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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Oeffentlicher Verkehr - Region Münsingen, Belp, Konolfingen: «Tangento», «Moonliner» etc.

(«Connecto» (Worb-Beitenwil-Vielbringen-Rüfenacht) unter Ortsbus Worb).

BZ. 6. Januar 2000

«MOONLINER» NACH KONOLFINGEN

Emmentaler Bus rollt langsam an

Vielleicht startet dieses Jahr der elfte «Moonliner» ins Umland von Bern: Die Arbeiten für den Nachtbus nach Konolfingen und Langnau gedeihen wenn auch langsamer als ursprünglich geplant.

Stephan Künzi

Es geht alles etwas länger mit dem öffentlichen Verkehr im Emmental. Nicht nur beim Bäre-Abi, das nicht wie gewünscht bereits im letzten November eingeführt wurde, sondern erst Ende Mai ins Emmental ausgedehnt wird: Die Pläne, an den Wochenenden einen Nachtbus von Bern über Konolfingen nach Langnau fahren zu lassen, kommen ebenfalls nicht im gewünschten Tempo voran.

Als das Vorhaben im Frühjahr 1999 erstmals breiter diskutiert wurde, erwarteten die Initianten aus dem Planungsverband Kiesental jedenfalls bereits für den Sommer erste greifbare Resultate. Konkret geworden ist bis heute wenig - ausser, dass die Städtischen Verkehrsbetriebe in Bern (SVB) nun berechnen, was ein solcher Bus kosten würde. Die SVB haben Erfahrung: Seit zwei Jahren laufen hier die Fäden der Nachtlinien in der Region Bern zusammen.

Hans Schäfer, Geschäftsführer des Planungsverbandes Kiesental, nimmt die Verspätung gelassen. «Wir waren etwas gar optimistisch», sagt er - und stellt gleich den nächsten Zeitrahmen auf: Irgendwann im laufenden Jahr könnte der Nachtbus fahren. Sofern die betroffenen Gemeinden das Defizit tragen.

Drei Varianten

Drei Varianten, zwei billigere und eine teurere, stehen zur Debatte. Allen ist gemeinsam, dass Konolfingen, Grosshöchstetten und Schlosswil angefahren werden. Bei den zwei billigeren, von denen eine einen Bogen nach Biglen macht, endet die Fahrt in dieser Region. In der teureren gehts weiter nach Zäziwil, Signau und Langnau.

Noch kann SVB-Direktionsassistent Hans Konrad Bareiss keine Zahlen nennen. Allzu viel wird der Bus indessen nicht kosten. Als 1993 der Nachtbus erstmals nach Thun fuhr und damit erstmals die engere Region Bern verliess, verlangten die Betreiber von den Aaretaler Dörfern eine Defizitgarantie von gerade mal 12'000 Franken pro Jahr. Heute stehen die Stadt und 30 Gemeinden rund um Bern zusammen für ein Defizit von 140'000 Franken gerade. Allerdings wurde dieser Betrag 1998 und 1999 nicht ausgeschöpft, wie Bareiss sagt.

Die SVB wollen den neuen Nachtbus als elfte Linie ins heutige Netz integrieren. Er fährt als «Moonliner», Fahrpreise und Abfahrtszeiten am Bahnhof in Bern werden aufeinander abgestimmt. Das hat für all jene Vorteile, die nicht im Stadtzentrum ausgehen, sondern zuerst mit so genannten Shuttlebussen an den Bahnhof fahren und dort in den Bus nach Langnau umsteigen. Sie haben Anschluss - und sie lösen nur ein Billett.

Einzig in der Buchhaltung soll die neue Linie vorerst separat laufen. Sonst müssten die Stadt und die 30 am heutigen Moonliner-Defizit beteiligten Agglogemeinden allesamt ja zur neuen Linie sagen. Das gibt Aufwand, und den wollen die SVB für einen Betrieb, der vorerst nur ein Versuch sein soll, vermeiden.

Der Bund, 24. Januar 2001

ÖFFENTLICHER VERKEHR

Offene Fragen zur Finanzierung

Bereits ab November soll nach Plänen der Regionalen Verkehrskonferenz der Bus von Konolfingen über Münsingen und Belp zum Flughafen fahren. Immer noch zu reden gibt aber in den Gemeinden die Finanzierung des Betriebs.

mas. Für Marco Rupp, Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) Bern-Mittelland, ist der Fahrplan für die geplante Buslinie klar: Im November soll der Startschuss für die dreijährige Versuchsphase fallen. Konolfingen, Tägertschi, Münsingen, Rubigen, Belp und der Flughafen werden im Stundentakt zwischen 6 und 19 Uhr miteinander verknüpft sein. Umwege über Bern oder Thun gehören dann der Vergangenheit an. «Sollte die Versuchsphase erfolgreich sein, wird die Buslinie ins Grundangebot des kantonalen öffentlichen Verkehrs aufgenommen», sagte Marco Rupp an der Korridorkonferenz vom Montag.

Wer bezahlt wem was?

Die Gemeindevertreter äusserten allerdings Bedenken bezüglich des neuen Angebots. Insbesondere die Finanzierung wirft Fragen auf: Martin Joder, Konolfingens Finanzverwalter, findet den Aufwand von jährlich 64'000 Franken für seine Gemeinde zu hoch (siehe Box): Es stelle sich die Frage, ob die Emmentaler Gemeinden, deren Bewohner den Bus auch benützen werden, in die Finanzierung eingebunden werden könnten. Rupp erklärte, dass primär jene Gemeinden zahlen müssen, auf deren Gebiet die Haltestellen stünden. Daniel Burkhalter, Gemeindepräsident von Tägertschi, gab zu bedenken, dass die Buslinie für den Bahnhof Tägertschi eine Konkurrenz darstellen könnte. Zudem bezahle seine Gemeinde bereits einiges an die S-Bahn-Strecke Bern-Konolfingen.

Belp stellt Bedingungen

Für Kurt Stohler, Belper Gemeindeschreiber, ist klar: «Wenn die neue Buslinie nach der Versuchsphase kostenneutral ins Grundangebot des öffentlichen Verkehrs übernommen werden kann, gibt es für das Kreditbegehren an der Gemeindeversammlung kein Problem.» Allerdings fordere Belp vom Kanton, 70 Prozent der Kosten des Airliners sowie 60 Prozent derjenigen des Ortsbusses zu übernehmen.

Einige Münsinger Bürger votierten dafür, den Busbetrieb sofort ans öffentliche Verkehrsnetz anzuschliessen. Damit hätte das Bäreabi Gültigkeit, lautete das Argument. Rupp erklärte aber, dass die Buslinie in der Versuchsphase rentieren müsse.

