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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung - Mix: H.U.Steiner

BZ, 18. Dezember 1997

Worb

Ein Leben lang vom Theaterfieber befallen

Ihr ganzes Leben hat die gebürtige Limpacherin Margret Otti dem Theater verschrieben, über vierzig Jahre davon im Amt Konolfingen. Jetzt ist sie die erste Kulturpreis-Trägerin der Gemeinde Worb.

Fredy Gasser

Das Theaterfieber erfasste die Familie Marti in Limpach in den vierziger Jahren. Vor allem Tochter Margret wurde angesteckt und hat sich nie mehr davon erholen wollen. «Es hat mich immer wieder neu verzaubert», erinnert sich die heute 68jährige an ihre Mädchenzeit. Ihre Arme sind immer in Bewegung, während sie erzählt; ihre Augen blitzen hellwach, ungebrochen von den 60 Jahren Leben zwischen dem Mädchen Margret Marti und der Schauspielerin und Regisseurin Margret Otti.

In Worb lebt und arbeitet sie seit vierzig Jahren. Damals zog der junge Lehrer Hanspeter Otti mit seiner Frau dorthin; seither ist im ganzen Amt Konolfingen der Name Otti untrennbar mit der Theaterszene verbunden. Ihr Mann starb vor sechs Jahren; Margret Otti indes führte das bisher gemeinsame Werk allein weiter, als wäre es für sie ein Vermächtnis. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Gemeinderat von Worb nicht lange überlegte, wem er den 1. Worber Kulturpreis überreichen wolle: Margret Otti (siehe BZ von vorgestern).

Herzklopfen

«Sie hat nicht nur die Schauspieler angesteckt», sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi anlässlich der Preisverleihung, «sondern immer auch das Publikum». Ihrer Ausstrahlung könne man sich kaum entziehen. «Mir pocht das Herz auch heute noch, wenn ich vor dem geschlossenen Vorhang stehe», sagt die Geehrte selber. Daran habe sich seit ihrer Mädchenzeit «überhaupt nichts geändert».

Ungezählt sind die Aufführungen, welche Margret Otti begleitet hat, ob bei reinen Theater-Ensembles oder bei Theater-Gruppen von Vereinen in der ganzen Region. Ob in Münchenbuchsee oder Zollikofen, ob in Münsingen oder in Worb, überall hilft sie mit oder leitet die Proben und Aufführungen gleich selber. Seit sechs Jahren führt sie zudem die Freilichtspiele Schlosswil.

Mit der «Frau des Bäckers» feierte Margret Otti diesen Sommer ihren jüngsten Grosserfolg. Die Formulierung will sie so aber nicht gelten lassen, ebensowenig wie sie den Worber Kulturpreis als persönliche Anerkennung für sich allein behalten will. «Diese Anerkennung gehört allen, welche mit mir zusammen gearbeitet, mit mir zusammen vor oder hinter der Bühne gewirkt haben», betont sie, «das ist mir sehr wichtig».

Zum Leben erwecken

Selber gespielt habe sie sicher auch gern und tue das heute noch. «Vom Spannendsten allerdings ist die Regie», sagt sie. Ein Theaterstück erarbeiten bedeute: «das Geschriebene zum Leben erwecken». Entsprechend schwer falle es ihr, wenn der letzte Vorhang der letzten Aufführung falle. «Das ist wie von einem lieben Menschen Abschied nehmen». Doch der Schmerz gehöre dazu, genauso wie die Freude. «Ich bin ein Gefühlsmensch; also muss ich beides akzeptieren.» Sagt's und verabschiedet sich: Margret Otti hilft einmal monatlich im nahen Altersheim aus.

Von Bühne zu Bühne

Eine Frage ist völlig untergegangen und taucht erst jetzt auf: Wann sich Margret Otti von der Bühne zurückziehen will. Doch die Frage ist überflüssig, denn die Proben für ihre nächste Aufführung haben bereits begonnen: «We s'Glück züglet» heisst die berndeutsche Fassung des Nestroy-Stücks «Zu ebener Erde und im 1. Stock». Bei Margret Otti zügelt es höchstens von Bühne zu Bühne.

Der Bund, 2. Juni 1999

WORB

Zustimmende Töne für Konzertflügel im Bärensaal

Ein Konzertflügel für den neuen Bärensaal findet im Parlament zwar Anklang. Zuvor müssten aber Saalbewirtschafter, Finanzierung und Unterhalt feststehen.

reb. «Ein Flügel für den neuen Bärensaal ist eine gute Idee, die auch verwirklicht werden sollte», sagte Ernst Hauser, Gemeinderat in Worb, vorgestern vor dem Parlament. Trotzdem beantrage der Gemeinderat, die SP-Motion für die Anschaffung eines Konzertflügels in ein Postulat umzuwandeln. Beim Entscheid, ob und wann ein Flügel gekauft werden solle, müsse auch der zukünftige Saalbewirtschafter Stellung nehmen können, sagte Hauser. Dieser stehe jedoch noch nicht fest. Zudem seien die Finanzierung und der Unterhalt für ein Instrument nicht geregelt. «Bevor das nicht geklärt ist, dürfen wir keinen Entscheid fällen», betonte Hauser.

Der Vorschlag zur Überweisung als Postulat wurde unterstützt von SVP, FDP und Freien Wählern. Einzig die SP setzte sich für die Motion ein: Es gelte, ein Zeichen für die Kultur zu setzen, sagte Hans-Ulrich Joss (sp). Gegen Motion und Postulat votierte Rudolf Wagner (evp): Wenn ein Flügel gebraucht werde, könne er ja gemietet werden, sagte er.

Nachdem der Gemeinderat versichert hatte, bei der Wahl des Flügels würden Fachleute der Musikschule Worblental/Kiesental beigezogen, war Motionärin Christina Schilt damit einverstanden, den Vorstoss in ein Postulat umzuwandeln. Es wurde einstimmig überwiesen.

BZ, 22. Juni 2000

WORB

84000 Franken für einen Konzert-Flügel

Der Gemeinderat hat für den Konzertflügel im neuen «Bären»-Saal 84000 Franken bewilligt. Der Kredit sei rund 5000 Franken höher als ursprünglich vorgesehen, weil im Saal bauliche Anpassungen nötig geworden seien. Dies erklärte Peter Bernasconi vor den Medien.

ger

Der Bund, 8. November 2000

WORB

Kulturpreis geht an Dinichert und Rohr

pd. Den diesjährigen Worber Kulturpreis verleiht der Gemeinderat Florence Dinichert und Alain Rohr. Dinichert hat an den Olympischen Spielen in Sydney im Modernen Fünfkampf den zwölften Rang erreicht, Alain Rohr erkämpfte sich mit der 4x400-Meter Staffel den 18. Rang (vgl. Text rechts unten). Die Ehrung findet am 27. November statt, die Preissumme von 5000 Franken wird aufgeteilt. Mit dem Kulturpreis werden Leistungen in Kultur und Sport ausgezeichnet.

Der Bund, 8. November 2000

WORB

Der «Käfigturm» 
im Bärensaal

bas. Im kommenden Winter werden im Worber Bärensaal Produktionen des Berner Theaters am Käfigturm zu sehen sein. Initianten des «Worber Theaterfrühlings» sind gemäss «Worber Post» Bärensaal-Betreiber Max Egger und Adrian Morgenegg, stellvertretender Direktor des Theaters am Käfigturm. Dieses tritt im Worber Theaterprojekt unentgeltlich als Vermittlerin auf. Der Bärensaal-Betreiber vereinbart die Worber Engagements direkt mit den Theatergruppen, die im «Käfigturm» gastieren. Für nächsten Winter sind sechs Produktionen geplant. Wie Egger gegenüber der «Worber Post» ausführte, ist diese erste Saison ein Versuch: Falls die Bevölkerung Interesse zeige, werde die Zusammenarbeit fortgesetzt.

