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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Worb: Gemeinderat, Grösse, Departemente, Kompetenzen, Gemeindeschreiber

Der Bund, 8. Dezember 1998

WORB

Das Parlament will neun Gemeinderäte beibehalten

Der Grosse Gemeinderat empfiehlt die FDP-Initiative «Sieben statt neun Gemeinderäte» deutlich zur Ablehnung. Im Februar befinden die Stimmberechtigten darüber.

bas. Kurze Entscheidungswege, ein gestärktes Verantwortungsbewusstsein, gezielte Handlungsfähigkeit: Dies verspricht sich die Worber FDP von einer Verkleinerung des Gemeinderats von neun auf sieben Mitglieder. SP-Sprecher Hans Ulrich Joss stellte gestern abend bei der Behandlung der Initiative im Grossen Gemeinderat fest, es gebe sowohl für eine neun- wie für eine siebenköpfigen Exekutive Argumente. Trotzdem lehne die SP-Fraktion die Initiative ab: Das Begehren nehme zu wenig Rücksicht auf die vielfältige Parteienlandschaft und auf die geographische Vielfalt von Worb. Die gemeindepolitischen Strukturen hatte zuvor auch Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp) als wichtiges Argument für die Beibehaltung des Status quo aufgeführt. Während sich Toni Maurer (evp) hauptsächlich der Aussenbezirke wegen für neun Gemeinderatssitze stark machte, legte sich Marianne Morgenthaler (gfl) für die Worberinnen ins Zeug: Auch Frauen hätten mehr Chancen auf eine stärkere Vertretung im Rat, wenn mehr Mandate zu vergeben seien, sagte sie. Ruedi Killias (fdp) hingegen bezeichnete den «politischen und örtlichen Minderheitsschutz» als überholt. Gemeinderatswahlen seien Persönlichkeitswahlen, und er erwarte von jedem Ratsmitglied, dass es sich um die Anliegen aller Worber kümmere, hielt er fest.

«Falscher Zeitpunkt»

Verschiedene Votanten bezweifelten in der Debatte, dass eine Verkleinerung des Gemeinderats mehr Effizienz zur Folge hätte: «Effizienz ist nicht von der Anzahl Gemeinderäte abhängig, sondern von den Hierarchien», so Toni Maurer. Hans Ulrich Joss verwies auf die neue Worber Gemeindeverfassung, die nächstes Jahr vors Parlament und nachher vors Volk kommt: Sie werde es dem Gemeinderat künftig ermöglichen, sich in eigener Kompetenz effizienter zu organisieren. Die Initiative komme «zum falschen Zeitpunkt und mit dem falschen Hintergrund»; sie orientiere sich an der geltenden Gemeindeordnung und sei nicht vorwärts gerichtet, unterstützte ihn Ulrich Wäfler (svp). Die SVP-Fraktion zeigte sich gespalten. Therese Bernhard stellte sich hinter die Initiative der FDP: «Zumindest theoretisch» seien in einem kleineren Gemeinderat kürzere Diskussionen zu erwarten, sagte sie. Zu den Befürwortern der Initiative gesellte sich weiter François Breitenmoser: (cvp) Mit einer Verkleinerung des Gemeinderats läge Worb «wieder einmal im Trend». Für Franziska Fritschy (fdp) böte die Annahme des Begehrens eine Garantie dafür, dass die Aufgaben im Gemeinderat tatsächlich neu verteilt würden. Die Belastung nehme nämlich nicht in allen Departementen zu - in den Bereichen Landwirtschaft und Kriegswirtschaft und Wehrdienste/Zivilschutz etwa sei das Gegenteil der Fall.

«Kaum Einsparungen»

Nach Ansicht Peter Bernasconis dürfte eine Gemeinderats-Verkleinerung der Gemeinde kaum Einsparungen ermöglichen: Würde die Initiative angenommen, müsste das Honorar der eingesparten Räte anderen, «zu schlecht» besoldeten Ratsmitgliedern zugute kommen. Auch Hans Ulrich Steiner (gfl) bezweifelte, dass ein kleinerer Gemeinderat weniger Kosten verursachen würde: Die Arbeit würde zwar auf weniger, dafür aber besser bezahlte Hände verteilt. Hans Ulrich Joss rechnet gar mit Zusatzkosten: Ohne Folgen könne man angesichts der zunehmenden Aufgaben die Anzahl Gemeinderäte nicht reduzieren - dazu gehöre auch eine Diskussion über Halbämter und zusätzliche Vollämter. Die Frage der Professionalisierung habe die FDP ausgeklammert, kritisierte Joss.