Die Mitwirkungsfrist für die Gemeinden läuft am 28. Februar ab. Bis dahin müssen sie der RVK eine schriftliche Stellungnahme abgeben und bereit sein, das Kreditbegehren für den Versuchsbetrieb vor die Gemeindeversammlungen zu bringen.

Die Kosten

mas. Die Gesamtkosten für den Busbetrieb Konolfingen-Flughafen während der voraussichtlich dreijährigen Versuchsphase ab November 2001 belaufen sich auf jährlich 800'000 Franken. Mit den Einsparungen beim Airliner und dem Ortsbus in Belp reduziert sich dieser Betrag um 290'000 Franken pro Jahr. Von den verbleibenden 510'000 Franken übernimmt der Kanton 170'000 Franken. Durch Billetteinnahmen kommen 102'000 bis 154'000 Franken zusammen. Die restlichen 186'000 bis 238'000 Franken müssen von den Gemeinden bestritten werden: Konolfingen zahlt maximal 64'000 Franken oder 27 Prozent an die Betriebskosten. Belp übernimmt 47'600 Franken (20 Prozent). Münsingen steuert 85'700 Franken (36 Prozent) bei. Tägertschi beteiligt sich mit 11'900 Franken (5 Prozent) und Ruhigen mit 28'500 Franken (12 Prozent).

BZ, 9. März 2001

Konolfingen-Münsingen-Belp

Gemeinden äussern sich positiv zum Busbetrieb

Mit der Kostenverteilung sind die Gemeinden nicht einverstanden, aber das Projekt soll nicht daran scheitern.

Die meisten beteiligten Gemeinden äussern sich grundsätzlich positiv zur geplanten Busverbindung Konolfingen-Münsingen-Belp. Bis Ende Februar konnten sie zum Konzept Stellung nehmen. Einzig die Finanzverteilung werde nicht von allen akzeptiert, erklärt Marco Rupp, Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK4).

So haben vor allem die kleinen Gemeinden bei ihrem Vernehmlassungsbericht den Finger auf die Kosten gelegt. «Natürlich möchten wir die Buslinie und damit einen besseren Anschluss an den öffentlichen Verkehr», erklärt Marianne Gerber, Gemeinderätin von Tägertschi, «aber wir vermögen sie nicht.» Tägertschi müsste sich mit fünf Prozent an den Gesamtkosten beteiligen. Dies ist der kleinste Anteil und entspricht voraussichtlich einem Betrag zwischen 9'000 und 11'900 Franken pro Jahr. Laut Gerber sprengt dieser das Budget von Tägertschi. Dass der Bus nicht bis zum Bahnhof fahren wird, kritisiert die Gemeinde in ihrem Bericht nicht. «Uns ist klar, dass diese Forderung nicht zu erfüllen wäre», so Gerber.

Auch Rubigen ist der Bus zu teuer. «Für uns ist diese Verbindung wünschenswert, aber nicht notwendig», fasst Rubigens Gemeindeschreiber Ernst Wüthrich die Situation zusammen. Die Gemeinde wäre mit zwölf Prozent an den Kosten beteiligt. Bis zu 28'500 Franken könnte das bedeuten. Würden diese Kosten mit dem Nutzen verglichen, so sei der Betrag zu hoch, sagt Wüthrich. Schliesslich sei Rubigen bereits gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Von den grösseren beteiligten Gemeinden hat sich auch Konolfingen Gedanken über die Finanzierung gemacht. «Im Vergleich zu Belp ist unser Anteil zu hoch», bemängelt Susanne Brechbühl, Gemeindepräsidentin von Konolfingen, das Konzept. Marco Rupp von der Verkehrskonferenz relativiert aber den Beitrag von Belp: «Belp muss noch für die Finanzierung des Airliners aufkommen.»

Münsingen erklärt sich mit dem Konzept einverstanden. Fehlt nur noch Belp. Die Gemeinde hat sich vom Termin der Vernehmlassungsfrist Ende Februar nicht beeindrucken lassen und das Thema für die Gemeinderatssitzung von Mitte März traktandiert. Ihr Bericht wird wohl positiv ausfallen. Die Gemeinde hat bereits eine zustimmende Haltung signalisiert. Auch die Parteien haben sich in ihrem Bericht positiv geäussert.

Der Start des Versuchsbetriebes ist auf November dieses Jahres angesetzt. «Bis jetzt ist noch keine Verzögerung des Projektes in Sicht», erklärt Rupp.

bw

BZ, 18. Mai 2001

KONOLFINGEN-BELP

Kanton übernimmt Busprojekt

Der Start des Versuchsbetriebs von Belp nach Münsingen und Konolfingen ist auf das nächste fahr verschoben.

Die geplante Buslinie von Konolfingen via Münsingen nach Belp und Belp Flughafen hat einen weiteren Schritt vorwärts gemacht. Im Amtsblatt des Kantons Bern ist sie nun öffentlich ausgeschrieben worden. Damit liegt die Federführung des Projekts nicht mehr bei der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK), sondern beim kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr (AöV). Die Verteilung der Kosten unter den Gemeinden bleibt aber weiterhin Sache der RVK. Beim Mitwirkungsverfahren hatten sich vor allem Tägertschi, Rubigen und Konolfingen über die hohen Kosten oder deren Verteilung gewehrt. Eine genauere Abschätzung des finanziellen Aufwandes für die Gemeinden lässt sich gemäss Amt für öffentlichen Verkehr erst Mitte August 2001 vornehmen.

Er gehe davon aus, dass sich die Kosten für die Gemeinden eher im oberen Bereich der bestehenden Schätzung bewegen, teilt der Kanton mit. Die Auftragsvergabe wird voraussichtlich Mitte September 2001 erfolgen. Erst dann können auch die Haltestellen und die genaue Linie festgelegt werden. Eines der Hauptprobleme wird dabei das Einhalten des Fahrplanes während der Stosszeiten sein. Die Staus in Münsingen zu diesen Zeiten sind bekannt.

Der Start des Versuchsbetriebes ist inzwischen verschoben worden. Im Februar war noch die Rede vom November dieses Jahres gewesen. Neu wird nun mit der Aufnahme des Betriebes im April 2002 gerechnet.

bw

Wochenzeitung, 14. Juni 2001

KONOLFINGEN

Bald ein Bus nach Belp

wrz. Der geplante Busbetrieb Konolfingen - Münsingen - Belp hat eine weitere Hürde genommen.

