und einen Ausgleich zum kopflastigen Schulstoff bieten. Möglich sei das Projekt dank Eltern geworden, die Kostüme nähten und während Proben Kinder beaufsichtigten.

Noch bis heute Abend hat Nilo Pannich Zeit, den Kopfstand zu üben. «Dann ist Galavorstellung, und da muss es klappen», sagt der Neunjährige und stellt sich im Rasen auf den Kopf. Ob es allerdings auch vor dem richtigen Publikum, den Eltern, klappen wird, weiss er nicht. Ein bisschen nervös sind auch Corina Masciadri und ihre Freundin Jana Burri. In der Manege sind beide Tigerinnen, die Kunststücke vorführen. Jana ist ausserdem in der Akrobatengruppe dabei. Sie ist ein Teil der Menschenpyramide. Und Jana ist noch Seiltänzerin. Dass die Zirkusgala ein Renner wird, sind beide absolut überzeugt.

Galavorstellung des Zirkus Superstar: Freitag, 20 Uhr im Zirkuszelt bei der Schulanlage Rüfenacht. Kollekte.

Der Bund, 5. Juli 2001

WORB

Rüfenachts 9. Klassen können im Dorf bleiben

Rüfenachts Neuntklässler werden weiterhin in ihrem Dorf zur Schule gehen können. Das hat Worbs Gemeinderat entschieden, der damit gegen die Empfehlungen einer externen Studie handelt.

RAINER SCHNEUWLY

Für lokalpolitischen Zündstoff sorgten Angestellte der Firma PricewaterhouseCoopers (PwC), als sie im Mai - nach etwa einjähriger Arbeit - dem Worber Gemeinderat den Bericht über die Worber Schulraumplanung abgaben. PwC empfahl nämlich unter anderem, alle Rüfenachter Neuntklässler sollten künftig in den Worbboden zur Schule gehen. Dort sei noch Raum verfügbar, während er in Rüfenacht knapp sei. Dieser Vorschlag stiess in der Folge in Rüfenacht auf klare Ablehnung. Dies äusserte sich unter anderem in Leserbriefen und am öffentlichen Informationsabend, an dem auch Schülerinnen und Schüler den Gemeinderat aufforderten, dieser Empfehlung nicht zu folgen.

Nicht Dorffrieden gefährden

Der Worber Gemeinderat hat nun an seiner letzten Sitzung tatsächlich beschlossen, dieser Empfehlung nicht Folge zu leisten. Er begründet dies mit der deutlichen Ablehnung der Klassenverschiebung in der Vernehmlassung, die er dazu durchführte. In den 30 bis 40 Eingaben, so Gemeindepräsident Peter Bernasconi, sei der Vorschlag nur vereinzelt als zumutbar bezeichnet worden. Alle anderen interessierten Kreise - insbesondere alle Parteien bis auf die FDP - hätten ihn abgelehnt. «Wir mussten uns deshalb fragen, ob wir für Einsparungen bei den Investitionen den Dorffrieden stören wollten. Wir sagten uns, dass sich das nicht lohnen würde»,sagt Bernasconi. Der Gemeinderat hat nun das Departement Bauten beauftragt, die notwendigen Vorarbeiten für den Ausbau der Schule Rüfenacht vorzunehmen. Die Kosten werden auf 1,5 bis 2 Millionen Franken geschätzt.

Auch Ausbau Sonnhalde?

Der Ausbau der Schule Rüfenacht dürfe aber nicht zulasten der Schulen in Worb gehen, schreibt der Worber Gemeinderat auch. Deshalb werde nun parallel zu den Arbeiten bezüglich Rüfenacht auch abgeklärt, ob die Schulanlage Sonnhalde Worb voll oder teilweise ausgebaut werden müsse. Auch dafür habe das Departement Bau einen Auftrag erhalten, sagt Peter Bernasconi. Ziel sei es, bis Ende Jahr beim Kanton Subventionsgesuche einreichen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt müsse dann ein Fahrplan erstellt werden, damit die Investitionen - auf etwa acht Jahre verteilt - Jahr für Jahr etwa gleich grosse Belastungen darstellten.

