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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Restaurants Rüfenacht

Der Bund, 21. August 1997

RÜFENACHT

Noch alles beim alten im «l'Altro»

Das Restaurant l'Altro bleibt auch nach der konkursamtlichen Versteigerung im Besitz der Bank - Marianne Baumann wirtet vorläufig weiter.

rss. Im Restaurant l'Altro in Rüfenacht bleibt vorerst alles beim alten: An der gestrigen konkursamtlichen Versteigerung blieben die Offerten alle unter der Limite des Gläubigers, des Schweizerischen Bankvereins Basel, so dass dieser für sein Gebot von 450'000 Franken den Zuschlag erhielt. Die konkursamtliche Schatzung belief sich auf 500'000 Franken. Zum Verkauf standen ausser dem Restaurant mit rund 44 Sitzplätzen, 16 Barplätzen und einer Terrasse mit weiteren rund 20 Sitzplätzen ein Autoeinstellplatz sowie Bastel- und Mehrzweckräume.

Kurze, turbulente Geschichte

Das erst zweijährige, mit seiner Spiegeldecke und den futuristischen Leuchtern sehr modern anmutende Lokal hat bereits eine turbulente Geschichte hinter sich: Das erste Projekt für die heutige Liegenschaft scheiterte 1988 trotz der Annahme durch Bevölkerung und Behörden am Veto der Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder.

Erst drei Jahre und einen Besitzerwechsel später nahm ein zweites Projekt alle Hürden, so dass im November 1992 schliesslich gebaut werden konnte. Im Juli 1995 öffnete «l'Altro», damals unter der Leitung von Margaritha Hauser, seine Pforten und wurde bereits ein halbes Jahr später wieder geschlossen: Hauser - sie trägt heute wieder ihren Mädchennamen Hayoz -, deren ehemaliger Mann 1991 die damals erst geplante Liegenschaft gekauft hatte, musste Konkurs anmelden: Ihr Plan, aus dem «l'Altro» nicht eine Quartierbeiz, sondern eher ein Lokal für Besucher aus der nahen Stadt zu machen, war gescheitert. Schliesslich übernahm die gebürtige Kanderstegerin Marianne Baumann den Betrieb.

Weiterhin Verkaufsobjekt

«L'Altro», das nach Aussage von Kilian Egger, Marianne Bachmanns Lebenspartner, «jetzt nicht schlecht läuft» und zwar nicht einer mehrköpfigen Familie, jedoch sehr wohl einem Paar die nötige Existenz bieten könne, wurde gestern also nicht verkauft. Noch nicht, wenn es nach dem Willen der Bank geht: Der Bankverein möchte das Lokal möglichst bald wieder loswerden. Ein potentieller Käufer müsste, so der Vertreter der Bank, allerdings bereit sein, die gestern gesetzte Limite von 450'000 Franken einzuhalten. Ob für das Restaurant l'Altro in der nächsten Zeit inseriert werden muss, weiss noch niemand, denn bereits wenige Minuten nach der Versteigerung meldeten sich erste Interessenten.

Wirtin überlegt sich Kauf

Erfreut, dass vorerst nicht verkauft wird, ist in erster Linie Wirtin Marianne Bachmann: Sie führt den Betrieb seit einem Jahr und hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten eine Stammkundschaft aus einheimischen Bar- und auswärtigen Restaurantbesuchern aufgebaut. Ihr Pachtvertrag mit der Bank läuft noch weitere elf Monate. Sie möchte das «l'Altro», in dem, wie sie sagt, «schon viel Herzblut steckt», nicht verlieren und überlegt sich zurzeit den Kauf des Lokals.

BZ, 22. Januar 2001

Wirtewechsel

Regionale Stafette mit Kochlöffel

Nach 25 Jahren gibt Hans Bernhard, «Sonne»-Wirt in Rüfenacht, den Stab an das Ehepaar Angst weiter. Er löst damit eine Rochade aus: Zu Wechseln kommt es auch in Oberdiessbach und Biglen.

Helena Jansen

Einer löst den andern ab: Gleich drei Köche aus Oberdiessbach, Biglen und Rüfenacht übergeben einander die Leitung ihrer Gaststätten. Allen voran geht Hans Bernhard von der «Sonne» in Rüfenacht. Nach 25 Jahren hängt er die Kochmütze an den Nagel und löst damit eine Rochade in der Region aus.

Ursprünglich hatte Bernhard mit Kochen nichts am Hut. Doch trotz abgeschlossener Berufslehre als Dreher sattelte er mit 21 Jahren um. «Der Bruder meines Vaters war Wirt», erinnert sich Bernhard. «Seine Kinder interessierten sich aber nicht für die Wirterei.» Umso mehr Bernhards Eltern. Sie gaben die Landwirtschaft auf und übernahmen die «Sonne». Damit eröffneten sich für den 21-jährigen Bernhard neue Perspektiven: Er absolvierte eine zweite Lehre als Koch.

Chef in der Kombüse

Bevor der junge Koch seine Geschicklichkeit mit Pfanne und Kelle in Rüfenacht unter Beweis stellte, zog es ihn in die Fremde. Auf einem Frachter bereiste er den Osten. Passagiere aus aller Welt, Suppe bei Sturm und Landgang in Kapstadt, Singapur und Bangkok - Bernhard erlebte eine abenteuerliche Zeit. «Eines Tages erhielt ich ein Telegramm von meiner Mutter», erzählt er. Die Köchin in der «Sonne» war schwanger. Zeit für Bernhard, nach Hause zurückzukehren.

«Die 70er und 80er waren meine besten Jahren als Wirt», schwärmt Bernhard. Trotz wirtschaftlichen Schwankungen hat sich die Menükarte in der «Sonne» in den 25 Jahren kaum verändert. «Gut bürgerlich», hiess sein Erfolgsrezept. «Ich hatte von Anfang an auch Gemüseteller und Pilzpasteten im Angebot», sagt er. «Aber Körnlipickerkost, das kam mir nicht auf den Teller. »

Vom «Sternen» zur «Sonne»

Nach 25 Jahren hat Hans Bernhard nun genug von Rindsbraten und Kartoffelstock. «Mich ziehts ins Tessin», verrät er seinen Zukunftstraum. «Bis es so weit ist, hält mich mein Waldbesitz auf Trab», sagt er mit Anspielung aufs «Lothar»-Holz. Hinter dem Tresen in der «Sonne» stehen ab 2. Februar das Pächter-Paar Annette und Walter Angst. Sie führten sechs Jahre lang den «Sternen» in Oberdiessbach. Nun sei es Zeit, für eine neue Herausforderung, glaubt Annette Angst. Den «Sternen» führte das Paar mit nur einem Angestellten. In Rüfenacht wollen sie sich nun in einem grösseren Betrieb bewähren. Stammkunden des «Sternen» müssen jedoch nicht um ihr Feierabendbier fürchten: Künftig wird sich dort Bernhard Bigler um das leibliche Wohl der Gäste kümmern. Bisher arbeitete er im Auftrag der Bären AG als Geschäftsführer des «Bären» in Biglen. «Das Restaurant Bären war mir eine Nummer zu gross», erklärt er. Zudem locke ihn die Gelegenheit, in dem kleinen Restaurant selbstständig zu arbeiten. Im März wird der «Sternen» unter seinem Zepter wieder eröffnet - mit neu gemachter Küche, aber unverändertem Säli und Stübli.