Der Bund,  8. November 2000

WORB

Wenn der «Louenesee» durch den «Bären»-Saal wogt, ist plötzlich auch Sydney nicht mehr weit

Francine Jordi sang mit «Schöre», und auch Nicole Zahnd tauchte auf: In der «Nacht der Worber Stars» gaben sich erfolgreiche Worberinnen und Worber aus der Sport- und Musikwelt ein Stelldichein — und auch «Mauerblümchen» wurden geehrt.

«Als ich zehn war, hat mich mein Vater vom Orientierungslauf überzeugt, und seither lässt mich dieser Sport nicht mehr los», sagt Martina Fritschy, die an der Juniorenweitmeisterschaft dieses Jahr mit der Staffel den fünften Rang erzielte. Für einmal sitzt Fritschys Publikum nicht am Waldrand: Im randvollen «Bären»-Saal feiert tout Worb am Montag seine Stars aus der Musik- und Sportwelt. Gar Silber an der Weltmeisterschaft in Glasgow holte sich die Curlerin Nadia Raspe. Doch das Edelmetall zahlte sich bisher finanziell nicht aus. Die Sportlerin arbeitet meist zu hundert Prozent. Ebenfalls berufstätig ist Alain Rohr: 45,77 Sekunden braucht der Leichtathlet, um 400 Meter zurückzulegen. Etwas enttäuscht ist er über den 18. Rang der 400-Meter-Staffel in Sydney. Der Elektroniker und Informatiker, der sich zum Berufsschullehrer weiterbilden lässt, will in Zukunft wieder häufiger als Einzelläufer starten.

Die Schwimmerin Nicole Zahnd, wohl die bekannteste Worber Sportlerin, blickt trotz leichtem Ärger ob der verpassten Olympiaqualifikation optimistisch in die Zukunft: «Die Olympischen Spiele in vier Jahren sind mein Ziel.» Sehr zufrieden ist hingegen Florence Dinichert aus Sydney zurückgekehrt: Sie belegte dort den zwölften Rang im Modernen Fünfkampf. «Ich habe das Ziel für dieses Jahr erreicht», freut sich die Sportwissenschafts-Studentin.

Als «Spitzenkünstlerin unter Spitzensportlern» begrüsst Gemeindepräsident Peter Bernasconi Schlagersängerin Francine Jordi. Allein in diesem Jahr ist sie in 40 Fernsehsendungen und 100 Konzerten aufgetreten. Begeistert ist das Publikum, als Jordi zusammen mit Countryrocker «Schöre» Georges Müller — auch er ein waschechter Worber — das Lied «Louenesee» zum Besten gibt. Eine Zugabe gibts aber nicht: «Schöre» verkündet, die Gemeinde habe diesen Anlass schliesslich einen Monat lang geplant, und von einer Zugabe «hets nie nüt gheisse».

Es sei nicht leicht gewesen, aus den 120 Worber Vereinen einen herauszusuchen und dessen Jugendarbeit zu würdigen, sagt Bernasconi gegen den Schluss. der Feier. «Die Frauenfussballmannschaft des SC Worb steht hier stellvertretend für alle andern Klubs, gerade auch darum, weil Damenfussball ein Mauerblümchendasein fristet.»

MARKUS SCHUDEL

Fotos von der «Nacht der Worber Stars» sind unter www.worb.ch (News) zu finden.

Der Bund, 29. November 2000

WORB

Das Ziel heisst Athen 2004

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen brachte der Fünfkämpferin Florence Dinichert und dem Mittelstreckenläufer Alain Rohr den Worber Kulturpreis.

mas. «Wir werden uns alle Mühe geben, erneut Grund für einen solchen Anlass zu sein», bedankten sich Florence Dinichert und Alarm Rohr für den gesamthaft mit 5000 Franken honorierten Worber Kulturpreis, den Gemeindepräsident Peter Bernasconi dieses Jahr erstmals einer Sportlerin und einem Sportler verlieh. Dinichert erreichte an den Olympischen Spielen in Sydney den zwölften Rang im Modernen Fünfkampf. Rohr hatte mit der 400-Meter-Staffel in Australien zwar weniger Glück, erlief aber an der letzten Hallen-Europameisterschaft den fünften Rang. Da Sport ein wichtiger Teil der Kultur sei, finde der Preis mit Dinichert und Rohr zwei würdige Träger, sagte René Burkhalter, Präsident des Schweizerischen Olympischen Verbandes, am Montagabend im Bärensaal an der Preisverleihung.

In ihrer Dankesrede betonte Dinichert, man dürfe das Ziel nie aus den Augen verlieren, wenn man mit einer Sportart beginne und an den Olympischen Spielen teilnehmen wolle. Spitzensport sei eine Gratwanderung, bei der Glück oder Pech sehr nahe beisammenliegen. «Der Moderne Fünfkampf fasziniert mich, weil er eine ganzheitliche und vielseitige Disziplin ist.» Dinichert strebt die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen 2004 an und möchte mindestens wieder ein Diplom nach Hause bringen.

«Das Echo der Bevölkerung auf unsere sportlichen Leistungen hat mir gezeigt, dass unsere Arbeit einen hohen Unterhaltungswert hat», kommentierte Rohr das Verhältnis von Sport und Kultur. Dieser Anklang werde ihn in den Wintermonaten beim Training draussen in der Kälte motivieren. «In den nächsten beiden Jahren werde ich mich auf die neue Disziplin über 400 Meter Hürden konzentrieren. Erreiche ich an den Europameisterschaften den Final, sind für mich die Olympischen Spiele in Athen auch wieder ein Thema», sagt der Spitzensportler.

Der Bund, 8. Dezember 2000

WORB

Verein organisiert Saal-Konzerte

pd. Der nigelnagelneue Steinway-Flügel im Worber Gemeindesaal soll benutzt werden — und zwar mit Konzerten auf «möglichst hohem künstlerischem Niveau»: Dies strebt der neu gegründete Verein Worber Saal-Konzerte an. Pro Kalenderjahr will dieser vier Konzerte organisieren. Das erste findet bereits am 12. Dezember statt: Josef Rédai wird ab 20 Uhr Werke von Johann Sebastian Bach spielen. Laut Pressemitteilung hat sich der Verein Worber Saal-Konzerte zum Ziel gesetzt, seine Aktivitäten mit Mitgliederbeitragen und dem Erlös aus den Konzerten selber zu finanzieren. Dazu brauche er Mitglieder, Gönner und Sponsoren. Auskunft erteilt Präsidentin Aline Faller, Telefon (031) 839 22 67.

Der Bund, 17. November 2001

WORB

Örgelen für die «Tanzgeiss» an der Lüderen

Der Kulturpreis 2001 in der Höhe von 5000 Franken geht an den Schwyzerörgelispieler «Sagi-Hans» und seine Frau, die Tanzlehrerin Elisabeth Wittwer. Die Begeisterung für die Volksmusik teilen sie seit ihrer Kindheit im Emmental, wo sie sich an der Lüderen-Chilbi näherkamen. Elisabeth Wittwer schreibt nun an ihren Erinnerungen.