Mit dem Bus direkt von Konolfingen zum Flughafen Bern-Belpmoos? Kein Problem mehr, wenn im Herbst 2001 auch die Gemeinde Belp ja sagt zum dreijährigen Versuch des Busbetriebes Konolfingen - Münsingen - Belp. Das Konzept sieht vor, die drei Orte im Stundentakt miteinander zu verbinden. Falls Belp abwinkt, wird die Verbindung auf Konolfingen - Münsingen reduziert. Marianne Fässler, Ressortchefin öffentlicher Verkehr, erinnerte daran, dass bereits in den Fünfzigerjahren ein Busbetrieb zwischen Konolfingen und Münsingen bestand und rief erfolgreich auf, diese Verbindung wieder aufzunehmen: «Wirtschaftlich gehört Konolfingen zur Gross-Agglomeration Bern, wozu auch das Aaretal zählt. Jeden Tag pendeln hunderte von Personen zur Arbeit, Schule und Studium Richtung Aaretal-Bern. Mit der Schliessung des Spitals Oberdiessbach ist Münsingen zum «Hauptspital» für die Gemeinde Konolfingen geworden. Mit einer öffentlichen Verkehrsverbindung wird auch dieses Spital für Nichtautomobilisten erreichbar.»

Der Kredit von maximal 252'000 Franken wurde gewährt. Die Betriebsaufnahme ist auf den 21. April 2002 vorgesehen. Die Streckenführung soll auch Konolfingen-Dorf beinhalten, allerdings ohne Anspruch auf Anschlussverbindungen im Bahnhof Konolfingen.

BZ, 22. August 2001

MÜNSINGEN

Freie Fahrt für den Bus

Münsingens Stimmbürger stehen hinter dem Regionalbus Konolfingen-Münsingen-Belp. Er startet im Frühling.

Insgesamt 27 Haltestellen soll der künftige Regionalbus auf der gut 22 Kilometer langen Strecke zwischen Konolfingen, Münsingen und Belp dereinst bedienen, und damit die drei Zentren näher zusammenbringen. «Die wirtschaftlichen und übrigen Verknüpfungen zwischen den drei Ortschaften haben in den letzten Jahren stark zugenommen», begründete Gemeinderat Ueli Dubs das Anliegen; die drei Gemeinden mit einer regionalen Buslinie zu verbinden. Dieser Meinung schlossen sich auch Münsingens Stimmbürger an der Gemeindeversammlung an. Diskussionslos hiessen sie einen Kredit von 230 000 Franken für einen dreijährigen Versuchsbetrieb gut. Der Fahrplan sieht zwischen 6 Uhr (Sonntag 8 Uhr) und 19 Uhr an sieben Tagen in der Woche einen Stundentakt vor. Die Betriebsaufnahme ist im April 2002 vorgesehen. sku

BZ, 11. April 2002

KONOLFINGEN-MÜNSINGEN-BELP

Der neue Bus ist startklar

Ab 21. April ist der Tangento unterwegs. Dieser Bus verbindet Konolfingen mit Münsingen und Belp. Der Belper Ortsbus heisst neu Busbelp und wird wie Tangento und Airliner von Bernmobil betrieben.

Brigitte Walser

Noch zehn Tage bis zum Start. Am Sonntag, 21. April, um 6.03 Uhr fährt der erste Bus beim Konolfinger Bahnhof los Richtung Münsingen, Rubigen bis zum Bahnhof Belp und trifft schliesslich nach 32 Haltestellen um 6.52 Uhr beim Flughafen ein. Wer am Eröffnungstag mitfährt, fährt gratis, danach zahlt ein Erwachsener für diese Strecke Fr. 9.80. Billette sind beim Buschauffeur oder an jedem Bahnhof erhältlich. Halbtaxabo, GA und BäreAbi sind gültig. Der Bus, der im Stundentakt fährt, heisst Tangento und ist «unser jüngstes Kind», sagte Hans-Rudolf Kamber von Bernmobil am gestrigen Medienanlass. Auch der Ortsbus Belp und der Airliner werden neu von Bernmobil gesteuert. Die Buschauffeure, die bisher von der BLS angestellt waren, fahren nun für Bernmobil.

Versuch für zwei Jahre

An die neue Buslinie stellt der Konolfinger Gemeinderat Paul Schmalz hohe Erwartungen: «Der Tangento ist unser Flugi- und Spitalbus», denn er verbinde seine Gemeinde mit Flughafen und Spital Münsingen. «Die Velofahrt nach Münsingen ist auch nicht mehr nötig, wir haben jetzt den Badibus», fuhr er fort. Weiter erhofft er sich vom «Antistaubus», dass er Pendler zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr ermuntere. Und: «Münsinger können mit dem Nebelbus zu uns fahren, um die Sonne zu geniessen». Sein Amtskollege aus Tägertschi. Marcel Steck, erhofft sich durch den Bus eine Attraktivitätssteigerung seiner Gemeinde.

Noch ist aber der Tangento nicht definitiv im Angebot. Er wird für zweieinhalb Jahre als Versuch geführt. Dabei übernimmt der Kanton einen Drittel der Kosten, den Rest - 227'000 Franken pro Jahr - müssen die betroffenen Gemeinden bezahlen. Erreicht der Bus in dieser Zeit einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent, kann er vom Grossen Rat ins Grundangebot aufgenommen werden. Die Gemeinden würden dann finanziell entlastet.

Schwachpunkte

An der gestrigen Medienkonferenz kamen auch Schwachpunkte der neuen Linie zur Sprache. «Wir haben Respekt vor dem Stau in Münsingen und Belp», tönte Kamber von Bernmobil an. Die Anschlüsse könnten dadurch gefährdet werden. «Die Fahrzeiten sind sehr knapp berechnet.» Aus diesem Grus wurde auch die Schlaufe nach Konolfingen Dorf gestrichen. Gar nicht zu Gemeinderats Paul Schmalz Freude: «Wir haben den Bus unseren Stimmbürgern als Ortsbus verkauft.» Diese hätten dem Kredit im Glauben zugestimmt, dass diese Schlaufe gefahren werde. Auch Belp muss einige Negativpunkte hinnehmen: Hatte bisher der Ortsbus den Schülertransport übernommen, so ist das mit dem neuen Fahrplan nicht mehr möglich. Belp muss den Schülertransport neu regeln und hoffen, dass ab nächstem Jahr der Stundenplan dem Tangento angepasst werden kann.

Der Bund, 11. April 2002

ÖFFENTLICHER VERKEHR

Der Tangento ist startbereit

Ab 21. April verbindet der neue Regionalbus Tangento die Regionalzentren Konolfingen, Münsingen und Belp und den Flughafen. Gleichzeitig startet der Ortsbus Belp unter dem neuen Namen BusBelp; Änderungen gibts auch beim Airliner.