Urnenabstimmung

Mit 23 zu 11 Stimmen beschloss der Grosse Gemeinderat schliesslich, die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen. Hinter das Volksbegehren stellten sich nebst den freisinnigen Parlamentsmitgliedern ein Teil der SVP-Fraktion, François Breitenmoser und Esther Friedli (cvp/jcvp). Am 7. Februar 1999 werden die Stimmberechtigten an der Urne darüber zu befinden haben.

BZ, 20. Januar 1999

Worb

Die Ratsgrösse gibt zu diskutieren

Neun oder sieben Gemeinderäte - zu diesem Thema diskutierten in Worb Mitglieder der Ortsparteien. Ist ein kleiner Rat effizienter? Braucht es Profis, und wo bleiben die Frauen? Das waren die Fragen.

Barbara Lauber

Acht Vertreterinnen und Vertreter der Worber Ortsparteien nahmen unter der Leitung von Christine Nydegger und Michael Gerber von der Berner Zeitung am Podium teil. Auf den Tisch gelegt wurden Argumente für oder gegen eine Verkleinerung des Gemeinderats. An kernigen, und pointierten Aussagen fehlte es nicht: Gegner und Befürworter der Gemeinderats-Initiative, die am 7. Februar zur Abstimmung kommt, kreuzten vor den 90 Anwesenden rhetorisch die Klingen.

«Schnellere Entscheide»

Niklaus Mayer (FDP) brachte die Position seiner Partei auf den Punkt: Die FDP wolle den Gemeinderat verkleinern, damit er schneller Entscheide fällen und effizienter arbeiten könne, führte er aus. «Es geht nicht, dass im Rat Sachthemen zerredet und unnötige Dinge diskutiert werden», erklärte er. «Das Argument, je kleiner der Rat, desto effizienter, stimmt so nicht», griff Hans Ulrich Joss (SP-Fraktionschef) die Worber FDP an. Er warnte davor, Effizienz zu einseitig zu definieren: Es gehe nicht darum, dass man mit wenig Aufwand viel erreichen könne. Wichtig sei, dass man bei Diskussionen verschiedene politische Meinungen einbeziehe und keine überstürzten Entscheide fälle. SVP-Präsident Ulrich Wäfler ging noch einen Schritt weiter und stellte fest, dass die Zahl der Gemeinderäte keinen Einfluss auf die Effizienz des Rates habe: «Die Qualität der Diskussionen hängt von den einzelnen Persönlichkeiten ab.»

Joss gab zu bedenken, dass bei einer Verkleinerung der Exekutive auch die Chance für kleinere Parteien sinke, bei Wahlen einen Sitz zu gewinnen. Die Initiativ-Befürworterin Therese Bernhard (SVP) konterte, dass schliesslich nicht jede Partei im Rat sitzen müsse. «Heute haben wir doch neun Gemeinderäte, und trotzdem ist keine Kleinpartei vertreten», sagte sie. Das stärkste Argument gegen eine Verkleinerung sei für sie hingegen die mögliche Untervertretung der Aussenbezirke. Diese Meinung teilten aber weder Joss noch Wäfler.

Kämen Frauen zu kurz?

Initiativ-Befürworterin Esther Friedli (CVP) träumt von einem Gemeinderat, der aus sieben Frauen besteht. Joss befürchtet aber, dass bei einer Ratsverkleinerung die Belastung für Frauen mit Familie zu gross würde. «Diese Frauen werden sich eine Kandidatur noch besser überlegen als bisher», vermutete er. Niklaus Mayer erklärte daraufhin, dass er nicht bereit sei, den Rat auf neun Sitzen zu belassen, nur um die Chancen der Frauen vergrössern zu können.

Für Mayer ist klar, dass eine Ratsverkleinerung keine Professionalisierung der Gemeinderäte bedingt: «Wir haben genügend kompetente Fachleute in der Verwaltung, die die Geschäfte gut vorbereiten», sagte er. Friedli wies jedoch darauf hin, dass man mit Halbämtern für Frauen Anreize schaffen könnte. Toni Maurer (EVP) bezweifelte allerdings, dass sich dann noch «die Besten» für ein Mandat interessieren würden. Schliesslich könne oder wolle nicht jeder eine neue 50%-Stelle übernehmen.