Noch nicht festgelegt habe sich der Gemeinderat zu den Empfehlungen der PwC, in Enggistein künftig nur noch eine Klasse statt zweien und in Richigen eine bis zwei (statt zweien) zu führen. Dieser Vorschlag sei in der Vernehmlassung unbestritten gewesen, und der Entscheid in dieser Angelegenheit dränge nicht, sagt Bernasconi.

Weiter von Studie überzeugt

92'500 Franken bewilligte der Worber Gemeinderat letztes Jahr für die Schulraumplanung. Das sei gut investiertes Geld, zeigte sich der Worber Gemeindepräsident damals überzeugt. Immer noch? Ja, sagt Bernasconi. «Damals hatte etwa Enggistein das Gefühl, die Schule müsse sofort ausgebaut werden. Eine Million stand zur Debatte. Jetzt sind die Investitionswünsche klar mit Prioritäten versehen worden; einzelne wurden zurückgewiesen.» Bezüglich Rüfenacht sei eben ein politischer Kompromiss geschlossen worden.

Der Bund, 23. April 2002

RÜFENACHT

Entscheid, dass Neuntklässler bleiben können, kostet

Das Rüfenachter Schulhaus ist sanierungsbedürftig und platzt aus allen Nähten. Um Abhilfe zu schaffen, soll das Parlament 4,5 Millionen Franken bewilligen.

lam/reb. Weil in Rüfenacht zu wenig, in Worb aber zu viel Platz vorhanden war, sollten künftig alle Rüfenachter Neuntklässler in den Worbboden zur Schule gehen. Zu diesem Schluss kam die Firma PricewaterhouseCoopers vor einem Jahr in ihrem Bericht über die Worber Schulraumplanung. Wegen des Widerstands aus Rüfenacht entschied der Gemeinderat damals aber, dieser Empfehlung nicht Folge zu leisten. Damit war klar, dass die Schule Rüfenacht ausgebaut werden muss (der «Bund» berichtete):, Die Kosten für den Ausbau schätzte der Gemeinderat damals auf 1,5 bis 2 Millionen Franken.

Heute platzt die Schule Rüfenacht aus allen Nähten. Deshalb legt der Gemeinderat dem Parlament nun ein Erweiterungsprojekt für die Schule vor, das mit Kosten von knapp 2,5 Millionen Franken etwas über der Schätzung liegt. Gleichzeitig soll das Schulhaus für knapp 2 Millionen Franken saniert werden. Das Worber Gemeindeparlament berät über beide Kredite an seiner Sitzung vom kommenden Montag.

Die Erweiterung...

Im Erweiterungsprojekt ist vorgesehen, dass der Schulhaustrakt 2 mit einem dreigeschossigen Anbau vergrössert wird. Pro Stock soll so ein zusätzlicher Raum entstehen, ein weiteres Zimmer wird im Untergeschoss gebaut. Durch Raumanpassungen im bereits bestehenden Gebäudeteil können die weiteren benötigten Zimmer erstellt werden. Die Kosten für diese Arbeiten liegen bei knapp 2,5 Millionen Franken. Die Erweiterung soll 2005 abgeschlossen werden. Nach dem Parlament wird die Vorlage am 22. September auch den Stimmberechtigten zur Abstimmung vorgelegt.

... und die Sanierung

Nebst dieser Erweiterung bedarf das Schulhaus Rüfenacht auch einer umfassenden Sanierung. Vor allem die Fenster sind nicht mehr, dicht. Ein erster Teil wurde bereits vor gut zwei Jahren ersetzt, nun soll der Rest der Fenster erneuert werden. Das Renovationsprojekt sieht vor, dass im Zuge dieser Arbeiten auch die Schulzimmer neu gestrichen, die Bodenbeläge ersetzt und die sanitären Anlagen saniert werden. Diese Arbeiten sollen laut Projektbeschrieb zwischen 2002 und 2006 ausgeführt werden und verursachen Kosten von knapp 2 Millionen Franken. Dieser Kredit kann vom Gemeindeparlament abschliessend genehmigt werden; im Unterschied zum Kredit für den Erweiterungsbau muss der Sanierungskredit nicht auch noch von den Worber Stimmberechtigten angenommen werden.