BARBARA STEINER

Chauffeur Thomas Bendoza scheint sich bereits ganz heimisch zu fühlen am Steuer des himbeersorbetfarbenen Fahrzeugs: «Toll» sei es, damit zu fahren, rühmt er. Heute sind seine Passagiere noch Vertretende von Behörden und Presse - die Betreiberin Bern Mobil hat zu einer Probefahrt mit dem Tangento eingeladen. Ab übernächstem Sonntag gilt es dann ernst: Täglich wird der neue Regionalbus künftig im Stundentakt von 6.03 Uhr bis 19.03 Uhr zwischen Konolfingen, Tägertschi, Münsingen, Rubigen, Belp und dem Flughafen unterwegs sein. 11,8 Kilometer lang ist die Strecke laut Bern-Mobil-Netzmanager Hans Konrad Bareiss, bedient werden 32 Haltestellen, die Fahrt von Konolfingen zum Belper Bahnhof dauert gemäss Fahrplan 35 Minuten.

Konolfingen ohne Schlaufe

Geradezu begeistert zeigt sich der Konolfinger Gemeinderat Paul Schmalz vom neuen Angebot: Dass der Tangento als «Flugi-Bus»Konolfingen nun mit dem Flughafen verbinden werde, sei vorab für die im Dorf ansässigen international tätigen Firmen wichtig: Als Transportmittel zum Spital Münsingen dürfte der Tangento aber auch der Spitalbus und für Besuchende des Schwimmbads Münsingen und für Aareschwimmende der Badibus werden. Münsinger und Belper wiederum könnten ihn als Nebelbus nutzen, wenn sie jeweils aus dem Grau nach Konolfingen reisten, um etwas Sonne zu geniessen. Zum Lob gesellt sich Kritik: In Konolfingen sei der Tangento als Ortsbus angepriesen worden. Die angekündigte Schlaufe nach Konolfingen-Dorf fehle nun aber. Dies müsste korrigiert werden. Schmalz kann hoffen: «Wir werden alles daransetzen, wenn immer möglich die Schlaufe zu fahren», versichert Hans-Rudolf Kamber, Direktor von Bern Mobil.

Bus mit Stauvorteil

Höchst willkommen ist der Tangento auch in Tägertschi: «Er bringt uns die längst nötigen Verbindungen nach Konolfingen und Münsingen», erklärt Gemeinderat Marcel Schenk - und verweist, unter anderem auf die Kinder, die in Münsingen die Sekundarschule besuchen. Endlich werde zu den Längsachsen des öffentlichen Verkehrs eine Querverbindung geschaffen und so ein Netz geknüpft, meint die Münsinger Gemeinderätin Senta Scheidegger. Sie hat eine Überraschung auf Lager: Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt sollen öffentliche Verkehrsmittel am nördlichen Rand von Münsingen als Versuch auf die Gegenfahrbahn ausweichen dürfen, kündet sie an. Eine Ampel soll ihnen dort freie Bahn verschaffen.

Wermutstropfen in Belp

Die Staus in Belp und Münsingen waren zwei der Knacknüsse, welche die Bern-Mobil-Verantwortlichen bei der Ausgestaltung des Tangento-Fahrplans zu berücksichtigen hatten. Anspruchsvoll machte die Aufgabe auch, dass in Konolfingen, Münsingen, Rubigen und Belp Anschlüsse an die S-Bahn gewährleistet sein sollen. Attraktive Verbindungen könnten beispielsweise auch Ruhiger, die auf der anderen Seite der Aare arbeiteten, auf den Tangento umsteigen lassen, vermutet Gemeinderat André Künzi. Für Rubigen habe der Bus aber klar weniger Bedeutung als für Konolfingen, Tägertschi und Münsingen. Mit gemischten Gefühlen scheint Belp den Neuerungen entgegenzublicken. Künftig fährt nicht nur der Tangento ins Dorf - neu betreibt Bern Mobil auch den bisherigen Ortsbus als BusBelp. Positiv sei, dass das Riedli künftig besser erschlossen und das Spital ans Netz angeschlossen werde, stellt Gemeindeschreiber Kurt Stohler fest. Die Viehweid hingegen bezeichnet er als «Verliererin» - unter anderem, weil BusBelp-Benutzende über die stark befahrene Strasse zur Haltestelle gelangen müssten und ohne Schlaufe durchs Dorf zum Bahnhof gefahren würden. Für Schülertransporte entschädigt Belp Bern Mobil bis Ende Schuljahr noch zusätzlich - später soll versucht werden, den Stundenplan dem Busfahrplan anzupassen.

Versuch bis 2004

Bis Ende 2004 gilt der Tangento als Versuchsbetrieb; der Kanton trägt einen Drittel der Kosten von jährlich rund 580'000 Franken, die Gemeinden haben 227'000 Franken zu übernehmen. Erreicht die Linie einen Kostendeckungsgrad von mindestens 20 Prozent, kann sie ins öV-Grundangebot aufgenommen werden. Ebenfalls als Versuchsbetrieb läuft der Airliner weiter. Auch ihn betreibt ab 21. April Bern Mobil - auf einer leicht abgeänderten Route und ohne Abendkurse. Das Grounding von Swisswings habe keinen Einfluss auf den Airliner-Versuch, sagt Daniel Schwarz, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für öffentlichen Verkehr. Einerseits sei sie ja nicht die einzige Gesellschaft, die Bern-Belp anfliege, und es sei davon auszugehen, dass ihre Linien zumindest zum Teil von anderen Gesellschaften übernommen würden. Andererseits transportiere der Airliner nicht nur Fluggäste, sondern auch Mitarbeitende des Flughafens und des Airport Business Centers und Besuchende des Naherholungsgebiets.

Landbote, 18. April 2002

«TANGENTO» vernetzt Region

Der Regionalbus von Konolfingen zum Flughafen Bern-Belpmoos und «BusBelp» starten ihre Betriebe. Der Airliner fährt auf erweiterter Strecke.

Regina Gerber .

Ab 21. April 2002 betreibt BERNMOBIL den neuen Regionalbus TANGENTO, den Ortsbus Belp unter dem Namen «BusBelp» sowie den Airliner. «TANGENTO» verbindet die Zentren Konolfingen, Münsingen, Rubigen, Belp und den Flughafen Bern-Belpmoos. «Die Kurse fahren täglich zwischen 6.00 und 19.00 im Stundentakt», informiert Hans Konrad Bareiss, BERNMOBIL.

Der neue Regionalbus bediene 32 Haltestellen zwischen Konolfingen und dem Flughafen. Er ermögliche die Anschlüsse auf die S-Bahn in Konolfingen und Belp sowie auf die Interregio- und Regionalzüge Konolfingen - Langnau / Luzern. Eine Reise von Belp nach Konolfingen dauere per Bus nur mehr 35 Minuten. Denn der Umweg über Bern falle weg. Zudem fördere die bessere Verbindung zum Flughafen internationale Kontakte. «BusBelp» erschliesse neu das Wohnquartier Riedli sowie das Spital. Der Kurs in Richtung Riedli fahre vom Montag bis Freitag zwischen 6.00 und 19.00. «Der Fahrplan für die Fahrten zum Spital richtet sich hauptsächlich nach den Besuchszeiten.» Zudem biete «BusBelp» einen neuen Rundkurs an: Bahnhof - Eissel - Bahnhof, montags bis freitags, ebenfalls von 6.00 bis 19.00.

