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Presseschau Worb/Rüfenacht und Umgebung

Diese Pressesschau ist unvollständig, unausgewogen und wird sporadisch ergänzt

Mix & Copyright: H.U. Steiner

Köniz: Energiestadt

Der Bund, 17. Juni 2000

KÖNIZ

Köniz wird zur «Energiestadt»

Die Gemeinde betreibt eine nachhaltige Energiepolitik: Sie fördert die Sonnen- und Windenergie, ergänzt Überbauungspläne mit Energievorschriften und informiert die Bevölkerung über Sparmöglichkeiten. Dafür wurde ihr gestern das Energiestadt-Label verliehen.

LAURENZ MÜLLER

Seit gestern darf sich die Gemeinde Köniz «Energiestadt» nennen. An einer kleinen Feier im Haberhuus konnte Gemeindepräsident Henri Huber die Label-Urkunde entgegennehmen: «Jetzt wollen wir uns erst recht als würdige Energiestadt erweisen. Unser Ziel ist die Verbindung einer ökonomischen Energiepolitik mit ökologischen Anliegen.»

Der Präsident der Labelkommission, Walter Kubik, sieht in Köniz bereits einiges dieser Zielsetzung verwirklicht. So versuche die Gemeinde etwa; Alternativen zu von weit her importierter Energie wie Erdöl zu finden. Dadurch werde nicht zuletzt auch das lokale Gewerbe gefördert.

Mit «Lothar»-Holz heizen

Ein anschauliches Resultat dieser Politik stellt die Holzfeuerung im Schulhaus Landorf dar. Die Anlage beheizt seit 1995 die gesamte Schulanlage - mit Abfallholz. Da Holz ein Energieträger ist, mit dem CO2-neutral geheizt werden kann, liefert eine solche Heizung einen ökologischen Beitrag zu Verringerung des Treibhauseffektes. Sie ist aber auch ökonomisch sinnvoll: Statt Heizöl zu importieren, bezieht die Gemeinde Holzschnitzel aus den umliegenden Wäldern, in denen nach dem Orkan «Lothar» mehr als genug Fallholz herumliegt.

Ein anderes zukunftsweisendes Heizsystem ist die Nahwärmeversorgung Stapfen. Auch sie ist bereits einige Jahre in Betrieb. Anstelle mehrerer kleiner Heizungen wird die Wärme zentral erzeugt und via Fernleitung an die Konsumenten geleitet. Dies erlaubt eine effizientere Energienutzung.

Schon 40 Energiestädte

Laut Gemeinderat Walo Hänni, Vorsteher der Direktion Planung, Umwelt und Verkehr, zeigen diese beiden Anlagen, dass Köniz die Kriterien einer «Energiestadt» schon länger erfüllt.

Das Label existiert seit bald vier Jahren und wird vom Verein Energiestadt vergeben. Dieser wurde auf Initiative des Bundesamtes für Energie im Rahmen des Programms «Energie 2000» gegründet. In ihm sind rund 100 Gemeinden zusammengeschlossen, die an einem Gedankenaustausch bezüglich Energiesparmassnahmen interessiert sind. Knapp 40 dieser Gemeinden wurde bis heute die Auszeichnung «Energiestadt» verliehen. Als Jury amtet die Labelkommission, ein unabhängiges Gremium, das sich aus fünf Fachleuten zusammensetzt.

Der Bund, 13. Juni 2003

KÖNIZ

Der zweite Wurf der Energiestadt

Die Gemeinde Köniz, die sich seit einiger Zeit mit dem Label «Energiestadt» ziert, wird Ende Monat nach dem Kindergarten in Schliern das zweite öffentliche Gebäude einweihen, das dem so genannten Minergie-Standard für Dienstleistungsgebäude genügt: der Neubau der Aula des Schulhauses Morillon in Wabern. Das Gebäude entspreche somit dem neuesten Stand der Technik, biete ein «ausgezeichnetes Niveau» punkto Luftqualität, thermische Behaglichkeit und Werterhaltung, schreibt die Direktion Gemeindebauten in einer Medienmitteilung.

Die Aula umfasst einen Saal mit 250 Plätzen und einer laut der Direktion Gemeindebauten «bestens ausgerüsteten Bühne», die auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung stehen soll. Zudem sind im neuen Aulagebäude ein Musikzimmer und die Hauswirtschaftsräume untergebracht.