BZ, 1. Mai 200

SCHULE RÜFENACHT

Sanierung ja, Ausbau vorerst nein

Das Worber Parlament bewilligt die Sanierung des Rüfenachter Schulhauses, weist aber Ausbaupläne vorerst zurück

Das Schulhaus Rüfenacht kann renoviert werden. Das Worber Parlament stimmte einstimmig dem dafür nötigen Kredit von 1,9 Millionen Franken zu. Die Sanierung werde nach ökologischen Grundsätzen vorgenommen, beantwortete Gemeinderat Ernst Hauser (SVP) eine Frage der GFL.

Er versicherte, dass der Kostenrahmen eingehalten werden könne. Das Schulhaus soll etappenweise während der Ferien saniert werden. Im Aussenbereich werden die Fenster ersetzt, innen sollen die Schulzimmer und die Sanitärbereiche saniert werden. Bei der Turnhalle wird eine Fensterfront ausgewechselt.

Zwar war nebst der Sanierung auch der Ausbau des Schulhauses im Grundsatz unbestritten. Für knapp 2,5 Millionen Franken sollte das Gebäude erweitert werden. Dazu ist eine Volksabstimmung nötig. Den Botschaftsentwurf dazu wies der Grosse Gemeinderat aber zurück. «Die Botschaft ist mangelhaft», kritisierte Andreas Born im Namen der Geschäftsprüfungskommission. Eine Übersicht zur gesamten Schulraumplanung fehle, bemängelte auch die SVP und erhielt Unterstützung von der SP, der FDP und den Freien Wählern.

Die Parteien vermissten zudem Sparvorschläge bei dem teuren Projekt. Sie fürchteten, dass es der Souverän ablehnen könnte. Einzig die EVP war dafür, dass die Vorlage verabschiedet werde. Das Parlament einigte sich auf eine «konstruktive Rückweisung» und verlangt vom Gemeinderat eine Übersicht über die Schulraumplanung und die finanziellen Konsequenzen. Zudem müssen Kostenanpassungen geprüft werden. «Damit wird die Planung um ein Jahr verzögert», sagte Gemeinderat Heinz Neuenschwander (FDP) resigniert. bw/uca

Der Bund, 1. Mai 2002

RÜFENACHT

Ein Schritt zurück zu einem «guten Start»

Der Worber Gemeinderat muss sich nochmals mit der Erweiterung und Anpassung der Schule Rüfenacht befassen: Das Parlament wies sein Projekt zurück.

bas. Für einmal herrschte im Worber Parlament fast Einigkeit: Mit 29 zu 3 Stimmen erteilte es dem Gemeinderat am Montagabend den Auftrag, das Projekt für die Erweiterung und Anpassung der Schulanlage Rüfenacht zu überarbeiten. Das Vorhaben, das der Gemeinderat präsentierte, hätte 2,455 Millionen Franken gekostet und an der Urne bewilligt werden müssen (der «Bund» berichtete). Sowohl Jürg Kaufmann (sp) wie auch Therese Bernhard (svp) orteten darin ein Sparpotenzial. Wie die beiden äusserte auch Ulrich Emch (fdp) die Befürchtung, dass eine Mehrheit der Stimmberechtigten zum Projekt Nein sagen könnte. Die Rückweisung sei deshalb «in positivem Sinne korrigierend». Das Parlament wünscht aber nicht nur eine Überprüfung des Projekts auf Kosteneinsparungen: Der Gemeinderat muss ihm weiter darlegen, wie er sich auf der Basis der Schulraumplanung die künftige Schulorganisation vorstellt und was dies kostet. «Wir stehen voll und ganz hinter der Planung und betrachten Rüfenacht als wesentlichen Teil davon», sagte Ulrich Joss (sp). Ein «guter Start» sei aber wichtig, im Interesse des Gesamten lohne sich der Umgang. Bevor ein Einzelgeschäft vorgelegt werde, müsse im Parlament über Prioritäten diskutiert werden, meinte Jonathan Gimmel (fww). Mehrere Votanten betonten, es gehe nicht darum, das Projekt auf die lange Bank zu schieben. Laut Gemeinderat Heinz Neuenschwander dürfte die Rückweisung das Vorhaben um zirka ein Jahr verzögern. Als Einziger plädierte Rudolf Wagner (evp) für die Annahme des Projekts: «Dann haben wir Ruhe für eine Generation.»