Der Airliner sei täglich von 6.00 bis 19.00 in Betrieb. Während der Woche gelte der Halbstundentakt, am Wochenende der Stundentakt. «Alle drei Buslinien akzeptieren Halbtax- und Generalabonnement sowie das BäreAbi», sagt Bareiss aus. Mitte April erhielten alle Haushalte Broschüren mit Fahr- und Linienplänen und Tarifen.

«Die neuen Busangebote sind bis zum Dezember 2004 Versuchsbetriebe»., berichtet Hans Rudolf Kamber, Direktor der BERNMOBIL. Während dieser Zeit gelte es, Bedürfnissen von Fahrgästen im Rahmen der finanziellen und verkehrstechnischen Mittel nachzukommen. «Die Zufriedenheit unserer Fahrgäste liegt uns am Herzen.»

Der zum Teil dichte Verkehr stelle für «TANGENTO» eine Schwierigkeit dar. «Kann der vorgegebene Zeitplan wegen der Staus nicht eingehalten werden, sind die Anschlüsse an die Bahn nicht mehr gewährleistet», fürchtet Kamber. «Wir suchen gemeinsam mit dem Kanton und den Gemeinden nach Lösungen.»

«Es ist an der Zeit, das Zentrum Konolfingen durch ein öffentliches Verkehrsmittel wie «TANGENTO» mit den umliegenden Orten zu verknüpfen», äussert sich der ortsansässige Gemeinderat Paul Schmalz. Er hoffe, die Buslinie bis ins Dorfzentrum werde verkehrstechnisch möglich sein.

«Durch «TANGENTO» ist auch der untere Dorfteil von Tägertschi erschlossen», freut sich der Gemeinderat Marcel Steck. Dies bedeute nicht zuletzt einen Vorteil für die Sekundarschüler, deren Schulweg nach Münsingen führe.

Die neue Buslinie vernetze die Gemeinden der Region, zeigt Senta Scheidegger auf. Sie ist Gemeinderätin in Münsingen. «Die Gemeinden erarbeiten gemeinsam ein Angebot, das die Benutzer privater Fahrzeuge auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen lässt.» «TANGENTO» ermöglicht die längst fällige Verbindung mit Belp», äussert sich Gemeinderat Dr. Andre Künzi von Ruhigen. Die Dorfbewohner seien auf attraktive Verkehrsverbindungen angewiesen. Zum Beispiel, um bequem zum Arbeitsplatz zu gelangen.

Der Gemeindeschreiber Kurt Stohler aus Belp bedauert, dass der Ortsbus nur noch den nördlichen Teil der Viehweide erschliesse. «Die stark befahrene Strasse ist vor allem für Kinder und ältere Menschen nicht ungefährlich.»

Der Bund, 19. April 2002

ÖFFENTLICHER VERKEHR

Per Kutsche von Rubigen nach Belp

Schon über 100 Jahre vor der neuen Buslinie Tangento gab es zwischen Aare- und Gürbetal eine Verkehrsverbindung: Von Rubigen fuhr eine Postkutsche nach Belp. Und zwischen Belp und Konolfingen verkehrte bereits vor 50 Jahren ein Bus.

WERNER NEUHAUS*

Sieben Dampfzüge an Werktagen und neun an Sonntagen bot die damalige Schweizerische Centralbahn (SCB) an, als sie am 1. Juli 1859 die einspurige Bahnstrecke von Bern über Münsingen nach Thun eröffnete. In den Sommermonaten brausten jeweils noch zwei Schnellzüge ohne Halt durch das Aaretal. An einzelnen Tagen verkehrte als letzte Abendverbindung ein Luxuszug Interlaken-Calais mit Wagen erster Klasse.

Zahlreiche Postkutschenkurse ergänzten die Aaretal-Bahnstrecke. So war es beispielsweise möglich, von Rubigen aus dreimal täglich in einer guten halben Stunde nach Belp zu fahren. Ab Bern führten damals Postkutschenkurse zweimal täglich nach Kehrsatz-Riggisberg-Gurnigel und einmal täglich nach Kehrsatz-Belp-Rüeggisberg. Zudem verbanden seit dem 1. Juli 1894 fünf Pferdeomnibusse pro Tag Wabern mit Belp-Steinbach.

Bahnprojekt Belp-Gümligen

Bevor die normalspurige Gürbetalbahn 1901/1902 ihren Betrieb aufnehmen konnte, floss viel Wasser die Gürbe hinunter. Bereits im Januar 1874 hatte ein «Brünigbahn-Comité» die Konzession zum Bau und Betrieb einer normalspurigen Linie erhalten, die von Bern aus über Belp nach Thun und dann weiter über den Brünig bis nach Luzern geführt hätte. Zur Verwirklichung dieser Pläne fehlte aber das Geld. In Toffen bildete sich im Februar 1891 ein weiteres Komitee, das eine schmalspurige Bahnlinie durchs Gürbetal projektierte.

Der Belper Tuchfabrikant Rudolf Bay-Ammann schlug seinerseits eine elektrische Trambahn Bern-Belp sowie eine normalspurige Strecke von Belp quer übers Belpmoos nach Gümligen (mit Anschluss an die Aaretal-Bahnlinie) vor. Die Linienführung wurde, im «allgemeinen Bericht» wie folgt beschrieben: «Die projektierte Bahn würde bei der Station Gümligen der S.C.B.-Linie Bern-Thun abzweigen in der Richtung gegen das sogenannte Krummholz, allwo für die Dörfer Krayigen und Allmendingen eine Haltestelle hart an der Strasse Bern-Thun vorgesehen wird. Von hier würde die Linie längs dem Märchligenfeld gegen die Aare abfallen, dieselbe in der Giessmatt überbrücken und sodann auf kürzestem Wege durch die dortige Ebene die Endstation Belp gewinnen.» Erwähnt wurde weiter, dass die «projektierte neue Aarebrücke in leichter Weise auch für den gewöhnlichen Fuss- und Wagenverkehr einzurichten wäre.

Die Konzession für die Lokalbahn Gümligen-Belp wurde 1892 tatsächlich erteilt, und die entsprechenden Planungsakten ruhen noch heute im Staatsarchiv des Kantons Bern und im Bundesarchiv. Trotz mehrmaligen Fristenverlängerungen kam die Bahn nie über das Planungsstadium hinaus.

