«MOONLINER» NACH KONOLFINGENEmmentaler Bus rollt langsam anVielleicht startet dieses Jahr der elfte «Moonliner» ins Umland von Bern: Die Arbeiten für den Nachtbus nach Konolfingen und Langnau gedeihen wenn auch langsamer als ursprünglich geplant.Stephan Künzi Es geht alles etwas länger mit dem öffentlichen Verkehr im Emmental. Nicht nur beim Bäre-Abi, das nicht wie gewünscht bereits im letzten November eingeführt wurde, sondern erst Ende Mai ins Emmental ausgedehnt wird: Die Pläne, an den Wochenenden einen Nachtbus von Bern über Konolfingen nach Langnau fahren zu lassen, kommen ebenfalls nicht im gewünschten Tempo voran. Als das Vorhaben im Frühjahr 1999 erstmals breiter diskutiert wurde, erwarteten die Initianten aus dem Planungsverband Kiesental jedenfalls bereits für den Sommer erste greifbare Resultate. Konkret geworden ist bis heute wenig - ausser, dass die Städtischen Verkehrsbetriebe in Bern (SVB) nun berechnen, was ein solcher Bus kosten würde. Die SVB haben Erfahrung: Seit zwei Jahren laufen hier die Fäden der Nachtlinien in der Region Bern zusammen. Hans Schäfer, Geschäftsführer des Planungsverbandes Kiesental, nimmt die Verspätung gelassen. «Wir waren etwas gar optimistisch», sagt er - und stellt gleich den nächsten Zeitrahmen auf: Irgendwann im laufenden Jahr könnte der Nachtbus fahren. Sofern die betroffenen Gemeinden das Defizit tragen. Drei VariantenDrei Varianten, zwei billigere und eine teurere, stehen zur Debatte. Allen ist gemeinsam, dass Konolfingen, Grosshöchstetten und Schlosswil angefahren werden. Bei den zwei billigeren, von denen eine einen Bogen nach Biglen macht, endet die Fahrt in dieser Region. In der teureren gehts weiter nach Zäziwil, Signau und Langnau. Noch kann SVB-Direktionsassistent Hans Konrad Bareiss keine Zahlen nennen. Allzu viel wird der Bus indessen nicht kosten. Als 1993 der Nachtbus erstmals nach Thun fuhr und damit erstmals die engere Region Bern verliess, verlangten die Betreiber von den Aaretaler Dörfern eine Defizitgarantie von gerade mal 12'000 Franken pro Jahr. Heute stehen die Stadt und 30 Gemeinden rund um Bern zusammen für ein Defizit von 140'000 Franken gerade. Allerdings wurde dieser Betrag 1998 und 1999 nicht ausgeschöpft, wie Bareiss sagt. Die SVB wollen den neuen Nachtbus als elfte Linie ins heutige Netz integrieren. Er fährt als «Moonliner», Fahrpreise und Abfahrtszeiten am Bahnhof in Bern werden aufeinander abgestimmt. Das hat für all jene Vorteile, die nicht im Stadtzentrum ausgehen, sondern zuerst mit so genannten Shuttlebussen an den Bahnhof fahren und dort in den Bus nach Langnau umsteigen. Sie haben Anschluss - und sie lösen nur ein Billett. Einzig in der Buchhaltung soll die neue Linie vorerst separat laufen. Sonst müssten die Stadt und die 30 am heutigen Moonliner-Defizit beteiligten Agglogemeinden allesamt ja zur neuen Linie sagen. Das gibt Aufwand, und den wollen die SVB für einen Betrieb, der vorerst nur ein Versuch sein soll, vermeiden. |
