WORBIn der Olwo wird seit 75 Jahren gesägtDie Otto Lädrach AG feiert ihren 75. Geburtstag. Das Familienunternehmen ist mit 95 Angestellten der grösste Arbeitgeber Worbs. Das Säge- und Hobelwerk handelt auch mit Holz und Holzwerkstoffen.Viola Mukherjee Olwo steht gelb auf einer grünen Tafel. Die Baumstämme und aufeinander geschichteten Bretter verraten, was unter dem Schild noch angefügt wird: «Sägewerk-Hobelwerk-Holzwerkstoffe». Kreischend verarbeiten die Sägen die Stämme des Fichten- und Tannenholzes zu Latten, Brettern und Vorratsholz. Bei der Blockbandsäge zeigt ein grüner Laserstrahl an, wo der Schnitt durchgeht. Jetzt wird die Otto Lädrach AG 75 Jahre alt. Am 8. September öffnet die Firma deshalb ihre Türen für alle Interessierten von 9 bis 16 Uhr. Markus Lädrach betreibt das Familienunternehmen in dritter Generation. Die Olwo ist mit 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der grösste Arbeitgeber Worbs und einer der bedeutendsten Handels- und Produktionsunternehmen in der Holzbranche Berns. Das Holz für die Sägerei bezieht die Otto Lädrach AG aus den Wäldern des Kantons Bern. Anders verhält es sich bei den Holzwerkstoffen, die der Betrieb für den Handel fertig einkauft. «Dieses Holz stammt zu 70 Prozent aus dem Ausland. Dort gibt es leistungsfähigere Firmen», sagt Markus Lädrach. Der jährliche Umsatz von 50 Millionen Franken erzielt das Unternehmen zu zwei Dritteln aus dem Handel mit Holzwerkstoffen wie Parkett, Platten und Sperrholz. Ein Ausstellungsraum zeigt den Bauherren und Architekten das Angebot. «Doch unsere Zielgruppe sind vor allem holzverarbeitende Handwerker wie Schreiner oder Zimmerleute», sagt Lädrach. |
Zwei Firmen sollen der. Umwelt zuliebe den Dorfkern verlassen«Sägesser Worb AG» und «Verzinkerei Worb AG» hegen Neubaupläne in der Industriezone Worb SBB
Iren KläyDer 100. Geburtstag der «Sägesser Worb AG» und der 60. Geburtstag ihres Schwesterbetriebes, der «Verzinkerei Worb AG», bringt Neuerungen: Die beiden alten Worber Firmen im Mühlacker sollen den Dorfkern verlassen und in die Industriezone Worb SBB verlegt werden. «Es geht nicht primär um eine Vergrösserung», hält Firmenleiter Richard Sägesser fest. Im Zusammenhang mit den neuen Bestimmungen der Luftreinhalteverordnung, die am 1, März dieses Jahres in Kraft traten und innerhalb von zwei Jahren eingehalten werden sollten, dränge sich ein neuer Betrieb an einem neuen Standort auf. Ungefilterte Abluft«Am heutigen Platz können wir nicht mehr sinnvoll modernisieren», begründet Sägesser die Zügelabsichten. In erster Linie gehe es um die Sanierung und die Verlegung der Verzinkerei. «Unsere Emissionen (Amoniak) sind zwar nicht schädlich», betont er, «aber störend», gibt er zu. Die Abluft ströme heute ungefiltert zum Kamin hinaus und bilde Nebelschwaden. Die neuen Vorschriften verlangen eine Filteranlage, die verhindere, dass Nebel und Gestank ausströmen. Zudem könnten sie den Dorfkern auch von Lärm und Verkehr entlasten. Und für die Mitarbeiter habe die Sanierung ebenfalls einen positiven Effekt. «Die Anlagen sind sauberer, und es strömen ihnen weniger Dämpfe ins Gesicht», nennt Richard Sägesser einen weiteren Vorteil. Als eine der ältesten Verzinkereien hätten sie bisher wenig Umweltschutzmassnahmen getroffen, da sich nichts Genaues abgezeichnet habe. Weil die beiden Schwesterbetriebe eng zusammenarbeiten, soll auch das Stahlbau-Unternehmen Sägesser an den gleichen Ort ziehen, damit die Vorteile, die die Nähe bringt, beibehalten werden können. Gemeinde