Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Personen/Familien aus Rüfenacht & Vielbringen

Der Bund, 24. Juli 2002

EXPOnenten

Gutes Herz - nicht gefragt

TONI STALDER (55)

arbeitet als Ausgleich zur Tätigkeit bei der Berner Stadtverwaltung ehrenamtlich für den BehindertenService Handicap.02 an der Expo. Der gebürtige Bieler ist Vater von zwei Töchtern und hat vier Grosskinder. Er lebt in Rüfenacht.

«Ich war bereits ein Expo-Fan, als die bevorstehende Landesausstellung noch vor allem Negativschlagzeilen lieferte. Als gebürtiger Bieler fühle ich mich mit der Region verbunden und wollte von Anfang an am Projekt mitmachen. Ich fand Gelegenheit dazu in der Tätigkeit als ehrenamtlicher Behinderten-Betreuer bei Handicap.02. Die Aufgabe erlaubt es mir, neben meinem Beruf bei der Stadtverwaltung Bern an über einem Dutzend Einsatztagen ein Teil der Expo zu sein. Und noch etwas motivierte mich dazu, bei Handicap.02 mitzumachen: Meine Mutter lebt weit entfernt von hier, in einem Pflegeheim in Chur. Meine Besuche sind dementsprechend kurz und auch nicht so häufig, wie ich gerne möchte. Mit meinem Einsatz für Handicapierte kann ich etwas von jener Zuwendung und Pflege an andere weitergeben, die meine Mutter von Freiwilligen in Graubünden erhält. Ich kann so auch ein wenig mein schlechtes Gewissen beruhigen.»

«Entgegen den Erwartungen melden sich bei Handicap.02 zu wenig Leute, die begleitet werden möchten. Irgendwie ist die Werbung für unsere Dienstleistung nicht ideal gelaufen. Die Wege durch die Institutionen sind eben manchmal etwas lang. So ist es für uns manchmal etwas langweilig. Auch ehrenamtlich Arbeitende haben gerne etwas zu tun. So halten wir an unseren Präsenztagen am Montag und Dienstag eben Ausschau nach Leuten, denen wir unsere Hilfe anbieten könnten. Wir gehen auf die Behinderten zu, doch wir erhalten meistens einen Korb. Erst wenn klar wird, dass unser Dienst kostenlos ist, lenken die einen oder anderen ein.»

«Unser Begleitservice richtet sich nicht nur an Rollstuhlfahrer, sondern an alle, die aus den verschiedensten Gründen beim Besuch der Arteplage Hilfe benötigen. Es könnte also auch einmal vorkommen, dass wir einen Betrunkenen mit dem Rollstuhl abholen. Die Kiesbeläge auf den Arteplages sind wahnsinnig rollstuhlfeindlich. Dies hat man in Biel jetzt verbessert. Es ist auch sehr anstrengend, Rollstühle über die Brücke zu stossen. Wir Begleiter helfen überall sehr unkompliziert - nur als Pfleger sehen wir uns eigentlich nicht. Nach einem Arbeitstag weiss man, was man gemacht hat. Denn einen Rollstuhl über die Arteplage schieben, ist ziemlich kräfteraubend. Viele Mitarbeiter sind frisch Pensionierte. Junge Leute für die Freiwilligenarbeit zu gewinnen, ist heutzutage praktisch nicht möglich.»

«Ich komme gern nach Biel zurück. Biel ist nach wie vor die schönste Stadt in der schönsten Gegend. Aber sie hat für mich einen Nachteil: die Zweisprachigkeit. Das konnte man mir einfach nicht beibringen. So kam nach der Lehre rasch einmal der Moment, dass ich meinen Koffer packte.»

GESPRÄCH: MICHAEL SAHLI

BZ, 18. August 2001

PFLEGEKINDER-AKTION

Gfellers sind eine offene Familie

Wenn bei Gfellers alle zu Hause sind, sitzen zehn Personen am Stubentisch: Vater und Mutter, die fünf eigenen Kinder sowie die drei Pflegekinder. Das Zusammenleben ist nicht immer einfach.

Lucia Probst

«Hallo, ich bin wieder da.» Der fünfeinhalbjährige Michi kommt an diesem Donnerstagmorgen kurz vor zwölf aus dem Kindergarten zurück. In der Hand hält er seinen Rucksack. «Hängst du den bitte gleich auf?», bittet ihn seine Pflegemutter Brigitte Gfeller. Das wird gemacht, und schon ist der kleine Bub mit Zahnlücke und den dunkelbraunen Kulleraugen verschwunden.

