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Südafrika
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Nelson Mandela

Friedensnobel-Preise
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Die seit April 1994
gültige Übergangsverfassung gliedert die Republik in 9 Provinzen:
Kwazulu/Natal, Nord-Kap, Nord-Transvaal, Nordwest, Oranje-Freistaat, Ost-Kap,
Ost-Transvaal, Pretoria/Witwatersrand/Vaal-Gebiet, West-Kap.
Die ehemaligen 10 Homelands sind gleichzeitig wiedereingegliedert
worden (Transkei, Bophuthatswana, Venda, Ciskei, Lebowa, Basotho Qwaqwa,
Gazankulu, Kwazulu, Kangwane und Kwandebele).
Geographie
Der grösste Teil Südafrikas ist eine 900 bis über
1200m hohe muldenförmige Hochebene, die von Bergkegeln oder langgestreckten
Gebirgszügen überragt wird. Nach Norden geht sie in das Kalaharibecken,
nach Nordosten in die Limpoposenke über. Im Westen, Süden und
Osten wird sie von einer aufgewölbten Randstufe gesäumt, die
in den Drakensbergen (3660m) gipfelt. Die der Randstufe vorgelagerte Küstenebene
ist meist schmal, nur im Süden schiebt sich das Grosse Karoobecken
zwischen den Hochlandsrand und die Faltenzüge der Provinz West-Kapland
(Swartberge 2326m), die den Kontinent im Süden abschliessen. Das
subtropische Klima wird durch die grosse Höhenlage des Binnenhochlands
und den Steilabfall der Grossen Randstufe zur tieferen Küstenzone
stark abgewandelt. Die Temperaturen im Hochland sind besonders im Winter
niedrig, es treten auch regelmässig Fröste auf. Im Sommer kommen
die höchsten Temperaturen in der Kalahari, am unteren Oranje und
im Lowveld vor. Im grössten Teil des Landes fallen ie Niederschläge
im Sommer. Im Winterregengebiet der Provinz West-Kap gedeiht eine Hartlaubvegetation.
Hochstämmige, immergrüne Wälder können nur an der
Südküste und an der östl. Grossen Randstufe gedeihen. Den
grössten Teil des Landes beherrschen Savannen. Baumreiche Feuchtsavannen
im östl. Teil gehen nach Westen und Nordwesten, zur Kalahari hin,
in Trocken- und Dornsavannen über. Wo im Osten der Provinz Nord-Kap
und im westlichen Oranjefreistaat die Niederschläge unter 400 mm
sinken, stellt sich die Karoovegetation ein, die aus niedrigen Kräutern
und Büschen besteht. Die weiten Grasländer in Nord- und Ost
Transvaal sind erst durch Beweidung und Brennholzschlag entstanden.
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Bevölkerung
Die südafrikan. Statistik unterscheidet zwischen Weissen
(Europäer und neuerdings auch Japaner), Schwarzen (fast ausschliesslich
Bantu), Mischlingen ("Coloureds" einschl. sog. Kapmalaien) und Asiaten
(meist Inder). 1985 waren von den 32,4 Mill. Ew. 24,2 Mill. Schwarze,
4,6 Mill. Weisse, 2,8 Mill. Mischlinge und 0,8 Mill. Asiaten. 58% der
Weissen sprechen als Muttersprache Afrikaans, 40% Englisch. Beide Sprachen
sind Staatssprachen. Die meisten Weissen, rund 36% der Schwarzafrikaner
und 85% der Mischlinge sind Protestanten, 5% der Weissen und der Schwarzen
sind Katholiken. Unter den Asiaten und Mischlingen gibt es Moslems. Es
gibt 15 Universitäten und 8 Technische Hochschulen.
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Wirtschaft
Von der Landwirtschaft leben mehr als die Hälfte der
Bantu, aber nur ein Sechstel der Weissen. Die Bantu betreiben eine Selbstversorgungswirtschaft
mit Hackbau und Viehhaltung nach alter Tradition und mit geringen Erträgen.
In neuerer Zeit werden aber mit modernen landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden
sowie Wasser- und Bodenkonservierungsmassnahmen die Erträge gesteigert.