Neun oder sieben Gemeinderäte - was nun die bessere Lösung ist, können die Worber am 7. Februar selber entscheiden.

Der Bund, 30. Januar 1999

LEITARTIKEL

Wie effizient muss Gemeindepolitik sein?

REBEKKA REICHLIN

Wenn sieben palavern, dauert es unter Umständen weniger lang, bis etwas entschieden wird, als wenn sich neun an der Diskussion beteiligen. Aber kommt bei sieben Personen ein ebenso umfassender und ausgereifter Vorschlag zustande wie bei neun? - Schliesslich denken zwei Kopfe weniger mit.

Über diese Fragen entscheiden Worberinnen und Worber in einer Woche an der Urne wenn sie über die FDP-Initiative «Sieben statt neun Gemeinderäte» abstimmen. Mit der Verkleinerung ihrer Exekutive haben sich in letzter Zeit auch andere Gemeinden beschäftigt: beispielsweise Muri, Ittigen, Vechigen, Köniz, Wohlen und Aarberg.

Mehr Effizienz

Mehr Effizienz - daran knüpft die Worber FDP, unterstützt von der CVP und Teilen der SVP, den Hauptstrang ihrer Argumentation: Die Entscheidungswege würden kürzer, die Zusammenarbeit würde besser und die Kosten tiefer. Lange Diskussionen gehörten nicht in den Gemeinderat, fürs «Zanggen» sei das Parlament zuständig, argumentiert die FDP. Die Ressorts im Gemeinderat könnten straffer verteilt werden, beispielsweise indem die überholten Ressorts Land- und Kriegswirtschaft aufgehoben oder anderen Ressorts zugeschlagen würden. Weniger Gemeinderäte machten eine Neuorganisation der Gemeindeexekutive zwingend. Das sei ganz im Sinne der zurzeit laufenden Revision der Gemeindeverfassung. Der SP werfen Befürworter der Initiative vor, dass sie Besitzstandwahrung betreibe und aus Angst um ihre Gemeinderatssitze gegen die Vorlage votiere.

Die Gegner der Vorlage, Teile der SVP, SP, GFL, Freie Wähler Worb und EVP, entgegnen, Effizienz sei nicht von der Grösse der Exekutive abhängig, sondern von Hierarchien und Strukturen. Zudem nehme die Initiative zuwenig Rücksicht auf die Parteienlandschaft und die geographische Vielfalt Worbs. Die Gegner befürchten, dass es bei einer Reduktion für die sechs Aussenbezirke, die Frauen und die kleinen Parteien noch schwieriger würde, Gemeinderatssitze zu besetzen. Sie kritisieren aber auch den Zeitpunkt, den die FDP für ihre Initiative gewählt hat, weil Worb mitten in der Revision der Gemeindeverfassung ist. Es sei sinnvoller, zuerst über inhaltliche Veränderungen zu diskutieren und erst dann die passende Form dazu zu suchen.

Falscher Zeitpunkt

Mit ihrer Initiative fällt die FDP tatsächlich der Verfassungsrevision in den Rücken. Schliesslich diskutiert das Worber Parlament nur eine Woche nach der Abstimmung über die neue Gemeindeverfassung. Sinnvoll wäre es, den Entscheid über die Grösse der Exekutivbehörde nicht vor der Diskussion über die neue Grundordnung zu fällen. Dazu gehört auch die - von den Initianten ausgeklammerte - Frage zusätzlicher Halb- und Vollämter im Gemeinderat.

Weniger Diskussionen und schlechtere Vertretung gewisser Bevölkerungsgruppen im Gemeinderat können negative Auswirkungen auf die politische Kultur haben: Nicht ausgegorene Vorlagen sind nicht konsensfähig, können zu längeren Fristen, mehr Einsprachen und höheren Kosten führen. Die von der FDP anvisierte Kostensenkung würde sich damit ins Gegenteil verkehren.

