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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Spital Grosshöchstetten

Der Bund, 23. September 2000

Leserbriefe – Spital Grosshöchstetten

Tintenfische mit Haifischzähnen

Bernische Tintenfische mit grässlichen Haifischzähnen: Ja, Sie lesen richtig, solche gibt es nach Aussage der zuweisenden Ärzte am Bezirksspital Grosshöchstetten. So erstmals in einem halbseitigen Inserat im Anzeiger des Amtes Konolfingen gesehen. Wer sind wohl die zuweisenden Arzte? Weshalb wagen sie es nicht, mit ihrem Namen zu unterschreiben? Ob die unbekannten Unterzeichner wohl den Text des besagten Tinten-Haifisch-Inserates gekannt haben? Ich hoffe nicht! Denn dieser Text ist voller Halbwahrheiten. Die Spitalwahl bleibt weiterhin frei, niemand muss ins «Ziegler- oder Tiefenauspital verteilt» werden. Jede Verbandsgemeinde ist zudem frei in der Wahl, welchem Spitalverband sie zukünftig angehören will. Auch das mit der Zuweisung nach freien Betten ist unfair. Bei einem Notfall stimmt dies zwar, war aber schon bisher so. Bei einer Wahloperation, bei einem Eingriff also, der nicht notfallmässig erfolgt, besteht weiterhin eine freie Spitalwahl. Regionalspitäler sind nicht teurer als Bezirksspitäler. Diese Behauptung beruht auf falschen Vergleichen. Zudem hat sich gut ein Drittel der Leute aus dem Spitalverband Grosshöchstetten bereits seit Jahren in anderen Spitälern versorgen lassen — für Worb ist die Zahl gar noch höher. Das Inventar der zu schliessenden Spitäler wird weitergebraucht werden und geht nicht verloren. Ebenso wenig darf heute schon von 20-Millionen-Ruinen gesprochen werden. Es stimmt, dass regional viele Arbeitsplätze verloren gehen. Auf den ganzen Kanton gesehen sind aber nur die Arbeitsplätze der leitenden Ärzte echt gefährdet. Für die meisten Angestellten wird es Lösungen geben. Allerdings werden die Betroffenen teilweise weitere Arbeitswege als bisher haben. Die Spitalschliessungen sind für das betroffene Personal bedrohlich und belastend. Das tut mir leid. Gerade deshalb finde ich es schlimm, dass die zuweisenden Ärzte uns politisch Tätigen nicht helfen, die dringend notwendigen Sparübungen auf eine positive Art zu vermitteln. Wir sitzen schliesslich alle im gleichen Boot mit Namen Kanton Bern. Es gilt, dieses Schiff gemeinsam durch die stürmischen Zeiten zu steuern und nicht angstmachende Haifischgeschichten zu verbreiten.

Marianne Morgenthaler
Grossrätin GFL

BZ, 26. Juni 2002

SPITAL GROSSHÖCHSTETTEN

Der Verkauf ist aufgegleist

Das Parlament Worb hat einem Kredit für das Spital Grosshöchstetten zugestimmt. Das Spital wird bald verkauft.

Brigitte Walser

Eigentlich hätte das Worber Parlament lediglich den Kredit für einen Umbau im Spital Grosshöchstetten bewilligen sollen. Doch Gemeindepräsident Peter Bernasconi (SP) nutzte die Gelegenheit, um über die Zukunft des ehemaligen Spitals zu informieren. Lange hatte die Spitaldirektion vergeblich nach einem Käufer des Gebäudes gesucht. Jetzt ist einer in Sicht. Peter Bläsi, der Geschäftsführer des An-Mo Zentrums, steht mit der Spitaldirektion in Verhandlungen. Er sei daran, eine private Trägerschaft auf die Beine zu stellen, die das Spital übernehme. «Wir wollen im gleichen Sinn und Geist weiterführen, was bereits besteht», sagt Bläsi. Im Gebäude haben chinesische An-Mo-Therapeuten ihre Behandlungsräume eingerichtet, und die Stiftung Aarhus ist vor einem Jahr mit zwei Wohngruppen für Behinderte eingezogen. Das soll so bleiben. Den obersten Trakt wird vielleicht bald ein Altersheim für einige Zeit belegen. Langfristig sieht Bläsi vor, das Obergeschoss in Seniorenwohnungen umzuwandeln. Zudem soll ein Kurszentrum mit Schulungsräumen entstehen.

Der Verkaufspreis steht noch nicht fest, das Gebäude wird zurzeit von einer neutralen Stelle geschätzt. «Wir würden am liebsten schon morgen verkaufen», sagte Bernasconi im Worber Parlament. Bläsi hofft, dass «der Verkauf bis Ende Jahr unter Dach und Fach ist». Einstimmig hat das Worber Parlament den Umbaukredit genehmigt.