ALLMENDINGENBach wird renaturiertDer Steckibach wird ökologisch aufgewertet. Den Beitrag von Allmendingen an das Projekt zahlt ein Sponsor.Mit nur zwei Gegenstimmen ist das Projekt einer Renaturierung des Steckibachs an der Gemeindeversammlung angenommen worden. Noch in diesem Jahr können auf der 85 Aren grossen Parzelle zwischen Steckibach und Bahnlinie das Bachbett ausgeweitet sowie Blumenwiesen, Stauden und Hecken angepflanzt werden. Das Projekt kostet 170'000 Franken, Allmendingen muss aber nichts zahlen. Der Kanton leistet nämlich einen Beitrag von 153'000 Franken, die Gemeinde Worb zahlt 2000 Franken und von der Firma Kästli erhält Allmendingen einen Sponsorenbeitrag von 15'000 Franken. Damit sind die Kosten vollumfänglich gedeckt. Die Gemeinde bleibt aber Bauherrin und muss das Projekt bis zum Eintreffen der verschiedenen Beiträge vorfinanzieren. bw |
ALLMENDINGENSteckibach «ellenbögelt» sich durch die LandschaftFür die Fische, gegen das Hochwasser: Der Allmendinger Gemeinderat präsentierte den renaturierten Steckibach.Peter Steiger Wie feiert man ein neues Bachbett? Man leert Wasser und Fische hinein. Weil der Bach renaturiert ist und sich somit selbst um sich und seine Bewohner kümmern kann, hat er die Forellen und Elritzen eigentlich gar nicht nötig. Aber indem die jungen Fischlein ins Wasser sprangen, kamen die Tiere zu einer artgerechten Umgebung und die Gäste der Renaturierungsfeier zu einem symbolischen Akt. In Allmendingen freut man sich über den abgeschlossenen Umbau des Steckibachs. Nachdem die Arbeiten fertig und die Pflanzen angewachsen sind sowie das erste Hochwasser das neue Bett getestet hat, präsentierte der Gemeinderat das kommunale Naturschutzgebiet. Freut die UmweltHans Walther vom Kantonalen Fischerei-Inspektorat sorgte mit einem guten Dutzend Jungfische für Zuwachs im Steckibach. Er beglückwünschte die Allmendinger zur neuen Naturschutzinsel. Das «schöne Haus» für Fische», so Walther, biete auch vielen anderen zum Teil bedrohten Tieren ökologische Nischen. Die Allmendinger Stimmberechtigten haben kürzlich ein grösseres Renaturierungsprojekt an der Aare abgelehnt. Umso mehr freute sich der Leiter des Steckibach-Umbaus, über ein gelungenes Projekt zu berichten. Landschaftsplaner Samuel Kappeler wies darauf hin, dass man sich heute beim Landschaftsschutz nicht mehr bloss mit extensiv genutzten Wiesen begnüge, sondern eine vernetzte Gesamtschau anstrebe. Sich für die Natur wehrenWährend der dreimonatigen Bauarbeiten hat man auf 140 Metern die vorher mit Steinen befestigte Sohle des Bachs herausgeholt, Kiesflächen geschaffen und neues Ufergehölz gepflanzt. Statt durch einen begradigten Lauf mäandert der Steckibach nun. Der Bach «ellenbögelt», wie sich Heinz Roth vom Tiefbauamt des Kantons Bern ausdrückte. Den Ellenbogen brauchen, sich für die Natur wehren, das sei eine der wichtigsten Aufgaben des Landschaftsschutzes, erklärte der Fachmann. Beim kleinen Naturschutzgebiet bei der Hubelweid gleich neben der Bahnlinie hat man jedoch nicht nur an die Tiere und Pflanzen, sondern auch an die Menschen gedacht. Holzbänke laden zum Verweilen ein, Kehrichtbehälter erinnern ans Entsorgen. Freut die GemeindekasseRund 200'000 Franken hat das Projekt gekostet. Die Allmendinger Gemeindekasse wird allerdings nicht belastet: 50 Prozent der Bausumme bezahlt der Kanton, 40 Prozent kommen aus dem Renaturierungsfonds, einer Geldquelle, die durch die Wasserzinsen der Kraftwerke gespiesen wird. Die restlichen 10 Prozent übernimmt die Firma Kästli AG. Das Unternehmen hat die Bauarbeiten ausgeführt, betreibt auf Rubiger Boden eine Kiesgrube und versteht die finanzielle Geste als Gegenleistung an die Allmendinger Bevölkerung für die Immissionen, die durch den Kiesabbau entstehen. |