Im Laufe des 1998 vom Souverän mit grossem Mehr abgesegneten Sanierungs- und Erweiterungsprojektes ist auch der Klassentrakt der Schule Morillon erweitert worden. Heute kann die Anlage 15 Ober- und Mittelstufenklassen aufnehmen. Aus zwei Gründen gestaltete sich die Bauphase recht anspruchsvoll und zeitweise belastend. Einerseits wurde seit Frühling 2000 auf dem Schulareal ständig gebaut, weil die Arbeiten mit Rücksicht auf den Finanzplan der Gemeinde etappiert werden mussten. Anderseits musste der Schulbetrieb ohne Unterbruch aufrechterhalten werden, was die Bauarbeiten zusätzlich erschwerte, den Schulalltag mit Lärm und Staub belastete und die Benützerinnen und Benützer des Schulhauses mehrmals dazu zwang, intern zu zügeln.

Eingeweiht wird die erweiterte und sanierte Schulanlage Morillon am Freitag, 27. Juni, von 16 Uhr bis 24 Uhr und Samstag von 10 Uhr bis 17 Uhr. (mul)

BZ, 6. Dezember 2003

ENERGIESTADT KÖNIZ

Stadthaus setzt Massstäbe

Köniz erfüllt das Label Energiestadt. Bei privaten Bauherren leistet die Gemeinde erfolgreiche Überzeugungsarbeit.

Katharina Merkle

Seit drei Jahren gehört Köniz zu den hundert Energiestädten in der Schweiz. Ein Zwischenbericht zeigt jetzt, dass das Label in der Gemeinde bereits einiges verändert hat, sowohl bei der Verwaltung als auch bei privaten Projekten. Zur Unterstützung leistet sich Köniz seit vier Jahren eine mit 50 Stellenprozenten dotierte Energiefachstelle.

Vorzeigeobjekt Stadthaus

Das Vorzeigeobjekt ist das Stadthaus, welches zurzeit im Könizer Zentrum entsteht. Es ist das erste grosse Verwaltungsgebäude im Kanton, welches im Minergiestandard gebaut wird. «Das Stadthaus wurde mit minimalem Budget intelligent umgesetzt», sagte gestern der Energieberater Andreas Wyss an einer Medienkonferenz.

Generell rechne man für den Bau eines Energiesparhauses mit Mehrkosten von drei Prozent. Diese Investition sei aber nachhaltig und habe letztlich einen finanziellen Spareffekt, da ein solches Haus bloss die Hälfte des herkömmlichen Energieverbrauchs aufweise, so Andreas Wyss.

Ein Drittel gespart

Laut Gemeindepräsident Henri Huber (SP) konnten die Könizer Behörden einige private Bauherren von diesem Effekt überzeugen. So wird das zurzeit grösste lokale Wohnbauprojekt, die 200 Wohnungen umfassende Überbauung Dreispitz, dem Minergiestandard entsprechen. «Ökologische Lösungen sind intelligente Lösungen»: diese Message müsse man den Investoren verständlich machen, glaubt Huber. Auch bei den folgenden privaten Grossbauprojekten ist es laut Andreas Wyss gelungen, das Energiesparen schon in die Planung einzubringen: Gerbereiweg, Käsereistrasse, Dorfkern Oberscherli und Schwandenhubel in Schliern. Bei diesen Wohnbauten beträgt die Energiereduktion laut Wyss bis zu 35 Prozent.

Von den kommunalen Gebäuden wurden neben dem Stadthaus auch der Kindergarten und die Aula der Schule Morillon sowie das Schulhaus Haltestrasse in der Minergiebauweise umgesetzt. Die Gemeinde hat zudem vor, die allenfalls mit der Stadt Bern zusammen geplante Ballsporthalle mit Sonnenkollektoren zu bestücken.

All diese Bestrebungen passen zur Absicht von Henri Huber, Köniz als Wohnstadt zu profilieren. «Der grösste Standortvorteil für uns ist eine gesunde Umwelt», sagte Huber gestern.

1,3 Millionen Häuser

Lobende Worte für die Energiestadt Köniz fand Hans-Luzius Schmid, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Energie. Mit der Strategie «Energie Schweiz» will der Bund bis ins Jahr 2010 den Kohlendioxidausstoss um zehn Prozent verringern. Noch wird erst jeder zehnte Neubau in der Schweiz im Minergiestandard errichtet. Dabei sei das Potenzial riesig, sagte Schmid: «Es gibt 1,3 Millionen Gebäude in der Schweiz. Wenn alle dem Standard entsprechen würden, könnte man die Hälfte der Energie sparen.» Deshalb lanciert der Bund im kommenden Jahr die Kampagne «bau schlau» für energiebewusstes Bauen und Sanieren.


Infos zur Gebäudekampagne des Bundes: www.bau-schlau.ch