Bei weitem kein Stundentakt

Die Eröffnung der Gürbetalbahn 1901/1902 veränderte die Verkehrsgeografie grundlegend. Die Postautokutschenkurse von Rubigen nach Belp und von Uttigen nach Wattenwil verschwanden von der Bildfläche. Querverbindungen vom Gürbetal ins Aaretal gabs jahrzehntelang keine mehr.

Im Fahrplan 1951/1952, also vor einem halben Jahrhundert, waren dann Postautokurse von Belp auf den Belpberg und von Belp über Münsingen nach Konolfingen mit einer Fahrzeit von rund 35 Minuten enthalten. Allerdings war das Angebot recht dürftig: zwischen Konolfingen und Münsingen fünf Kurse (an Sonntagen kam noch ein sechster hinzu) und zwischen Münsingen und Belp an Werktagen zwei und an Sonntagen drei Kurse - ein Stundentakt lag also noch in weiter Ferne. Immerhin wurden in Konolfingen gute Anschlüsse an die Schnellzüge Richtung Langnau-Luzern vermittelt.

25 Jahre später war die Postautolinie Belp-Münsingen-Konolfingen längst von der Bildfläche verschwunden, dafür bestand damals ab Belp über Kirchdorf-Wichtrach eine Postautoverbindung mit Münsingen. Durchgehende Kurse rundum den Belpberg haben sich aber erst in neuerer Zeit im Sonntagsfahrplan eingebürgert; nun ist es gar viermal im Tag möglich, innert einer Stunde ohne Umsteigen von Münsingen auf den Belpberg zu fahren.

Am Sonntag gratis

TANGENTO

Zum Start der neuen Buslinie besucht ein Infobus Konolfingen, Münsingen, Rubigen und Belp.

bas. Ab Sonntag steht Benutzerinnen und Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel eine neue Buslinie zur Verfügung: Künftig wird der Regiobus Tangento täglich zwischen 6 und 19 Uhr im Stundentakt Konolfingen, Tägertschi, Münsingen, Rubigen, Belp und den Flughafen Bern/Belp verbinden (siehe «Bund» vom 11. April). Am Starttag schickt die Tangento-Betreiberin Bern Mobil einen Infobus auf die Reise. Er steht von 10.45 Uhr bis 11.30 Uhr beim Konolfinger Bahnhof, von 12 bis 12.45 auf den Münsinger Traubenplatz, von 13.15 bis 13.45 Uhr beim Bahnhof Rubigen und von 14.15 bis 15 Uhr beim Bahnhof Belp.

Wie Martin Enz, Marketingleiter bei Bern Mobil, an einer Medienkonferenz ankündigte, sind am Sonntag Fahrten mit dem Tangento gratis. Ab Montag sind Einzelbillette und Mehrfahrtenkarten beim Fahrpersonal zu beziehen. Mehrfahrtenkarten sind auch an den Bahnhöfen Konolfingen, Münsingen, Rubigen und Belp erhältlich. Eine einfache Fahrt von Konolfingen zum Flughafen kostet für Erwachsene zum Beispiel 9.80 Franken, für die Strecke Münsingen-Belp Bahnhof sind 5.20 Franken auszulegen. Halbtaxabo, Generalabo und Tageskarten zum Halbtaxabo sind gültig, das Bäre Abi Zonen 31/38/48 ebenfalls. Für den Transport von Velos gilt der Erwachsenentarif. Fahrplan und Tarife sind unter www.tangento.bernmobil.ch abrufbar.

*Der Autor

dieses Textes ist als Infothekar bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB tätig.

BZ, 15. Februar 2003

REGION

Freie Fahrt für den Bus nach Worb

Zwischenbilanz: Die Regionale Verkehrskonferenz hat die neuen Agglobusse unter die Lupe genommen.

Drei Tangentiallinien in der Region Bern sind in der Testphase, alle drei wurden nun von der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) ausgewertet: Klar ist: Der Bus von Walkringen über das Rüttihubelbad nach Worb soll definitiv eingeführt werden - jedenfalls nach dem Willen der RVK. Diese hat nun beim Kanton den Antrag gestellt, den Bus definitiv ins Grundangebot aufzunehmen. «Die Zahlen sind sehr gut», sagt Marco Rupp, RVK-Geschäftsführer. So gut, dass das Angebot eher noch ausgebaut werden soll.

Vom Bus Belp-Konolfingen, dem Tangento, wurde eine erste Zwischenbilanz erstellt. Der erst seit dem letzten Herbst dauernde Versuchsbetrieb weise ebenfalls «erfreuliche Zahlen» auf, sagt Rupp. Allerdings benötige die Linie noch gewisse Korrekturen. So ist die Auslastung zwischen Konolfingen und Münsingen besser als jene zwischen Münsingen und Belp. Zudem sei der Halbstundentakt beim Flughafen nicht sinnvoll.

Den Bus zwischen Bremgarten und Zollikofen/Worblaufen, im Winter zum ersten Mal gestartet, benutzen bereits rund 300 Personen täglich. Allerdings seien diese Zahlen noch nicht repräsentativ, so Rupp. Eine zweite Erhebung im nächsten Winter soll Klarheit schaffen.

sab

Der Bund, 18. Februar 2003

Betreiber werten Tangento als Erfolg

Erste Bilanz für Querbus Konolfingen-Belp liegt vor

Die Regionale Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK) hat die Resultate von Erhebungen veröffentlicht, welche aufzeigen, wie der am 21. April letzten Jahres eingeführte Querbus Konolfingen-Belp beim Publikum ankommt. Laut diesen Erhebungen durch die Chauffeure haben in den sechs Testwochen pro Tag durchschnittlich 445 Fahrgäste den neuen Bus mit dem Namen Tangento benutzt. Das macht von Montag bis Freitag im Schnitt 16 Passagiere pro Kurs. Die RVK und die Betreiberin des Busses, Bern Mobil, bezeichnen dieses Resultat als noch nicht repräsentativ, da die Erhebung im Sommer durchgeführt worden sei. Erste Erhebungen in den Wintermonaten hätten denn auch ein höheres Fahrgastaufkommen - 18 Personen pro Kurs - ergeben. Die RVK zeigt sich zufrieden mit dem Betrieb. Die Chance sei gross, dass der auf Ende 2004 befristete Versuchsbetrieb definitiv eingeführt werde. Die RVK wird im Herbst dieses Jahres entscheiden, ob sie dem Kanton den Antrag stellt, den «Tangento» ins Grundangebot aufzunehmen. Dafür notwendig ist ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent. Wie hoch er bisher ist, wollte Bern Mobil gestern nicht bekannt geben.

