EXPOnentenGutes Herz - nicht gefragtTONI STALDER (55)arbeitet als Ausgleich zur Tätigkeit bei der Berner Stadtverwaltung ehrenamtlich für den BehindertenService Handicap.02 an der Expo. Der gebürtige Bieler ist Vater von zwei Töchtern und hat vier Grosskinder. Er lebt in Rüfenacht.
«Entgegen den Erwartungen melden sich bei Handicap.02 zu wenig Leute, die begleitet werden möchten. Irgendwie ist die Werbung für unsere Dienstleistung nicht ideal gelaufen. Die Wege durch die Institutionen sind eben manchmal etwas lang. So ist es für uns manchmal etwas langweilig. Auch ehrenamtlich Arbeitende haben gerne etwas zu tun. So halten wir an unseren Präsenztagen am Montag und Dienstag eben Ausschau nach Leuten, denen wir unsere Hilfe anbieten könnten. Wir gehen auf die Behinderten zu, doch wir erhalten meistens einen Korb. Erst wenn klar wird, dass unser Dienst kostenlos ist, lenken die einen oder anderen ein.» «Unser Begleitservice richtet sich nicht nur an Rollstuhlfahrer, sondern an alle, die aus den verschiedensten Gründen beim Besuch der Arteplage Hilfe benötigen. Es könnte also auch einmal vorkommen, dass wir einen Betrunkenen mit dem Rollstuhl abholen. Die Kiesbeläge auf den Arteplages sind wahnsinnig rollstuhlfeindlich. Dies hat man in Biel jetzt verbessert. Es ist auch sehr anstrengend, Rollstühle über die Brücke zu stossen. Wir Begleiter helfen überall sehr unkompliziert - nur als Pfleger sehen wir uns eigentlich nicht. Nach einem Arbeitstag weiss man, was man gemacht hat. Denn einen Rollstuhl über die Arteplage schieben, ist ziemlich kräfteraubend. Viele Mitarbeiter sind frisch Pensionierte. Junge Leute für die Freiwilligenarbeit zu gewinnen, ist heutzutage praktisch nicht möglich.» «Ich komme gern nach Biel zurück. Biel ist nach wie vor die schönste Stadt in der schönsten Gegend. Aber sie hat für mich einen Nachteil: die Zweisprachigkeit. Das konnte man mir einfach nicht beibringen. So kam nach der Lehre rasch einmal der Moment, dass ich meinen Koffer packte.» GESPRÄCH: MICHAEL SAHLI |
Neuer Stabschef der StadtpolizeiErnst Sigristskb. Der neue Stabschef und Chef Stabsabteilung der Stadtpolizei Bern heisst Ernst Sigrist. Der 47jährige war bisher Chef des Sicherheitsdienstes der Bundesverwaltung und tritt die Nachfolge Charles Raedersdorfs an.
Der bisherige Stabschef und Chef Stabsabteilung der Stadtpolizei, Charles Raedersdorf, ist ab 1. November Delegierter für Katastrophenhilfe im Ausland und Chef der Abteilung für Humanitäre Hilfe im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten. |
«Ich war bereits ein Expo-Fan, als
die bevorstehende Landesausstellung noch vor allem Negativschlagzeilen lieferte. Als gebürtiger Bieler fühle
ich mich mit der Region verbunden und wollte von Anfang an am Projekt mitmachen. Ich fand Gelegenheit dazu in
der Tätigkeit als ehrenamtlicher Behinderten-Betreuer bei Handicap.02. Die Aufgabe erlaubt es mir, neben meinem
Beruf bei der Stadtverwaltung Bern an über einem Dutzend Einsatztagen ein Teil der Expo zu sein. Und noch etwas
motivierte mich dazu, bei Handicap.02 mitzumachen: Meine Mutter lebt weit entfernt von hier, in einem Pflegeheim
in Chur. Meine Besuche sind dementsprechend kurz und auch nicht so häufig, wie ich gerne möchte. Mit meinem
Einsatz für Handicapierte kann ich etwas von jener Zuwendung und Pflege an andere weitergeben, die meine Mutter
von Freiwilligen in Graubünden erhält. Ich kann so auch ein wenig mein schlechtes Gewissen beruhigen.»

Ernst Sigrist ist dem Polizeikorps nicht unbekannt: Der diplomierte Ing. HTL hatte bereits von
1968 bis 1982 als Kommissär und später als Chef der Verkehrsabteilung bei der Berner Stadtpolizei gearbeitet.
In der Folge trat er zur Bundesverwaltung über und übernahm nach der Wahl von Christoph Hoffmann zum
Kommandanten der Stadtpolizei an dessen Stelle die Leitung des Sicherheitsdiensts, die er noch bis Ende Jahr
innehat. In der Armee war Sigrist Adjutant eines Flabregiments. Als Stabschef hat Polizeimajor Ernst Sigrist
die Planung und Koordination des Polizeikorps zu leiten. Zudem wird er die Stabsabteilung führen.