WORBFür Einheimische zum halben PreisDie Worber Vereine und der Gemeinderat haben einen Kompromiss ausgehandelt: Einheimische sollen fürs Benützen der Sportanlagen nur noch halb so viel bezahlen wie ursprünglich vorgesehen.Michael Gerber Alles hat seinen Preis. Wer die 800 Quadratmeter grosse Sporthalle in der Schulanlage Worbboden regelmässig belegen will, muss im Jahr pro Wochenstunde bis zu 900 Franken hinblättern. Ist der Verein jedoch in Worb ansässig, bezahlt er lediglich einen Drittel davon - also 300 Franken. So ists im Gebührenreglement der Gemeinde Worb festgelegt, das im letzten Jahr in Kraft getreten ist. Doch dieser Betrag ist den Worber Vereinen zu viel. Als ihnen die Gemeinde im Spätsommer die erste Rechnung zustellte, gingen sie auf die Barrikaden. «Wir fühlen uns verschaukelt», erklärte der Vizepräsident der Worber Handballer, Thomas Buchmann, damals auf Anfrage. Gleichzeitig kündigte er an, dass 40 Vereine das Gebührenreglement mit vereinten Kräften bodigen wollen: «Wir werden eine Volksinitiative starten.» «Nur ein Teilerfolg»So weit wird es voraussichtlich nicht kommen: Vor wenigen Tagen haben sich Vertreter der Vereine und der Gemeinde an einen Tisch gesetzt und über die Höhe der Gebühren verhandelt. Und siehe da: Statt 300 Franken sollen die einheimischen Vereine für die Worbbodenhalle künftig noch 150 Franken bezahlen müssen - nur mehr ein Sechstel des Betrags, den Auswärtige hinblättern. Künftig können die Einheimischen also sämtliche Sportanlagen zum reduzierten Tarif belegen. Begeisterung kommt bei den Vereinen trotzdem Entgegenkommen der Gemeinde nicht auf: Der Handballer Thomas Buchmann spricht zwar von einem «Teilerfolg» der Vereine, ihr Ziel bleibe jedoch der Nulltarif: «Die Reduktion um 50 Prozent ist ein netter Vorschlag, aber kein befriedigendes Ergebnis.» «Weit entgegengekommen»Trotz dieser Vorbehalte haben die Vereine die bereits vorbereitete Initiative nach Buchmanns Angaben vorerst auf Eis gelegt. Sollte der Gemeinderat bei seinem Angebot bleiben, könnten sich dies schnell wieder ändern. Vorerst können sich nun sämtliche Vereine bis Mitte April zum gemeinderätlichen Vorschlag äussern. Anschliessend wird der Gemeinderat die in der Verordnung zum Gebührenreglement festgesetzten Tarife in Eigenregie anpassen. Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) ist der Ansicht, dass der Gemeinderat mit diesem Vorschlag seinen Verhandlungsspielraum ausgereizt hat: «Damit kommen wir den Worber Vereinen sehr weit entgegen.» Zum Nulltarif seien die Sportanlagen nicht mehr zu haben. «Schliesslich wollen wir die Anlagen nicht verschenken - sondern künftig besser bewirtschaften.» Sei es doch in der Vergangenheit vorgekommen, dass Vereine mit wenigen Mitgliedern eine Halle über Jahre besetzt hätten. Laut Bernasconi hat sich dies inzwischen geändert. Und davon könnten gerade die grösseren Vereine profitieren. «Wir wollen die Vereine mit den Gebühren nicht plagen, sondern eine Lösung finden, mit der alle leben können», beteuert der Gemeindepräsident. Entgelt für JugendförderungOb sich die Vereine davon überzeugen lassen, ist fraglich: «Der Gemeinderat gab doch nur aus Angst vor der Initiative nach», glaubt Kaspar Schmutz. Wie Schmutz empfindet auch Handballer Thomas Buchmann die Gebühren als Schikane. «Statt unseren Einsatz für die Jugend zu honorieren, bestraft uns die Gemeinde.» Das wollen sie nicht mehr länger hinnehmen. Buchmann: «Wenn uns die Gemeinde nicht weiter entgegenkommt, verlangen wir künftig ein Entgelt für die Jugendförderung - wie der Verein für offene Jugendarbeit.» Mit diesem Begehren stossen sie bei Gemeindepräsident Peter Bernasconi jedoch auf taube Ohren. «Das würde ja heissen, dass die Gemeinde plötzlich sämtliche Vereine subventionieren müsste - und das halte ich für unrealistisch.» |