Auslegeordnung fehlt

All diese Argumente lagen bereits nach der Debatte im Grossen Gemeinderat auf dem Tisch. Neue sind seither nicht dazu gekommen. Heisst das, dass in Worb das Thema Verkleinerung des Gemeinderats rasch ausgeschöpft ist? Grundsätzlich nicht. Mit der populären Formel «sieben statt neun» versucht die FDP-Initiative eher, die komplexe Revision der Gemeindeverfassung vorwegzunehmen. Den neuen Strukturen der Worber Gemeindebehörde wäre wohl mehr gedient gewesen, wenn die FDP vor ihrer Unterschriftensammlung im Parlament eine Auslegeordnung der heutigen und künftigen Organisation des Gemeinderats angeregt hätte.

BZ, 14. Dezember 2000

WORB

Die acht Departemente sind verteilt worden

Die Reduzierung von neun auf sieben Gemeinderäte verlangte eine Neuorganisation der Departemente.

Weil ab nächstem Jahr nur noch sieben statt neun Gemeinderäte amtieren, musste die Verwaltungsverordnung geändert werden. An der Sitzung des Grossen Gemeinderates stellte Gemeinderatspräsident Peter Bernasconi (SP) die neue Ordnung vor. Nun teilte der Gemeinderat auch die Zuordnung der Mitglieder zu den einzelnen Departementen mit. Nicht mehr zehn, sondern nur noch acht Departemente waren zu vergeben. Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) behält die Departemente Präsidiales und Planung/Volkswirtschaft. Jakob Kirchmeier (FDP) kümmert sich weiterhin um die Finanzen und Ernst Hauser (SVP) um das Departement Bau. Peter Hubacher (SVP), der sich bisher um Land- und Kriegswirtschaft gekümmert hatte, übernimmt das neue Ressort Umwelt. Darin enthalten sind der Umweltschutz, die Wasserversorgung und die Abwasser- und Abfallentsorgung. Heinz Neuenschwander (FDP) wird dem frei gewordenen Departement Bildung vorstehen, das die zurücktretende Anneke Ramseier (SP) inne hatte. Sein bisheriges Ressort Wehrdienste und Zivilschutz wird zusammen mit dem Departement Polizei/Verkehr/Gesundheit zum Ressort Sicherheit zusammengefasst. Es wird von Bruno Haldi (SP) präsidiert. Der neue Gemeinderat Toni Maurer (EVP) übernimmt das Departement Soziales. Mg

Der Bund, 4. August 2001

WORB

Reusser wird neuer Gemeindeschreiber

pd. Christian Reusser heisst der neue Gemeindeschreiber der Gemeinde Worb. Wie der Gemeinderat mitteilt, tritt der 36-Jährige seine Stelle am 1. November an. Reusser war in den vergangenen zwei Jahren als stellvertretender Abteilungsleiter Finanzen in der Gemeindeverwaltung Worb tätig. Er ist verheiratet und lebt in Worb.

Der Bund, 27. Februar 2002

WORB

SP kritisiert «forschen Führungsstil» des Gemeinderats

Die SP-Fraktion des Parlaments fordert den Gemeinderat auf, sich verstärkt um konstruktive Zusammenarbeit zu bemühen. In letzter Zeit habe er Entschlüsse gefasst, die Parlamentsentscheiden zuwiderliefen. Gemeindepräsident Bernasconi widerspricht.

bas. Die Art und Weise, wie der Worber Gemeinderat seines Amtes waltet, löst bei den SP-Parlamentarierinnen und -Parlamentariern Unbehagen aus: In der Parlamentssitzung vom Montagabend trat Jürg Kaufmann ans Mikrofon und verlas eine Fraktionserklärung. Darin attestieren die Sozialdemokraten dem Gemeinderat - ihm gehören nebst einem EVP-Mann je zwei Vertreter von SVP, FDP und SP an -, seine Führungsaufgabe «resolut» anzupacken. In letzter Zeit sei er aber übers Ziel hinausgeschossen und habe Beschlüsse gefasst, die Parlamentsentscheiden widersprächen oder Beschlüsse vorspurten. Kaufmann verwies auf drei Beispiele: Das vom Parlament bewilligte Beschäftigungs- und Integrationsprojekt für ausgesteuerte Erwerbslose habe der Gemeinderat aufs Ende der Versuchsphase hin «kommentarlos» gestrichen. Ein Ende setzt der Gemeinderat auch dem noch bis Juni dauernden Busversuch nach Wattenwil-Bangerten. Dafür hatte das Parlament im Frühling 2001 Geld bewilligt; weil der Kurs den verlangten Kostendeckungsgrad von 20 Prozent nicht erreicht, hat der Gemeinderat entschieden, ihn einzustellen. Damit habe er ein Präjudiz geschaffen, sagte Kaufmann. Derzeit werde in Worb über weitere Busversuche, allenfalls auch nach Wattenwil-Bangerten, diskutiert. Wenn ab Juni kein Bus mehr dorthin fahre, sei es wenig wahrscheinlich, dass die Strecke später wieder ins Angebot aufgenommen werde.