CHRISTIAN VON BURG

«Bei uns zuhause hat man immer ,gmusiget'», sagt die 77-jährige Elisabeth Wittwer. Aufgewachsen ist sie in der Nähe der Lüderenalp in einer Bauernfamilie mit neun Geschwistern. «Mein Vater besass ein Langnauer Örgeli, mein Bruder trieb eine alte Klarinette auf und nun fehlte uns nur noch der Bass», erklärt sie den Aufbau ihrer Hausmusik. «Wir nahmen eine riesige Holzkiste, wie man sie früher für die ,Maggeronen' brauchte, und spannten Telefondrähte, die mein Bruder aus dem Militär mitgebracht hatte, über den Bauch. Manchmal ist aber auch der Nachbar mit seinem Grammophon vorbeigekommen, und wir tanzten zur kratzigen Musik aus dem grossen Trichter», erzählt Elisabeth Wittwer.

Hans Wittwer, besser bekannt als «Sagi-Hans», begann schon 1931, mit zehn Jahren, im Gohlgraben bei Langnau Schwyzerörgeli zu spielen: «Ich nahm das unbenutzte Örgeli meines Vaters und spielte meinen Onkeln einfach alles nach - ohne Noten», erzählt er. «Auch heute noch spielt er alles auswendig. Das ist schon eine Begabung», meint seine Frau.

«Tanzgeiss» und «Örgeler»

Kennen gelernt haben sich die beiden auf der Lüderen-Chilbi, wo Sagi-Hans fast 50 Jahre Musik machte. Auf die Frage, was seine Frau dort gemacht habe, meint Sagi-Hans: «Si isch gäng ä Tanzgeiss gsi.» «U du ds Gägeteil, hesch gäng nume göörgelet u wöue zueluege», gibt seine Frau zurück. Viermal im Jahr gingen die Jungen damals nach Langnau auf den Markt und danach zum Tanz. Elisabeth wusste es immer so einzurichten, dass sie den Tanzplatz zusammen mit Hans verlassen konnte - sie hatten einen gemeinsamen Heimweg.

Leben für die Volksmusik

Zum «Sagi-Hans» wurde Hans Wittwer, indem er 1946 bei Otto Lädrach in Worb eine Stelle als Säger annahm. Ein Jahr später kam Elisabeth Wittwer nach und sie heirateten. In Worb suchten sie Anschluss bei der Trachtengruppe, wo sie bald eine führende Rolle übernahmen. Hans Wittwer als Örgelispieler und seine Frau als Tanzleiterin. Ihre Tätigkeit dehnte sich aus: Sagi-Hans gründete die Schwyzerörgeli-Jungformation Worblental, gab jahrzehntelang Örgeliunterricht, nahm mit den Worber Volksmusikanten 14 Kassetten auf, half mehrere Trachtengruppen zu gründen. Elisabeth Wittwer war als Tanzlehrerin auch in der Trachtengruppe Appenberg und in der Kindertanzgruppe Worb tätig. Stolz sind die beiden auf ihre Fernsehauftritte bei Wysel Gyr und bei der Wahl Adolf Ogis zum Bundesrat.

Heute tritt das Ehepaar- Wittwer regelmässig in Altersheimen auf. Seit zehn Jahren spielen und tanzen sie auch mit den Bewohnern des Heilpädagogischen Instituts St. Martin in Oberthal. «Wir machen dort ganz einfache Sachen, aber die Leute leben auf mit der Musik, und einige sind sehr musikalisch. Ich denke mir dann jeweils: Das ist auch Kultur», sagt Elisabeth, Wittwer.

Jedem seine eigenen Tänze

«Ich habe am liebsten die einfachen Tänze, die für jedes Volk tanzbar sind», sagt sie. Und man dürfe die Tänze nicht auf die Musik oder die Choreographie reduzieren, denn zu jedem Tanz gehöre eine Geschichte, die man weitererzählen müsse. «Jede Region hat ihre Tänze und es gefällt mir nicht, wenn man die alle vermischt», meint Sagi-Hans.

Chronistin des Bauernalltags

Elisabeth Wittwer wird nicht nur als Tanzlehrerin, sondern auch als Geschichtenerzählerin geehrt. Schon 1984 hat sie auf Bitte ihrer Enkelkinder begonnen, die Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend im Napfgebiet darzustellen. Sie erzählt vorn harten Alltag einer zwölfköpfigen Familie, von den Flüchtlingskindern, die während des Kriegs miternährt wurden, von der Flachsproduktion und vom Schwingen in der Scheune, an dem sich auch die Mädchen beteiligten. Ihre Geschichten sind bereits in der «Worber Post» abgedruckt worden - mit grossem Echo. «Jetzt will ich das Ganze überarbeiten und ein Buch daraus machen», sagt Elisabeth Wittwer.

Feier in der Sägerei

«Wir hätten nie gedacht, dass wir den Worber Kulturpreis bekommen», meint Sagi-Hans, «und es freut uns besonders, dass wir jetzt, da wir noch leben, geehrt werden. Oft werden die Leute erst am Grab gerühmt», sagt Sagi-Hans, «dem Bubenberg haben sie sogar ein Denkmal hingestellt - aber was hat der noch davon?» Am Montagabend wird der Preis in der Sägerei, im alten Örgeliunterrichtslokal, übergeben.

BZ, 15. Januar 2002

ATELIER WORB

Kunstpreis vergeben

Diana Dodson heisst die Künstlerin, die den Preis des Atelier Worb gewinnt und damit ein Projekt umsetzen kann.

Ihr Projekt «Airport - Point of no Return» hat die Jury überzeugt: Diana Dodson gewinnt den «Kunst-Schub» 2001 des Atelier Worb. 5000 Franken erhält die Schweizerin, die in den USA aufgewachsen ist, um ihr Projekt zu verwirklichen. Bis jetzt bestehen erst die Pläne dazu. «In den nächsten Monaten wird die in Bern wohnende Künstlerin ihre Pläne umsetzen», sagt Erich Möschler, Präsident des Kulturvereins. Das Resultat soll eine Kombination von Gegenständen und Videoinstallationen sein. Mitte September wird es in der Galerie Atelier Worb ausgestellt.

Der «Kunst-Schub» wurde vom Kulturverein Atelier Worb erstmals letzten Sommer ausgeschrieben. Er soll jährlich vergeben werden und Kunstschaffenden die Realisierung von Projekten ermöglichen. Für den «Kunst-Schub 2001» sind acht Projekte eingereicht worden, die eine Jury, bestehend aus der Kunstkommission des Ateliers Worb, bewertet hat. Preisträgerin Diana Dodson hält sich zurzeit in Österreich auf, sie hat dort ein Stipendium erhalten. Ihre Werke waren schon im Kunsthaus Langenthal und in der Kunsthalle Bern zu sehen.

bw

Der Bund, 24. Januar 2002

WORB

Geld nur für grosse Namen

Keine Sponsoren, deutlich weniger Besucher: Das früher sehr erfolgreiche Country Festival Worb (CFW) findet nicht mehr statt, der Verein CFW hat sich aufgelöst.