Nach und nach kommen auch Nicole, Amos, Benedict, Samuel, Ideon (Name geändert) und Lorana von der Schule nach Hause, während der Älteste von allen, der 18-jährige Ruben noch Ferien hat.

Ausnahmsweise ist auch Vater Niklaus, der am Stadtberner Neufeld-Gymnasium Physik unterrichtet, zum Mittagessen da. Wenn bei Gfellers alle zu Hause sind, sitzen zehn Personen am Familientisch: Vater und Mutter Gfeller, ihre fünf eigenen Kinder sowie die drei Pflegekinder Michi, Nicole und Samuel.

Zuerst Schnupperbesuch

Die 8-jährige Nicole und ihr fünfeinhalbjähriger Bruder Michi kamen vor ziemlich genau einem Jahr als Pflegekinder nach Rüfenacht. Ihr allein erziehender Vater konnte die Betreuungsaufgaben nicht mehr übernehmen. Anfang Sommerferien sei von der Pflegekinder-Aktion die Anfrage gekommen, ob sie die beiden Kinder bei sich aufnehmen möchten, blickt Niklaus Gfeller zurück.

Nicole und Michi machten für zwei Tage einen Schnupperbesuch, dem der Umzug nach Rüfenacht folgte. «Als Erstes machten wir eine Kissenschlacht», erinnert sich Nicole heute an ihren Einzug. Für die Abc-Schützin stand sogleich der erste Schultag an. Nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Einschulung habe damals alles so schnell gehen müssen, erklärt Niklaus Gfeller und meint: «Nicole ist ein sehr aufgestelltes und lebendiges Kind. Sie fand sich trotz allem rasch gut zurecht.»

Wochenende beim Vater

Auch Michi hat sich inzwischen gut eingelebt. Seit einer Woche besucht er in Vielbringen das erste Kindergartenjahr. Und er geht gerne hin, Anne-Sophie und Pascal kannte er schon, und die Geschichte vom kleinen Tigerli, das ein Velo geschenkt erhielt, hat ihm an diesem Morgen auch gut gefallen.

Die Wochenenden verbringen Nicole und Michi jeweils bei ihrem leiblichen Vater, und in den Sommerferien waren beide für drei Wochen bei ihm.

Zehn Monate altes Baby

Schon viel länger als Michi und Nicole wohnt Samuel bei den Gfellers - er kam im Herbst 1996 als zehn Monate altes Baby nach Rüfenacht. Bis vor einem Jahr kehrte auch er nur an den Wochenenden zu seiner Mutter zurück. Jetzt ist er noch tagsüber bei den Gfellers und übernachtet einmal pro Woche. Ansonsten ist er bei seiner Mutter.

Angefangen hat alles mit einem Ferienkind aus Deutschland, das jeweils im Sommer für fünf Wochen bei den Gfellers zu Besuch war. Das brachte Brigitte und Niklaus Gfeller schliesslich auf den Gedanken, ein Pflegekind in ihre Familie aufzunehmen. Brigitte Gfeller schlug das Telefonbuch auf und stiess auf die Pflegekinder-Aktion Bern. Vor fünf Jahren besuchten sie einen dreitägigen Vorbereitungskurs für Pflegeeltern und meldeten sich als Pflegeeltern an.

Integration fordert heraus

Das Verhältnis zwischen den eigenen und den Pflegekindern ist nicht immer unproblematisch: «Das Baby haben unsere Kinder damals gut aufgenommen. Nicole und Michi waren schon grösser und brachten mehr Eigenheiten mit, doch inzwischen sind sie voll integriert», erzählt Brigitte Gfeller.

Als ausnehmend gut bezeichnen die Pflegeeltern ihr Verhältnis zu den leiblichen Eltern. Darüber sind beide sehr froh, denn das sei bei weitem nicht immer so, erzählt Niklaus Gfeller von Erfahrungen, die ihm andere Pflegeeltern schilderten.

 Berner Landbote, 8. Februar 2001

«Orientierungslauf fägt!»

Die 19-jährige Martina Fritschy aus Rüfenacht hat ein volles Programm, sie betreibt OL und Ski-OL auf höchster Ebene.

Marc Bächler

Die Zeit von Martina Fritschy ist kurz und beschränkt, Training und Schule füllen ihr Leben fast aus. Es ist kaum zu glauben, wie viele Sportarten die junge Athletin ausübt. Seit sie acht Jahre alt ist, läuft die nun 18-Jährige Orientierungslauf. Dazu betreibt sie seit drei Jahren Ski-OL. «Nur» hobbymässig fährt sie Fahrrad, schwimmt, boardet und macht Langlauf!