Mühe bereitet der SP-Fraktion schliesslich auch der Terminplan für die Erarbeitung des neuen Schul- und Kindergartenreglements: Der Zeitdruck habe eine grundsätzliche Diskussion über die Schulstrukturen verunmöglicht. Der Gemeinderat, so der Eindruck der SP-Leute, respektiere die Zuständigkeit des Parlaments nicht. Die Fraktion fordere ihn auf, seinen «forschen» Führungsstil zu überdenken und die Anstrengungen zu konstruktiver Zusammenarbeit zu verstärken.

Bernasconi kontert

Ganz anders als die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der SP beurteilt Gemeindepräsident Peter Bernasconi (sp) die Situation: «Der Gemeinderat hat die Beschlüsse des Parlaments korrekt vollzogen.» In der Parlamentsdebatte über den Busversuch etwa sei von Votanten aus allen Lagern betont worden, die 20-Prozent-Hürde sei ausschlaggebend für die Weiterführung des Versuchs. «Hätte der Gemeinderat ihn nun nicht beendet, wäre er seiner Verantwortung nicht nachgekommen.» Das Erwerbslosenprojekt sei auf zwei Jahre befristet gewesen. Anders als seinerzeit angekündigt, habe es der Gemeinde Kosten verursacht. Der Entscheid, es nicht weiterzuführen, sei durchaus in der Kompetenz des Gemeinderates gelegen, wie Abklärungen ergeben hätten. Und der Fahrplan für die Schulreglementsrevision sei dem Parlament von Anfang an bekannt gewesen, und es habe ihn auch abgesegnet. Würde er nun nicht eingehalten, bekäme der Gemeinderat wohl «noch bösere Vorwürfe» zuhören.

SP will Bremsen einbauen

Nach der Kritik am Gemeinderat vom Montag übte Jürg Kaufmann gestern auch etwas Selbstkritik: Das Parlament habe bislang Vorlagen wohl zu wenig im Auge behalten und zum Beispiel bei Versuchen nicht deutlich genug festgelegt, wer über Abbruch oder Fortsetzung befinden dürfe. «Inskünftig werden wir versuchen, in Beschlüssen Bremsen einzubauen, und näher an den Geschäften dranbleiben», so Kaufmann.

BZ, 11. Februar 2003

WORB

Toni Maurer demissioniert

Toni Maurer (EVP) verlässt den Worber Gemeinderat. Er hat gestern seine Demission auf den 30. April bekannt gegeben. Das politische Amt gebe er aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen ab, liess Maurer wissen. Er könne damit seine Arbeitsbelastung reduzieren und besser auf seine gesundheitliche Verfassung Rücksicht nehmen.

Maurer teilte zudem mit, er wolle seinem Nachfolger genügend Zeit lassen, sich einzuarbeiten und eine gute Kooperation aufzubauen. Damit solle die Wiederwahl in zwei Jahren vorbereitet werden.

hjt

BZ, 12. Februar 2003

GEMEINDERAT WORB

Bernasconi: «Das war sein persönlicher Entscheid»

Es gebe keine Differenzen mit der Worber Exekutive. Toni Maurer dementiert Vermutungen zu seinem Rücktritt.

Brigitte Walser

Vor zwei Jahren wurde er überraschend gewählt, jetzt tritt er überraschend zurück: Der Worber Gemeinderat Toni Maurer (EVP) gibt sein Amt per 30. April ab (siehe gestrige Ausgabe). Die Gründe dafür seien persönlicher Art, gibt Maurer an. Er wolle die Arbeitsbelastung «auf ein vernünftiges Mass» reduzieren. «Etwa fünf Wochen im Jahr musste ich für Gemeinderatsaufgaben hergeben», sagt Maurer. Abende und Wochenenden seien dazugekommen. «Die Freizeit ist geschrumpft und damit auch die Erholungszeit.» Er wolle sich nun auf seinen Beruf im Generalstab beim VBS konzentrieren und sich vermehrt für seine Partei engagieren sowie für das Präsidium der Jugendmusik.

Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) sagte gestern, er habe dem Rücktrittsschreiben von Maurer nichts hinzuzufügen. «Das ist sein persönlicher Entscheid gewesen.» Dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Maurer und dem restlichen Gemeinderat der Grund für den Rücktritt seien, verneint Maurer: «Es gab keine Differenzen im Gemeinderat.» Er räumt aber ein, dass sein Verhältnis zum Abteilungsleiter «nicht das beste» gewesen sei.

Seit bald 25 Jahren wohnt Toni Maurer mit seiner Familie in Worb, seit 15 Jahren ist er politisch tätig. 1991 rutschte er als Ersatzkandidat ins Gemeindeparlament nach. Bei den Wahlen im November 2000 schaffte er den Sprung in den Worber Gemeinderat. Die EVP war damals eine Listenverbindung mit den Freien Wählern eingegangen. Diese hatten weniger Stimmen als die EVP erhalten, sodass Jonathan Gimmel (FW) Maurer trotz höherer Stimmenzahl unterlag. Auf dem ersten EVP-Ersatzplatz landete Harry Suter, der Anfang Jahr im Grossen Gemeinderat auf Rudolf Wagner gefolgt ist. An zweiter Stelle lag der aus dem Parlament zurückgetretene Wagner. Ob einer von ihnen beiden Maurers Nachfolger werde, entscheide sich voraussichtlich heute Mittwoch, sagte gestern EVP-Präsident Richard Volz.

BZ, 13. Februar 2003

WORB

Gfeller nominiert

Die EVP nominiert Niklaus Gfeller als neuen Gemeinderat: Er soll Nachfolger von Toni Maurer werden.

Der Rücktritt kam überraschend: Gemeinderat Toni Maurer (EVP) gibt sein Amt auf Ende April ab. Gestern hat die Worber EVP den Nachfolger präsentiert: Niklaus Gfeller soll den freien Sitz im Gemeinderat übernehmen.

Niklaus Gfeller ist vierzigjährig, verheiratet und Vater von fünf Kindern. In seiner Familie leben auch zwei Pflegekinder. Er ist seit 1999 Mitglied des bernischen Grossen Rates. Der Naturwissenschafter arbeitet als Lehrer am Gymnasium Neufeld in Bern.

Die Nomination von Niklaus Gfeller kam zustande, weil die beiden Ersatzleute auf der EVP-Liste - Hary Suter und Ruedi Wagner - nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen sind, dass ihnen eine Übernahme des Amtes zurzeit nicht möglich sei.

mg/gum

BZ, 14. Februar 2003

WORB

Gfeller so gut wie gewählt

Wenn Rudolf Wagner und Harry Suter schriftlich auf den Gemeinderatssitz verzichten, ist Niklaus Gfeller gewählt.

Die EVP Worb hat den Grossrat, Nationalratskandidaten und ehemaligen Worber Parlamentarier Niklaus Gfeller für den Worber Gemeinderat nominiert (siehe gestrige Ausgabe). Da Gfeller nicht wie Harry Suter und Rudolf Wagner auf der Ersatzliste der EVP steht, müssen Suter und Wagner schriftlich erklären, dass sie auf den Sitz verzichten. Suter hat dies bereits getan. Wagner hat sich bereit erklärt, die Verzichtserklärung ebenfalls zu unterschreiben.

bw

BZ, 30. Oktober 2003

GEMEINDERAT WORB

Heinz Neuenschwander tritt auf Ende Jahr zurück

Ein erfahrener Politiker verlässt den Worber Gemeinderat: Heinz Neuenschwander übergibt an Franziska Fritschy.