RENATE BÜHLER

Die Mitteilung, die diese Woche die Medien erreichte, war kurz: «Nach zwölf erfolgreichen Jahren kann das Country Festival Worb mangels Sponsoren nicht mehr durchgeführt werden. Gemäss Beschluss des Organisationskomitees an der Hauptversammlung von Mitte Januar 2002 wurde der Verein CFW aufgelöst.» Während zwölf Jahren begeisterte das Country Festival Worb die Fans der Cowboy-Musik: Jeweils 7'000 bis 10'000 Personen besuchten den dreitägigen Anlass, den Promotor Jürg Moog in einer Dokumentation als «Mischung aus Konzertanlass von nationalem Format, Bikertreffen, Dorffest für alle und Chilbi» bezeichnete. Seinen Höhepunkt erlebte das Festival, als 1997 Megastar Johnny Cash das Zelt auf dem Parkplatz vor der Worber Eishalle zum Kochen brachte.

Aus nach Denkpause

Seit der Hauptversammlung des Vereins Country Festival Worb am letzten Freitag ist das Festival nun aber definitiv Geschichte. Bereits letztes Jahr hatte es wegen eines Sponsoringproblems nicht stattgefunden; der gemäss Moog geplanten Denkpause folgte nun das Aus. Moog erklärt die Vereinsauflösung mit den immer spärlicher fliessenden Sponsorengeldern: «Unterstützt wird nur noch, wer einen grossen Namen präsentieren kann», sagt er. Die Auftritte dieser Künstler seien aber teuer. Zwar gäbe es in Amerika unzählige «sensationelle» Musiker, die dem Worber Publikum bestens gefallen könnten, «doch leider sind sie in Europa noch unbekannt. Und für hier nicht so prominente Künstler Geld von Sponsoren zu erhalten, ist sehr schwierig.»

Viele Festivals kämpfen

Doch nicht nur die ausbleibenden Sponsorengelder sind für das Ende des Festivals verantwortlich: Die Country-Szene selber sei im Schrumpfen begriffen, sagt Moog, viele Festivals kämpften heute ums Überleben. Vor rund vierzehn Jahren sei dies anders gewesen: «Damals erlebte diese Musikrichtung bei uns einen enormen Aufschwung: Vorher wurden sämtliche Feste von Oberkrainern begleitet. Plötzlich waren die weg - und überall wurde Country gespielt.» Doch die Country-Mode ist vorbei: Schon die beiden letzten Festivals hätten nur noch knapp schwarze Zahlen geschrieben, sagt Moog, «darum haben wir beschlossen, aufzuhören, bevor unser Verein Schulden hat».

Das Ende des Festivals sei für die Genossenschaft Kunsteisbahn Worb, welche die Halle bewirtschaftet, kein grösseres Problem, sagt Betriebsleiter Willi Nöthiger auf Anfrage: «Unsere Standbeine sind schliesslich Eishockey und Inline-Skating.»

BZ, 18. November 2002

WORBER KULTURPREISGEWINNER SAM THÖNI

Jetzt fightet er mit Steinen

Das Boxen hat er aufgegeben, das Kämpfen nicht. Jetzt schlägt der Bildhauer Sam Thöni auf seine Steine ein. Heute Abend feiert er einen Sieg: Er bekommt den Worber Kulturpreis.

Peter Steiger

Die Gemeinde Worb ehrt Sam Thöni. «Einige meinen, der Preis sei überfällig», sagt Sam Thöni, lacht und zieht den Kopf ein. Boxerstellung, Gring verankern.

Clown wollte er einst werden, daraus wurde nichts. Boxer ist er geworden, Amateur. Und Bildhauer: «jetzt fighte ich mit den Steinen», sagt er. Heute Abend bekommt er in seinem Atelier den Worber Kulturpreis. 5000 Franken sind das. «S Schümli» sei das, so Thöni, die Spitze einer Welle, die ihn zurzeit trage. Er sei «gut drauf», habe interessante Aufträge, «gueti Büez».

Clown, Boxer, Bildhauer

Den Clownkurs hat er in der Mimenschule und -truppe von Ernst G. Böttcher in Bern gesucht. Als Boxer hat er unter anderem bei Charlie Bühler trainiert. Den Bildhauer hat er nach einigen Stationen gefunden: Der 54-jährige Böniger absolvierte an der Schnitzlerschule in Brienz eine Lehre als Holzbildhauer. Dann war er Schüler bei Bildhauer Alfred Wymann in Dornach und besuchte die Kunstgewerbeschule Basel.

Putzteufel-Inferno

Seit 1979 hat er an seinem Wohnort Bowil ein eigenes Atelier. In Worb, am Ahornweg, führt er seit 1985 einen auf Grabmalkunst spezialisierten Lehrbetrieb. Daneben gibt er Kurse an der Berner Schule für Gestaltung. Arbeiten von Thöni sind unter anderem beim Gemeinschaftsgrab in Bowil zu sehen oder beim Schulhaus Grünenmatt. Ausserdem wurde sein Schaffen an rund zwei Dutzend Ausstellungen dem Publikum vorgestellt.

In Bowil malt er vor allem, im Worber Atelier arbeitet er mit Stein. So stellen sich Putzteufel die Hölle vor: überall Staub vom Schleifen, Bohren, Polieren. Staubig sind auch die Fenster, durch die man den Friedhof sieht. «Manches Grabmal ist zum Sterben kitschig», schimpft Thöni. Damit meint er zum Beispiel das Handörgeli, das zusammen mit einem Chueli auf den Stein muss.

Freier Künstler

Ist Grabbildhauerei für ihn Broterwerb? «ja, aber ich mache das gerne», sagt er. Noch lieber arbeitet Sam Thöni allerdings als freier Künstler. Entweder lässt er sich dabei von Naturformen inspirieren, oder er entwirft Figürliches und Abstraktes von Grund auf neu.

«Erst skizziere ich», so Thöni, «dann forme ich ein Wachsmodell, das ich ausgiesse.» Anhand dieser Verkleinerung realisiert er das Original.

Beiz statt Künstlerklause

Sam Thöni verwendet Granit, Carrara- und Cristallina-Marmor. Daneben entstehen auch Guss-Skulpturen. Zur Illustration holt Thöni das kopulierende Paar, stellt es auf den Tisch, demonstriert, dass es sich trennen lässt, und erklärt, dass so etwas aus Bronze 2500 Franken koste.

«Weil nicht alle ein dickes Portemonnaie haben, arbeite ich auch mit günstigerem Material», erklärt er. Polyurethan mit Bronzepulver ist das. Sieht aus wie Bronze, fühlt sich an wie Bronze, kostet jedoch nur einen Drittel. Für 700 bis 800 Franken kann man sich das Pärchen ins Schlafzimmer oder sonstwohin stellen. Trotz Mehrfachguss gilt so was als Original. Vier Stück hat der Künstler hergestellt.

Sam Thöni wohnt nicht im Elfenbeinturm. Er weiss, was die Leute beschäftigt. Das Geld zum Beispiel. Er sei im Worber Kulturleben präsent, lobt die hiesige Kulturkommission den Preisträger. Er hocke halt auch mal gerne in den Beizen, präzisiert Sam Thöni.

Gut möglich, dass man dort weniger die in den Papieren erwähnte «tief aus dem Inneren geschöpfte Schaffenskraft» diskutiert. Dafür versteht man in der Beiz anderes umso besser. Künstler Sam Thöni: «Nach einem Tag chrampfen schmerzen mir die Hände.»