Band raus aus dem Keller

Negativ am Entscheid des Parlaments sei, dass das «Providurium» in der Schulanlage Rüfenacht nun noch länger andauern werde, sagte gestern auf Anfrage Schulleiter Urban Saier. Positiv sei, dass sich grundsätzlich alle Parteien hinter die beiden Schulzentren Rüfenacht und Worbboden gestellt hätten. Im Rahmen der bereits in Angriff genommenen Sanierung der Aula könne zudem einer der gravierendsten Schwachpunkte, die Übungslokale der Bands im Keller, bereits behoben werden.

Sanierung unbestritten

bas. Einstimmig bewilligte das Worber Parlament am Montagabend rund 1,935 Millionen Franken für den Ersatz weiterer Fenster und für verschiedene Sanierungsarbeiten in der über 30-jährigen Schulanlage Rüfenacht. Die Arbeiten seien «absolut zwingend», sagte Jürg Bichsel (fww). Bereits 1999/2000 waren in der Anlage Fenster ausgewechselt worden. Wegen der Schulraum-Gesamtplanung wurden die Sanierungsarbeiten dann sistiert. Der Stopp sei falsch gewesen, weil es nun einen Investitionsstau gebe, kritisierte René Bauer (sp).

BZ, 14. Juni 2003

SCHULE WORB

«Wir grüssen einander»

Die Schule Rüfenacht will ihr Leitbild durchsetzen und stellt klare Regeln zum Verhalten im und ums Schulhaus auf.

«Wir grüssen einander. Wir tragen keine Waffen, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und nehmen keine anderen Drogen auf dem Schul- und Kindergartenareal. Wir achten uns gegenseitig.»

Dies sind Auszüge aus dem Leitbild der Schule Rüfenacht-Vielbringen. «Die Realität zeigt, dass solche Regeln nötig sind», sagt Hanspeter Stoll. Er ist Präsident der Volksschul- und Kindergartenkommission Rüfenacht-Vielbringen. Die Schule sei zwar bis anhin von wirklich schwierigen Situationen verschont geblieben. Aber damit sich Kinder und Jugendliche auf dem Schulhausareal sicher wohl fühlten, müssten klare Grenzen gesetzt werden.

Weil es immer wieder zu Beschwerden in der Nachbarschaft geführt hat, ist Rollbrett fahren am Sonntag und lautes Musikhören generell nicht erlaubt. Von Montag bis Samstag ist die Schulanlage ab 22 Uhr, an Sonntagen ab 18 Uhr geschlossen.

Die Eltern sind an den Elternabenden und mit einem Brief über die neuen Regeln informiert worden. «Die Gemeinde Worb unterstützt uns mit einem Securitasdienst, der wegschicken kann, wer sich nicht an die Regeln hält», sagt Stoll. Das Schulareal sei nicht nur Aufenthaltsort für Schüler, sondern allgemein ein beliebter Treffpunkt. «Wir wollen, dass das so bleibt, und haben deshalb die Regeln aufgestellt.» Diese gelten übrigens nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Erwachsene.

bw