verhandeltDie Pläne, in der Industriezone Worb SBB einen Neubau zu errichten, sind konkreter denn je. Als erstes hat sich die Gemeinde Worb mit Erfolg dafür eingesetzt, dass dieses Gebiet nicht mit einer Planungszone belegt wird. «Mit dem grössten Landbesitzer, der Erbengemeinschaft Wyss, haben wir uns geeinigt, die Landabtauschbedingungen festgelegt und einen Kaufvertrag abgeschlossen», sagt Gemeinderat Peter Bernasconi. Demnächst würden sie mit den andern Landbesitzern verhandeln. Der Umwelt und der Erhaltung von Arbeitsplätzen zuliebe bemühe sich die Gemeinde um diese Verlegung. Richard Sägesser spricht von einem Grobprojekt, das sie aufgrund des Platzangebotes bereits hätten ausarbeiten lassen, um zu schauen, was sinnvoll verwirklicht werden könne, falls die Gemeinde ihnen das Land abtrete. Über den Preis hätten sie sich allerdings noch nicht unterhalten, doch was man so höre, liege im Rahmen, meint Sägesser. «Die Gesamtkosten hangen davon ab, wieviel das Land kostet, wie stark sie den Betrieb ausbauen wollen und was mit den alten Gebäulichkeiten passiert», meint Sägesser zur Summe, die sie für das Vorhaben aufwenden müssten. Er rechnet grob mit 10 bis 15 Millionen Franken. Keine ErweiterungJetzt belegten die beiden Betriebe eine Fläche von 26000 Quadratmetern, doch sei die «lange und schmale Form nicht ideal». Wenn sie rechteckiger bauen könnten, kämen sie mit 20000 bis 22000 Quadratmetern (bei gleicher Reserve wie heute) aus, so Richard Sägesser zum Platzanspruch. Die Anlagen sollten eher reduziert als erweitert werden. So planen sie anstelle der vier Verzinkbäder, von denen noch drei in Betrieb sind, nur noch deren zwei, die jedoch die gleiche Kapazität aufweisen. «Vom Markt her liegt eine Vergrösserung der Kapazität nicht drin und wäre unrealistisch», hält der Firmenleiter dazu fest. Sie strebten eine Modernisierung auch der Arbeitsplätze an, aber keine Rationalisierung. Das Verzinken sei vorwiegend Handarbeit und lasse sich schlecht automatisieren, meint er zur Beibehaltung der 90 Arbeitsplätze. «Auch wenn nun alles reibungslos läuft, kann der Termin der Luftreinhalteverordnung 1. März 1988 nicht ganz einhalten werden.» Richard Sägesser rechnet damit, die Verzinkerei Ende 1988 am neuen Standort in Betrieb nehmen zu können. Das Stahlbau-Unternehmen soll anschliessend, sukzessive ohne Betriebsunterbruch nachziehen.
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BAUPROJEKTSkibelags-Produzentin zügelt von Ittigen nach WorbDie IMS Kunststoff AG will künftig nicht mehr in Ittigen, sondern im Industriegebiet Worb SBB Laufflächen für Skis und Snowboards herstellen. Im Frühling soll der Neubau fertig sein. Worbs SP verlautbart, sie gehöre nicht zu den Projektgegnern.bas. An Ski- und Snowboardproduzenten in aller Welt liefert die Ittiger IMS Kunststoff AG nach Auskunft von Irene Grob Lauf- und Oberflächen aus Kunststoff. Grob ist Standortleiterin der Schweizer Produktion der Firma, die, so Grob, zu den beiden Leadern in der Sparte gehört. Drei weitere Produktionsstätten befinden sich in Österreich, Deutschland und Frankreich. Auf dem Gelände der Gurit-Worbla, auf dem die IMS heute tätig sei, plane der Bund ein neues Verwaltungsgebäude. Deshalb habe sich die Firma nach einem neuen Standort umgesehen, sagt Grob. Fündig geworden ist sie in Worb: An der Rütimoosstrasse, im bereits erschlossenen Teil des Industriegebiets Worb SBB, plant sie einen zweigeschossigen Neubau mit Produktionshalle und Büros sowie oberirdische Parkplätze. Können