Der Bund, 6. Dezember 2002

Förderpreis an Alfred Dam

KUNST-SCHUB 2002

Die Jury des Kulturvereins Atelier Worb vergibt den mit 5000 Franken dotierten Kunstförderpreis «Kunst-Schub» 2002 an den bildenden Künstler Alfred Dam. 1959 in Villach geboren, lebt Dam seit 1972 in Bern. Seit 1985 ist er als freischaffender Künstler tätig. Der Beitrag soll ihm die Verwirklichung seines Projektes «Blau und eine Reise als Weg und Ziel» ermöglichen. (kul)

Der Bund, 10. Februar 2003

WORB

Weiteres Ja zum Kulturbatzen

Die Stimmberechtigten haben am Wochenende den neuen Subventionsverträgen mit den fünf wichtigsten Stadtberner Kultureinrichtungen zugestimmt. Mit 1320 Ja (59,5 Prozent) zu 900 Nein genehmigten die Worber die Unterstützung des Stadttheaters, des Symphonieorchesters, des Kunstmuseums, des Historischen Museums und neu auch des Paul KleeZentrums mit jährlich insgesamt 268'000 Franken. Das Resultat ist leicht schlechter ausgefallen als bei der letzten Abstimmung im Juni 1998: Damals votierten 63 Prozent der Worber Stimmenden für die Kulturverträge. Die Stimmbeteiligung betrug am Wochenende 29,2 Prozent.

Die Befürworter der Vorlage hatten argumentiert, dass auch das Umland von Bern von den städtischen Kulturinstitutionen profitiere - und ihnen deshalb auch finanziell beistehen müsse. Die Gegner hatten mit einem Hinweis auf die angespannte Worber Finanzlage davon abgeraten, die gebundenen Ausgaben noch weiter zu erhöhen. Das Gemeindeparlament hatte im Dezember 2002 den Verträgen schliesslich mit 27 zu 9 Stimmen zugestimmt.

Als nächste Gemeinde wird nun Münsingen über die Erneuerung der Kulturverträge entscheiden. Das Gemeindeparlament wird das heftig diskutierte Geschäft am 17. Februar beraten. Bis anhin haben 53 Gemeinde die Verträge genehmigt, 25 lehnten sie ab. Noch ist offen, ob das Geschäft die notwendigen Hürden nimmt.

(rr)

Berner Landbote, 6. März 2003

Jugend und Musik

Die Jugendmusik - ein Porträt des Jugendvereins, der Musizieren wie Gemeinschaftlichkeit fördert und in ausgewogenem Masse verbindet, am Beispiel der Jugendmusik Worb.

Lukas Zimmermann

«Die Jugendmusik Worb ist - wie der Name sagt - ein Jugendverein, bei dem die Pflege des gemeinsamen Musizierens im Vordergrund steht», erklärt Siegfried «Sigi» Aulbach, Dirigent der JMW «Der Leitsatz «Jugendmusik - die etwas andere Jugendarbeit» trifft für mich voll zu. In diesem Sinne ist der Verein eigentlich ein Gefäss, die Musik das Medium, um jugendliche Menschen ganzheitlich zu erfassen und zu fördern», fährt der Familienvater fort.

Vater ist er nicht nur seiner beiden Kinder - die JMW kann sich ebenso als sein Kind bezeichnen. Denn «Sigi» steht seit über zwanzig Jahren in Diensten der Jugendmusik Worb, die seit 1965 ein eigenständiger Verein ist. Mit 21 Jahren hat er deren musikalische Leitung übernommen... «Ich finde es wunderbar, wenn Kinder zwischen neun und vielleicht 13 Jahren den ersten Unterricht besuchen und diese dann als zwanzig- oder 22jährige Persönlichkeiten unseren Verein verlassen.» Er geniesse es, solche Menschen auf einem sehr wichtigen Abschnitt ihres Lebensweges begleiten zu dürfen, ergänzt der 42jährige.

Jugendliche musizieren

Ein Beispiel ist Benjamin Rindlisbacher. Der heute Zwanzigjährige ist eine treue Seele der JMW. Seit geraumer Zeit gehört er dem Jugendblasorchester an und seit beinahe ebenso geraumer Zeit engagiert er sich als Corpsvertreter im Vereinsvorstand.

Angefangen hatte alles mit Euphonium-Stunden bei «Herrn Aulbach» - heute natürlich «Sigi» genannt - an der Musikschule Worblental-Kiesental. «Ich profitierte und profitiere von der Jugendmusik enorm viel», erklärt Benjamin Rindlisbacher. «Das Musizieren gibt mir sehr viel. Durch die JMW wurde ich sehr gefördert. Und ich habe da viele Freunde gewonnen.»

Letzteres ist für den Euphonisten wie für das ganze Corps - dem Blasorchester der Jugendmusik - von grosser Bedeutung. Die Gemeinschaft in der Jugendmusik Worb sei immer etwas ganz besonderes gewesen, pflegt «Sigi» stets zu sagen.

Auch César Gonin und Angéline Bardill geniessen die freundschaftliche Atmosphäre im Jugendverein. Die beiden gehören noch zu den «jüngeren Semestern» des Corps. Doch bestehe da gar keine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Das Miteinander wird gross geschrieben. «Mal abgesehen vom gemeinsamen Musikmachen gefällt mir an der Jugendmusik vor allem die Gemeinschaft. Mehrere Male im Jahr haben wir spezielle Termine, seien es Musikfeste oder schlicht gesellige Anlässe.» Und das alljährliche Musiklager - der Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres - dürfe natürlich auch nicht vergessen werden, meint der 13jährige Tubist. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich die um ein Jahr jüngere Perkussionistin an die Musikwoche 2002 in La Cathenière in Frankreich als ihr «bisher schönstes Erlebnis in der Jugendmusik» zurückerinnert.

Benjamin Rindlisbacher ist es ein Anliegen, dass die Jüngeren nun ebenso gefördert werden und profitieren können. Dies motiviert ihn, sich im Vorstand einzusetzen.

Ausbildung

Der Instrumentalunterricht wird während der Anfängerausbildung in Zusammenarbeit mit einer regionalen Musikschule - in der Regel der Musikschule Worblental-Kiesental - durchgeführt. Der Kurs dauert vier Semester à zirka 18 Lektionen. Dank dieser Zusammenarbeit kann garantiert werden, dass die Schülerinnen und Schüler von einer kompetenten Lehrkraft mit entsprechender Fachausbildung unterrichtet werden. Es wird sehr empfohlen, den Unterricht aber nach der Grundausbildung weiterzuführen.

Nach anderthalb bis zwei Jahren können sie im «Ensemble» - der Anfängerformation der Jugendmusik Worb - erste Erfahrungen im Zusammenspiel sammeln. Je nach Fortschritt wird dann der Termin der Übertrittsprüfung ins Corps angesetzt.

Zur Zeit hat die Jugendmusik Worb 46 Aktivmitglieder. Sie spielt in der Kategorie «Oberstufe». Das Repertoire beinhaltet verschiedenste Werke aus dem breiten Spektrum von konzertanter Blasmusik bis zu arrangierter Unterhaltungsmusik. Nächste Höhepunkte des Jugendblasorchesters sind am 11. Mai um 17.00 das alljährlich stattfindende Muttertagskonzert im Bärensaal und am Wochenende vom 14. und 15. Juni das Schweizer Jugendmusikfest in Chur, an dem sich über hundert Formationen treffen werden.