WORBMotion will NulltarifEinheimische Vereine sollen Gemeindeanlagen wieder gratis benutzen dürfen: Die SVP bringt das Thema ins Parlament.bas. Die Diskussion übers Worber Gebührenreglement geht weiter: Die SVP-Fraktion begehrt, dass der Gemeinderat dem Parlament eine Teilrevision vorlegt. In der Motion, die sie vorgestern Abend eingereicht hat, verlangt sie unter anderem, dass gemeindeeigene Anlagen, Räume und Einrichtungen Worber Vereinen wie früher unentgeltlich zur Verfügung stehen sollen. Sie begründet dies damit, dass das Angebot der Vereine zur Wohn-, Freizeit- und Lebensqualität beitrage. Mit der aktuellen Regelung werde der ehrenamtlichen Vereinstätigkeit zu wenig Rechnung getragen. Das geltende Gebührenreglement ist erst seit letztem Oktober in Kraft. Angesichts der Opposition der Vereine hat der Gemeinderat bereits erste Korrekturen angebracht (siehe «Bund» vom Donnerstag); sie werden ab Herbst gelten, wie Gemeindepräsident Peter Bernasconi im Parlament ankündigte. Die Anpassungen gehen den Vereinen aber zu wenig weit. |
WORBTurnhallen für einheimische Vereine bald wieder gratisBald bezahlen einheimische Vereine für die Hallenbenützung keine Gebühren mehr. Das Parlament hat eine entsprechende Motion der SVP mit 14 zu 12 Stimmen überwiesen. Erst vor knapp zwei Jahren hatte das Parlament das neue Gebührenreglement genehmigt. Letztes Jahr schlossen sich 50 einheimische Vereine zusammen, um die Hallengebühr zu bekämpfen. Als Kompromiss schlug der Gemeinderat vor, die Gebühr zu halbieren.reb. Die Worber Vereine können aufatmen: Knapp - mit 14 zu 12 Stimmen - überwies nämlich am Montag das Parlament eine SVP-Motion, die verlangte, dass die einheimischen Vereine von der Benützungsgebühr für die Turnhallen befreit werden. Alle, sowohl einheimische als auch auswärtige Vereine müssen bezahlen, seit das Parlament im Dezember 1998 dem neuen Gebührenreglement zugestimmt hatte. Im letzten Dezember schlossen sich 50 einheimische Vereine zusammen, um die Gebührenordnung zu bekämpfen (der «Bund» berichtete). «Arbeit nicht honoriert»Würden den Worber Vereinen die Gebühren für die Hallenbenützung nicht erlassen, so zeige das, dass «die ehrenamtliche Arbeit von Hunderten von Vereinsmitgliedern zu wenig respektiert und honoriert» werde, sagte SVP-Sprecher Bruno Wermuth im Parlament. Er verlangte mit einer Motion, dass die einheimischen Vereine von den Gebühren befreit werden sollten. Zudem müsse der Gemeinderat den Begriff «Worber Verein» definieren. Regelmässig müsse kontrolliert werden, ob ein Verein dieser Definition entspreche. Schliesslich forderte Wermuth in der Motion, dass der Erlös aus den Gebühren denjenigen Worber Vereinen zugute komme, die für Raum- und Anlagenbenützung Miete zahlen müssten und nicht von finanzieller Bevorzugung der Gemeinde profitieren könnten. Vereine seien neben der Familie, der Schule und der Kirche die Hauptträger sozialer Aufgaben, begründete Wermuth den Vorstoss. Und: Auch in anderen Gemeinden seien die einheimischen Vereine weitgehend von Gebühren befreit. Für die Gemeinde resultierten aus den Benützungsgebühren der Vereine bloss 30'000 Franken. Die Vereine seien aber finanziell erheblich belastet. Gemeinderat lenkt einDas Ziel des neuen Gebührenreglements sei bereits im Dezember 1998 bei der Bewilligung im Parlament klar gewesen: Die gemeindeeigenen Anlagen sollten besser bewirtschaftet werden, sagte Gemeindepräsident Peter Bernasconi vor dem Parlament. Zudem sei es um eine Angleichung gegangen zwischen Vereinen mit eigener Infrastruktur und Vereinen, welche die kommunalen Anlagen nutzten. Deshalb sollten alle für die