Die Farmen bauen vor allem Mais und Weizen, daneben Zuckerrohr, Baumwolle,
Tabak, Wein uund Zitrusfrüchte an. Ein Zehntel des Ackerlands wird
künstl. bewässert. Die weitverbreitete Viehzucht (besonders
Rinder und Schafe) hat für den Export grössere Bedeutung als
der Ackerbau. Das wichtigste Produkt ist hier die Wolle. Südafrika,
besonders der Nordostteil, gehört zu den an Bodenschätzen reichsten
Ländern der Erde; mit Ausnahme von Erdöl uund Bauxit kommen
alle mineralischen Rohstoffe vor. Der Bergbau liefert rund 35% der Weltförderung
an Gold (besonders am Witwatersrand bei Johannesburg) sowie grosse Mengen
an Uran, Diamanten, Platin, Eisen, Vanadium, Mangan, Chrom, Kupfer, Asbest
und Steinkohle. Bis vor wenigen Jahrzehnten war der Bergbau, der noch
immer den Hauptteil des Exports liefert, der wichtigste Wirtschaftszweig.
Er ist inzwischen von der vielseitigen Industrie überholt worden.
Sie verarbeitet nicht nur Produkte von Landwirtschaft und Bergbau, sondern
erzeugt auch Fertigwaren und exportiert u.a. Maschinen, chem. Produkte
und Textilien. Elektrische Energie wird vorwiegend mit der billigen Kohle
gewonnen. Das "Orange River Project" sieht erstmals neben grossen Bewässerungsvorhaben
auch Wasserkraftanlagen vor.
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Verkehr
Südafrika verfügt über ein relativ dichtes
Eisenbahn- und Strassennetz. Die Streckenlänge der Eisenbahn beträgt
23619 km. Von den 182968 km Strassen sind 52504 km asphaltiert. Das Inlandflugnetz
ist bedeutend, ebenso der internationale Flugverkehr vom Jan Smuts Airport
zwischen Johannesburg und Pretoria. Die wichtigsten Seehäfen sind
Durban, Kapstadt, East London, Port Elizabeth, Richards Bay und Saldanha.
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Geschichte
Grosse Teile des Gebiets des heutigen Südafrika wurden
spätestens im 15. Jh. von schwarzafrikan. Völkern besiedelt
(östl. Kapland, Natal, Transvaal), im westlichen Kapland lebten sog.
khoisanide Völker. 1652 errichtete Jan van Riebeeck im Auftrag der
Niederländ.-Ostind. Kompanie die erste weisse Siedlung am Kap der
Guten Hoffnung (Kapstadt). Nach 1818 gründete Tschaka den Militärstaat
der Zulu. Seine blutigen Eroberungszüge lösten weitreichende
"Wanderungskriege" aus, die zur Bildung weiterer schwarzafrikan. Nationen
führten: Basotho (Lesotho), Swasi, Ndebele u.a. 1806 besetzte England
die holländ. Kapkolonie und annektierte sie 1814. Es führte
die Grenzkriege der weissen Siedler gegen die Xhosa in Transkei ("Kaffernkriege")
weiter. Mit der britischen Herrschaft wegen der Aufhebung der Sklaverei
(1833) unzufriedene holländ. Siedler, die Buren, wanderten 1835-1840
aus ("treckten") und gründeten weiter östl. die Republiken Natal,
Oranjefreistaat und Transvaal. 1843 annektierten die Engländer Natal
und erklärten 1877 Transvaal zur Kolonie, mussten dem Land aber nach
einem Aufstand der Buren 1881 die Unabhängigkeit bis auf die Aussenpolitik
zugestehen. Durch die Entdeckung der Diamantenfelder von Kimberley (1867)
im Oranjefreistaat und der Goldfelder vom Witwatersrand in Transvaal (1884)
nahm der Zustrom der Einwanderer ständig zu. 1871 besetzten die Engländer
die Diamantenfelder von Kimberley. 1895/96 konnte Präsident P. Kruger
den bewaffneten Einfall von L. Jameson in Transvaal, der von C. Rhodes
unterstützt wurde, zurückschlagen. Burische Massnahmen gegen
die zunehmende englische Einwanderung nahm England zum Anlass, im Burenkrieg
1899-1902 den Burenstaaten ihre Selbständigkeit zu nehmen. 1910 vereinigten
sich die Kapkolonie, Natal, Oranjefreistaat und Transvaal zur Südafrikanischen
Union (Union of South Africa). Sie wurde ein brit. Dominion. Die Union
eroberte im 1. Weltkrieg (1915) Deutsch-Südwestafrika und erhielt
vom Völkerbund ein C-Mandat über dieses Gebiet. Gegenüber
der Südafrikanischen Partei (L. Botha, J. Smuts) erstarkte die Nationale
Partei unter J. Hertzog und kam 1924 an die Regierung. Sie forderte stärkere
Selbständigkeit Südafrikas und traf Massnahmen gegen den politischen
Einfluss der Farbigen (Afrikaner, Inder). Im Westminsterstatut (1931)