Interessierte Jugendliche, die ein Blas- oder Perkussionsinstrument spielen, können sich bei der untenstehenden Kontaktperson unverbindlich über die Jugendmusik in ihrer Region informieren:

Jugendmusik Belp

Silvia Steiner, Dirigentin,
Allmendstrasse 51, 3014 Bern
Tel. 031 331 94 87
billy78@gmx.ch
www.musigbelp.ch/jm

Tambourengruppe Gerzensee

Daniel Burren, Tambourenleiter,
Stationsweg 1 c, 3661 Uetendorf
Tel. 033 345 37 16
info@tambourengerzensee.ch www.tambourengerzensee.ch

Jugendmusik Grosshöchstetten

Ruedi Tschirren, Präsident Musikgesellschaft,
Schönenwasen, 3506 Grosshöchstetten
Tel. 031 711 25 19

Jugendmusik Konolfingen

Christian Lüthi, Dirigent,
Schulhausstrasse 18, 3510 Freimettigen
Tel. 031 791 31 26 / 079 222 70 44
luethi@bay-bau.ch

Tambourengruppe Linden und Umgebung

Heinz Zurbrügg, Tambourenleiter,
Reckiwil 278, 3673 Linden
Tel. 031 771 11 92
hfzu@bluewin.ch

Jugendmusik Steffisburg

Rudolf Sarbach, Dirigent,
Oeyweg 9a, 3714 Frutigen
Tel. 033 671 11 08 / 079 311 19 27 ruedi.sarbach@bluewin.ch

Jugendmusik Worb

Siegfried Aulbach, Dirigent,
Schwalmerenweg 20, 3800 Interlaken
Tel. 033 823 10 52
aulbachs@jugendmusik.ch
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BZ, 31. Oktober 2003

WORB: NACHT DER SPORTSTARS

Sportliches Worb - dank Coop?

Olympiasilber im Curling oder ein Schweizermeister-Titel im Armdrücken. Worber Sportlerinnen und Sportler sind im In- und Ausland erfolgreich. An der Nacht der Worber Stars wurde erklärt, warum.

Barbara Spycher

Der Saal ist dunkel. Die Scheinwerfer sind auf die Bühne gerichtet. Jetzt tauchen sie aus dem künstlichen Nebel auf: die drei Männer des Eisstockclubs Worb, welche an der Schweizer Meisterschaft Bronze holten. In den Händen etwas, was wie ein umgekehrter Melkstuhl aussieht: ihr Eisstock. Aus den Lautsprechern ertönt der Schlager «Ich bin so doll, ich bin der Anton aus Tirol...», das Lieblingslied der Sportler. Unter den 400 Anwesenden im Worber «Bären»-Saal kommt Festzeltstimmung auf. Erst recht, als bei der kurzen Vorführung ein Eisstock so schwungvoll in den anderen kracht, dass einer von der Bühne fliegt. Die Musik wird lauter, Moderator und Musiker Resli Burri überreicht den drei Sportlern einen Blumenstrauss und eine Urkunde. Applaus aus dem Saal. Ein feierlicher Moment.

Die Nacht der Worber Sportstars. Zwölf herausragende Sportlerinnen und Sportler sowie fünf Teams werden geehrt. Der jüngste ist neunjährig, der älteste 65. Die einen treten in der Trainerjacke auf die Bühne, die anderen im schicken Anzug. Den einen ist es eher unwohl im Rampenlicht, andere sind es sichtlich gewohnt.

National oder sogar international erfolgreich sind sie alle: einige der Geehrten in unbeachteten Sportarten wie Armdrücken, Eisstockschiessen oder Vierkampf. Auch ein erfolgreicher Feldschütze, der Maximalpunktzahlen sammelt, wird geehrt. Warum, fragt Moderator Resli Burri, sind gerade die Worberinnen und Worber so sportlich? «Ist Worb ein Elendsviertel, dem nur sportlich Erfolgreiche entfliehen können? Oder ist es wegen der Kirchturmuhr?» Die wiege die Worberinnen und Worber frühmorgens, wenn sie aufs Bähnli eilen, in falscher Sicherheit: Sie geht nach. Wenn man dann die Uhr am Bahnhof erblicke, müsse man einen 100-Meter-Spurt hinlegen. Einig geht Burri mit Gemeindepräsident Peter Bernasconi, dass Worb eine gute Infrastruktur anbiete. Während Bernasconi eher die diversen Sportanlagen meint, denkt Burri an den Coop, in dem man sowohl Langstreckenlauf - auf der Suche nach dem Käse - als auch OL - mit dem Einkaufszettel als Karte - trainieren könne.

Resli Burri holt ein Messband aus Holz. Er will vier Meter fünfundzwanzig abmessen. Es gelingt ihm nicht. Das Publikum lacht. Vier Meter fünfundzwanzig: Das ist der Schweizer Rekord im Stabhochsprung. Die Höhe, die Nadine Rohr überspringt. Aus dem Kunstnebel tritt die 26-Jährige auf die Bühne. Aus den Lautsprechern ertönt ihr Lieblingslied, ein deutscher Schlager. Es gibt Blumen, Küsschen und Applaus aus dem Publikum. Dann tritt Nadine Rohr von der Bühne ab, hinunter in den dunklen Saal.

EHRUNGEN

15 Sportlerinnen und Sportler, 5 Teams

An der Nacht der Worber Sportstars wurden herausragende sportliche Leistungen gewürdigt. Folgende Worber Sportlerinnen, Sportler und Teams haben in den letzten drei Jahren an Olympiaden, Welt-, Europa- oder Schweizer Meisterschaften Medaillen gewonnen: Schwimmerin Nicole Zahnd, OL-Läuferin Martina Fritschy, Curlerin Nadia Röthlisberger, Leichtathlet Alain Rohr, Leichtathletin Nadine Rohr, Fünfkämpferin Florence Dinichert, die Juniorinnen des SC Worb sowie das Damenteam vom Curling Club Worb.

In den nichtolympischen Disziplinen gab es Blumen für den Feldschiessen-Maximumschützen Fritz Läderach, Deltasegler Franz Herrmann, Armdrückerin Yvonne Lehmann, Bowling-Meisterin Margrit Beeri, die BMX-Familie Kissling, das Männerteam vom Eisstockclub Worb sowie die Juniorinnen der Vierkämpferinnen.

Nicht vergessen wurden der Hornusser Rudolf Schüpbach sowie die Curling-Juniorentrainerin Hanni Zaugg für den langjährigen, unermüdlichen Einsatz in der Juniorenförderung und ihren Klubs.

spy

BZ, 19. November 2003

WORB

Kulturpreis für Max Egger

Der Worber Max Egger organisiert Kulturanlässe nicht nur, er finanziert sie auch. Dafür wurde er ausgezeichnet.

Brigitte Walser

«Man ertappt sich beim Gedanken: <Der Max wird schon mithelfen>», sagte Rene Haldemann in der Laudatio über seinen Freund Max Egger. Tatsächlich hat der Gewinner des Worber Kulturpreises 2003 schon unzählige Male «mitgeholfen». Eine Aufzählung von Eggers Einsätzen für die Worber Kultur bleibe zwangsläufig unvollständig, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi. So ist der Betriebsleiter und Braumeister der Brauerei Egger unter anderem verantwortlich für die Worber Bundesfeiern, Mitbegründer, Vorstandsmitglied und Sponsor des Vereins Worber Saalkonzerte, Mitorganisator des Worber Openair-Kinos, Präsident des Worber Country-Festivals und Veranstalter von Konzerten im Braui-Areal. «Und nicht nur als Organisator hat er sich ausgezeichnet, sondern immer wieder auch als Helfer in der Not», fügte Bernasconi an.

