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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Allmendingen b. Bern

BZ, 24. März 2001

ALLMENDINGEN

Bach wird renaturiert

Der Steckibach wird ökologisch aufgewertet. Den Beitrag von Allmendingen an das Projekt zahlt ein Sponsor.

Mit nur zwei Gegenstimmen ist das Projekt einer Renaturierung des Steckibachs an der Gemeindeversammlung angenommen worden. Noch in diesem Jahr können auf der 85 Aren grossen Parzelle zwischen Steckibach und Bahnlinie das Bachbett ausgeweitet sowie Blumenwiesen, Stauden und Hecken angepflanzt werden. Das Projekt kostet 170'000 Franken, Allmendingen muss aber nichts zahlen. Der Kanton leistet nämlich einen Beitrag von 153'000 Franken, die Gemeinde Worb zahlt 2000 Franken und von der Firma Kästli erhält Allmendingen einen Sponsorenbeitrag von 15'000 Franken. Damit sind die Kosten vollumfänglich gedeckt. Die Gemeinde bleibt aber Bauherrin und muss das Projekt bis zum Eintreffen der verschiedenen Beiträge vorfinanzieren.

bw

BZ, 28. Juni 2002

ALLMENDINGEN

Steckibach «ellenbögelt» sich durch die Landschaft

Für die Fische, gegen das Hochwasser: Der Allmendinger Gemeinderat präsentierte den renaturierten Steckibach.

Peter Steiger

Wie feiert man ein neues Bachbett? Man leert Wasser und Fische hinein. Weil der Bach renaturiert ist und sich somit selbst um sich und seine Bewohner kümmern kann, hat er die Forellen und Elritzen eigentlich gar nicht nötig. Aber indem die jungen Fischlein ins Wasser sprangen, kamen die Tiere zu einer artgerechten Umgebung und die Gäste der Renaturierungsfeier zu einem symbolischen Akt.

In Allmendingen freut man sich über den abgeschlossenen Umbau des Steckibachs. Nachdem die Arbeiten fertig und die Pflanzen angewachsen sind sowie das erste Hochwasser das neue Bett getestet hat, präsentierte der Gemeinderat das kommunale Naturschutzgebiet.

Freut die Umwelt

Hans Walther vom Kantonalen Fischerei-Inspektorat sorgte mit einem guten Dutzend Jungfische für Zuwachs im Steckibach. Er beglückwünschte die Allmendinger zur neuen Naturschutzinsel. Das «schöne Haus» für Fische», so Walther, biete auch vielen anderen zum Teil bedrohten Tieren ökologische Nischen.

Die Allmendinger Stimmberechtigten haben kürzlich ein grösseres Renaturierungsprojekt an der Aare abgelehnt. Umso mehr freute sich der Leiter des Steckibach-Umbaus, über ein gelungenes Projekt zu berichten. Landschaftsplaner Samuel Kappeler wies darauf hin, dass man sich heute beim Landschaftsschutz nicht mehr bloss mit extensiv genutzten Wiesen begnüge, sondern eine vernetzte Gesamtschau anstrebe.

Sich für die Natur wehren

Während der dreimonatigen Bauarbeiten hat man auf 140 Metern die vorher mit Steinen befestigte Sohle des Bachs herausgeholt, Kiesflächen geschaffen und neues Ufergehölz gepflanzt. Statt durch einen begradigten Lauf mäandert der Steckibach nun. Der Bach «ellenbögelt», wie sich Heinz Roth vom Tiefbauamt des Kantons Bern ausdrückte. Den Ellenbogen brauchen, sich für die Natur wehren, das sei eine der wichtigsten Aufgaben des Landschaftsschutzes, erklärte der Fachmann.

Beim kleinen Naturschutzgebiet bei der Hubelweid gleich neben der Bahnlinie hat man jedoch nicht nur an die Tiere und Pflanzen, sondern auch an die Menschen gedacht. Holzbänke laden zum Verweilen ein, Kehrichtbehälter erinnern ans Entsorgen.

Freut die Gemeindekasse

Rund 200'000 Franken hat das Projekt gekostet. Die Allmendinger Gemeindekasse wird allerdings nicht belastet: 50 Prozent der Bausumme bezahlt der Kanton, 40 Prozent kommen aus dem Renaturierungsfonds, einer Geldquelle, die durch die Wasserzinsen der Kraftwerke gespiesen wird.

Die restlichen 10 Prozent übernimmt die Firma Kästli AG. Das Unternehmen hat die Bauarbeiten ausgeführt, betreibt auf Rubiger Boden eine Kiesgrube und versteht die finanzielle Geste als Gegenleistung an die Allmendinger Bevölkerung für die Immissionen, die durch den Kiesabbau entstehen.