erhielt Südafrika volle Selbstregierung ohne Einspruchsrecht von
London zuerkannt. Die Parteien von Hertzog u. Smuts schlossen sich 1934
zur Vereinigten Partei zusammen, und die Regierung Hertzog betrieb eine
erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Da Hertzogs Antrag, im 2. Weltkrieg neutral
zu bleiben, abgelehnt wurde, trat er 1939 zurück, und Südafrika
nahm unter Smuts (1939-1948 Minister-Präsident) am Krieg teil. 1940
vereinigten sich die Anhänger Hertzogs und D. Malans zur Nationalen
Partei, die für eine Politik der Apartheid eintrat. Nach ihrem Wahlsieg
1948 wurde Malan Minister-Präsident Er und seine Nachfolger (1954-1958
J. G. Strijdom, 1958-1966 H. F. Verwoerd, 1966-1978 B. F. Vorster, seit
1978 P. Botha) verwirklichten konsequent das Programm der "getrennten
Entwicklung": Die Schwarzafrikaner erhielten eng begrenzte Autonomie in
"Homelands" ("Bantustans"), die etwa 13% der Fläche Südafrikas
ausmachten; in den übrigen, "weissen" Gebieten hatten Nicht-Weisse
keine politischen Rechte, Schwarzafrikaner durften dort nur als Arbeitskräfte
leben. Diese Rassenpolitik führte zu Spannungen zwischen Südafrika
und den übrigen Commonwealth-Ländern. Am 31. 5. 1961 trat Südafrika
aus dem Commonwealth aus und erklärte sich zur Republik. 1983 wurde
ein Präsidialsystem eingeführt. Die grosse Mehrheit der Weissen
billigte die Politik der Rassentrennung. Die Nationale Partei und die
rechts von ihr stehende Konservative Partei verfügten über eine
Dreiviertelmehrheit im House of Assembly, der parlamentarischen Vertretung
der Weissen. Daneben gab es seit 1984 je eine Kammer für die Mischlinge
und die Asiaten. Seit den Aktionen passiven Widerstands, die 1960 zur
Schiesserei von Sharpeville führten, waren die politische Organisationen
der Schwarzen verboten; sie arbeiteten bis 1990 illegal und aus dem Exil
weiter (älteste Organisation: African National Congress, ANC). 1962/63
versuchten militante Geheimorganisationen vergeblich, zum bewaffneten
Widerstand überzugehen. Die innenpolitische Radikalisierung steigerte
sich, als der ANC-Politiker Nelson Mandela 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt
wurde. Seit 1976 kam es immer wieder zu Unruhen. 1986 wurde der Ausnahmezustand
verhängt. Das Ende der portugiesischen Kolonialherrschaft in Angola
und Moçambique (1975) verschlechterte die Position des Minderheitsregimes
in Südafrika und machte es in einigen Punkten konzessionsbereiter.
Als letzte Konsequenz der Apartheidpolitik gewährte Südafrika
den "Homelands" Transkei (1976), Bophuthatswana (1977), Venda (1979) und
Ciskei (1981) die Unabhängigkeit, die international nicht anerkannt
wurde. Die UN verurteilten mehrfach die südafrikan. Rassenpolitik.
Seit 1983 kam es zu diplomatischen Entspannungsschritten zwischen Südafrika
und den angrenzenden schwarzafrikan. Staaten. 1988 unterzeichneten Südafrika,
Angola und Kuba ein Friedensabkommen. Sie einigten sich über den
Rückzug der kubanischen Truppen aus Angola sowie über die Unabhängigkeit
Namibias. 1989 wurde F. W. de Klerk Nachfolger von Staats-Präsident
P. W. Botha. De Klerk leitete die Abkehr von der bisherigen Politik ein.
Er veranlasste 1990 die Freilassung Nelson Mandelas. Der Ausnahmezustand
sowie alle wesentlichen Apartheidgesetze wurden aufgehoben. Verhandlungen
über eine neue politische Ordnung wurden von zahlreichen Gewalttaten
überschattet. Trotzdem gelang 1993 die Verabschiedung einer Übergangsverfassung,
mit der die Alleinherrschaft der weissen Bevölkerung beendet wurde.
Das zwischen Südafrika und Namibia umstrittene Gebiet der Walfischbucht
ging 1994 endgültig in namibischen Besitz über. Im April 1994
fanden freie Wahlen statt, die mit einem überwältigenden Sieg
des ANC endeten. Nelson Mandela wurde zum Staats-Präsident gewählt.
Eine Regierung der nationalen Einheit bildete die neue Exekutive. Die
Homelands wurden aufgelöst und in neun neu geschaffene Provinzen
integriert.
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Last Updated: 15.05.2002
by Hans-Ulrich Steiner, CH-3075 Rüfenacht - steiner@webstein.ch
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