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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Münsingen: Energie, Ökostrom, Energiestadt

Landbote, 14. Mai 1998

«Das Label ist eine logische Folge unserer Anstrengungen»

Münsingen wird als «Energiestadt» ausgezeichnet

Münsingen erhält als erste und bisher einzige Gemeinde in der Region das Gütesiegel «Energiestadt». Heute abend wird Regierungsrätin Dori Schär das Label übergeben.

Jakob Hofstetter

Angefangen hat die «Energiestadt-Geschichte» bereits vor zehn Jahren. Eine lose Vereinigung von Energie 2000 und verschiedenen Umweltverbänden nahm sich der Thematik an. Vor zwei Jahren wurde der Verein «Energiestadt» gegründet um dem Anliegen der fortschrittlichen Energiepolitik zum Durchbruch zu verhelfen und ihm eine Rechtsform zu geben. Die Gemeinde Münsingen, die ihrem 1989 gegebenen Energiekonzept nachleben wollte, schloss sich ebenfalls diesem Verein an.

Strenge Vorgaben

Um das Gütezeichen zu erhalten, musste sich die Gemeinde Münsingen einem Audit unterziehen. Von möglichen 133,5 Punkten erreichte die frischgebackene «Energiestadt» deren 81. «Das ist ein schönes Resultat», sind sich Bauverwalter Andreas Oestreicher und Markus Sterchi, Abteilungsleiter Energie und Wasser, einig. Bewertet wurden Bau und Planung, Energieversorgung, Wasser/Abwasser/Abwärme, Verkehr/Transport, Energiepolitische Öffentlichkeitsarbeit sowie Interne Organisation. «Es ist nicht so, dass wir uns das Erlangen des Labels zum Ziel gesetzt hätten», hält Markus Sterchi fest. «Die Auszeichnung ist vielmehr die logische Folge unserer Anstrengungen.» Mit Anstrengungen meint er unter anderem das Umsetzen der Bundes-Vorgaben «Energie 2000», welche als Absichtserklärung formuliert sind. Nach diesen Vorgaben sollen beispielsweise bis im Jahr 2000 zehn Prozent der öffentlichen Liegenschaften mit erneuerbarer Energie beheizt werden. In Münsingen sind es zurzeit 21 Prozent.

Label verpflichtet

Die Gemeinde Münsingen hat nun das begehrte Markenzeichen im Sack. Begehrt unter anderem deshalb, weil es, wie Andreas Oestreicher sagt, auch ein Marketinginstrument darstellt. Auf den Lorbeeren ausruhen kann sich die Gemeinde nun trotz des Labels nicht. «Es bedeutet für uns eine Verpflichtung. Wir haben uns nun jährlich einem Audit zu unterziehen», so Oestreicher. Dies soll die Gemeinde jedes Jahr von neuem berechtigen, die Auszeichnung zu tragen.

Allein auf weiter Flur

Münsingen ist die erste und bis jetzt die einzige ausgezeichnete «Energiestadt» im Verteilgebiet des Berner Landboten. Dies erstaunt die beiden Verwaltungsmitarbeiter nicht. «Wir haben seit längerer Zeit einen weitsichtigen Gemeinderat, und auch die Bürgerinnen und Bürger sind sensibilisiert», lobt der Bauverwalter das Umfeld. Dies sei nicht überall so, weiss er.

In Worb ist die «Energiestadt» laut Gemeindepräsident Peter Bernasconi auch ein Thema. «Mit Sonnenkollektoren auf öffentlichen Gebäuden, Holzschnitzelbeheizung des «Bären»-Areals sowie den Nachisolationen bei Schulhäusern wird dem Anliegen Rechnung getragen.» Das Geschäft «Energiestadt» werde zurzeit in der Bauverwaltung behandelt.

Noch nicht soweit ist die Gemeinde Steffisburg. Zwar würde die Umsetzung von «Energie 2000» auch angestrebt, die Zertifizierung mit dem Label sei im Gemeinderat noch nicht zur Diskussion gestanden, sagt Niklaus Luginbühl, Vorsteher der Energie- und Wasserversorgung.

Feier im Schlossgut

Heute abend, 20 Uhr, findet im Schlossgut, Münsingen, eine öffentliche Übergabe-Feier des Labels statt. Behördevertreter und Verwaltungsmitarbeiter halten Vorträge zu energiepolitischen Themen. Regierungsrätin Dori Schär wird das Label übergeben. Zudem spricht sie zum Thema «Energiezukunft des Kantons Bern - die Rolle der Gemeinden in der zukünftigen Stromproduktion».

BZ, 16. Mai 1998

Münsingen

Die erste Energiestadt

Als Lohn für seine Energiespar-Anstrengungen hat Münsingen das Label «Energiestadt» erhalten.