Landbote, 4. Juli 2002

Naturparadies Steckibach

Am Mittwoch, 26. Juni fand die Einweihung des Naturschutzgebietes Steckibach statt. Der Bach wurde auf einer Länge von rund 140 m aus dem Entwässerungskanal in ein neues, naturnahes Bachbett geleitet

Silvia B. Elmer

Der Steckibach, an der Gemeindegrenze von Allmendingen und Worb, ist der Entwässerungskanal des Vielbringer Mooses mit einem grossen ökologischen Potential. Die Gemeinde Allmendingen hat sich im Rahmen der Landschaftsplanung intensiv mit Aufwertungsmassnahmen auseinandergesetzt und will mit dem Renaturierungsprojekt dem Bach und dessen Umgebung ein neues Gesicht verleihen.

Bereits 1991 kaufte die Gemeinde Allmendingen zwischen der SBB-Linie und dem Steckibach 85 Aren Land mit der Absicht, ein Naturschutzgebiet zu erstellen. Wegen langfristigen Pachtverträgen verzögerte sich jedoch die Renaturierung des ganzen Steckibachs, erst im Jahr 2000 entstand ein Gesamtkonzept.

An der Frühjahrs-Gemeindeversammlung 2000 wurde das Projekt genehmigt, dessen Kosten in der Höhe von 220'000 Franken durch den Renaturierungsfonds, Wasserbaubeiträge, einen namhaften Sponsorbeitrag der Bauunternehmung Kästli AG und einen Beitrag der Gemeinde Worb gedeckt werden.

Nach Einreichung des Wasserbauprojektes beim Kanton konnten Anfangs 2002 die Ausführungsarbeiten in Angriff genommen werden, welche im Frühjahr abgeschlossen wurden. Bauherr ist die Gemeinde Allmendingen, verantwortlich für die Projektierung und Bauleitung zeichnet Herr Samuel Kappeler, Agro-Ing. HTL, mit seiner Planungs- und Beratungsfirma für Landschaft in Bern.

Bereits im Winter leistete der Natur- und Vogelschutzverein einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung der Umgestaltung, indem Flächen ausgeholzt wurden.

Massnahmen

Das Hauptaugenmerk wurde auf die Vernetzung der umliegenden Biotope mit geeigneten Trittsteinen, den Schutz der ökologisch wertvollen Ufervegetation, die Erhaltung der Eichen, die Verbreiterung des Bachlaufes, die Schaffung von Überflutungsbereichen und nicht zuletzt auf die Sicherstellung einer rationellen Pflege gerichtet.

Die Ufer des Bachlaufes wurden z.B. so abgeflacht und der Bachlauf damit geweitet, dass das Gewässer wieder mehr Raum erhält und eine gewisse Eigendynamik entwickeln kann. Ausserdem entsteht so mehr Stauraum bei Hochwasser und eine neue Vielfalt an Lebensräumen.

Die Hecken und Ufergehölze bieten Lebensraum für Kleintiere, Vögel und Insekten, genauso wie die Steinblöcke, die wichtige Nischen für unzählige Kleinlebewesen wie Köcherfliegen, Schnecken und Fische bieten. Durch die Abgrabung des bestehenden Terrains sind Kiesbänke und Ruderalflächen sowie Feuchtstandorte und kleine Tümpel entstanden.

Erwähnenswert ist auch, dass vor Baubeginn der Bachabschnitt abgefischt wurde. Auf diese Weise wurden beinahe 100 Fische (Elritzen, Bachforellen und Weisslinge) gefangen und weiter unten wieder ausgesetzt. Trotz dieser Aktion musste der zuständige Polier der Firma Kästli, Daniel Baumann, noch Fische vor der Baggerschaufel in Sicherheit bringen. Anlässlich der Einweihung wurden zusätzlich Fische neu ausgesetzt. Die Gemeindebetriebe Worb und der lokale Natur- und Vogelschutzverein leisteten gemeinsam einen wertvollen Beitrag zur Renaturierung des Steckibaches; diese Verdienste wurden an der Einweihung entsprechend verdankt.

Wer den Weg zum Steckibach nicht scheut, wird feststellen, dass ein neuer Rastplatz mit zwei Sitzbänken erstellt wurde, mit bester Sicht auf den renaturierten Bachlauf. Und wer Glück hat, kann Feldhasen und ein Turmfalken- oder Schleiereulenpaar entdecken, welches am Steckibach gerade seine Jungen grosszieht. Ausserdem erklären viele Hinweisschilder die Pflanzen- und Vogelvielfalt; zum Leidwesen der Initianten wurde jedoch bereits wieder ein Schild mutwillig zerstört.

Nach diesem grossen Renaturierungsaufwand des Steckibaches wünschen sich alle Beteiligten einen sorgfältigeren und respektvollen Umgang mit dieser ökologisch wertvollen Landschaft!