Schlechte Noten für «BusBelp»

Zur Erhebung gehörte auch eine schriftliche Befragung der Passagiere mit Fragebogen. Sie gaben dem Tangento gute Noten, schlechte hingegen dem ebenfalls von Bern Mobil betriebenen Belper Ortsbus («BusBelp»). Als Gründe dafür nennt Bern Mobil den Leistungsabbau im Belper Eisselquartier sowie die schlechte Fahrplanstabilität unter anderem wegen Verspätungen der S-Bahn. Das Unternehmen reagierte auf diese Kritik schon letzten Sommer und schickt den «Airliner» seither morgens und abends jeweils zweimal statt zum Flughafen ins Eisselquartier. Das steigerte auf dieser Schlaufe das Fahrgastaufkommen von 79 auf 115 Personen pro Tag. Ab Ende 2005 soll deshalb die Eissel-Schlaufe in den Spitzenzeiten mindestens im Halbstundentakt befahren werden, während Bern Mobil den Kurs zum Spital wieder aufheben will. Die Erwartungen in diese neue Ortsbuslinie hätten sich nicht erfüllt. (ry)

Auch Bus ab Worb gut benutzt

Auch mit der Auslastung des im Juni 2001 eingeführten Busses Worb-Walkringen zeigt sich die Regionale Verkehrskonferenz zufrieden. Der Kostendeckungsgrad liegt bei 22,5 Prozent und übertrifft damit die Mindestanforderung. Die RVK beantragt deshalb dem Kanton, den Bus im Dezember definitiv ins Grundangebot aufzunehmen. Die Passagierbefragung ergab Kritik bezüglich Fahrplanlücken am Wochenende und nach 19 Uhr. (ry)

Der Bund, 15. März 2003

Bus bis Konolfingen-Dorf

Ab Ende 2004 fährt der Querbus «Tangento» eine Station weiter

Die Einführung von «Bahn 2000» im Dezember 2004 wird für Konolfingen positive Auswirkungen haben: Der «Tangento» erschliesst ab diesem Zeitpunkt neu das Dorf. In Belp hingegen könnte sich das Angebot verschlechtern.

RAINER SCHNEUWLY

Als im letzten April der neue Querbus Konolfingen-Münsingen-Rubigen-Belp eingeführt wurde, herrschte zwar in Konolfingen Freude über das neue Angebot. In diese Freude mischte sich aber auch ein Wermutstropfen: Anders als angekündigt befindet sich der Ausgangs- und Endpunkt der neuen «Tangento»-Linie nicht im Dorf, sondern am Bahnhof. Die Betreiberin des neuen Busses, Bern Mobil, versprach, dies «wenn immer möglich» bald zu ändern, so Direktor Hans-Rudolf Kamber.

Gestern hat nun die Regionale Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK) einen Bericht veröffentlicht, der den neuen «Tangento»-Fahrplan ab Dezember 2004 zeigt. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die SBB mit der Umsetzung des Bahn-2000-Projekts. Die Bahn 2000 verändert nicht nur den nationalen, sondern auch den Fahrplan der S-Bahn Bern. Im Bericht von Bern Mobil ist zu lesen, die «Tangento»-Linie werde ab Dezember 2004 konsequent auf die Bahnanschlüsse in Konolfingen, Münsingen und Ruhigen ausgerichtet. Damit wird auch die Schlaufe vom Bahnhof ins Dorf Konolfingen möglich. Diese drei Knoten Bahn/Bus hätten gegenüber Belp Vorrang, erklärt Marco Rupp, weil es erstens gar nicht möglich sei, den «Tangento»-Fahrplan in allen vier grösseren Ortschaften seiner Route gut an die S-Bahn anzuknüpfen. Zweitens, so der Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz, bestehe in Belp auch ein Ortsbus, in Konolfingen hingegen nicht.

Gemeinden vor die Wahl gestellt

Der neue Fahrplan hat also für Konolfingen, Münsingen und Rubigen positive Auswirkungen - beispielsweise muss man in Münsingen künftig durchwegs nur fünf Minuten warten, wenn man vom Bus von Konolfingen her auf den Zug nach Bern umsteigen will. Für Belp ergeben sich aber laut RVK und Bern Mobil «markante Verschlechterungen». Dies deshalb, weil sich in Belp die S-Bahn-Züge nicht kreuzen werden. Auch reicht die Zeit zwischen Ankunft und Abfahrt der Züge von und nach Bern nicht mehr für die Schlaufe der «Tangento»-Busse ins Eisselquartier. Diese könnten deshalb in Zukunft «nicht mehr wie bisher Aufgaben des Ortsbusses wahrnehmen», heisst es im Bericht.

In dieser Situation stellen RVK und Bern Mobil die Gemeinden Belp und Belpberg vor die Wahl: Entweder nehmen sie eine relative Verschlechterung der heutigen Situation in Kauf und bezahlen gleich viel wie bisher. «Kostenneutrale Variante» nennt das Bern Mobil. Sie sei zwar durchaus «praktikabel», schreibt das Unternehmen, doch ergäben sich Umsteigezeiten von acht Minuten in Richtung Bern. «Das wird von den meisten Betroffenen als zu lange eingestuft.»

Oder aber die Gemeinden finanzieren ein zusätzliches Fahrzeug. Das ermöglicht in diesem Fall die stündliche Erschliessung des Belpbergs und Fahrten zum Flughafen im Halbstunden- statt nur im Stundentakt. Das stetig wachsende Riedliquartier erhält in Spitzenzeiten Halbstundentakt und schlanke Anschlüsse nach Bern. «Kundenorientierte Variante» nennt das Bern Mobil. Mehrkosten dieser zweiten Variante: 30'000 bis 50'000 Franken für Belpberg, das ja mit dem neuen Buskonzept Aaretal/Gürbetal den Anschluss ans Netz des öffentlichen Verkehrs verlieren könnte, rund 100'000 Franken für Belp. Mit der kundenorientierten Variante entfielen für die Gemeinde Belp allerdings weitgehend die bisherigen Kosten für den Extra-Schülertransport. Der Bus hinauf auf den Belpberg würde stündlich zirkulieren.

Mitwirkung bis 16. Mai

Die Gemeinden werden folglich entscheiden, wies herauskommt - bis zum 16. Mai geht nun der Bericht zur Mitwirkung in die Verwaltungen.

BZ, 11. Dezember 2003

KONOLFINGEN

Der Tangento hat in den Stosszeiten Vortritt

Der Tangento-Bus bleibt in Konolfingen während der Stosszeiten im Stau stecken. Damit die Pendler den Schnellzug nicht verpassen, stoppt Andreas Hofer die Autos. In Münsingen regelt das eine Ampel.