Für sie sei Münsingen die « Stadt ihrer Träume». Das sagte die kantonale Baudirektorin Dori Schaer, als Münsingen das erste «Energiestadt»-Label im Kanton Bern erhielt. Sie sei beeindruckt von der Fülle der realisierten Projekte und stolz, dass es solche Gemeinden gebe.

Das Thema «erneuerbare Energien» sei in Münsingen, das sich 1995 zu Velo-Ville proklamiert hat, bereits seit fünfzehn Jahren aktuell, erläuterte Münsingens Bauverwalter, Andreas Oestreicher. 1989 sei ein kommunales Energiekonzept mit 19 Massnahmen genehmigt und 1992 mit der Realisierung einer zentralen Wärmepumpenanlage in der Schlossmatte begonnen worden. Heute seien 21 Prozent der Wohnungen mit erneuerbarer Energie beheizt. Die Gemeinde, welche das Defizit trage, wolle den Anteil auf 26 Prozent steigern und hoffe, dass die Anlagen bis 2005 selbsttragend seien.

Das Label «Energiestadt» ist ein Qualitätssiegel, Um es zu erhalten, hat Münsingen 81 von möglichen 133,5 Punkten erreicht. « Um Energiestadt zu werden, braucht es viel Initiative und Engagement», betonte Gemeindepräsident Daniel Weissmüller.

ah

Der Bund, 13. August 1999

Münsingen

Nun bläht sich das Sonnensegel

reb. Es ist Kunst- und Solarkraftwerk in einem - das nun fertig gestellte Sonnensegel am Eingang zur Psychiatrischen Klinik in Münsingen. Freudig stiessen gestern anlässlich einer Pressekonferenz (v. l.) Stephan Kormann, Sekretär des Vereins Sonnensegel, Roland Kormann, Vereinspräsident und Verwaltungsdirektor der Psychiatrischen Klinik, und Gemeindepräsident Daniel Weissmüller auf das in der Schweiz einzigartige Bauwerk an.

22 Meter ragt das Sonnensegel in die Höhe. Spezielle Stahlseile sorgen dafür, dass die Konstruktion im Gleichgewicht bleibt. Auf 80 Quadratmetern funkeln die halbtransparenten Fotovoltaik-Panels bläulich und wechseln die Farbe je nach Licht. Das Sonnensegel halte auch starkem Wind stand, erklärte Stephan Kormann.

Das Segel produziert bereits seit einigen Wochen Strom. Die voraussichtlich rund 6'000 Kilowattstunden pro Jahr sollen in die im Aufbau begriffene Ökostrombörse fliessen. Insgesamt kostete das Bauwerk 300'000 Franken. Die Gemeinde Münsingen leistete daran 100'000 Franken, der Kanton Bern 40'000 Franken sowie der Bund 44'000 Franken. Der Rest ist durch Sponsoring und den Verein Sonnensegel sichergestellt (der «Bund» berichtete).

Eingeweiht wird das Sonnensegel übermorgen Sonntag mit einem grossen Fest vor der Psychiatrischen Klinik. Es beginnt um 10.30 Uhr und dauert bis um 17 Uhr. Festredner sind um 11.30 Uhr der bernische Regierungspräsident Samuel Bhend und der Münsinger Gemeindepräsident Daniel Weissmüller.

Bund, 29. Januar 2001

MÜNSINGEN

Ökostrom findet Käufer

Rund 200 Verbraucher haben seit dem Start der Ökostrombörse im August von Wasserkraftwerk und Sonnensegel produzierten Strom bestellt.

pd. Die Münsinger Energie- und Wasserversorgung (EWV) zeigt sich zufrieden mit dem Start ihrer Ökostrombörse: Seit deren Lancierung vor rund einem halben Jahr seien rund 200 Bestellungen eingegangen, ist einer Pressemitteilung zu entnehmen. Beziehen wollten diese Verbraucher - es sind vier Prozent der EWV-Kundschaft - rund 160'000 Kilowattstunden jährlich. Damit sei der Strom, welchen das Kleinwasserkraftwerk in Niederhünigen und das Sonnensegel produzierten, verkauft, teilt die EWV mit. Bis zum Ende dieses Jahres soll die Absatzmenge auf 250'000 Kilowattstunden ansteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, will die EWV unter anderem die Kundensegmente Industrie, Gewerbe und öffentliche Hand bearbeiten. Den zusätzlich benötigten Strom wird sie einkaufen; Windstrom und Strom aus Biogasanlagen stünden dabei im Vordergrund. Morgen Dienstag erhielten Benutzende des öffentlichen Verkehrs anlässlich der Lancierung von Energie Schweiz, dem Nachfolgeprogramm von Energie 2000, ein kleines Geschenk und einen Bestellschein für Ökostrom, kündet die Münsinger EWV an.