die Bauarbeiten wie angestrebt Ende Januar in Angriff genommen werden, wäre der Fertigelement-Stahlbau laut Grob bereits Ende Mai fertig. Die IMS bringt vorerst 30 Arbeitsplätze in die Gemeinde Worb; ungefähr fünf weitere sollen später noch dazukommen. Neun EinsprachenGegen das Bauvorhaben der IMS sind nach Auskunft des Worber Bauverwalters Paul Fehlmann neun Einsprachen mit Rechtsverwahrungen und eine Rechtsverwahrung eingegangen. Die Absender wohnten allesamt in nächster Umgebung des geplanten Neubaus. Ihre Eingaben würden nun eingehend geprüft, die Bauherrschaft verzichte auf Einigungsverhandlungen. Nach Einschätzung Fehlmanns sind die Chancen, dass die Bauabteilung das Vorhaben der IMS Kunststoff AG bewilligen wird, intakt: Das Projekt sei zonenkonform, die kantonalen Ämter hätten in ihren Berichten keine Einwände geäussert. SP nur gegen RinggenbergDie Opposition gegen die Pläne der IMS habe in Teilen der Bevölkerung, aber auch bei möglichen Investoren zu Verunsicherung geführt, hat die Worber SP festgestellt. Sie engagiert sich im Widerstand gegen das Wiederaufbereitungsprojekt der Bauschutt-Rezyklierfirma Ringgenberg Belp AG im noch unerschlossenen Teil des Industriegebiets Worb SBB. Gegen den Bauabschlag der Worber Baukommission hat die Firma Beschwerde erhoben, nun muss die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion entscheiden. Nach einer Diskussion an der Parteiversammlung teilt die Worber SP nun in einem Communiqué mit, ihr Einsatz richte sich einzig gegen das «Deponieprojekt» der Firma Ringgenberg, weil dieses die Attraktivität der Industriezone stark einschränke. Sie strebe aber die Ansiedlung von Firmen - möglichst aus Wachstumsbranchen - an, die neue Arbeitsplätze «mit überdurchschnittlichem Lohnniveau» anböten und so für die Gemeinde zu einem echten wirtschaftlichen Aufschwung beitragen könnten. Die SP Worb distanziere sich in aller Form von Gruppierungen und Personen, die in Bezug auf die Industriezone Worb SBB eine «pauschale, undifferenzierte Verhinderungstaktik» verfolgten, teilt die Partei mit. Läderach-Projekt «ungewiss»Neben dem bereits neu gebauten Pneu-Service im nördlichen Teil des Industriegebiets Worb SBB besitzt das Worber Transportunternehmen Läderach eine Parzelle; seit einiger Zeit werden dort Aufschüttungsarbeiten ausgeführt. Ursprünglich habe das Unternehmen auf dem Land ein Lagerhaus und eine Fahrzeughalle bauen wollen, sagt Geschäftsinhaber Stefan Läderach. Die Planung sei an sich abgeschlossen, das Baugesuch könnte eingereicht werden. Ob die Vorhaben tatsächlich realisiert würden, hänge aber von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, so Läderach. Falls gebaut werde, geschehe dies in den nächsten drei bis fünf Jahren. |
WIRTSCHAFTSSTANDORT WORBWird am Montag der «fade Beigeschmack» beseitigt?«Was unternimmt der Gemeinderat?», hat die FDP-Fraktion bezüglich der Aeschbacher AG gefragt. Die Druckerei lagert vielleicht einen Teil der Produktion aus. Am Montag gibt der Gemeinderat Antwort.Brigitte Walser «Wir werden das beobachten», sagt Markus Lädrach. Der Präsident des Worber Gewerbevereins Worber Gwärb meint die FDP-Interpellation, die am kommenden Montag im Worber Parlament beantwortet wird. Die Partei verwies in ihrer Anfrage auf die Aeschbacher AG. Die Druckerei hat von den SBB einen Grossauftrag erhalten. Eine erfreuliche Nachricht, die für die Gemeinde aber einen «faden Beigeschmack» habe, schrieb die FDP. Denn die Aeschbacher AG erwägt eine Auslagerung der