WORBAuch der Gemeinderat stellt sich hinter die Idee eines Jugendrates - eines Jugendrates mit Kompetenzen Das Ja zur Gemeindeversammlung wäre gleichzeitig ein Nein zum JugendparlamentErhält Worb ein Jugendparlament? Das Gemeindeparlament wird die Frage am 13. März beantworten - und mit grösster Wahrscheinlichkeit bejahen. Entscheidet sich der Souverän aber am 12. März für die Wiedereinführung der Gemeindeversammlung, schickt er damit - wenigstens vorläufig - auch das Jugendparlament bachab.mul. In Worb sollen die «Jungen» nicht länger kommentarlos ausbaden, was die «Alten» auf der politischen Bühne anrichten: Sie sollen künftig die Möglichkeit erhalten, wesentlich stärker bei der Zukunftsgestaltung der Gemeinde mitzuwirken. Das Mittel dazu nennt sich Jugendrat, ein Jugendparlament, das Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 18 Jahren die Gelegenheit geben soll, zu den ihnen wichtigen Themen Stellung zu beziehen (siehe Kasten). Was der Gemeindeparlamentarier Paolo Bernasconi (jcvp) im Dezember 1993 anregte, ist jetzt nämlich spruchreif: Nach dem positiven Echo der befragten Jugendlichen und angesichts der wohlwollenden Einstellung der erwachsenen Worber Politikerinnen und Politiker schlägt der Gemeinderat jetzt vor, das Anliegen zu konkretisieren: Am 12. März, so beantragt er, soll das Gemeindeparlament - der GGR - die Schaffung des Jugendrates absegnen. In seiner Botschaft an das Parlament macht der Gemeinderat klar, dass er den Jugendrat mit Kompetenzen ausrüsten will: Die jugendlichen Politikerinnen und Politiker sollen das Recht erhalten, parlamentarische Vorstösse einzureichen und zu begründen. Diese Vorstösse werden dann von den erwachsenen «Ratskollegen» im GGR behandelt. Darüber hinaus soll dem Jugendrat das Recht eingeräumt werden, zu aktuellen GGR-Geschäften einen Mitbericht zu verfassen und seine Sicht darzulegen. Auch auf dem Weg zur eigenen Meinung dürfen die Jugendlichen Unterstützung erwarten: Die Gemeinde will ihnen für Sitzungen unentgeltlich Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Insgesamt soll sich Worb seine jugendlichen Politiker 20'000 Franken (beispielsweise für Drucksachen, Telefonkosten, bescheidene Sitzungsgelder oder Weiterbildungsanlässe) kosten lassen. Obwohl das Gemeindeparlament erst am 13. März über den Jugendrat befinden wird, fällt bereits am 12. März ein wichtiger Vorentscheid. Sagen nämlich die stimmberechtigten Worberinnen und Worber ja zur Wiedereinführung der Gemeindeversammlung, dann sagen sie damit indirekt nein zum Jugendrat. Laut Gemeinderat würde in diesem Fall das Geschäft Jugendparlament nämlich kurzerhand von der Traktandenliste des GGR abgesetzt. Seine Begründung: Weil eine Zusammenarbeit zwischen Gemeindeparlament und Jugendrat vorgesehen ist, könnte das Vorhaben in der geplanten Form nicht umgesetzt werden und müsste grundlegend neu angepackt (oder schubladisiert) werden.
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«Es bringt derzeit in der Politik Vorteile jung und eine Frau zu sein»JUNGPOLITIKERIN / Esther Friedli, Mitbegründerin und erste Co-Präsidentin des Worber Jugendrats, sitzt heute als Vertreterin der Jungen CVP im Gemeindeparlament und bewegt sich auch auf nationalem Polit-Parkett. Dort verspürt sie gegenwärtig Rückenwind: Als Jungpolitikerin ist sie beispielsweise willkommener Gast in Fernsehsendungen. Auch in der Regenbogenpresse taucht die 21jährige Politologie-Studentin des öftern auf, seit sie mit dem Toggenburger SVP-Jung-Nationalrat Toni Brunner liiert ist.BARBARA STEINER
Keine EinzelkämpferinDebattieren, argumentieren, gemeinsam Projekte austüfteln und nach Lösungen ringen - für Esther Friedli ist das Politisieren in erster Linie eine Gruppenarbeit. Als 15jährige trat sie der Jungen CVP, der einzigen Worber Jungpartei, bei. Sie setzte sich für die Gründung des Worber Jugendrats ein und war dessen erste Co-Präsidentin. Dessen Nachwuchssorgen (siehe Text oben) gingen ihr sehr nahe, und sie versuche, bei der Anwerbung neuer Mitglieder behilflich zu sein. Seit 1997 gehört Friedli als einzige Vertreterin der Jungen CVP dem Gemeindeparlament an. Ihre Vorliebe für Teamarbeit hält sie nicht davon ab, Aussenseiter-Positionen einzunehmen: Nebst dem CVP-Mann war sie im Herbst die einzige, die das Budget ablehnte, weil der Steuerfuss nicht gesenkt worden war: «Ich stehe lieber im Abseits, als dass ich gegen meine Überzeugung mit dem Strom schwimme.» Mitparlamentarierinnen und -parlamentarier schätzen Friedli als «engagierte, gewissenhafte und liebenswerte» Kollegin, die aber noch «beeinflussbar und auf der Suche nach der politischen Position» sei. «Es stimmt, dass ich einen Prozess durchlaufen habe, seit ich als 15jährige in die Politik einstieg. Ich bin realistischer geworden. Aber nicht, weil mich aridere beeinflusst haben, sondern weil sich in der Zwischenzeit mein Weltbild gewandelt hat. Früher sah ich die Welt zu rosig.» Studium bekommt PrioritätVeränderungen stehen auch in Esther Friedlis Leben an. «Ich werde nicht für den Nationalrat kandidieren, sondern mich nun in erster Linie meinem Studium widmen.» Dazu gehöre auch ein Aufenthalt im Ausland. «Ich finde es wichtig, einmal etwas anderes kennenzulernen.» Was nachher komme, wisse sie noch nicht: «Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich in eine andere Rolle schlüpfe und künftig als Journalistin am politischen Geschehen teilhabe. » |