ÖFFENTLICHER VERKEHROffene Fragen zur FinanzierungBereits ab November soll nach Plänen der Regionalen Verkehrskonferenz der Bus von Konolfingen über Münsingen und Belp zum Flughafen fahren. Immer noch zu reden gibt aber in den Gemeinden die Finanzierung des Betriebs.mas. Für Marco Rupp, Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) Bern-Mittelland, ist der Fahrplan für die geplante Buslinie klar: Im November soll der Startschuss für die dreijährige Versuchsphase fallen. Konolfingen, Tägertschi, Münsingen, Rubigen, Belp und der Flughafen werden im Stundentakt zwischen 6 und 19 Uhr miteinander verknüpft sein. Umwege über Bern oder Thun gehören dann der Vergangenheit an. «Sollte die Versuchsphase erfolgreich sein, wird die Buslinie ins Grundangebot des kantonalen öffentlichen Verkehrs aufgenommen», sagte Marco Rupp an der Korridorkonferenz vom Montag. Wer bezahlt wem was?Die Gemeindevertreter äusserten allerdings Bedenken bezüglich des neuen Angebots. Insbesondere die Finanzierung wirft Fragen auf: Martin Joder, Konolfingens Finanzverwalter, findet den Aufwand von jährlich 64'000 Franken für seine Gemeinde zu hoch (siehe Box): Es stelle sich die Frage, ob die Emmentaler Gemeinden, deren Bewohner den Bus auch benützen werden, in die Finanzierung eingebunden werden könnten. Rupp erklärte, dass primär jene Gemeinden zahlen müssen, auf deren Gebiet die Haltestellen stünden. Daniel Burkhalter, Gemeindepräsident von Tägertschi, gab zu bedenken, dass die Buslinie für den Bahnhof Tägertschi eine Konkurrenz darstellen könnte. Zudem bezahle seine Gemeinde bereits einiges an die S-Bahn-Strecke Bern-Konolfingen. Belp stellt BedingungenFür Kurt Stohler, Belper Gemeindeschreiber, ist klar: «Wenn die neue Buslinie nach der Versuchsphase kostenneutral ins Grundangebot des öffentlichen Verkehrs übernommen werden kann, gibt es für das Kreditbegehren an der Gemeindeversammlung kein Problem.» Allerdings fordere Belp vom Kanton, 70 Prozent der Kosten des Airliners sowie 60 Prozent derjenigen des Ortsbusses zu übernehmen. Einige Münsinger Bürger votierten dafür, den Busbetrieb sofort ans öffentliche Verkehrsnetz anzuschliessen. Damit hätte das Bäreabi Gültigkeit, lautete das Argument. Rupp erklärte aber, dass die Buslinie in der Versuchsphase rentieren müsse. Die Mitwirkungsfrist für die Gemeinden läuft am 28. Februar ab. Bis dahin müssen sie der RVK eine schriftliche Stellungnahme abgeben und bereit sein, das Kreditbegehren für den Versuchsbetrieb vor die Gemeindeversammlungen zu bringen.
|
Konolfingen-Münsingen-BelpGemeinden äussern sich positiv zum BusbetriebMit der Kostenverteilung sind die Gemeinden nicht einverstanden, aber das Projekt soll nicht daran scheitern.Die meisten beteiligten Gemeinden äussern sich grundsätzlich positiv zur geplanten Busverbindung Konolfingen-Münsingen-Belp. Bis Ende Februar konnten sie zum Konzept Stellung nehmen. Einzig die Finanzverteilung werde nicht von allen akzeptiert, erklärt Marco Rupp, Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK4). So haben vor allem die kleinen Gemeinden bei ihrem Vernehmlassungsbericht den Finger auf die Kosten gelegt. «Natürlich möchten wir die Buslinie und damit einen besseren Anschluss an den öffentlichen Verkehr», erklärt Marianne Gerber, Gemeinderätin von Tägertschi, «aber wir vermögen sie nicht.» Tägertschi müsste sich mit fünf Prozent an den Gesamtkosten beteiligen. Dies ist der kleinste Anteil und entspricht voraussichtlich einem Betrag zwischen 9'000 und 11'900 Franken pro Jahr. Laut Gerber sprengt dieser das Budget von Tägertschi. Dass der Bus nicht bis zum Bahnhof fahren wird, kritisiert die Gemeinde in ihrem Bericht nicht. «Uns ist klar, dass diese Forderung nicht zu erfüllen wäre», so Gerber. Auch Rubigen ist der Bus zu teuer. «Für uns ist diese Verbindung wünschenswert, aber nicht notwendig», fasst Rubigens Gemeindeschreiber Ernst Wüthrich die Situation zusammen. Die Gemeinde wäre mit zwölf Prozent an den Kosten beteiligt. Bis zu 28'500 Franken könnte das bedeuten. Würden diese Kosten mit dem Nutzen verglichen, so sei der Betrag zu hoch, sagt Wüthrich. Schliesslich sei Rubigen bereits gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Von den grösseren beteiligten Gemeinden hat sich auch Konolfingen Gedanken über die Finanzierung gemacht. «Im Vergleich zu Belp ist unser Anteil zu hoch», bemängelt Susanne Brechbühl, Gemeindepräsidentin von Konolfingen, das Konzept. Marco Rupp von der Verkehrskonferenz relativiert aber den Beitrag von Belp: «Belp muss noch für die Finanzierung des Airliners aufkommen.» Münsingen erklärt sich mit dem Konzept einverstanden. Fehlt nur noch Belp. Die Gemeinde hat sich vom Termin der Vernehmlassungsfrist Ende Februar nicht beeindrucken lassen und das Thema für die Gemeinderatssitzung von Mitte März traktandiert. Ihr Bericht wird wohl positiv ausfallen. Die Gemeinde hat bereits eine zustimmende Haltung signalisiert. Auch die Parteien haben sich in ihrem Bericht positiv geäussert. Der Start des Versuchsbetriebes ist auf November dieses Jahres angesetzt. «Bis jetzt ist noch keine Verzögerung des Projektes in Sicht», erklärt Rupp. bw |
KONOLFINGEN-BELPKanton übernimmt BusprojektDer Start des Versuchsbetriebs von Belp nach Münsingen und Konolfingen ist auf das nächste fahr verschoben.Die geplante Buslinie von Konolfingen via Münsingen nach Belp und Belp Flughafen hat einen weiteren Schritt vorwärts gemacht. Im Amtsblatt des Kantons Bern ist sie nun öffentlich ausgeschrieben worden. Damit liegt die Federführung des Projekts nicht mehr bei der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK), sondern beim kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr (AöV). Die Verteilung der Kosten unter den Gemeinden bleibt aber weiterhin Sache der RVK. Beim Mitwirkungsverfahren hatten sich vor allem Tägertschi, Rubigen und Konolfingen über die hohen Kosten oder deren Verteilung gewehrt. Eine genauere Abschätzung des finanziellen Aufwandes für die Gemeinden lässt sich gemäss Amt für öffentlichen Verkehr erst Mitte August 2001 vornehmen. Er gehe davon aus, dass sich die Kosten für die Gemeinden eher im oberen Bereich der bestehenden Schätzung bewegen, teilt der Kanton mit. Die Auftragsvergabe wird voraussichtlich Mitte September 2001 erfolgen. Erst dann können auch die Haltestellen und die genaue Linie festgelegt werden. Eines der Hauptprobleme wird dabei das Einhalten des Fahrplanes während der Stosszeiten sein. Die Staus in Münsingen zu diesen Zeiten sind bekannt. Der Start des Versuchsbetriebes ist inzwischen verschoben worden. Im Februar war noch die Rede vom November dieses Jahres gewesen. Neu wird nun mit der Aufnahme des Betriebes im April 2002 gerechnet. bw |
KONOLFINGENBald ein Bus nach Belpwrz. Der geplante Busbetrieb Konolfingen - Münsingen - Belp hat eine weitere Hürde genommen.Mit dem Bus direkt von Konolfingen zum Flughafen Bern-Belpmoos? Kein Problem mehr, wenn im Herbst 2001 auch die Gemeinde Belp ja sagt zum dreijährigen Versuch des Busbetriebes Konolfingen - Münsingen - Belp. Das Konzept sieht vor, die drei Orte im Stundentakt miteinander zu verbinden. Falls Belp abwinkt, wird die Verbindung auf Konolfingen - Münsingen reduziert. Marianne Fässler, Ressortchefin öffentlicher Verkehr, erinnerte daran, dass bereits in den Fünfzigerjahren ein Busbetrieb zwischen Konolfingen und Münsingen bestand und rief erfolgreich auf, diese Verbindung wieder aufzunehmen: «Wirtschaftlich gehört Konolfingen zur Gross-Agglomeration Bern, wozu auch das Aaretal zählt. Jeden Tag pendeln hunderte von Personen zur Arbeit, Schule und Studium Richtung Aaretal-Bern. Mit der Schliessung des Spitals Oberdiessbach ist Münsingen zum «Hauptspital» für die Gemeinde Konolfingen geworden. Mit einer öffentlichen Verkehrsverbindung wird auch dieses Spital für Nichtautomobilisten erreichbar.» Der Kredit von maximal 252'000 Franken wurde gewährt. Die Betriebsaufnahme ist auf den 21. April 2002 vorgesehen. Die Streckenführung soll auch Konolfingen-Dorf beinhalten, allerdings ohne Anspruch auf Anschlussverbindungen im Bahnhof Konolfingen. |
MÜNSINGENFreie Fahrt für den BusMünsingens Stimmbürger stehen hinter dem Regionalbus Konolfingen-Münsingen-Belp. Er startet im Frühling.Insgesamt 27 Haltestellen soll der künftige Regionalbus auf der gut 22 Kilometer langen Strecke zwischen Konolfingen, Münsingen und Belp dereinst bedienen, und damit die drei Zentren näher zusammenbringen. «Die wirtschaftlichen und übrigen Verknüpfungen zwischen den drei Ortschaften haben in den letzten Jahren stark zugenommen», begründete Gemeinderat Ueli Dubs das Anliegen; die drei Gemeinden mit einer regionalen Buslinie zu verbinden. Dieser Meinung schlossen sich auch Münsingens Stimmbürger an der Gemeindeversammlung an. Diskussionslos hiessen sie einen Kredit von 230 000 Franken für einen dreijährigen Versuchsbetrieb gut. Der Fahrplan sieht zwischen 6 Uhr (Sonntag 8 Uhr) und 19 Uhr an sieben Tagen in der Woche einen Stundentakt vor. Die Betriebsaufnahme ist im April 2002 vorgesehen. sku |
«TANGENTO» vernetzt RegionDer Regionalbus von Konolfingen zum Flughafen Bern-Belpmoos und «BusBelp» starten ihre Betriebe. Der Airliner fährt auf erweiterter Strecke.Regina Gerber . Ab 21. April 2002 betreibt BERNMOBIL den neuen Regionalbus TANGENTO, den Ortsbus Belp unter dem Namen «BusBelp» sowie den Airliner. «TANGENTO» verbindet die Zentren Konolfingen, Münsingen, Rubigen, Belp und den Flughafen Bern-Belpmoos. «Die Kurse fahren täglich zwischen 6.00 und 19.00 im Stundentakt», informiert Hans Konrad Bareiss, BERNMOBIL. Der neue Regionalbus bediene 32 Haltestellen zwischen Konolfingen und dem Flughafen. Er ermögliche die Anschlüsse auf die S-Bahn in Konolfingen und Belp sowie auf die Interregio- und Regionalzüge Konolfingen - Langnau / Luzern. Eine Reise von Belp nach Konolfingen dauere per Bus nur mehr 35 Minuten. Denn der Umweg über Bern falle weg. Zudem fördere die bessere Verbindung zum Flughafen internationale Kontakte. «BusBelp» erschliesse neu das Wohnquartier Riedli sowie das Spital. Der Kurs in Richtung Riedli fahre vom Montag bis Freitag zwischen 6.00 und 19.00. «Der Fahrplan für die Fahrten zum Spital richtet sich hauptsächlich nach den Besuchszeiten.» Zudem biete «BusBelp» einen neuen Rundkurs an: Bahnhof - Eissel - Bahnhof, montags bis freitags, ebenfalls von 6.00 bis 19.00. Der Airliner sei täglich von 6.00 bis 19.00 in Betrieb. Während der Woche gelte der Halbstundentakt, am Wochenende der Stundentakt. «Alle drei Buslinien akzeptieren Halbtax- und Generalabonnement sowie das BäreAbi», sagt Bareiss aus. Mitte April erhielten alle Haushalte Broschüren mit Fahr- und Linienplänen und Tarifen. «Die neuen Busangebote sind bis zum Dezember 2004 Versuchsbetriebe»., berichtet Hans Rudolf Kamber, Direktor der BERNMOBIL. Während dieser Zeit gelte es, Bedürfnissen von Fahrgästen im Rahmen der finanziellen und verkehrstechnischen Mittel nachzukommen. «Die Zufriedenheit unserer Fahrgäste liegt uns am Herzen.» Der zum Teil dichte Verkehr stelle für «TANGENTO» eine Schwierigkeit dar. «Kann der vorgegebene Zeitplan wegen der Staus nicht eingehalten werden, sind die Anschlüsse an die Bahn nicht mehr gewährleistet», fürchtet Kamber. «Wir suchen gemeinsam mit dem Kanton und den Gemeinden nach Lösungen.» «Es ist an der Zeit, das Zentrum Konolfingen durch ein öffentliches Verkehrsmittel wie «TANGENTO» mit den umliegenden Orten zu verknüpfen», äussert sich der ortsansässige Gemeinderat Paul Schmalz. Er hoffe, die Buslinie bis ins Dorfzentrum werde verkehrstechnisch möglich sein. «Durch «TANGENTO» ist auch der untere Dorfteil von Tägertschi erschlossen», freut sich der Gemeinderat Marcel Steck. Dies bedeute nicht zuletzt einen Vorteil für die Sekundarschüler, deren Schulweg nach Münsingen führe. Die neue Buslinie vernetze die Gemeinden der Region, zeigt Senta Scheidegger auf. Sie ist Gemeinderätin in Münsingen. «Die Gemeinden erarbeiten gemeinsam ein Angebot, das die Benutzer privater Fahrzeuge auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen lässt.» «TANGENTO» ermöglicht die längst fällige Verbindung mit Belp», äussert sich Gemeinderat Dr. Andre Künzi von Ruhigen. Die Dorfbewohner seien auf attraktive Verkehrsverbindungen angewiesen. Zum Beispiel, um bequem zum Arbeitsplatz zu gelangen. Der Gemeindeschreiber Kurt Stohler aus Belp bedauert, dass der Ortsbus nur noch den nördlichen Teil der Viehweide erschliesse. «Die stark befahrene Strasse ist vor allem für Kinder und ältere Menschen nicht ungefährlich.» |
ÖFFENTLICHER VERKEHRPer Kutsche von Rubigen nach BelpSchon über 100 Jahre vor der neuen Buslinie Tangento gab es zwischen Aare- und Gürbetal eine Verkehrsverbindung: Von Rubigen fuhr eine Postkutsche nach Belp. Und zwischen Belp und Konolfingen verkehrte bereits vor 50 Jahren ein Bus.WERNER NEUHAUS* Sieben Dampfzüge an Werktagen und neun an Sonntagen bot die damalige Schweizerische Centralbahn (SCB) an, als sie am 1. Juli 1859 die einspurige Bahnstrecke von Bern über Münsingen nach Thun eröffnete. In den Sommermonaten brausten jeweils noch zwei Schnellzüge ohne Halt durch das Aaretal. An einzelnen Tagen verkehrte als letzte Abendverbindung ein Luxuszug Interlaken-Calais mit Wagen erster Klasse. Zahlreiche Postkutschenkurse ergänzten die Aaretal-Bahnstrecke. So war es beispielsweise möglich, von Rubigen aus dreimal täglich in einer guten halben Stunde nach Belp zu fahren. Ab Bern führten damals Postkutschenkurse zweimal täglich nach Kehrsatz-Riggisberg-Gurnigel und einmal täglich nach Kehrsatz-Belp-Rüeggisberg. Zudem verbanden seit dem 1. Juli 1894 fünf Pferdeomnibusse pro Tag Wabern mit Belp-Steinbach. Bahnprojekt Belp-GümligenBevor die normalspurige Gürbetalbahn 1901/1902 ihren Betrieb aufnehmen konnte, floss viel Wasser die Gürbe hinunter. Bereits im Januar 1874 hatte ein «Brünigbahn-Comité» die Konzession zum Bau und Betrieb einer normalspurigen Linie erhalten, die von Bern aus über Belp nach Thun und dann weiter über den Brünig bis nach Luzern geführt hätte. Zur Verwirklichung dieser Pläne fehlte aber das Geld. In Toffen bildete sich im Februar 1891 ein weiteres Komitee, das eine schmalspurige Bahnlinie durchs Gürbetal projektierte. Der Belper Tuchfabrikant Rudolf Bay-Ammann schlug seinerseits eine elektrische Trambahn Bern-Belp sowie eine normalspurige Strecke von Belp quer übers Belpmoos nach Gümligen (mit Anschluss an die Aaretal-Bahnlinie) vor. Die Linienführung wurde, im «allgemeinen Bericht» wie folgt beschrieben: «Die projektierte Bahn würde bei der Station Gümligen der S.C.B.-Linie Bern-Thun abzweigen in der Richtung gegen das sogenannte Krummholz, allwo für die Dörfer Krayigen und Allmendingen eine Haltestelle hart an der Strasse Bern-Thun vorgesehen wird. Von hier würde die Linie längs dem Märchligenfeld gegen die Aare abfallen, dieselbe in der Giessmatt überbrücken und sodann auf kürzestem Wege durch die dortige Ebene die Endstation Belp gewinnen.» Erwähnt wurde weiter, dass die «projektierte neue Aarebrücke in leichter Weise auch für den gewöhnlichen Fuss- und Wagenverkehr einzurichten wäre. Die Konzession für die Lokalbahn Gümligen-Belp wurde 1892 tatsächlich erteilt, und die entsprechenden Planungsakten ruhen noch heute im Staatsarchiv des Kantons Bern und im Bundesarchiv. Trotz mehrmaligen Fristenverlängerungen kam die Bahn nie über das Planungsstadium hinaus. Bei weitem kein StundentaktDie Eröffnung der Gürbetalbahn 1901/1902 veränderte die Verkehrsgeografie grundlegend. Die Postautokutschenkurse von Rubigen nach Belp und von Uttigen nach Wattenwil verschwanden von der Bildfläche. Querverbindungen vom Gürbetal ins Aaretal gabs jahrzehntelang keine mehr. Im Fahrplan 1951/1952, also vor einem halben Jahrhundert, waren dann Postautokurse von Belp auf den Belpberg und von Belp über Münsingen nach Konolfingen mit einer Fahrzeit von rund 35 Minuten enthalten. Allerdings war das Angebot recht dürftig: zwischen Konolfingen und Münsingen fünf Kurse (an Sonntagen kam noch ein sechster hinzu) und zwischen Münsingen und Belp an Werktagen zwei und an Sonntagen drei Kurse - ein Stundentakt lag also noch in weiter Ferne. Immerhin wurden in Konolfingen gute Anschlüsse an die Schnellzüge Richtung Langnau-Luzern vermittelt. 25 Jahre später war die Postautolinie Belp-Münsingen-Konolfingen längst von der Bildfläche verschwunden, dafür bestand damals ab Belp über Kirchdorf-Wichtrach eine Postautoverbindung mit Münsingen. Durchgehende Kurse rundum den Belpberg haben sich aber erst in neuerer Zeit im Sonntagsfahrplan eingebürgert; nun ist es gar viermal im Tag möglich, innert einer Stunde ohne Umsteigen von Münsingen auf den Belpberg zu fahren.