Sandra Rutschi

Feierabendverkehr in Konolfingen: Die Autos aus Richtung Münsingen stauen sich an der Kreuz-Kreuzung, weil sie nicht in die Hauptstrasse einbiegen können. Weit hinten sieht Andreas Hofer zwei hoch angebrachte Lichter: den Tangento-Bus. In seiner orangen Weste tritt Hofer auf die Kreuzung, hält die Autos auf der Hauptstrasse an und winkt die gestauten Fahrzeuge von der Nebenstrasse durch. So kann der Tangento, ohne anzuhalten, über die Kreuzung fahren, und die Pendler erreichen gerade noch ihren Anschlussschnellzug nach Bern.

Kaum Widerstand

«Meistens winke ich auch die Autos hinter dem Tangento noch rasch durch. Hin und wieder lässt dann einer von der Hauptstrasse den Motor aufheulen», sagt Hofer schmunzelnd. Das komme aber nur selten vor und sei die einzige Form von Widerstand, die er von den Autofahrern je gemerkt habe. Andreas Hofer ist einer von fünf Frühpensionierten, die im Auftrag der Gemeinde seit August um 17 und 18 Uhr dem Regionalbus den Vortritt verschaffen. «Bernmobil hat die Gemeinde darum gebeten, damit die Fahrgäste wegen des Staus nicht ihren Anschluss verpassen», sagt Paul Schmalz. «Professionelle Securitas wären aber sehr teuer gewesen. Unsere Freiwilligen erhalten ein bescheideneres Entgelt», so der Gemeinderat Ressort Verkehr.

Die Lösung mit den fünf Pensionären sei aber vermutlich nur vorübergehend, weil 2005 der Fahrplan ändere. «Dann sollte der Anschluss weniger knapp berechnet sein», weiss Schmalz. Ausserdem hofft er, dass der Kreuzplatz bald saniert wird, der Verkehr durch einen neuen Kreisel besser fliesst. Die Gemeinde hat für dieses Projekt beim Kanton einen Antrag gestellt.

Andreas Hofer, Christian Moser, Walter Holzer und Walter Dellenbach, Hansueli Hofmann - wurden für ihren Verkehrseinsatz von einem Polizisten geschult. «Er hat uns direkt an der Kreuzung instruiert, wo wir wie hinstehen und wie wir winken müssen», erklärt Hofer. Christian Moser koordiniert die Arbeitseinsätze der Pensionäre. «Zwei von uns waren früher im Gemeinderat, ich selber habe in Kommissionen mitgearbeitet. Ausserdem sind wir alle zuverlässig.» Das seien wohl die Gründe gewesen, weshalb der Gemeinderat gerade sie als Verkehrsregler engagiert habe.

In Münsingen mit Ampel

Auch in Münsingen ist der Tangento früher im Verkehr stecken geblieben und hat den Anschlusszug verpasst. Allerdings nicht am Feierabend, sondern morgens um 7 Uhr. «Etwa ein Jahr lang hatten wir dieselbe Lösung wie heute Konolfingen», sagt Martin Niederberger, Sachbearbeiter Umwelt von der Bauverwaltung Münsingen. Heute löst moderne Technik das Problem: Beim Kreisel ist eine Kamera angebracht, welche Bewegung misst. Der Apparat stellt fest, wenn sich der Verkehr staut. Und wenn der Tangento-Bus auf die Kreuzung zufährt, gibt er einen Funkimpuls ab. Misst die Kamera dann gleichzeitig einen Verkehrsstau, schaltet eine Ampel auf Rot, damit der Bus durchfahren kann. Das Strassenverkehrsamt hat diese Anlage in Münsingen installiert.

Die Konolfinger hoffen nun darauf, mit einem Kreisel das Stauproblem an der Kreuz-Kreuzung auch bald definitiv zu lösen.


BERNMOBIL

Viele benutzen den Bus

Im April 2002 startete Bernmobil den Tangento-Bus als Versuchsprojekt: Der Regionalbus verkehrt täglich im Stundentakt auf der Strecke Konolfingen-Münsingen-Belp. Die Versuchsphase dauert noch ein Jahr. «Die Chancen, dass der Tangento danach in den Fahrplan aufgenommen wird, stehen sehr gut», sagt Annegret Hewlett, Pressesprecherin Bernmobil. Die Busse seien gut ausgelastet, und immer mehr Fahrgäste würden das Angebot nutzen. «Ab Dezember 2004 soll die Linie noch verbessert werden», so Hewlett. Anstatt bis 19 Uhr soll der Bus bis 20 Uhr fahren, besser auf Anschlusszüge abgestimmt sein und auch das Dorf Konolfingen erschliessen.

sr

Wochen-Zeitung, 26. Februar 2004

AMT KONOLFINGEN

Unterschriften für «Tangento»

zue. Die Grüne Freie Liste sammelt Unterschriften für eine Erweiterung des «Regiobus Tangento». Abends soll der Bus bis 20 Uhr von Konolfingen aus ins Aaretal fahren. Der Grosse Rat will den öffentlichen Verkehr aber nicht ausbauen.

Das Problem ist klar: Am Abend nach der Arbeit oder der Schule verpassen viele in Konolfingen den letzten Tangento. Dieser fährt nicht mitten in der Nacht zum letzten Mal, sondern um 18 Uhr. Dass der Bus künftig bis 20 Uhr verkehrt, will die Grüne Freie Liste (GFL) Münsingen mit einer Petition erwirken. Seit zwei Wochen sammelt die GFL-Ortsgruppe Unterschriften. «Bis jetzt haben 200 Personen die Petition unterzeichnet. Viele Bögen sind noch in Umlauf», berichtet Antonio Bauen, Präsident GFL Münsingen. Das Ziel sei, bis Mitte März 1000 Unterschriften zu sammeln und diese dann der Regierung zu übergeben.

Im Grossen Rat ist derweil über das Angebotskonzept für den öffentlichen Verkehr debattiert worden. Die Variante des Regierungsrates wurde schliesslich angenommen. Sie sieht keine Erweiterungen vor, um den Haushalt nicht zusätzlich zu belasten.

Zu späte Aktion

Wurden die Unterschriften nicht zu spät gesammelt? «Eigentlich schon», sagt Johanna Wälti, GFL-Grossrätin. «Das Angebotskonzept gilt ab 2005. Dann wird die Bahn 2000 eingeführt, was etliche Änderungen mit sich bringt. Vielleicht bekommt dann auch der Tangento seine Chance.» Im Übrigen ist die Grossrätin mit dem Konzept des Regierungsrates zufrieden: «Wir können mit weniger Geld den öffentlichen Verkehr aufrecht erhalten.»

Für Antonio Bauen ist klar, dass sie weiter Unterschriften sammeln werden. «Uns wurde signalisiert, dass die Türe noch nicht endgültig zu ist, zumal die Erweiterung ein echtes Bedürfnis darstellt und lediglich Mehrkosten von zehn Prozent mit sich bringen würde. Der Tangento wird schliesslich mehr benützt als angenommen wurde.