Brigitte Walser

Zweimal war Heinz Neuenschwander (FDP) Mitglied des Worber Gemeinderates: Von 1977 bis 1982 und ab 1997. Auf Ende Jahr tritt er zurück. «Ich werde 70 Jahre alt und möchte gerne etwas mehr Zeit für mich haben», bestätigt Neuenschwander einen Bericht des Internetportals Bern-Ost. Für ihn sei bereits bei der letzten Wiederwahl klar gewesen, dass er nicht mehr die ganze Legislatur im Gemeinderat bleiben wolle. Im nächsten Jahr finden Gemeinderatswahlen statt. Neuenschwander war nicht nur Mitglied des Gemeinderates, er sass auch acht Jahre lang im Gemeinde- und zehn Jahre im Kantonsparlament. 1999/2000 war er als Grossratspräsident höchster Berner. Im Worber Gemeinderat hatte er das Ressort Bildung inne. Dort beschäftigten ihn in letzter Zeit vor allem Umverteilungen von Schulklassen, sinkende Schülerzahlen und die Nutzung der Schulhäuser.

Diese Aufgabe wird nun Franziska Fritschy (FDP) haben. «Ich gehe davon aus, dass ich das Ressort Bildung übernehme», sagt die 54-jährige Rüfenachterin. Sie hatte bei den letzten Wahlen den ersten Ersatzplatz der FDP erreicht. Zurzeit ist sie Präsidentin des Worber Parlaments.


Der Bund, 30. Oktober 2003

WORB

Neuenschwander geht, Fritschy-Gerber kommt

Im Worber Gemeinderat kommt es bereits ein Jahr vor den Erneuerungswahlen zu einem Wechsel. FDP-Gemeinderat Heinz Neuenschwander wird seinen Platz auf Ende Jahr räumen. Für ihn wird die Rüfenachter FDP-Grossrätin Franziska Fritschy-Gerber nachrutschen.

Neuenschwander bestätigte gestern einen Bericht des Internetportals Bern-Ost. Nach einem Vierteljahrhundert in verschiedensten politischen Funktionen sei es nun an der Zeit, jüngeren und unverbrauchten Kräften Platz zu machen. Der 69-jährige Bauingenieur sitzt seit 1997 im Worber Gemeinderat. Der gleichen Behörde gehörte er bereits zwischen 1977 und 1982 an. Neuenschwander war acht Jahre Gemeindeparlamentarier, Präsident der FDP Worb und - von 1990 bis 2000 – Mitglied des Kantonsparlaments. Dort präsidierte er die freisinnige Fraktion und die Justizkommission. In seinem letzten Jahr im Grossen Rat war er dessen Präsident und damit höchster Berner.

Neuenschwanders Nachfolgerin in der siebenköpfigen Exekutive ist als Präsidentin des Gemeindeparlaments derzeit höchste Worberin. Die 54-jährige Franziska Fritschy-Gerber ist Chemikerin und zweifache Mutter. Sie gehe davon aus, von Heinz Neuenschwander das Departement Bildung zu übernehmen, sagte sie dem «Bund». Mit Franziska Fritschy-Gerber wird der Worber Gemeinderat nach drei «frauenlosen» Jahren wieder zu einem gemischten Gremium. Die Neuwahlen des Gemeinderates und des 40-köpfigen Gemeindeparlamentes finden am 28. November 2004 statt. (db)


BZ, 9. Dezember 2003

PARLAMENT WORB

Neuenschwander verabschiedet

Gestern Abend wurde Gemeinderat Heinz Neuenschwander (FDP) im Worber Parlament verabschiedet. Ab nächstem Jahr überlässt er Franziska Fritschi das Departement Bildung. Neuenschwander kann auf grosse politische Tätigkeiten zurückblicken. Jetzt sei es Zeit, aufzuhören, sagte er vor den Medien. «Bevor man sagt <endlich>». Dies sieht Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) anders: «Wir hätten ihn gerne noch behalten», bedauert er Neuenschwanders Rücktritt, denn er habe für ein gutes Klima im Gemeinderat gesorgt. Doch dieser bleibt bei seinem Entschluss. Er wolle Jüngeren Platz machen, zumal nun eine Frau in den Gemeinderat komme. «Meiner Nachfolgerin wird es nicht an Projekten mangeln», sagte Neuenschwander gestern. Er dankte all jenen, «mit denen ich streiten, diskutieren oder zusammenarbeiten durfte». Parlamentarier Andreas Born (FDP) bezeichnete Neuenschwander als fairen und geradlinigen Politiker. Mit Standingovations verabschiedete ihn das Parlament.

bw