Kein Tag vergehe, ohne dass bei Max Egger eine Anfrage nach einem Sponsorenbeitrag eintreffe, erzählte Freund Haldemann. «Max Egger berücksichtigt auch Vereine oder Anlässe, von denen er weiss, dass er dadurch keine einzige Flasche Bier mehr verkaufen wird.» Und das, so Haldemann, sei Kultur in ihrer reinsten Form. «Ich werde so weiterfahren», versprach Max Egger, als er den Preis von 5000 Franken und den Blumenstrauss entgegennahm.

BZ, 26. November 2003

LES TROIS SUISSES

«Die Dumpfbacke am Harmonium»

Les trois Suisses versprühen ihren Charme in einem neuen Programm. Am Samstag feiern sie mit «Radioshow» in Worb Premiere. Für Resli Burri ein Heimspiel - seit 29 Jahren wohnt er im Dorf.

Sabine Lüthi

Seit zwei Jahren ist Resli Burri der Chauffeur von Les trois Suisses. Er fährt die «Buben», wie er Pascal Dussex und Thomas Baumeister nennt, nach Zürich ins Miller's Studio, nach Freiburg ins Théâtre de Poche oder nach Cerbère, Südfrankreich. Unterwegs stellt sich jeweils die Nervosität ein, vor allem beim «Chef», Pascal Dussex, der etwa halb so gross wie Resli Burri ist. Dussex löst unterwegs mit grossem Eifer Kreuzworträtsel. Resli Burri gehört eher zur Gattung «zweimal gut durchatmen und sich nichts anmerken lassen».

Worb - der passende Ort

Resli Burri, bis 2000 Tastenmann bei Patent Ochsner, Fernfahrer und Klavierstimmer, spielt nun schon seit elf Jahren die «Dumpfbacke am Harmonium». Das Instrument ist 110 Jahre alt. Nein, er spiele keine Rolle, sondern sich selbst: «Wir sind Musiker, keine Schauspieler.»

Im Café Gleis 1 in Worb greift Resli Burri nach der Tasse. Grazil spreizt er drei Finger ab, Daumen und Zeigefinger fassen den Henkel, er spitzt die Lippen und schaut zum neuen Bahnhof gegenüber. Der gefällt ihm, vor allem dann, wenn die Sonne die Streifen aus Stahl rot einfärbt.

Als er 14 war, zog die Familie Burri von Lausanne nach Worb. Geboren ist Resli in São Paulo, Brasilien. Mit sechs Jahren spielte er Ukulele, später Klarinette, heute hauptsächlich Tasteninstrumente, für Les trois Suisse die singende Säge. In seiner Wohnung - Resli Burri ist in Worb einmal in 29 Jahren umgezogen - macht er Tonaufnahmen, aktuell für ein Theaterstück, in dem seine Frau mitspielt. Wenn da nur die Kirche nebenan nicht wäre. «Alle 15 Minuten muss ich pausieren. » Bei Beerdigungen 20 Minuten lang.

In Worb stellt sich beim 43-Jährigen ein Gefühl des Zu-Hause-Seins ein. «Wir sind mit den <Buben> viel auf Tournee», da sei Worb genau der richtige Ort zum Wohnen, nicht zu gross, nicht zu klein. Er fühlt sich hier «aufgehoben».

Die zwei Konzerte im «Bären»-Saal am Wochenende sind für ihn mit speziellem Lampenfieber verbunden. Der Heimvorteil ist das eine, die damit verbundenen gesteigerten Erwartungen das andere. Die Premiere des Programms «Radioshow» am Samstag ist bereits ausverkauft. «Wir machen unser eigenes Radioprogramm mit unseren liebsten Coverversionen.» «Chef» Pascal Dussex - «Jedes Unternehmen braucht einen Chef» - führt als Moderator durch den Abend. «Ich liebe die neuen Lieder.» Mehr will Resli Burri nicht verraten.

Die Liebe des Publikums

Am Strand von Südfrankreich haben sie sich im Sommer mit der neuen Show zum ersten Mal einem Publikum ausgesetzt. Das machen sie immer so, seit elf Jahren. Der Gradmesser sind die Leute auf der Strasse. «Wir haben als Strassenmusiker angefangen und sind es bis heute geblieben.» Bleiben die Leute stehen, werfen etwas in den Hut, sei das ein gutes Zeichen. «Wir sind direkt auf die Liebe des Publikums angewiesen.» Das könne belastend sein, eine «Zitterpartie». Mit Armeleuteinstrumenten spielen sie Welthits: «Ich habe ja nur dieses Harmoniumli und kann nur hoffen, dass die Leute uns den Bluff abnehmen.»

Resli Burri besitzt neu den Carfahrausweis, der ihn von neuen künstlerischen Perspektiven träumen lässt. Vor zwei Jahren hat er sich ein Auto angeschafft, ein «Firmenauto». Ausgerechnet er, der vor zehn Jahren den autolosen Zustand besungen hat mit seinem Lied «Chouf doch es Outo!».

«Bären»-Saal Worb, Samstag, ausverkauft, Sonntag, 19.30 Uhr, Abendkasse, Ticketcorner.

BZ, 16. November 2004

KULTURPREIS 2004 IN WORB

Schülerfussball live im Radio

Sie machten aus dem Schülerturnier ein «Kulturevent»: Gerhard Lüthi als OK-Präsident und Thomas Baur mit Radio Wobo samt Schülerband treffen. Gestern Abend haben die beiden den Kulturpreis Worb erhalten.

«Das Schülerturnier ist für unsere Verhältnisse ein Megaevent», sagte Worbs Gemeindepräsident Peter Bernasconi gestern Abend. Im Schulzentrum Worbboden wurde der Worber Kulturpreis 2004 verliehen. Beim Turnier spielen rund 900 Jugendliche in fast 100 Mannschaften Fussball. Kämpfen um Sieg und Ehre. «Ohne Thomas Baur und Gerhard Lüthi könnte das Schülerturnier in der heutigen Form nicht durchgeführt werden», so Bernasconi in seiner Laudatio im Schulzentrum Worbboden. Die beiden nähmen entscheidende Funktionen wahr. «Beide Herren bereichern unser Kulturleben auf eindrückliche Art», so Bernasconi. Als Dank für ihr Engagement verleihe der Gemeinderat Thomas Baur und Gerhard Lüthi deshalb den mit 5000 Franken dotierten Kulturpreis.

Regelrechtes Dorffest

Gerhard Lüthi will seine Preissumme nicht für sich behalten: «Das Geld wird ins nächste Schülerturnier investiert», so der 42-jährige OK-Präsident. Lüthi ist seit dem ersten Schülerturnier vor elf Jahren im OK mit dabei. Die letzten sieben Jahre als Präsident. «Die Freude über den Kulturpreis ist riesig», sagte der Servicetechniker. Eine Ehre fürs gesamte OK. Lüthi bedankte sich beim lokalen Gewerbe für die Unterstützung. «Das Schülerturnier ist heute ein regelrechtes Dorffest», erklärte er. Rund 2000 bis 5000 Personen seien jeweils mit dabei. «Einfach eine gute Sache», so Lüthi.

Fördert junge Bands

«Fussball ist nur ein Teil dieses Events», erklärte Bernasconi. Während des Schülerturniers findet auch das kantonale Jugendbandtreffen statt. Die Musik vom Treffen wird live auf Radio Wobo (Worbboden) übertragen, Und zwischendurch werden die Fussballresultate durchgegeben. «Radio Wobo macht das Schülerturnier zu einem Kulturevent für unsere Jugend», schwärmte Bernasconi in seiner Rede. Thomas Baur macht dies möglich, indem er das Radio betreut und den Jugendlichen auf einfache Art zeigt, wie ein Radioprogramm entsteht. Der langjährige Worber Musiklehrer ist aber nicht nur Betreuer von Radio Wobo. Er zeichnet ausserdem verantwortlich für das kantonale Schülerbandtreffen. «Seine Aktivitäten gehen über das rein Schulische hinaus», so Bernasconi. So habe er zahlreiche Konzerte mit Schülern organisiert. Rund 130 Konzerte in Worb und 70 Konzerte auswärts. Baur fördere ausserdem mit seinem Musikraum junge Bands.

