GümligenEin Bahnhof ohne VorstandNeu im Bahnhof Gümligen: Nicht mehr anwesendes Personal fertigt die Züge ab, sondern die Zentrale in Bern.Bettina Jakob «Es tut schon weh, wegzugehen», sagt Hanspeter Schüpbach. Bis am vergangenen Freitag war er Bahnhofvorstand in Gümligen. Jetzt, nach sechs Jahren, wurde er nach Konolfingen versetzt: In Gümligen brauchts ihn nicht mehr. Seit gestern werden die Züge nicht mehr vom Bahnhofpersonal, sondern per Computer vom Stellwerk Bern abgefertigt. Die gleiche Umstellung erlebte der Bahnhof Ostermundigen. Dass die Weichen und Signale nun von der Zentrale beim Stadtberner Hauptbahnhof gestellt werden, hat laut Jean-Louis Scherz vom SBB-Pressedienst einen grossen Vorteil: «Die Übersicht ist besser.» Die Linien würden zeitlich immer dichter befahren. Der Fahrdienstleiter im Stellwerk überblicke alle Züge; dies gewährleiste einen prompteren und pünktlichen Verkehrsablauf. Von diesem profitierten schliesslich die Kunden, betont der Pressesprecher. «Ausserdem können per Mausklick alle nötigen Dienstleistungen alarmiert werden», so Scherz. Vom Reparaturservice über Ersatzloks bis zum Krankenwagen. Wie in einem ReisebüroDie Schalterbüros in Gümligen und Ostermundigen bleiben aber geöffnet. Das Stationspersonal übernimmt jetzt ausschliesslich kommerzielle Aufgaben: Verkauf von Billetten und Reisen, Reservationen, Geldüberweisungen. «Die Angestellten sind nicht mehr in der Betriebsführung, sondern im Personenverkehr tätig», erklärt Scherz die Umstrukturierung. Die beiden Stationen werden nun von Robert Blatter, Chef Reisedienst, und seinem siebenköpfiges Team betreut. «Flexibel muss man sein»Eines stellt der Pressesprecher klar: «Es wird niemand vor die Tür gestellt.» Einzig Flexibilität werde von den Angestellten erwartet. Die beiden Bahnhofvorstände könnten für den Personenverkehr arbeiten oder aber zu anderen Mittelland-Bahnhöfen wechseln. «Sie haben die Wahl», so Scherz. Der Gümliger Schüpbach entschied sich für Letzteres. Er ging nach Konolfingen. |
GÜMLIGENSpazieren unter LindenWilly Michel möchte beim Schloss Gümligen entlang der RBS-Linie eine Lindenallee pflanzen.reb. 40 Linden sollen beim Schloss Gümligen dereinst das Trassee des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) säumen. Schlossbesitzer Willy Michel möchte diese Allee anlegen lassen. Die Baupublikation dafür liegt noch bis am 6. Mai auf der Bauverwaltung in Muri auf. Willy Michel habe zwei Gründe, warum er eine Baumreihe pflanzen wolle, sagt Toni Weber vom Solothurner Büro W + S Landschaftsarchitekten: Zum einen sei es vom Schlosspark aus schöner, in Bäume zu schauen als in Häuserfassaden. Zum anderen zeigten alte Stiche, dass früher an der gleichen Stelle eine Baumreihe bestanden habe. Dieser Zustand solle wieder hergestellt werden. Die Lindenallee wird nicht direkt an die Bahnlinie zu stehen kommen. Beim RBS bestünden Pläne, später vielleicht ein zweites Gleis zu bauen, sagt Weber. Zudem plane Muri einen Spazier- und Radweg entlang der Bahnlinie von Gümligen bis nach Rüfenacht. Für diese Vorhaben müsse Platz gelassen werden, so Weber. |