Produktion. «Was unternimmt der Gemeinderat, damit die Firma die zusätzlichen Arbeitsplätze in unserer Gemeinde errichten wird?», fragt die FDP. Der Gemeinderat wird am Montag antworten. Gespräche fanden statt«Die FDP-Interpellation ist ein gutes Beispiel», fährt Gewerbepräsident Lädrach fort. Der Gemeinderat könne damit zeigen, wie ernst es ihm mit der Wirtschaftsförderung sei. «Wir wären überrascht, wenn die Exekutive nicht reagiert», so Lädrach. Der Verein würde in diesem Fall einschreiten. Der Gemeinderat hat gehandelt. «Er meldete sich bei uns», sagte Hans-Jürg Aeschbacher gestern. Es hätten Gespräche stattgefunden. Mehr will der Geschäftsleiter nicht sagen. Ob die Billette für die SBB in Worb gedruckt werden, ist nach wie vor unklar. Dieser Entscheid werde nicht von einem Tag auf den andern gefällt, sagte Aeschbacher. «Das muss längerfristig geplant werden.» Am Anfang kein UmzugFest steht: Die Druckerei beginnt mit der Produktion der Billette für den SBB-Auftrag in Worb. «Denn die erste Lieferung ist bereits im November fällig», so Aeschbacher. Er wird dazu neue Mitarbeiter einstellen. Und bei Einstellungsgesprächen hat er die Erfahrung gemacht: «Die Arbeitsumgebung ist mindestens ebenso wichtig wie der Lohn.» Aeschbacher hatte dem Gemeinderat diesbezüglich vorgeworfen, er sei wenig wirtschaftsfreundlich. Gewerbepräsident Markus Lädrach will das nicht pauschalisieren. Es komme vor, dass «mal ein Gewerbler das Heu nicht auf der gleichen Bühne» habe wie der Gemeindepräsident. Man müsse selber aktiv werden: «Die Gemeinde handelt nicht von sich aus.» Doch sie gebe immer eine Antwort. Das wird sie auch am Montag im Parlament tun. |
WIRTSCHAFTSSTANDORT WORBFDP akzeptiert die Antwort des Gemeinderates«Wir nehmen die Anliegen der Worber Firmen ernst», versichert der Gemeinderat. Die FDP gibt sich damit zufrieden.«Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen», sagte Ulrich Emch (FDP) und meinte damit Worb als attraktiven Wirtschaftsstandort. Er hatte dem Gemeinderat in diesem Zusammenhang einige Fragen gestellt, die Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) am Montag beantwortete. Auslöser war die Druckerei Aeschbacher AG. Sie hat einen grossen Auftrag erhalten. Ob dieser in Worb ausgeführt wird, ist aber noch nicht klar. «Wenn wir Kenntnis von solchen Fällen haben, nehmen wir sie ernst und handeln», sagte Bernasconi. Dazu brauche es aber beide Parteien: «Die Aeschbacher AG hat uns nie aufgesucht.» Jetzt habe die Gemeinde die Firma kontaktiert. Die Druckerei habe ein Raumproblem. «Wir können nicht garantieren, dieses zu lösen», so Bernasconi. Aber die Druckerei habe zugesichert, die Produktion für den Auftrag in Worb zu starten. Einen Vorwurf von Geschäftsleiter Hans-Jörg Aeschbacher konnte Bernasconi nur bestätigen: «Die Worber Verkehrssituation ist nicht gut.» Aber daran könne die Gemeinde kurzfristig nichts ändern. «Wir sind jederzeit kurzfristig zu Gesprächen bereit», so Bernasconi. Der Wirtschaftsausschuss, er ist Teil der Planungskommission, kümmere sich um Anliegen der Firmen. «Bewilligungsverfahren versuchen wir schnell durchzubringen.» Eine Ausnahme bilde die Firma Ringgenberg. «Die Ansiedelung der Bauschuttdeponie versuchen wir in eurem Auftrag zu verhindern», wandte sich der Gemeindepräsident ans Parlament. Die FDP gab sich mit dieser Antwort zufrieden. Es sei erfreulich, dass Gespräche mit der Druckerei stattgefunden hätten. «Wir sind auf gutem Wege - wenn auch noch nicht am Ziel», schloss Ulrich Emch. bw |