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Der Bund, Mittwoch, 28. Juni 2000 WORBZu Lob kommt Wermutstropfenbas. Der Worber Jugendrat weise bemerkenswerte Aktivitäten aus und gelte andernorts als Beispiel, rühmte Andreas Born namens der Geschäftsprüfungskommission im Gemeindeparlament den Rat; dieses hatte Kenntnis zu nehmen von dessen Rechnung und Rechenschaftsbericht 1998/99. Verschiedene Redner erwähnten lobend den Preis der Berner Burgergemeinde, den der Rat zugesprochen erhielt (der «Bund» berichtete). In die Freude mische sich allerdings ein Wermutstropfen, so Roland Möschler (fdp): In der Rechnung sind Auszahlungen von rund 2000 Franken verbucht, die gar nicht erfolgt waren. Um solche Pannen zu vermeiden, soll künftig die Finanzabteilung der Gemeindeverwaltung die Rechnungsführer coachen. BZ, Mittwoch, 28. Juni 2000 WORBJugendrat legt Rechenschaft abDas Worber Parlament nahm den Rechenschaftsbericht des Jugendrates zur Kenntnis. Nebst Lob bekam die Jugend eine Lektion in Buchhaltung. Künftig wird ihr die Finanzverwaltung stärker auf die Finger schauen. ger |
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BZ, Mittwoch, 15. November 2000 WORBJugendrat bleibt unter sichDer Gemeinderat von Worb will den Handlungsspielraum des Jugendrates nicht einschränken. Dies erklärte Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) auf eine Anfrage von Rudolf Killias (FDP). Der Jugendrat hat an zwei Anlässen in den letzten zwei Jahren ein Defizit von insgesamt 18000 Franken erwirtschaftet. Der Gemeinderat habe in Kauf genommen, dass der Jugendrat nicht immer mit finanziellem Gewinn wirtschafte, führte Bernasconi weiter aus. Der Jugendrat erfülle seine Aufgabe gut, und es gebe keinen Grund, weshalb man Einsitz in seine Sitzungen haben sollte. Dies hatte Killias vorgeschlagen. bw |
WORBFDP will Beitrag an Jugendrat kürzenDas Budget des Jugendrats müsse gekürzt werden, fordert die FDP. Dabei sollte das Parlament bloss Rechnung und Jahresbericht des Jugendrats zur Kenntnis nehmen.reb. «Es hat den Jugendlichen noch nie genützt, wenn sie verwöhnt werden», sagte Franziska Fritschy (fdp) am Montagabend im Worber Parlament. Die knapp 20 000 Franken, welche die Gemeinde heute dem Jugendrat zur Verfügung stelle, seien ein zu grosser Beitrag. Dieses Budget habe der Jugendrat in den fünf Jahren seit es ihn gebe noch nie ausgeschöpft, so Fritschy. Mit einem Postulat verlangt die FDP, dass der Beitrag an den Jugendrat «auf das Notwendige» reduziert wird. So lernten die Jugendlichen, mit Mitteln haushälterisch umzugehen. Stehe den Jugendlichen ein vernünftiger Betrag zur Verfügung, so hätten sie auch Anreize, so Fritschy. Vor allem in den ersten Jahren sei es dem Jugendrat gelungen, teure Projekte durch Einnahmen und Sponsorenbeiträge zu verbilligen, schreibt die FDP im Postulat. Aber immer wieder und immer mehr habe sich der Jugendrat auch «Luxus» geleistet. Beispielsweise habe er einen Anmeldetalon für 5000 Franken gestalten und drucken lassen. «Das kam bei der Bevölkerung nicht gut an», so Fritschy. Schliesslich sei Worb finanziell nicht auf Rosen gebettet. Zudem verleite die vom Gemeinderat getroffene neue Regelung der Beitragsausrichtung die Jugendlichen zu noch mehr Ausgaben. Bruno Wermuth (svp) kritisierte, dass der Jugendrat Rechnung und Rechenschaftsbericht - das Parlament nimmt davon Kenntnis - wiederum zu spät abgeliefert habe. Da das Geschäftsjahr vom 1. August bis 31. Juli dauere, müssten die Unterlagen bis Ende Jahr vorliegen. Wermuth verlangte, dass der Zusammenhang zwischen Rechnung und Rechenschaftsbericht transparenter werden müsse. «Zuckerbrot und Peitsche»«Was hier inszeniert wird, ist mehr als eine Bestrafungsmethode, es ist Zuckerbrot und Peitsche», entgegnete René Bauer (sp). Der Jugendrat sei ein «Experimentierfeld», wo sich die Jugendlichen tummeln könnten. Dieses dürfe nicht aufgrund von «kleinlichen finanzpolitischen Überlegungen» begraben werden. Er wurde unterstützt von Olivier Dinichert (fdp): Es sei nicht richtig, gleich das Budget zu kürzen. Als ehemaliges Jugendratmitglied wisse er, dass die Leute oft wechselten. Deshalb müsse der Jugendrat zuerst wieder zu sich finden. Dazu brauche es eine Standortbestimmung. Erst dann könne diskutiert werden, wieviel Geld der Jugendrat brauche. Die Verwaltung konzentriere sich darauf, die Jugendlichen anzuleiten und die gröbsten Fehler zu korrigieren, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp). Motivierend soll für die Jugendlichen die Neuregelung der Beitragsausrichtung wirken: Die bisherige Praxis berücksichtige nicht, woher die Einnahmen des Jugendrates konkret stammten, so Bernasconi. So reduzierte sich nämlich der Gemeindebeitrag jeweils um den ganzen Ertragsüberschuss. Künftig soll mit jenen Mitteln, die der Jugendrat selber erwirtschaftet, entweder der über den Gemeindebeitrag hinaus gehende Aufwand gedeckt werden oder sie flössen vollständig in das Eigenkapital der Jugendlichen. |
WORBWie teuer darf der Jugendrat sein?Das Budget des Jugendrates muss reduziert werden, fordert die FDP. Das wäre mehr als eine Strafaktion, kontert die SP Die FDP löst damit eine Diskussion um Sinn und Zweck eines Jugendparlamentes aus.Brigitte Walser «Wir nützen den Jugendlichen nicht, wenn wir sie verwöhnen», zitierte Franziska Fritschy (FDP) an der letzten Parlamentssitzung eine altbekannte Erziehungsmaxime. Sie begründete damit die Einreichung eines Postulates der FDP: Das Budget des Jugendrates müsse «auf das Notwendige reduziert» werden. Die Gemeinde zahle den Jugendlichen einen viel zu grossen Beitrag (siehe Kasten). «Die Gemeinde hat kein Geld für Luxus», so Fritschy weiter, und das müssten auch die Jugendlichen zu spüren bekommen. Ohne eine konkrete Zahl zu nennen, forderte Franziska Fritschy einen fixen Betrag, der die «nötigen Ausgaben des Jugendrates gerade decken» würde. Zuckerbrot und PeitscheBereits an der Sitzung löste das Postulat eine angeregte Diskussion aus. Nicht nur eine Strafaktion sei das, sondern geradezu «Zuckerbrot und Peitsche», reagierte René Bauer von der SP prompt. Auch Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) plädierte für mehr Toleranz gegenüber den Jugendlichen und ihrem Umgang mit dem Budget. Mit dem Postulat werde der Jugendrat, der gegenwärtig nicht die geforderte Mitgliederzahl aufweisen kann, nicht motiviert, sondern eher verkleinert. Bernasconi räumte allerdings ein, dass die Transparenz punkto Rechnung und Rechenschaftsbericht grösser sein könnte. «Der Jugendrat ist heute nicht mehr politisch, sondern kulturell ausgerichtet», erklärte Olivier Dinichert (FDP). Das Budget zu kürzen, sei aber der falsche Weg, diese Haltungsweise zu korrigieren. Zuerst müssten Gespräche geführt werden, der Rat brauche ein besseres Coaching. Die SVP äusserte sich vorsichtig: «Wir sprechen noch nicht von Kürzung des Budgets», so Ingeborg Stahel. Nicht akzeptabelEine Woche später ist nun für den Jugendrat klar: «Eine Reduktion des Beitrags würden wir nicht einfach so akzeptieren», erklärt dessen Präsident Mario Caretti. Ausserdem müsse «Reduktion auf das Nötige» erst einmal genauer definiert werden, kommentiert er den Wortlaut des Postulates. Eine weitere Unterstützung durch die «Erwachsenen», wie sie an der Parlamentssitzung gefordert wurde, betrachtet Caretti als gefährlich: «Wir wollen unsere Erfahrungen selber machen.» Dem Vorwurf, er agiere zu wenig politisch, begegnete der Jugendrat an der Parlamentssitzung gleich selber. Er reichte nämlich eine Interpellation ein für ein Stimmrechtalter 16 auf Gemeindeebene. Dass das «Subzonic»-Konzert im letzten Jahr nichts mit Parteienpolitik zu tun gehabt habe, gibt Mario Caretti unumwunden zu. Aber es habe das Image des Rates bei den Jugendlichen verbessert. «Unsere Aufgabe ist nicht nur die Politik, sondern wir wollen eine gute Mischung zwischen Politik, Kultur und Sport erreichen.» Zu viel Politik schrecke nämlich von einer Mitgliedschaft im Jugendrat ab, weiss dessen Präsident Mario Caretti. Ursprüngliches ZielFür Jonathan Gimmel, er ist Mitbegründer des Worber Jugendrates und sitzt für die Freien Wähler im Grossen Gemeinderat von Worb, ist klar: «Das Ziel und der Auftrag des Jugendrates ist es, ein Sprachrohr der Jugend zu sein.» Man müsse über Inhalte reden und nicht über Geld, so Gimmel. Das «erwachsene» Parlament müsse sich vielmehr überlegen, wie es die Jungen an die Politik heranführen könne. Die Projekte des Jugendrates dürften nicht in reinem Konsum enden, aber die Jugendlichen hätten andere als rein politische Mittel, um Anliegen vorzubringen oder sich mit Themen auseinander zu setzen. «Wenn wir bei der Gründung des Rates eine starke politische Ausrichtung im Kopf hatten, so ging diese Ideologie auch etwas an der Realität vorbei», so Jonathan Gimmel weiter.
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WORBParlamentarischer Gegenwind für JugendratDer Gemeinderat überprüft das Budget des Jugendrats auf eine Reduktion des Gemeindebeitrags. Dieser beträgt jährlich 19'500 Franken. Das Parlament hat ein entsprechendes FDP-Postulat überwiesen. Zu reden gab das heute vorab kulturelle Engagement des Jugendrats. Er müsse wieder politischer werden, war in der Debatte zu hören.REBEKKA REICHLIN «Jugendpartizipation ohne Geld ist Beschäftigungstherapie» stand auf dem Transparent, das Mitglieder des Worber Jugendrates am Montagabend in die Parlamentsdebatte mitbrachten. Fast verschämt platzierten sie es vor der Tribüne, verdeckt von den SVP-Politikerinnen und Politikern - die das FDP-Postulat zur Reduktion des Gemeindebeitrags an den Jugendrat unterstützten. Der Jugendrat erhält für seine Arbeit jährlich 19'500 Franken. Diesen Kredit hat er jedoch nie vollständig ausgeschöpft. Er attestiere dem Jugendrat Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit dem Geld, vor allem in den ersten Jahren seines Bestehens, sagte FDP-Sprecher Andreas Born. Weil aber immer genug Geld vorhanden gewesen sei, habe sich der Jugendrat «Luxus» geleistet. Ziel des Postulats sei, den Jugendlichen Leitplanken zu setzen, damit sie nicht dem unbeschränkten Konsum verfielen, sagte Born. Das Postulat sei der Auftrag an den Gemeinderat, das Budget des Jugendrats zu überprüfen, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp). Dem stehe nichts entgegen, der Gemeinderat sei bereit, das Postulat entgegenzunehmen. «Der Gemeinderat ist aber der Meinung, dass der Jugendrat seine Arbeit wieder politischer ausrichten muss.» Der Weg dazu führe jedoch nicht über eine Beitragskürzung, sondern über das Gespräch mit den Jugendlichen. «Unverständlicher» VorstossDer Vorstoss der FDP sei ihm unverständlich, sagte Jonathan Gimmel (fww), der 1995 eines der Gründungsmitglieder des Worber Jugendrates war. Die Rechnerei der FDP sei «kleinbürgerlich». Die Gründer des Jugendrates seien sehr idealistisch gewesen. Die Praxis zeige nun, dass diese idealistische Grundidee nicht genau umgesetzt werden könne. Deshalb habe sich die Arbeit des Jugendrates teilweise mehr in den kulturellen Bereich verlagert. «Aber jeder Ausdruck von Jugendlichen ist letztlich ein politischer Ausdruck», betonte Gimmel. Wenn das Parlament das Gefühl habe, der Jugendrat erfülle seine Ziele nicht, so müsse ihm das kundgetan werden, beispielsweise indem eine interfraktionelle Kontaktgruppe das Gespräch aufnehme. Er wurde unterstützt vom ehemaligen Jugendratsmitglied Mark Böhringer (sp): Den Weg, Jugendliche mit Geld zu erziehen, finde er schlecht. Der Jugendrat sei nicht primär eine politische, sondern auch eine kulturelle Organisation, so Böhringer. Das Parlament überwies schliesslich das Postulat mit 21 zu 15 Stimmen. «Wir geben nicht auf. Ihr hört noch von uns», riefen die abziehenden Jugendlichen den Parlamentarierinnen und Parlamentariern zu. «Eine Bestrafung»Die jugendlichen Zuschauerinnen und Zuschauer seien entsetzt gewesen vom Entscheid, sagte Mario Caretti, Präsident des Worber Jugendrates gestern. «Sie dachten, das Budget werde sofort gekürzt, dabei wirds ja erst geprüft.» Er sei natürlich enttäuscht, dass das Postulat überwiesen worden sei. «Für uns ist es wie eine Bestrafung, obwohl wir immer verantwortungsvoll mit dem Geld umgegangen sind, deshalb haben wir ja den Kredit nie ausgeschöpft.» Parlamentarierinnen und Parlamentarier stellten sich vor, die Jugendrätinnen und -räte müssten von Anfang an wie die Grossen politisieren. Dabei gehe es doch darum zu sehen, wie das System funktioniere. Die Jugendlichen lernten beispielsweise, Briefe oder Anträge zu formulieren oder welche Bewilligungen es brauche, um ein Konzert zu organisieren. Früher seien die Mitglieder im Durchschnitt älter gewesen und hätten andere Interessen gehabt. Heute leiste der Jugendrat mehr kulturelle Arbeit. Diese sei aber ebenfalls wertvoll, weil damit auch Jugendliche an die Politik herangeführt würden, erklärte Caretti.