«Dass ich nun den Kulturpreis erhalte, freut mich natürlich sehr», sagte Thomas Baur. Die Preissumme werde zum grössten Teil in den Musikraum fliessen. «Um neue Anschaffungen zu machen», so der 48-Jährige.

RAHEL MEILE

Landbote, 2. Dezember 2004

Kulturpreis für Sport und Musik

Seit Jahren engagieren sich Gerhard Lüthi und Thomas Baur für die Worber Jugend. Nun sind die beiden mit dem Worber Kulturpreis ausgezeichnet worden.

Anja Niederhauser

Dank den beiden Preisträgern sei das alljährliche Schülerfussballturnier in den letzten Jahren zum «Mega-Event» geworden, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi an der Kulturpreisverleihung in der vollen Aula des Schulzentrums Worbboden. Gerhard «Gere» Lüthi zeichnete sich dieses Jahr bereits zum zehnten Mal als OK-Präsident der Worber Grossveranstaltung verantwortlich. Mit riesigem Einsatz schaffe es Gerhard Lüthi Jahr für Jahr, Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Trainer und Gewerbeleute zu einer Teilnahme zu motivieren. Geselligkeit für Schüler und Zuschauer stehe dabei im Vordergrund. Gemeinderat Ernst Hauser sprach die Hoffnung aus, dass Gerhard Lüthi dem Turnier noch lange erhalten bleiben möge.

Thomas Baur ist seit über 20 Jahren als Musiklehrer tätig. Er hat zahlreiche Bands gegründet, darunter die Big Band Worblental, und über 130 Konzerte in der Gemeinde sowie rund 70 Konzerte auswärts organisiert. Zudem ist er verantwortlich für das Bernische Schülerbandtreffen und das Schülerradio WOBO - zwei Plattformen, die am alljährlichen Schülerfussballturnier jeweils Hunderte von Zuhörern und -schauern anziehen und für eine einmalige Stimmung sorgen. «Wir sind stolz auf unseren Worbboden-Hofmusiker», sagten die beiden Ko-Schulleiter Theo Rufibach und Urs Gerber des Schulzentrums Worbboden in ihrer Würdigung an Thomas Baur.

Doppelte Freude

«Ich habe mich gleich doppelt gefreut, den Kulturpreis zusammen mit Gere überreicht zu bekommen, denn wir arbeiten schon lange zusammen», meint Thomas Baur. Für ihn bedeutet der Preis eine Anerkennung und Kenntnisnahme der geleisteten «Team-Arbeit» - «obwohl es viele Leute gibt, die eine ähnliche Arbeit leisten». Auch Gerhard Lüthi betont die «sensationelle Zusammenarbeit» mit Thomas Baur und dem ganzen OK-Team: «Sport und Musik passen gut zusammen». Das Preisgeld von 5000 Franken wollen die beiden Geehrten in das Turnier und in weitere Anschaffungen für den Musikraum investieren. Ob man nun für das nächste Schülerfussballturnier noch eine Steigerung erwarten dürfe? «Wichtiger ist es, das Niveau zu halten», meint Gerhard Lüthi. Was für ihn zähle, sei der soziale Gedanke, die Freizeit sinnvoll miteinander verbringen zu können.

BZ, 28. Januar 2005

GEMEINDERAT ENTSCHEIDET

Die Worber haben heuer nichts zu feiern

Ein Fest, um das Wir-Gefühl der Worber zu stärken, hätte es werden sollen. Doch nun winkt der Gemeinderat ab.

In diesem Jahr gibt es kein Worb-Fest. Dies hat der Gemeinderat gestern mitgeteilt. Nach seinen Einschätzungen «fehlen die grundlegenden Voraussetzungen für einen erfolgreichen Anlass». Einen solchen hatten sich die 120 Worberinnen und Worber gewünscht, die vor gut einem Jahr an einem Workshop zum Thema Ortsmarketing teilgenommen hatten. Worb brauche ein eigenes Festival, welches das Wir-Gefühl der Einwohnerinnen und Einwohner stärke, waren sich damals alle einig. Eine Gruppe arbeitete daraufhin Vorschläge aus und gab sie dem Gemeinderat weiter.

Doch kein Markenzeichen

«Das Fest soll ein Markenzeichen für Worb werden», sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi noch vor den Wahlen in einem Interview. Alle Ortsteile hätten daran teilnehmen sollen. Ein eigenes Komitee wollte die neue Fachkommission Ortsmarketing unter der Leitung von Bernasconi ins Leben rufen.

Daraus ist offenbar nichts geworden: Die Gemeinde habe verschiedene Schritte unternommen, um die Ideen zu konkretisieren, teilt der Gemeinderat mit. Bis heute sei es aber «weder gelungen, ein überzeugendes Thema für den Anlass zu finden, noch eine Trägerschaft zu bilden». Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, sämtliche Vorbereitungsarbeiten für ein Worb-Fest 2005 einzustellen.

«Zentrale Anlaufstelle»

Stattdessen will der Gemeinderat Vereine und Trägerschaften unterstützen, die einen kulturellen oder sportlichen Anlass für eine breite Öffentlichkeit organisieren. Er teilt mit, dass sich die Organisatoren neu an eine «zentrale Anlaufstelle bei der Gemeindeverwaltung» wenden können. Es sei dies die Präsidialabteilung. «Der Gemeinderat ist überzeugt, mit dieser Massnahme die Organisatoren von Anlässen wirkungsvoll zu unterstützen und zu entlasten», steht in der Mitteilung. BW


Der Bund, 28. Januar 2005

WORB

Worb-Fest abgesagt

Das für kommenden September geplante Worb-Fest findet nicht statt. Dies hat der Gemeinderat beschlossen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Die Idee für das Fest war im Rahmen des Projekts Ortsmarketing entstanden und sollte das Wir-Gefühl der Worberinnen und Worber stärken. Wie sich herausgestellt hat, hielt sich die Begeisterung für einen solchen Anlass aber in Grenzen. Er habe gegen 50 Personen angefragt, ob sie nicht im Organisationskomitee mitmachen wollten, sagt Gemeindepräsident Peter Bernasconi. Er habe meist abschlägige Antworten erhalten. «Das Feuer war nicht da», sagt Bernasconi. Das möge daran liegen, dass es keinen konkreten Anlass für dieses Fest gegeben habe. Ursprünglich war vorgesehen, die Feier mit der Einweihung des neuen Worber Bahnhofplatzes zusammenzulegen. Es sei aber nicht sicher, ob dieser wirklich bis im September fertiggestellt werde, sagt Bernasconi.

Mehr Erfolg verspricht sich der Gemeinderat von der Unterstützung privater Personen und Vereine, die einen kulturellen oder sportlichen Anlass für eine breite Öffentlichkeit organisieren. Sie können sich neu an eine zentrale Anlaufstelle auf der Gemeindeverwaltung wenden. Dort erhalten sie Beratung, und die erforderlichen Abklärungen innerhalb der Verwaltung werden den privaten Organisatoren abgenommen. (car)