Ski-OL?

Orientierungslauf ist eigentlich bekannt, aber was ist Ski-OL? Beim Ski-OL erhält der Sportler ein Loipennetz mit Posten, die abgelaufen werden müssen. Die Spuren und die Posten sind vorgegeben, die Route jedoch muss jeder selbst finden. Mit Ski-OL angefangen hat Martina Fritschy, da sie regelmässig OL gelaufen ist und zudem Langlauf als Hobby hatte. Doch ihre eigentliche Leidenschaft bleibt der Orientierungslauf, den Ski-OL betreibe sie nur nebenbei, auch wenn sie zwei Mal Juniorenschweizermeisterin im Ski-OL wurde. Doch noch eindrücklicher sind ihre Erfolge im «normalen» OL. 22 Mal holte sie Gold bei den Juniorenschweizermeisterschaften. Auch international machte Martina Fritschy bereits Furore. Drei Mal konnte sie an der Jugend-EM das Siegertreppchen besteigen.

Sport und Schule

Martina Fritschy ist sich bewusst, dass sie nicht nur auf den Sport setzen kann. «Meine Ausbildung ist mir sehr wichtig, mit dem Sport alleine ist es nicht gemacht.» Die junge Athletin besucht das Gymnasium. Jedoch kein gewöhnliches, sondern mit einer speziellen Ausbildung für Sportler, Musiker und Gestalter. Die Schule lässt genug Zeit, um zu trainieren, dauert vier statt der normalen drei Jahre und am Ende kann man mit der Matura abschliessen. Doch nicht immer ist der Schulbesuch möglich. «Die Lehrer haben aber Verständnis, wenn ich auch einmal keine Zeit neben dem Training habe», meint Martina Fritschy dazu glücklich.

Volles Programm

Im Sommer 2001 geht es für Martina Fritschy richtig los. «Im Sommer bin ich jedes Wochenende mit OL beschäftigt», erklärt sie. Fast jedes Wochenende findet ein Rennen statt, und wenn mal keines ist, so geht sie ins Trainingsweekend. Der Aufwand lohne sich, sonst würde sie es nicht machen. Nicht nur Zeit beansprucht ihr Sport, sondern auch Geld für Reisen und Ausrüstung. Sponsoren hat Martina Fritschy keine. Ski-OL und OL sind Randsportarten was die Finanzierung erschwert. Der Verband und ihr Club (OL Norska) beteiligen sich auch an den Kosten. Teuer wird es natürlich beim Ski-OL, wo noch die ganze Ausrüstung (z. B. Skis, Stöcke und Schuhe) dazu kommen. «2003 findet die WM in der Schweiz statt, vielleicht findet dann der Sport etwas mehr Anhänger», hofft Martina Fritschy. OL wäre ihrer Meinung nach ein Sport für jedermann. Zu ihren kurzfristigeren Zielen gehört die Junioren-WM, wo sie eine Medaille anvisiert. Längerfristig möchte sie, sofern es ihr immer noch Spass macht, bei der Elite mitlaufen, Spitzensport betreiben. Doch bis dahin ist der Weg noch weit. Zuerst muss sie sich wieder der Schule zuwenden.

Der Bund, 23. September 1988

Neuer Stabschef der Stadtpolizei

Ernst Sigrist

skb. Der neue Stabschef und Chef Stabsabteilung der Stadtpolizei Bern heisst Ernst Sigrist. Der 47jährige war bisher Chef des Sicherheitsdienstes der Bundesverwaltung und tritt die Nachfolge Charles Raedersdorfs an.

Ernst Sigrist ist dem Polizeikorps nicht unbekannt: Der diplomierte Ing. HTL hatte bereits von 1968 bis 1982 als Kommissär und später als Chef der Verkehrsabteilung bei der Berner Stadtpolizei gearbeitet. In der Folge trat er zur Bundesverwaltung über und übernahm nach der Wahl von Christoph Hoffmann zum Kommandanten der Stadtpolizei an dessen Stelle die Leitung des Sicherheitsdiensts, die er noch bis Ende Jahr innehat. In der Armee war Sigrist Adjutant eines Flabregiments. Als Stabschef hat Polizeimajor Ernst Sigrist die Planung und Koordination des Polizeikorps zu leiten. Zudem wird er die Stabsabteilung führen.

Der bisherige Stabschef und Chef Stabsabteilung der Stadtpolizei, Charles Raedersdorf, ist ab 1. November Delegierter für Katastrophenhilfe im Ausland und Chef der Abteilung für Humanitäre Hilfe im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten.