KÖNIZDer zweite Wurf der EnergiestadtDie Gemeinde Köniz, die sich seit einiger Zeit mit dem Label «Energiestadt» ziert, wird Ende Monat nach dem Kindergarten in Schliern das zweite öffentliche Gebäude einweihen, das dem so genannten Minergie-Standard für Dienstleistungsgebäude genügt: der Neubau der Aula des Schulhauses Morillon in Wabern. Das Gebäude entspreche somit dem neuesten Stand der Technik, biete ein «ausgezeichnetes Niveau» punkto Luftqualität, thermische Behaglichkeit und Werterhaltung, schreibt die Direktion Gemeindebauten in einer Medienmitteilung. Die Aula umfasst einen Saal mit 250 Plätzen und einer laut der Direktion Gemeindebauten «bestens ausgerüsteten Bühne», die auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung stehen soll. Zudem sind im neuen Aulagebäude ein Musikzimmer und die Hauswirtschaftsräume untergebracht. Im Laufe des 1998 vom Souverän mit grossem Mehr abgesegneten Sanierungs- und Erweiterungsprojektes ist auch der Klassentrakt der Schule Morillon erweitert worden. Heute kann die Anlage 15 Ober- und Mittelstufenklassen aufnehmen. Aus zwei Gründen gestaltete sich die Bauphase recht anspruchsvoll und zeitweise belastend. Einerseits wurde seit Frühling 2000 auf dem Schulareal ständig gebaut, weil die Arbeiten mit Rücksicht auf den Finanzplan der Gemeinde etappiert werden mussten. Anderseits musste der Schulbetrieb ohne Unterbruch aufrechterhalten werden, was die Bauarbeiten zusätzlich erschwerte, den Schulalltag mit Lärm und Staub belastete und die Benützerinnen und Benützer des Schulhauses mehrmals dazu zwang, intern zu zügeln. Eingeweiht wird die erweiterte und sanierte Schulanlage Morillon am Freitag, 27. Juni, von 16 Uhr bis 24 Uhr und Samstag von 10 Uhr bis 17 Uhr. (mul) |
ENERGIESTADT KÖNIZStadthaus setzt MassstäbeKöniz erfüllt das Label Energiestadt. Bei privaten Bauherren leistet die Gemeinde erfolgreiche Überzeugungsarbeit.Katharina Merkle
Vorzeigeobjekt StadthausDas Vorzeigeobjekt ist das Stadthaus, welches zurzeit im Könizer Zentrum entsteht. Es ist das erste grosse Verwaltungsgebäude im Kanton, welches im Minergiestandard gebaut wird. «Das Stadthaus wurde mit minimalem Budget intelligent umgesetzt», sagte gestern der Energieberater Andreas Wyss an einer Medienkonferenz. Generell rechne man für den Bau eines Energiesparhauses mit Mehrkosten von drei Prozent. Diese Investition sei aber nachhaltig und habe letztlich einen finanziellen Spareffekt, da ein solches Haus bloss die Hälfte des herkömmlichen Energieverbrauchs aufweise, so Andreas Wyss. Ein Drittel gespartLaut Gemeindepräsident Henri Huber (SP) konnten die Könizer Behörden einige private Bauherren von diesem Effekt überzeugen. So wird das zurzeit grösste lokale Wohnbauprojekt, die 200 Wohnungen umfassende Überbauung Dreispitz, dem Minergiestandard entsprechen. «Ökologische Lösungen sind intelligente Lösungen»: diese Message müsse man den Investoren verständlich machen, glaubt Huber. Auch bei den folgenden privaten Grossbauprojekten ist es laut Andreas Wyss gelungen, das Energiesparen schon in die Planung einzubringen: Gerbereiweg, Käsereistrasse, Dorfkern Oberscherli und Schwandenhubel in Schliern. Bei diesen Wohnbauten beträgt die Energiereduktion laut Wyss bis zu 35 Prozent. Von den kommunalen Gebäuden wurden neben dem Stadthaus auch der Kindergarten und die Aula der Schule Morillon sowie das Schulhaus Haltestrasse in der Minergiebauweise umgesetzt. Die Gemeinde hat zudem vor, die allenfalls mit der Stadt Bern zusammen geplante Ballsporthalle mit Sonnenkollektoren zu bestücken. All diese Bestrebungen passen zur Absicht von Henri Huber, Köniz als Wohnstadt zu profilieren. «Der grösste Standortvorteil für uns ist eine gesunde Umwelt», sagte Huber gestern. 1,3 Millionen HäuserLobende Worte für die Energiestadt Köniz fand Hans-Luzius Schmid, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Energie. Mit der Strategie «Energie Schweiz» will der Bund bis ins Jahr 2010 den Kohlendioxidausstoss um zehn Prozent verringern. Noch wird erst jeder zehnte Neubau in der Schweiz im Minergiestandard errichtet. Dabei sei das Potenzial riesig, sagte Schmid: «Es gibt 1,3 Millionen Gebäude in der Schweiz. Wenn alle dem Standard entsprechen würden, könnte man die Hälfte der Energie sparen.» Deshalb lanciert der Bund im kommenden Jahr die Kampagne «bau schlau» für energiebewusstes Bauen und Sanieren. Infos zur Gebäudekampagne des Bundes: www.bau-schlau.ch |

Seit
drei Jahren gehört Köniz zu den hundert Energiestädten in der
Schweiz. Ein Zwischenbericht zeigt jetzt, dass das Label in der Gemeinde
bereits einiges verändert hat, sowohl bei der Verwaltung als auch bei
privaten Projekten. Zur Unterstützung leistet sich Köniz seit vier
Jahren eine mit 50 Stellenprozenten dotierte Energiefachstelle.