Hallenbenützung gleich viel bezahlen. Und es seien nicht nur, sondern immerhin 30'000 Franken, die aus den Hallengebühren resultierten, fügte Bernasconi im Zusammenhang mit der vorangegangenen SVP-Forderung nach tieferen Steuern und Sparanstrengungen an (siehe auch nebenstehend « Zur Sache»). Der Gemeinderat anerkenne und schätze die Leistungen der Worber Vereine. Er schlage deshalb vor, die Motion teilweise zu überweisen. Ab Oktober sollen die Gebühren für die Worber Vereine halbiert, später sollen sie ganz aufgehoben werden. Den letzten Punkt der Motion lehne der Gemeinderat jedoch ab. Es sei unmöglich, Gelder regelmässig zur Vereinsunterstützung zu binden, dafür bestünden bereits andere Posten, sagte Bernasconi. Bruno Wermuth zog daraufhin diesen Punkt seiner Motion zurück. «Meinung nicht geändert»Die Grüne Freie Liste lehne die Motion ab, stellte Sprecherin Rita Götschmann gleich zu Beginn klar. Es sei fairer, wenn die Hallenbenützung für alle Vereine gleich viel koste. Zudem könnte für die Vereine ein Anrecht auf Benützung der gemeindeeigenen Anlagen entstehen, befürchtete Götschmann. Auch Esther Friedli von der jungen CVP mochte die Motion nicht unterstützen: Erst im Dezember 1998 habe sie dem Gebührenreglement zugestimmt. «Wir ändern unsere Meinung nicht so schnell», sagte Friedli. Ihrer Argumentation folgten Franziska Fritschy (fdp) und Jürg Kaufmann (sp): Vor zwei Jahren habe das Parlament deutlich entschieden, und die Situation habe sich seit damals nicht geändert.
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WORBKeine Initiative mehr nötigDie in der losen «Interessengemeinschaft Gebührenordnung» organisierten Worber Vereine verzichten auf ihre Volksinitiative mit dem Titel «Gebühren vors Volk». Weil die Motion Wermuth überwiesen wurde, sei die Initiative hinfällig geworden, schreibt die Interessengemeinschaft in einer Pressemitteilung. Auflösen will sie sich trotzdem nicht und stattdessen «den Prozess zur Erfüllung der Motion Wermuth aufmerksam verfolgen». An der letzten Sitzung des Worber Grossen Gemeinderats hatte eine knappe Mehrheit den Vorstoss von Bruno Wermuth (SVP) gutgeheissen, mit dem das Gebührenreglement revidiert werden soll. Demnach werden die Worber Vereine die gemeindeeigenen Anlagen gebührenfrei benützen können. mg |
WORBGratis für EinheimischeDas Parlament hat gestern Abend das geänderte Gebührenreglement genehmigt: Einheimische Vereine können die Turnhallen wiedergratis benützen.reb. Worber Vereine bezahlen künftig keine Gebühr mehr für die Benützung von gemeindeeigenen Anlagen: Das hat das Parlament bereits im vergangenen September entschieden. Knapp überwies es damals eine entsprechende Motion der SVP. Gleichzeitig ging der Auftrag an den Gemeinderat, zu definieren, was Worber Vereine sind. Gestern hat nun das Parlament die teilrevidierte Gebührenordnung genehmigt. Sie sieht vor, dass jene Vereine von der Hallenbenützungsgebühr befreit werden, deren Mitglieder mehrheitlich in der Gemeinde Worb wohnhaft sind. Die Freien Wähler beantragten, dass nicht der Wohnsitz der Mitglieder, sondern der Ort, wo der Verein vor allem tätig ist, ausschlaggebend sein müsse. Dieser Antrag wurde jedoch deutlich abgelehnt. Vereine machten DruckErst im Dezember 1998 hatte das Parlament das neue Gebührenreglement genehmigt. Das Ziel war damals, die gemeindeeigenen Anlagen besser zu bewirtschaften. Deshalb mussten neu alle Vereine Gebühren für die Benützung von Schul-, Sport und anderen Anlagen bezahlen. Dagegen schlossen sich 1999 50 Worber Vereine zusammen. Sie gründeten eine Interessengemeinschaft und drohten mit einer Initiative. Sie liessen sie aber fallen, als im vergangenen Herbst das Parlament die SVP-Motion überwies. |