*Der Autordieses Textes ist als Infothekar bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB tätig. |
REGIONFreie Fahrt für den Bus nach WorbZwischenbilanz: Die Regionale Verkehrskonferenz hat die neuen Agglobusse unter die Lupe genommen.Drei Tangentiallinien in der Region Bern sind in der Testphase, alle drei wurden nun von der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) ausgewertet: Klar ist: Der Bus von Walkringen über das Rüttihubelbad nach Worb soll definitiv eingeführt werden - jedenfalls nach dem Willen der RVK. Diese hat nun beim Kanton den Antrag gestellt, den Bus definitiv ins Grundangebot aufzunehmen. «Die Zahlen sind sehr gut», sagt Marco Rupp, RVK-Geschäftsführer. So gut, dass das Angebot eher noch ausgebaut werden soll. Vom Bus Belp-Konolfingen, dem Tangento, wurde eine erste Zwischenbilanz erstellt. Der erst seit dem letzten Herbst dauernde Versuchsbetrieb weise ebenfalls «erfreuliche Zahlen» auf, sagt Rupp. Allerdings benötige die Linie noch gewisse Korrekturen. So ist die Auslastung zwischen Konolfingen und Münsingen besser als jene zwischen Münsingen und Belp. Zudem sei der Halbstundentakt beim Flughafen nicht sinnvoll. Den Bus zwischen Bremgarten und Zollikofen/Worblaufen, im Winter zum ersten Mal gestartet, benutzen bereits rund 300 Personen täglich. Allerdings seien diese Zahlen noch nicht repräsentativ, so Rupp. Eine zweite Erhebung im nächsten Winter soll Klarheit schaffen. sab |
Betreiber werten Tangento als ErfolgErste Bilanz für Querbus Konolfingen-Belp liegt vorDie Regionale Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK) hat die Resultate von Erhebungen veröffentlicht, welche aufzeigen, wie der am 21. April letzten Jahres eingeführte Querbus Konolfingen-Belp beim Publikum ankommt. Laut diesen Erhebungen durch die Chauffeure haben in den sechs Testwochen pro Tag durchschnittlich 445 Fahrgäste den neuen Bus mit dem Namen Tangento benutzt. Das macht von Montag bis Freitag im Schnitt 16 Passagiere pro Kurs. Die RVK und die Betreiberin des Busses, Bern Mobil, bezeichnen dieses Resultat als noch nicht repräsentativ, da die Erhebung im Sommer durchgeführt worden sei. Erste Erhebungen in den Wintermonaten hätten denn auch ein höheres Fahrgastaufkommen - 18 Personen pro Kurs - ergeben. Die RVK zeigt sich zufrieden mit dem Betrieb. Die Chance sei gross, dass der auf Ende 2004 befristete Versuchsbetrieb definitiv eingeführt werde. Die RVK wird im Herbst dieses Jahres entscheiden, ob sie dem Kanton den Antrag stellt, den «Tangento» ins Grundangebot aufzunehmen. Dafür notwendig ist ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent. Wie hoch er bisher ist, wollte Bern Mobil gestern nicht bekannt geben. Schlechte Noten für «BusBelp»Zur Erhebung gehörte auch eine schriftliche Befragung der Passagiere mit Fragebogen. Sie gaben dem Tangento gute Noten, schlechte hingegen dem ebenfalls von Bern Mobil betriebenen Belper Ortsbus («BusBelp»). Als Gründe dafür nennt Bern Mobil den Leistungsabbau im Belper Eisselquartier sowie die schlechte Fahrplanstabilität unter anderem wegen Verspätungen der S-Bahn. Das Unternehmen reagierte auf diese Kritik schon letzten Sommer und schickt den «Airliner» seither morgens und abends jeweils zweimal statt zum Flughafen ins Eisselquartier. Das steigerte auf dieser Schlaufe das Fahrgastaufkommen von 79 auf 115 Personen pro Tag. Ab Ende 2005 soll deshalb die Eissel-Schlaufe in den Spitzenzeiten mindestens im Halbstundentakt befahren werden, während Bern Mobil den Kurs zum Spital wieder aufheben will. Die Erwartungen in diese neue Ortsbuslinie hätten sich nicht erfüllt. (ry)
|