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«Wir brauchen Spielräume»Der Jugendrat (JR) fröne dem Luxus, findet die FDP. JR-Präsident Caretti deutet dies als Generationenkonflikt.Interview:
Mario Caretti: Nein. Um die jugendlichen für die Politik zu gewinnen, müssen wir Attraktionen bieten. Wie das Konzert mit der Zürcher Gruppe Subzonic. Mit dem Auftritt einer bekannten Band setzen wir ein Zeichen. Nämlich dass Jugendliche in Worb wichtig sind. Also ein Generationenkonflikt: Den «Alten» reicht das Politisieren, die Jungen holt man mit Events ab? Ja, hier bestehen Unterschiede. Zum Beispiel in Bezug auf unseren Flyer, mit dem wir Mitglieder anwerben. Im Parlament wurde gesagt, wir sollten doch selber ein Formular basteln, statt ein Werbebüro zu beauftragen. Die Aussage zeigt: Da hat jemand keine Ahnung, wies heute läuft. Lieber ein Subzonic-Konzert statt eine Sitzung. Sollten Sie da nicht den Jugendrat abschaffen und stattdessen eine Konzertagentur gründen? Wenn wir ein Konzert organisieren, ist dies auch Jugendpolitik. Zudem: Wir waren schon mit einigen Anträgen im Parlament erfolgreich. Wir erkämpften die Inlineskatinganlage, haben eine Broschüre zum 10. Schuljahr veranlasst, einen autofreien Sonntag in einer Strasse erzwungen. Der Jugendrat bekomme zu viel Geld, er nütze das Budget ja gar nicht aus, kritisiert die FDP. Also geben Sie im Grunde zu wenig Geld aus? Wir haben im letzten Jahr das Budget fast ausgeschöpft. Die 20 000 Franken sind ein Spielraum. Das ist gut, denn die Bedürfnisse von Jugendlichen ändern sich schnell.
DEBATTE IM PARLAMENTDas Jugendrat-Budget wird überprüftWorber Jugendliche übten den sanften Protest. An der Parlamentssitzung vom Montag sassen sie auf der Tribüne und hissten ein Transparent. Mit roter Farbe auf weissem Leintuch teilten sie den fast 40 Parlamentsmitgliedern mit: «Jugendpartizipation ohne Geld ist Beschäftigungstherapie.» Der Grund für den Aufmarsch der Jugendlichen war ein Postulat der FDP Der Gemeinderat solle den Jahresbeitrag an den Jugendrat «auf das Notwendige prüfen». Maximal 20'000 Franken erhält der 20-köpfige Jugendrat im Jahr, er kann frei darüber verfügen. Die FDP begründete zum einen, der Jugendrat leiste sich Luxus. So hat der professionell gestaltete Flyer für die Mitgliederwerbung 5'000 Franken gekostet, ein Grossanlass in der Mosterei 11'000 Franken und ein Konzert mit der bekannten Zürcher Band Subzonic 8'000 Franken. Gelächter von der Tribüne erntete das Votum von FDP-Mann Andreas Born: «Die Jugend soll nicht dem Luxus verfallen. Denn auf Überfluss folgt eine Leere. Und so können Drogenprobleme entstehen.» Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) konterte mit Vergleichszahlen. Seine Umfrage bei den Gemeinden Köniz, Lyss, Ostermundigen und Spiez hat ergeben, dass diese jährlich 15'000 bis 30'000 Franken an ihre Jugendräte zahlen. Franziska Fritschy (FDP), Erstunterzeichnerin des Postulats, hat andere Gemeinden angefragt. So zahlen Interlaken, Moosseedorf und Steffisburg höchstens 5'000 Franken an ihre Jugendräte. Parlamentarier Mark Böhringer (SP) war selber vier Jahre lang im Jugendrat aktiv. In seinem Votum nannte er die FDP «kleinlich» und belehrte die Freisinnigen: «Wer die Jugend übers Geld erziehen will, kommt ganz schlecht weg.» Dann könne man den Jugendrat ebenso gut auflösen, wetterte Böhringer. Der Gemeinderat hatte nichts dagegen einzuwenden, das Budget des Jugendrats zu überprüfen. Er empfahl, das FDP-Postulat als erheblich zu erklären. Das Parlament tat dies mit 21 zu 15 Stimmen. Ob das Budget gekürzt wird, ist noch offen. Nach der Debatte verliessen die Jugendlichen jedenfalls den Saal - mit den Worten «Wir geben nicht auf. Wir hören noch nicht auf.» kle |
WORBWo bleibt die Jugend?Das Worber Parlament nimmt die Legislaturziele zur Kenntnis. Der Jugendrat vermisst Ziele für die Jugend.Er sei enttäuscht über den einseitigen Bericht, teilt der Jugendrat in seiner Stellungnahme zu den Legislaturzielen des Gemeinderates mit. In den 58 Zielen sei die Jugend vergessen gegangen, während ein Altersleitbild Eingang gefunden habe. In die gleiche Richtung zielte das Votum von Parlamentarier Olivier Dinichert (FDP). Er reichte ein Postulat ein, das die Erstellung eines Jugendleitbildes fordert. ' «Wir kümmern uns nicht dem Baudepartement zuliebe um die Schulraumplanung», konterte Gemeinderat Heinz Neuenschwander (FDP). Die Jugend komme keineswegs zu kurz. Laut Gemeinderat Toni Maurer (EVP) hat ein Jugendleitbild auf dem Programm gestanden. Es sei aber aus Gründen der Arbeitsbelastung seines Departements wieder gestrichen worden. Das jüngste Alter und damit die familienergänzende Kinderbetreuung sei vorerst wichtiger. Das Jugendleitbild gehe aber nicht vergessen. bw |
PARLAMENT WORBJugendliche reden künftig mitDer Jugendrat hat im Worber Parlament einen kleinen Sieg errungen: Zwar darf er sich nicht in die Parlamentsdiskussion einmischen, neu aber zu allen Traktanden mündlich Stellung nehmen.Brigitte Walser Ulrich Wäfler (SVP) stand noch ganz im Banne des Fussballspiels. Haushoch hatte der Grosse Gemeinderat beim alljährlichen Match gegen den Jugendrat verloren. «Von allen Flügeln her kommen von den Jungen gute Vorstösse», musste Wäfler am Montag im Worber Parlament zugeben. Die SVP erkläre sich denn auch mit einem parlamentarischen, allerdings abgeschwächten Vorstoss des Jugendrates «im Grundsatz einverstanden», fuhr Wäfler fort. Der Jugendrat hatte ursprünglich verlangt, an den Sitzungen des Grossen Gemeinderates bei allen Geschäften mitreden zu können (siehe Ausgabe von gestern). Bis anhin durften sich die Jugendlichen einzig in Form eines Mitberichtes an den Gemeinderat äussern sowie Vorstösse einreichen und diese in der Diskussion vertreten. Kompromiss eingegangenBereits im Vorfeld der Parlamentsdebatte war dieser Antrag abgeschwächt worden. Ratsbüro und Jugendrat hatten einen Kompromiss gefunden: Der Jugendrat erhalte das Recht, zu jenen Geschäften Stellung zu nehmen, von denen er betroffen sei. Welche das seien, werde vor Sitzungsbeginn zusammen mit den Jugendlichen geklärt. Diesen Kompromiss könne die SVP akzeptieren, sagte Ulrich Wäfler. Weiter wolle die Partei aber nicht gehen, denn sonst sei das Prinzip der Demokratie gefährdet: «Wir Parlamentarier sind gewählt, beim Jugendrat wird man für dieses Amt irgendwie berufen.» Die FDP schloss sich der SVP an - zumindest das «Gros der Fraktion», wie Ulrich Emch sagte: «Wir sind den Prinzipien der Demokratie untergeordnet, der Jugendrat ist wertvoll, gehört aber nicht zum Parlament. » Kompromiss kritisiert«Die Haltung meiner Vorredner ist kleinkariert», sagte dagegen Hans Ulrich Joss im Namen der SP. «Unsere Politik soll späteren Generationen dienen, und der Jugendrat ermöglicht uns den Zugang dazu.» Die SP stellte den Antrag, den Kompromissvorschlag aufzuheben und dem Jugendrat bei allen traktandierten Geschäften eine Stellungnahme zu ermöglichen. Sie erhielt Unterstützung vom «anderen Gros der FDP», wie Olivier Dinichert sagte. Die jetzige Einflussnahme des Jugendrates sei schwerfällig und unattraktiv. «Wenn der Ratspräsident einen Mitbericht der Jungen vorliest, dann tönt das, als rezitiere er das Abwasserreglement.» Ihn interessiere, was der Jugendrat zu Themen wie Steuern sage, fuhr Dinichert fort. Zudem: «Es muss für den Jugendrat frustrierend sein, wenn er sich auf ein Geschäft vorbereitet und ihm dann der Vorsitzende vor der Sitzung das Mitspracherecht verweigert.» Dinichert schloss sein Votum mit einer Frage: «Wer entscheidet, ob der Jugendrat von einem Geschäft betroffen ist oder nicht?» Einige seien der Meinung, der Jugendrat sei nur dann betroffen, wenn es direkt um ihn gehe. «Aber Jugendliche sind auch von einer Schulhausdebatte oder bei der Sanierung eines Velowegs betroffen.» Er unterstütze den SP-Antrag, sagte der FDP-Mann und Mitbegründer des Jugendrates. Kompromiss erweitert«Weshalb wollt ihr dem Jugendrat etwas aufzwingen, das er gar nicht will?», wehrte sich Hans Ulrich Born im Namen des Ratsbüros. Die Jungen seien mit dem Kompromiss einverstanden gewesen. Der Antrag der SP sei abzulehnen. Haarscharf fiel das Abstimmungsergebnis aus: Mit 19 zu 18 Stimmen nahm das Parlament den Antrag an. Einstimmig mit Enthaltungen wurde der Reglementsänderung zugestimmt: Der Jugendrat wird zukünftig nicht mitdiskutieren, dafür zu allen traktandierten Geschäften eine mündliche Stellungnahme abgeben können. RÜCKTRITT AUS DEM JUGENDRATEin schönes GeschenkSie werden in Zukunft mitreden können und haben trotzdem den Rücktritt erklärt: Renato Jorio und Fabienne Schär geben das Präsidium des Jugendrates ab. Die beiden hatten sich bis anhin ihr Amt geteilt. Mit einem Auslandaufenthalt begründete Jorio seinen Rücktritt, mit neuen schulischen Herausforderungen Schär den ihren. Der Erfolg des Jugendrates