Bus bis Konolfingen-DorfAb Ende 2004 fährt der Querbus «Tangento» eine Station weiterDie Einführung von «Bahn 2000» im Dezember 2004 wird für Konolfingen positive Auswirkungen haben: Der «Tangento» erschliesst ab diesem Zeitpunkt neu das Dorf. In Belp hingegen könnte sich das Angebot verschlechtern.RAINER SCHNEUWLY Als im letzten April der neue Querbus Konolfingen-Münsingen-Rubigen-Belp eingeführt wurde, herrschte zwar in Konolfingen Freude über das neue Angebot. In diese Freude mischte sich aber auch ein Wermutstropfen: Anders als angekündigt befindet sich der Ausgangs- und Endpunkt der neuen «Tangento»-Linie nicht im Dorf, sondern am Bahnhof. Die Betreiberin des neuen Busses, Bern Mobil, versprach, dies «wenn immer möglich» bald zu ändern, so Direktor Hans-Rudolf Kamber. Gestern hat nun die Regionale Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK) einen Bericht veröffentlicht, der den neuen «Tangento»-Fahrplan ab Dezember 2004 zeigt. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die SBB mit der Umsetzung des Bahn-2000-Projekts. Die Bahn 2000 verändert nicht nur den nationalen, sondern auch den Fahrplan der S-Bahn Bern. Im Bericht von Bern Mobil ist zu lesen, die «Tangento»-Linie werde ab Dezember 2004 konsequent auf die Bahnanschlüsse in Konolfingen, Münsingen und Ruhigen ausgerichtet. Damit wird auch die Schlaufe vom Bahnhof ins Dorf Konolfingen möglich. Diese drei Knoten Bahn/Bus hätten gegenüber Belp Vorrang, erklärt Marco Rupp, weil es erstens gar nicht möglich sei, den «Tangento»-Fahrplan in allen vier grösseren Ortschaften seiner Route gut an die S-Bahn anzuknüpfen. Zweitens, so der Geschäftsführer der Regionalen Verkehrskonferenz, bestehe in Belp auch ein Ortsbus, in Konolfingen hingegen nicht. Gemeinden vor die Wahl gestelltDer neue Fahrplan hat also für Konolfingen, Münsingen und Rubigen positive Auswirkungen - beispielsweise muss man in Münsingen künftig durchwegs nur fünf Minuten warten, wenn man vom Bus von Konolfingen her auf den Zug nach Bern umsteigen will. Für Belp ergeben sich aber laut RVK und Bern Mobil «markante Verschlechterungen». Dies deshalb, weil sich in Belp die S-Bahn-Züge nicht kreuzen werden. Auch reicht die Zeit zwischen Ankunft und Abfahrt der Züge von und nach Bern nicht mehr für die Schlaufe der «Tangento»-Busse ins Eisselquartier. Diese könnten deshalb in Zukunft «nicht mehr wie bisher Aufgaben des Ortsbusses wahrnehmen», heisst es im Bericht. In dieser Situation stellen RVK und Bern Mobil die Gemeinden Belp und Belpberg vor die Wahl: Entweder nehmen sie eine relative Verschlechterung der heutigen Situation in Kauf und bezahlen gleich viel wie bisher. «Kostenneutrale Variante» nennt das Bern Mobil. Sie sei zwar durchaus «praktikabel», schreibt das Unternehmen, doch ergäben sich Umsteigezeiten von acht Minuten in Richtung Bern. «Das wird von den meisten Betroffenen als zu lange eingestuft.» Oder aber die Gemeinden finanzieren ein zusätzliches Fahrzeug. Das ermöglicht in diesem Fall die stündliche Erschliessung des Belpbergs und Fahrten zum Flughafen im Halbstunden- statt nur im Stundentakt. Das stetig wachsende Riedliquartier erhält in Spitzenzeiten Halbstundentakt und schlanke Anschlüsse nach Bern. «Kundenorientierte Variante» nennt das Bern Mobil. Mehrkosten dieser zweiten Variante: 30'000 bis 50'000 Franken für Belpberg, das ja mit dem neuen Buskonzept Aaretal/Gürbetal den Anschluss ans Netz des öffentlichen Verkehrs verlieren könnte, rund 100'000 Franken für Belp. Mit der kundenorientierten Variante entfielen für die Gemeinde Belp allerdings weitgehend die bisherigen Kosten für den Extra-Schülertransport. Der Bus hinauf auf den Belpberg würde stündlich zirkulieren. Mitwirkung bis 16. MaiDie Gemeinden werden folglich entscheiden, wies herauskommt - bis zum 16. Mai geht nun der Bericht zur Mitwirkung in die Verwaltungen. |