in der letzten Parlamentssitzung dürfte somit ihr schönstes Abschiedsgeschenk gewesen sein. bw JUGENDPARLAMENTE IM VERGLEICHWorb wohl mit Maximum«Die Mitsprache der Jugendparlamente ist sehr unterschiedlich geregelt», sagt Ines Winet, Ko-Präsidentin des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente. Worb habe wohl das Maximum an Mitsprache erreicht. Dass ein Jugendparlament im Parlament ein echtes Diskussionsrecht hätte, ist ihr nicht bekannt. In der Region Bern wird die Mitsprache so geregelt: Köniz: Das Jugendparlament kann Vorstösse einreichen und diese verteidigen. «Das ist noch nie vorgekommen», sagt Ratssekretär Matthias Burkhalter. Die Jugendlichen können weiter zu den Geschäften des Parlaments einen Mitbericht verfassen. Das Jugendparlament ist in der Regel an den Sitzungen des Parlaments nicht vertreten. Lyss: Der Jugendrat hat das Recht, seine Meinung kundzutun. «Das heisst, die Jungen können sich zu einem Geschäft äussern, aber nicht Einfluss nehmen auf die Diskussion», sagt Gemeindeschreiber Erich Wyssbrod. Reichten sie Vorstösse ein, könnten sie bei deren Beratung in der «Diskussion mitmischeln», so Wyssbrod. Bis jetzt habe der Rat noch keinen Vorstoss eingereicht, aber ein- bis zweimal seine Meinung kundgetan. Im Parlament sind immer zwei Vertreter anwesend. Moosseedorf: Das Jugendparlament kann Mitberichte verfassen und hat ein Vorstossrecht. Nicht immer sind die Jugendparlamentarier an den Parlamentssitzungen anwesend. Worb: Neu hat der Jugendrat wie in Lyss das Recht, zu allen Geschäften des Grossen Gemeinderates mündlich Stellung zu nehmen, er darf aber nicht in die Diskussion eingreifen. An, den Sitzungen sind immer zwei Vertreter anwesend. bw |
JUGENDRAT WORBSVP wollte den Beitrag halbierenMit drei Anträgen wollte die SVP den Worber Jugendrat massregeln. Doch nur einer fand vor dem Parlament Gnade.Das Parlament von Worb hat das neue Jugendrat-Reglement ohne Gegenstimme genehmigt. Ein Streitpunkt war der Jahresbeitrag. Die Gemeinde zahlte bisher maximal 20'000 Franken an den Jugendrat. Die SVP stellte den Antrag, dieser Beitrag solle halbiert werden. «Gegenüber anderen Vereinen, welche ebenfalls Jugendarbeit leisten, soll der Rat nicht bevorzugt werden», begründete Ingeborg Stahel für die SVP-Fraktion. Hans Ulrich Joss (SP) entgegnete, der Jugendrat sei kein Verein, sondern rechtlich gesehen eine Kommission. «Er ist ein soziales und politisches Integrationsprojekt», sagte Joss. Er wurde unterstützt von Gemeindepräsident und Parteikollege Peter Bernasconi. Dieser betonte, dass der Jugendrat auch Nachwuchsförderung für künftige Parlamentsmitglieder sei. Der SP-Antrag unterlag mit 7 zu 24 Stimmen. Ebenfalls keine Chance hatte der Antrag der SVP, dass der Gemeinderat «Massnahmen ergreifen» solle, falls im Jugendrat die Mindestzahl von 15 Mitgliedern nicht erreicht würde. Auch der Gegenantrag von Hans Ulrich Steiner (GFL), der Jugendrat solle in diesem Fall «sistiert» werden, bis er wieder mehr Mitglieder habe, wurde verworfen. Der dritte SVP-Antrag war schliesslich erfolgreich: Die Mitgliederliste des Jugendrats muss künftig veröffentlicht werden. kle |
WORBNeues Reglement für Worbs Jugendratbas. Das Worber Parlament hat am Montagabend einstimmig ein neues Reglement für den Jugendrat verabschiedet. Unter anderem ist darin festgehalten, dass dem Rat mindestens 15 Mitglieder angehören müssen. Der jährliche Beitrag von maximal 20'000 Franken wird nicht gekürzt, doch haben die Jugendlichen den Finanzbedarf künftig in einem Budget auszuweisen. Die SVP wollte den Betrag halbieren. Neu werden die Namen der Jugendratsmitglieder veröffentlicht. |
WORBErneutes Lob für die Rechnung des JugendratsDer Worber Jugendrat hat einen Gewinn erwirtschaftet. «Zieht keine falschen Schlüsse», warnte eine Jugendliche.Bereits vor einem Jahr war der Grosse Gemeinderat von Worb des Lobes voll für die Rechnungsführung des Jugendrates. An der Sitzung vom letzten Montag wiederholten die «alten» Parlamentarier ihre Anerkennung über ihr «junges» Pendant. «Der Jugendrat beweist Sensibilität im Umgang mit Finanzen. Wir gratulieren», sagte Jonathan Gimmel für die Geschäftsprüfungskommission. Roger Sigel schloss sich im Namen der Aufsichtskommission dem Lob an, einzig die Belegführung weise noch einige Mängel auf. Res Born (FDP) erklärte, die Fraktion habe mit Freude von der Rechnung Kenntnis genommen. Das Parlament würdigte auch die vielfältigen politischen und kulturellen Aktivitäten des Jugendrates. Deren Rechnung weist bei einem Gesamtaufwand von 12'100 Franken und Erträgen von 17'700 einen Gewinn von 5600 Franken auf. «Zieht aus diesem Überschuss keine falschen Schlüsse», warnte Lena Kobel im Namen des Jugendrates. Das Parlament dürfe nun nicht auf die Idee kommen, den Jugendlichen das Budget zu kürzen, «nur weil wir im letzten Jahr einen Gewinn erwirtschaftet haben. Vielleicht brauchen wir dieses Jahr ja mehr Geld», sagte Lena Kobel. bw |
WORBNicht so wie die «Grossen»Der Worber Jugendrat hat letztes Jahr gute Arbeit geleistet. An der Sitzung des Grossen Gemeinderats am Montag waren die «grossen» Politiker des Lobes voll über die gute Rechnungsführung des Polit-Nachwuchses. In der Tat: Dem Aufwand von gut 12'000 Franken steht in der Schlussrechnung ein Ertrag von sage und schreibe über 17'000 Franken gegenüber. Dem Jugendrat standen Gemeindemittel in der Höhe von 19'500 Franken zur Verfügung. «Gratulation!», sagte einer der «Grossen». Die Jungen trügen vorbildlich der Sparabsicht der Gemeinde Rechnung. Spätestens da läuteten bei Jugendrätin Lena Kobel die Alarmglocken: «Bitte, zieht jetzt keine falschen Schlüsse», appellierte sie an Vernunft der «Grossen» . Schade wäre es nämlich, wenn ihnen des haushälterischen Umgangs mit dem Gemeindegeld wegen nächstes Jahr dieser Beitrag gekürzt würde. Und als durchschaue sie die politischen Spielchen der «Grossen» fügte sie an: «Wir hätten das Geld im letzten Moment auch noch ausgeben können.» (mic) |
WORBLob für den Jugendrat«Sehr gutes Programm», «guter Einsatz der Mittel», «Qualität vor Quantität»: Gemeindepräsident Peter Bernasconi fand gestern im Worber Gemeindeparlament fast nur lobende Worte für den Jugendrat, die Vertretung der Jugend, die seit Mitte der 90er-Jahre existiert. Von den Jugendlichen, die im Parlament etwas wie einen Beisitzerstatus haben, war aber niemand da, das Lob zu hören. Olivier Dinichert (fdp) erwähnte den Mitgliederzuwachs von 12 auf 18 und das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm. Gleichzeitig forderte er die Jugendlichen auf, noch mehr vom Recht Gebrauch zu machen, im Parlament zu reden. Jonathan Gimmel (sp) dankte für die «Impulsarbeit» und ermunterte die Jugendlichen ebenfalls, die politische Einmischung weiter zu forcieren. Ulrich Wäfler (svp) lobte die gegenüber früheren Jahren erhöhte Transparenz. Die Veröffentlichung der Namen der Mitglieder in der «Worber Post» müsse aber sein. Noch verfüge nicht jedermann über Internet. Hier hatte es dieses Jahr Differenzen gegeben: Der Jugendrat verzichtete auf Wahlen und veröffentlichte die Mitgliederliste nicht. Peter Bernasconi sagte, dies werde 2004 wieder anders sein. Wahlen wirkten sich positiv auf das Image des Gremiums aus und seien gleichzeitig ein wirksames Werbemittel. Der Rat hat von den 15'000 Franken, die ihm zur Verfügung standen, nur 9300 Franken benötigt. Das Gemeindeparlament hatte den Bericht des Jugendrats lediglich zur Kenntnis zu nehmen. (db) |




AIs
«muntere Aktivistin» tauchte Esther Friedli in der «Weltwoche» auf, und
«Facts» wusste zu berichten, wie sich die Worberin als Mitglied der Leitung
der Jungen CVP Schweiz für die Wahl Ruth Metzlers stark machte. Über deren
Zukunft als Bundesrätin diskutierte Friedli im «Zischtigsclub» mit, in der
«Arena» nahm sie zur AHV-Revision Stellung. Der «Blick» besuchte sie und den
St. Galler SVP-Nationalrat Toni Brunner in den letztjährigen Skiferien im
Engadin; dass die beiden ein Paar sind, hatte der «SonntagsBlick» kurz vorher
bereits vermeldet. Die Medienpräsenz der 21jährigen Worberin ist unübersehbar
- was sie selber nicht nur freut: «Wenn es darum geht, Inhalte zu
transportieren und zu zeigen, dass auch wir Jungen Politik machen, halte ich
Medienauftritte grundsätzlich für ein gutes Mittel. Ich mag es aber gar nicht,
wenn mein Privatleben thematisiert wird.» Um die Fernsehauftritte habe sie sich
nie gerissen, sondern sei von der Partei angefragt worden, ob sie mitmachen
würde: «In der nationalen Politik fehlen halt nach wie vor junge Frauen. Jung
und eine Frau zu sein, bringt deshalb derzeit schon Vorteile.» Sie habe es
geschätzt, Einblick ins Entstehen der Fernsehsendungen zu erhalten. Zumindest
in die «Arena» zieht es Friedli aber nicht mehr: «Das Hickhack dort liegt mir
nicht. In dieser Atmosphäre kann keine gute Diskussion entstehen.»